Forum: Politik
Krieg in Afghanistan: Vier Gründe für den Vormarsch der Taliban
REUTERS

Ein Jahr nach dem Ende der Isaf-Mission in Afghanistan scheinen die Taliban so stark wie lange nicht. Die Islamisten profitieren von Fehlern des Westens und dem Versagen der Regierung in Kabul.

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tomxxx 07.01.2016, 14:37
1. Und was ist mit der These...

das es immer irgendwelche Umstände gibt, aber unterm Strich die afghanische Bevölkerung ganz einfach kulturell zu den Taliban passen und das die passenden und natürlichen Machthaber in diesem Land sind?

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werder11 07.01.2016, 14:42
2. vorhersehbar

war dieser zustand schon, bevor die usa dort aktiv wurden und auch der völlig unnütze teuere jahrelange einsatz der bw - die hinterbliebenen der dort gefallenen deutschen soldaten werden sich ewig fragen, wofür ihre lieben eigentlich sterben mußten - afghanistan, ebenso wie irak, syrien und der is sind die folgen einer katastrophalen und dilettantischen us außenpolitik - und statt dafür die konsequenzen allein zu tragen, zb unsere flüchtlinge aufzunehmen, müssen die europäer sich von den usa noch verhöhnen und verspotten lassen, daß sie so dumm sind, deren dreck wegzuräumen! afghanistan kann und will sich gar nicht selbst helfen und will sich auch nicht bekehren lassen!

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El pato clavado 07.01.2016, 14:42
3. Vier Gründe ?

es gibt nur einen Grund, der Fehler war sich überhaupt in diesem Land einzumischen. Man hat uns eingelullt mit Brücken bauen und Wasserlöcherbohren.Und was war das Ende,55 Bleisärge,und jetzt auch noch weiter machen ?.Sollen die Amis sehen , wie aus dieser Nummer raiskommen

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atzlan 07.01.2016, 14:49
4.

Zitat von tomxxx
Und was ist mit der These...das es immer irgendwelche Umstände gibt, aber unterm Strich die afghanische Bevölkerung ganz einfach kulturell zu den Taliban passen und das die passenden und natürlichen Machthaber in diesem Land sind?
Das ist eine dümmliche, rassistische These von Leuten, die von der geschichtlichen Entwicklung Afghanistans keine Ahnung haben, aber trotzdem ihren Senf dazugeben müssen.

"Der Aufschwung des radikalen Islam in Afghanistan war ein Produkt der Zusammenarbeit von Saudi-Arabien, dem pakistanischen Geheimdienst und der CIA bei der Bekämpfung der Sowjets in Afghanistan." http://derstandard.at/1220460221725/Exitstrategie-gesucht?sap=2&_pid=10888787

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sierrabravofour 07.01.2016, 14:52
5. Warum gerade im Norden,

dem zur Zeit der Invasion sichersten und ruhigsten Gebiet die massiven Probleme herrschen thematisiert der Artikel natuerlich nicht.
Mag vielleicht daran liegen das dort eine bestimmte Nation die Verantwortung hatte.

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Emmi 07.01.2016, 14:52
6. Hauptgrund

Der Hauptgrund dafür, dass die Taliban in Afghanistan wieder herrschen werden, ist, dass sie im Gegensatz zu irgendeiner fremden - und erst recht unislamischen - Macht Rückhalt in der Bevölkerung haben. Die, die zu Zeiten der Besatzung mit den Besatzern kooperiert haben, haben das nicht aus Überzeugung, sondern der persönlichen (materiellen) Vorteile wegen getan (Ausnahmen bestätigen die Regel). Und diese werden, so sie nicht mit den Besatzern das Land verlassen, mit dem Leben dafür bezahlen müssen...
Der ganze Krieg war also von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

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ich_weiss_doch_nix 07.01.2016, 14:54
7.

Man müßte es Handhaben wie ein Krebsgeschwür. Alle bösen Zellen müssen vernichtet werden, sonst breitet er sich wieder aus. So lange es eine Handvoll entsprechend motivierter Kämpfer gibt, wird es nie ein Ende finden!

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archi47 07.01.2016, 14:58
8. logischer Schluß

Zitat von tomxxx
das es immer irgendwelche Umstände gibt, aber unterm Strich die afghanische Bevölkerung ganz einfach kulturell zu den Taliban passen und das die passenden und natürlichen Machthaber in diesem Land sind?
Es ist doch sehr wahrscheinlich, daß eine Demokratie dort in eine Stammes-Kleptokratie umschlägt. Der soziale Stand, die Klanstrukturen und die Bildung ist wohl danach. Hinzu kommt, daß wohl die einzig einigende Klammer die Religion ist. Mit westlicher Ethik und Moral braucht man der bitterarmen Bevölkerungsmehrheit wohl nicht mehr zu kommen, mit Minderheiten- und Frauenrechten wohl auch nicht. Da bleibt eine religionsbasierte Lösung. Die Frage ist, wie wir das unseren Gefallenen verklickern, die für ein Ideal gestorben sind, das die Bevölkerungsmehrheit (noch) nicht versteht. Vielleicht wäre unser Placebo, daß wir wenigsten eine "Taliban-Light"-Regierung hinverhandeln - irgendwie mit Wahlen, gelenkter Demokratie, wie in Teheran z. B. ?

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Herr Jedermann 07.01.2016, 15:02
9. Der US-Rachefeldzug

ist auf der ganzen Linie gescheitert. Es ging Son-Bush nach 9/11 nur darum mit Hilfe der NATO-Bündnisklausel alle NATO-Partner mit ins Boot zu nehmen, um der Afghanistan Mission den Anstrich von Recht und Ordnung zu geben. Die Taliban haben , laut unabhängiger Berichte, immer noch sehr starken Rückhalt in der afghanischen Landbevölkerung. Dies hat der Westen ignoriert und zudem keine Exit-Strategie entwickelt. Nun wird aus der Aktion wohl eine never ending story. Aber irgendwann wird auch uns das Geld ausgehen, dann werden solche Kriege nicht mehr geführt werden können. Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt. Und wir brauchen auch keinen Platz an der Sonne.

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