Forum: Politik
Krieg in Gaza, der Ukraine und im Irak: Waffen! Waffen! Waffen!

Ukraine, Gaza, Irak - jeder weiß, Gewalt wird die Probleme dort nicht lösen. Dennoch findet die Gewalt kein Ende. Und auf die eine oder andere Weise mischt Deutschland überall mit. Eine neue Kultur des Krieges breitet sich aus. Wir müssen uns ihr entgegenstellen.

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Suppenelse 14.08.2014, 18:52
150. Das Sich-Zurücklehnen der

Augstein macht, wie ausnahmslos alle selbsternannten Pazifisten, keinerlei Lösungsvorschläge. Was soll konkret passieren, um den Jesiden im Irak zu helfen?

Aber da ist nichts. Einige unvermeidliche Zitate (diesmal muss also Shakespeare dran glauben), noch mehr gut klingende Worthülsen, und natürlich Kritik an allen, die diese Worthülsen als solche erkennen und benennen. Ich frage mich immer, ob man sich sein Weltbild tatsächlich so zurechtlegen kann, dass man selbst davon überzeugt ist.

Fleischhauer hatte vollkommen Recht mit seiner harschen Kritik an Margot Käßmann und ihrem wie immer wohlfeilen, so herrlich unverbindlichen Gerede über Frieden. Alle Menschen bei Verstand wollen in Frieden leben - so viele pöse "Kriegstreiber", wie man im linken politischen Spektrum auszumachen meint, gibt es gar nicht.

Alle Friedensliebe hilft allerdings denjenigen nicht, die unter zügelloser Gewalt furchtbarsten Ausmaßes leiden, in Gegenden, in denen nichts anderes zählt als das Recht des Stärkeren. Manchen reicht ein Blick in die Nachrichten, um das anzuerkennen, andere lassen sich auch davon nicht beirren und lehnen sich weiter zurück.

Der Pazifismus verkennt die Tatsache, dass im Extremfall nur die Anwendung von Gewalt Schlimmeres verhindern kann. Eine traurige Wahrheit, aber eine Wahrheit.

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propagandaopfer 14.08.2014, 19:12
151. Der kostbare Friedensgeist

Zitat von sysop
Ukraine, Gaza, Irak - jeder weiß, Gewalt wird die Probleme dort nicht lösen. Dennoch findet die Gewalt kein Ende. Und auf die eine oder andere Weise mischt Deutschland überall mit. Eine neue Kultur des Krieges breitet sich aus. Wir müssen uns ihr entgegenstellen.
Der Krieg ist eine notwendige Forderung des Zinseszinses. Am Ende (vor dem Kollaps) regiert immer das Faustrecht. Wer das nicht geistig erfasst und verstanden hat, kann unmöglich zu brauchbaren Resultaten gelangen. Der Friedensgeist ist ein Erzeugnis des Bürgerfriedens und gründet auf einer gerechten sozialen Gesellschaft mit Perspektiven für jeden. Der Friedensgeist wird von der Umgebung ausgestrahlt und von uns Menschen aufgenommen, wie man Sonnenstrahlen aufnimmt. … Dieser Friedensgeist, der uns hier in Deutschland wie Sonnenschein umgeben hat, wird neuerdings auf das heftigste von unseren Medien attackiert. Wer von diesem Fiedensgeist überhaupt noch spricht, ist neuerdings ein Illusionist und Träumer. Dieser Friedensgeist wird seit dem ersten Golf-Krieg - ausgehend von den USA - systematisch aus unseren Köpfen vertrieben. Hat sich der Geist des Krieges erst in unsere Köpfe gepflanzt, geht es unabwendbar zurück in die Barbarei ...

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rkinfo 14.08.2014, 19:50
152. Friedenssehnsucht schafft Krieg

Der Wunsch des Westens nach Frieden - besonders nach dem Mauerfall - hat noch mehr Krieg und Brutalität gebracht.
Irre Islamisten jagten sich erst selbst in die Luft, dann kam 9/11 und nun IS als letzte Steigerung.
Man wird mit Waffen die Gewaltideologie nicht beenden können. Aber wenn Militante klar wissen dass sie zwangsläufig massenhaft sterben dann stellen sie Angriffe auch ein.
Die IS Taktik ist es per Brutalität ein Zurückweichen der Demokratien zu erreichen. Sobald das nicht klappt verschwindet auch die Brutalität im Konflikt.

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seppelheimer 14.08.2014, 20:16
153. Grundsätzlich kann man Augstein nur zustimmen

Mehr Waffen führen letztendlich zu keiner Verbesserung der Situation in den Krisengebieten.
Die IS-Truppen sind deshalb so schlagkräftig, weil sie sinnloserweise vom Westen für den Kampf in Syrien ausgerüstet wurden. Wie grenzenlos dumm dieses Vorgehen war, zeigt sich jetzt. Vergeblich kann man natürlich darauf warten, dass die verantwortlichen Politiker ihren Hut nehmen.
Einfach zuschauen kann man jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, aber auch nicht.
Im Falle einer Katastrophe, wie jetzt bei den Jessiden, ist die internationale Gemeinschaft gefordert, schnell und bei Bedarf mit militärischen Mitteln einzugreifen.
Grundsätzlich sind Waffenlieferungen zu ächten.

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agua 14.08.2014, 20:46
154.

Zitat von propagandaopfer
Der Krieg ist eine notwendige Forderung des Zinseszinses. Am Ende (vor dem Kollaps) regiert immer das Faustrecht. Wer das nicht geistig erfasst und verstanden hat, kann unmöglich zu brauchbaren Resultaten gelangen. Der Friedensgeist ist ein Erzeugnis des Bürgerfriedens und gründet auf einer gerechten sozialen Gesellschaft mit Perspektiven für jeden. Der Friedensgeist wird von der Umgebung ausgestrahlt und von uns Menschen aufgenommen, wie man Sonnenstrahlen aufnimmt. … Dieser Friedensgeist, der uns hier in Deutschland wie Sonnenschein umgeben hat, wird neuerdings auf das heftigste von unseren Medien attackiert. Wer von diesem Fiedensgeist überhaupt noch spricht, ist neuerdings ein Illusionist und Träumer. Dieser Friedensgeist wird seit dem ersten Golf-Krieg - ausgehend von den USA - systematisch aus unseren Köpfen vertrieben. Hat sich der Geist des Krieges erst in unsere Köpfe gepflanzt, geht es unabwendbar zurück in die Barbarei ...
Wahr, aber traurig, was Sie schreiben.
Die Krise in Europa war ein gewisser Vorbote.
Zu diesem Zeitpunkt begann der Unfrieden und Neid, die Ungleichheit und aus diesem Grund eine gewisse Härte.
Dieser Zustand ist eskaliert.
Und eigentlich war es immer so, dass die Unzufriedenheit einen guten Nährboden für die Bereitschaft weiterer Eskalation bei der Bevölkerung geboten hat.
Wer Kinder hat, oder Kinder von Freunden und Bekannten aufwachsen sieht, denkt anders über Krieg und Frieden, der denkt an eine Zukunft.
Vielleicht sind es diese Menschen, die zum Thema Krieg, zu den derzeitigen Konflikten anders denken und fühlen und auch argumentieren.

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helost 14.08.2014, 20:47
155. Fleischhauer und andere

Zitat von sysop
Ukraine, Gaza, Irak - jeder weiß, Gewalt wird die Probleme dort nicht lösen. Dennoch findet die Gewalt kein Ende. Und auf die eine oder andere Weise mischt Deutschland überall mit. Eine neue Kultur des Krieges breitet sich aus. Wir müssen uns ihr entgegenstellen.
Als langjähiger Spiegel-Abo-Leser gehe ich nun erstmalig in das Leserforurm, das ich sehr häufig verfolge und immer wieder entsetzt bin, auf welchem gedanklichen Niveau die Beiträge eingestellt werden.

Wir müssen uns der Kultur des Krieges entgegenstellen. DARUM ging es Herrn Augstein. DAS ist sein Anliegen. Von ihm zu erwarten, er hätte die ultimative Lösung von Konflikten, die schon Jahrzehnte andauern, ist vermessen.
Er benennt ein Problem, wie auch hier in Deutschland eine im Grunde nicht waffenbegeisterte Bevölkerung auf den unterschiedlichsten medialen Ebenen "kriegsbegeistert" werden soll. Wieder!
Dass im Spiegel dessen Kollege Herr Fleischhauer ebenfalls seine Kolumnen schreibt, ist in Ordnung und zeugt vom Meinungspluralismus dieses Mediums. Nur: dass genau dieser Typus Journalist ein mentales Sturmreifschießen der ablehnenden Haltung vom überwiegenden Teil der Deutschen betreibt, muss klar benannt werden. In engem Schulterschluss mit dem Großteil der Produkte deutscher Medienlandschaft. Beispiel die kürzliche Kolumne zu "Russlands Realitäsverlust".

Zitat:"Der Präsident leidet an wahnhaftem Wirklichkeitsverlust - und mit ihm das ganze Land. Dagegen helfen auch keine Sanktionen." Der letzte Satz lautet, Zitat:" Aber wie befreit man einen Staat von seinen Zwangsideen?"

Hier wird dem geneigten Leser alles an gedanklichen Möglichkeiten offen gehalten. WIE soll Russland von seinen Zwangsideen und Putin befreit werden? Schon wieder mit Waffengewalt? WESSEN Waffen? Durch wen? Wieviel Tote darf es denn diesmal gedanklich sein. Real hätten eher die Europäer ein massenhaft tödliches Problem.
Das Lächerlichmachen von Frau Käßmann liegt genau auf dieser brandgefährlichen Argumentationslinie. Wer hat denn den Artikel in Gänze gelesen ehe über die Frau hergezogen wird? Von der bisherigen Interventions- und Invasionpolitik des Westens mit Hilfe gefälschter Geheimdienstunterlagen 2003 bis hin zu den Horden des Islamischen Staats zieht sich eine belegbare Linie. Wohin gleich nächte Woche auch noch Waffen? Afrika bietet sich an. Da werden auch Menschen abgeschlachtet, vergewaltigt verschleppt und versklavt. Interesseirt nur nicht!
Seien wir froh, dass es wenigstens kluge Köpfe wie Herrn Augstein gibt und zumindest er den Mut nicht verliert, Rufer in einer oft großen intellektuellen Wüste zu sein!

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Realityisverydifferent 14.08.2014, 21:20
156.

Zitat von propagandaopfer
Der Krieg ist eine notwendige Forderung des Zinseszinses. Am Ende (vor dem Kollaps) regiert immer das Faustrecht. Wer das nicht geistig erfasst und verstanden hat, kann unmöglich zu brauchbaren Resultaten gelangen. Der Friedensgeist ist ein Erzeugnis des Bürgerfriedens und gründet auf einer gerechten sozialen Gesellschaft mit Perspektiven für jeden. Der Friedensgeist wird von der Umgebung ausgestrahlt und von uns Menschen aufgenommen, wie man Sonnenstrahlen aufnimmt. … Dieser Friedensgeist, der uns hier in Deutschland wie Sonnenschein umgeben hat, wird neuerdings auf das heftigste von unseren Medien attackiert. Wer von diesem Fiedensgeist überhaupt noch spricht, ist neuerdings ein Illusionist und Träumer. Dieser Friedensgeist wird seit dem ersten Golf-Krieg - ausgehend von den USA - systematisch aus unseren Köpfen vertrieben. Hat sich der Geist des Krieges erst in unsere Köpfe gepflanzt, geht es unabwendbar zurück in die Barbarei ...
Die Konflikte werden schlicht unserem verwöhnten pazifistischen Bürgerfrieden vorgehalten, da Handlungsbedarf besteht. Pazifismus funktioniert nur in der von Ihnen geschilderten etablierten Zivilgesellschaft. Diese Zivilgesellschaften gibt es andernorts nicht - Nährboden für Konflikt und Krieg. USA hat eine unglückliche Katalysatorenfunktion dabei, da sie die ethnisch-religiösen Konflikte, die das Zustandekommen einer demokratischen bürgerlichen Gesellschaft z.T. behindern , völlig ausser acht lässt. Alle Mächte im Nahen Osten sind eigentlich gegen jene gewaltsam aufgezwungenen Demokratisierungversuche. Ich schätze dass selbst die Israelis kein Interesse daran gehabt haben werden, dass die Assad-Diktatur zu Fall gebracht wird. Eigentlich sollten die Amerikaner die Bedrouille, die sie gestiftet haben im Interesse aller, geordnet auflösen.Erdogan sollte beim Ausbau seiner "Festungsanlage" unterstützt werden, die Finanzierung und Belieferung der Oppositionsbewegung in Syrien auf Eis gelegt werden. Ich vermisse tatsächlich Stellungnahmen/Erkklärungen der Deutschen wie jenes rasante Zerbrechen der deutsch-russischen Beziehungen zustande kommen konnte? Oder ist dies alles nur den EU-Leuten zuzuschreiben? Wenn ja dann, sollte man tatsächlich wachsam sein.

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Ijob 14.08.2014, 21:34
157. Nun Herr Augstein,

was empfehlen sie denn als Sofortmaßnahme für die Verfolgten Jesiden im Irak?
Dieser Punkt fehlt bei ihrem Artikel, wie auch die Vorgehensweise ist um Frieden zu schaffen.
Heißt das denn, nur diejenigen sollen Waffen haben die sie auch selbst produzieren können? Nur was nützt das jetzt wo schon soviele Waffen verbreitet sind?
Man kann da eben nicht die vollkommene Ideallösung anstreben sondern man muss Kompromisse machen wie das in der Politik üblich ist.
Alleine Luftangriffe nützen nichts, Bodentruppen bedeuten auch für das eigene Volk Tote. Wollen sie denn zu den Bodentruppen gehören? Wenn ja Hut ab wenn nicht, dann bitte keine solche Hintergründigen Vorschläge. Das selbige gilt auch für die anderen Foristen hier.

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thom_gee 14.08.2014, 21:42
158. Herr Augstein hat Recht

Ich denke, das ganze Gezetere um die sog. Nahost Terrorgruppen, wie AlQuaida und IS ließe sich ganz einfach "einfangen" und "erledigen", wenn endlich die eigentlichen Drahtzieher belangt würden mit Sanktionen, Embargos usw. Und wer sind die eigentlichen Drahtzieher? Das lässt sich leicht nachlesen : Saudi Arabien, Katar und die USA als die Hauptverantwortlichen (Geld- und Waffen und logistische Unterstützung) . Warum ist noch niemand auf den Gedanken gekommen Saudi Arabien und/oder Katar einmal für ihre Unterstützung von Terrorbanden zu "bestrafen".Statt dessen liefen wir (Deutschland) Waffen ohne Ende in eines der undemokratischsten, autoritärsten Länder der Welt. Ja, die Saudis sind unsere Freunde.... Es geht schon lange nicht mehr um Frieden und Menschenrechte oder um die Vermeidung von Greueltaten, Herr Augstein, das wissen wir doch alle, es ist nur Heuchelei. Es geht um Geld und Macht und Einflusssphären der Eliten.

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erik93_de 14.08.2014, 21:59
159. Woher bekommt die IS den Nachschub?

Ihre tollen Waffen haben sie angeblich der irakischen Armee abgenommen. Okay, ist vermutlich nur ein Teil der Wahrheit, aber sei's drum.
Woher aber kommt der Nachschub? Geld für Sold, Munition (moderne Waffen feuern ja nicht mit Schwarzpulver)?
Und da wäre anzusetzen. Wenn z.B. Saudi Aribien hinter diesen supergrausamen Obemördern (so wird's uns jedenfalls erzählt) steckt, wie wär's mit Bomben auf Riad?
Aber halt, nein, es geht ja nicht um die Lösung des Problems, sondern darum, die europäische Kriegsbegeisterung zu schüren und das Wettrüsten wiederzubelegen (Konjunktur!)

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