Forum: Politik
Kreuzzüge: Der Kardinal und die Doppelmoral
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Kardinal Marx wirft der bayerischen Staatsregierung vor, den Glauben für politische Zwecke zu missbrauchen. Dabei tut niemand mehr für die Politisierung ihrer Kirche als die Deutsche Bischofskonferenz.

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tallinn1960 04.05.2018, 09:15
80. Uninformiert

Der Kolumnenbeitrag ist uninformiert und widerspricht Tatsachen.

Marx kann mit seinem Diskussionsbeitrag nichts gewinnen, weil eine Mehrheit der Bayern, darunter ganz sicher auch noch eine viel grössere Mehrheit der Katholiken in Bayern, Söders Verdikt begrüsst. Warum er da einem Zeitgeist hinteherredet, wenn er sich kritisch äussert, lässt sich also nicht begründen. Es gibt diesen Zeitgeist nicht. In Bayern hingegen gibt es mehr als Anderswo Möchtegern-Christentum, dass zwar den Kirchenbesuch heiligt, sich im Alltag aber so profan gibt wie die wachsende Zahl der Konfessionslosen. Da gilt dann nicht die Bergpredigt, sondern der wirkliche Zeitgeist des steten Strebens nach maximal gutem Gelingen des eigenen irdischen Lebens, koste es andere, was es wolle.

Wenn Marx Spaltung und Unruhe beklagt, dann, weil das Kreuz von Söder als Abwehr- und Ausgrenzungswerkzeug gegen fremde Kulturelemente verwendet wird. Über die Botschaft, die Söder sendet, verliert Fleischhauer kein Wort. Nun liegen die Kirchen und die CSU in der Flüchtlingspolitik maximal weit auseinander, wobei man beiden Seiten zubilligen kann, ihre jeweilige Grundüberzeugung sehr konsequent zu leben. In der CSU heisst diese Grundüberzeugung "Wir wollen keine Fremden", selbst wenn die, nach Scheuer, maximal gut integriert sind. Fremdsein fängt da im Prinizp schon bei den Preussen an. In den Kirchen hingegen stellt das Grundprinzip der praktischen Nächstenliebe niemandes Recht in Frage, hier zu leben. Hilfe für Menschen in Not ist da selbstverständliche Christenpflicht.

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christu0310 04.05.2018, 09:21
81. Fehlende Selbstkritik

Sehr guter Artikel!

Es ist auch seltsam, dass die Kirchenmänner nicht so entschieden und lautstark an die Öffentlichkeit gehen, wenn wieder einmal in ihrer eigenen Organisation Sachverhalte vorliegen, die für Unruhe und Spaltung sorgen könnten. Ein Kurienkardinal, dem der Missbrauch von Kindern zur Last gelegt wird, wird nicht zum Thema gemacht.

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klausbrause 04.05.2018, 09:27
82.

Zitat von flussmonster
Bei Kardinal Marx und vielen anderen deutschen Bischöfen hat ein Christ einen faden Beigeschmack. Immer wieder geht es den Herren um Tagespolitik,
Das ist so. Die ewigen Werte, auf die man die Menschen vertrösten kann, wenn sie mit ihrem gegenwärtigen Leben so gar nicht einverstanden sind, diese ewigen Werte zählen eben nicht mehr.

Da ist es gut, daß es dem Herrn Dr. Söder so gar nicht um Tagespolitik geht. Er steht eben noch für die ewigen Werte.
Es ist schließlich noch eine Ewigkeit hin bis zur nächsten Wahl in Bayern.

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demokrat2 04.05.2018, 09:36
83. Der Artikel spaltet erst recht.

Was der Schreiber Marx vorwirft, macht er selbst. Er schmeichelt sich bei Söder ein, um Marx zu treffen. Söder benutzt die Bindung der Menschen an das Kreuz, um eine Bindung mit der CSU herzustellen oder zu verstärken. Er tut dies aber nicht als Christ, somdern weil er gewählt werden will. Da sollte nicht jedes Mittel recht sein. Wenn man berüclsichtigt, wie die CSU, vor allem Seehofer und Söder, mit der Frage der Flüchtlinge umgeht, wollen sie spalten, wollen sie die Christen aufputschen. Das können sie nicht beiseite lassen. Marx kann das jedenfalls nicht und das sollten sie akzeptieren.

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Spiegulant 04.05.2018, 09:50
84. Doppelmoral?

Die Doppelmoral der Kirche besteht laut Fleischi darin, dass sie sich nicht von der CSU vereinnahmen lassen will. Dass sich die Kirche nicht zum Einpeitscher der CSU und ihrem Söder degradieren lassen will.

Das kann man schon Doppelmoral nennen. Aber in Bayern und bei Fleischi ist ja alles und jeder "Religionsfeind" oder "Doppelmoral", wer nicht stramm auf rechts-reaktionärem Kurs steht.

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wahrsager26 04.05.2018, 09:55
85. An Aberlour A. Bunadh. Nr79

Warum etwas streichen,nur weil der allgemeinen Unordnung Tür und Tor geöffnet werden sollen? Sehen Sie es mal unabhängig von Ihrer Meinung so: Nur weil es Kreise in diesem Land gibt ,die auf so ziemlich alles was im Geruch steht deutsch zu sein ,eindrischt,müssen gewisse Lebensweisen in unserem Land nicht schlecht sein ,geschweige denn abgeändert werden nur weil Fremde kommen.Ja,Sie sollten tiefergehende Gedanken anstellen,warum das Kreuz seine Berechtigung hat.........Darüberhinaus sollten Sie die gut funktionierende Wirtschaft durch die Brille des Ökonomen betrachten.Danach ist dann an Herrn Söder zu kritisieren-wenn es Ihnen gefällt!

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brical 04.05.2018, 09:59
86. Fleischhauer

sollte im Bayrischen Kurier schreiben . Da ist er besser aufgehoben als hier im Spiegel.
Wo ist sein Aufschrei über die Trennung von Kirche und Staat .
Und darüber , dass das Aufhängen in den EIngangsbereichen der Institutionen verlogen ist, da auch der Eingang zur Behörde etc. gehört. Ich hoffe , es folgen Klagen dagegen!
Aber überrascht bin ich nicht, dass Fleischhauer Söder, Seehofer u.s.w. bewundert.

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Spiegulant 04.05.2018, 10:04
87. Die CSU will keine Fremden.

Danke, tallinn1960, sie haben es auf den Punkt gebracht.
CSU und die Bayern nennen sich zwar "christlich", verhalten sich aber maximal unchristlich. Das Kreuz und deren ganzer "christlicher" Schmu wird nur zur Ausgrenzung und Vertreibung der "Fremden" missbraucht.
Da die christlichen Kirchen da nicht mitmachen, sondern sich auf das christliche Gebot der christlichen Nächstenliebe besinnen, sind sie somit nach Fleischi "Doppelmoral".

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Trollpatsch 04.05.2018, 10:04
88. Bravo Herr Fleischhauer!

Nun schon zum zweitenmal kann ich uneingeschränkt applaudieren: Ihre Vorschläge zur Trennung von Staat und Kirche sind absolut folgerichtig: keine Kirchensteuer mehr samt "Amtshilfe" durch Finanzämter, kein Religionsunterricht und keine hoheitliche Anmaßung wie beim "öffentlich-rechtlichen" Rundfunk mit rechtswidriger Zwangsmitgliedschaft. Das liest sich ja fast schon wie ein Parteiprogramm. Gute Idee eigentlich. Religionsfreiheit ist ja eine feine Sache, Kirche jedoch und ihre Verflechtung mit Gesellschaft, Parteien und insbesondere Staaten: das ist eine gar treffliche Erfindung des Teufels.

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karlsiegfried 04.05.2018, 10:13
89. Gott ist in mir und überall ...

... auch ohne Kreuz. Das sagten einst die Gnostiker und wurden dafür von den Katholiken in Südfrankreich zu Millionen erschlagen und vollständig ausgerottet. Sie störten das Wirtschaftsunternehmen Kirche erheblich. Wenn ich beten möchte, brauch ich keine Kirche und kein Kreuz. Ich brauche auch keine katholische, evangelische oder sonstige religiöse Institution, an der dogmatische Lehren ich mich zu deren Wohlgefallen halten muss. Gäbe es wirklich einen Gott, dieser würde mit Sicherheit schon längst alle rechthaberischen und machtsüchtigen Vertreter Gottes auf Erden in die Wüste gejagt haben. Da bin ich ganz sicher.

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