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Krieg in Syrien: Assad kündigt Kampf mit aller Härte an
DPA / SANA

Sein Getreuen fliehen, die Rebellen scheinen auf dem Vormarsch. Doch Syriens Präsident Assad gibt nicht nach. Nach einem seltenen öffentlichen Auftritt kündigt er an, "das Land ohne Rücksicht von Terroristen zu säubern". Iran schwört dem bedrängten Machthaber nun feierlich die Treue.

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KerKaraje 07.08.2012, 23:54
10. Wenn man differenzieren könnte...

Zitat von Claes Elfszoon
Die wievielte Offensive gegen Aleppo war das noch gleich? Wie oft wird denn Homs noch gesäubert? Wie oft muß man noch die Widerstandsnester in Damaskus mal eben beseitigen?
Eben diese Fragen von Ihnen zeigen, dass Sie falsch denken:
Es gibt keine Offensive gegen die Stadt Aleppo. Assad lässt nicht B52 Bomber tonnenweise TNT über eine ganze Stadt abwerfen, während Kampfschiffe Dutzende Cruise- und Tomahawkmissiles auf selbige feuern.
Es sind im Gegenteil portionierte Angriffe auf Teile von bestimmten Stadtteilen.
In Homs war es genauso. Die Armee bekämpfte primär die Rebellen, die sich in Baba Amr breit gemacht hatten, während im Stadtzentrum ganz normaler reger Betrieb war und in anderen Stadtteilen, keine 10 Min. Autofahrt entfernt weder Armee noch bewaffnete Rebellen herumliefen.

Die Rebellen machen nichts anderes, was man sonst gerne vehement und völlig "intolerant" als "feiger Anschlag" bezeichnet, wenn es gegen Israel gerichtet ist oder sich in europäischen Metropolen abspielen würde:
In zivil gekleidete Rebellen fahren mit unauffälligen PKW an Soldaten und Polizisten heran, erschiessen sie und fahren dann mit Vollgas weg. Dagegen kann sich keine Armee der Welt schützen, ausser durch rigorose "israelische" Massnahmen wie haufenweise check points, Mauern und Stacheldraht, Strassensperren, Ausgangssperren, etc.
Das kann natürlich eine Nichtbesatzerregierung wie die syrische nicht machen.

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shishi88 07.08.2012, 23:54
11. iranische Geiseln freilassen

Die US-Regierung bzw. CIA sollte ihren Einfluss auf die bewaffneten Rebellen (Terroristen) dahingehend ausüben, dass die iranischen Geiseln sofort freigelassen werden.

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KerKaraje 08.08.2012, 00:06
12. Da liegen Sie falsch

Zitat von KnoKo
Der Schulterschluss zwischen Syrien und dem Iran ist der beste Beleg dafür, dass dort ein Krieg der islamischen Glaubensrichtungen tobt. Es geht längst nicht mehr um Demokratie oder Freiheit, sondern ausschließlich darum, ob Sunniten oder Schiiten die Oberhand gewinnen.
Der "Schulterschluss" ist nichts neues und keine Reaktion auf aktuelle Geschehnisse. Iran und Syrien sind seit 1980 faktische Allianzpartner. Schon beim Iran-Irak-Krieg stand Syrien als eines der wenigen arabischen Länder auf Irans Seite, und zudem betrachten sich beide Länder als Mitglieder im sogenannten Widerstandsblock (gegen Israel).

Das hat aus mehreren Gründen mit Schiit vs. Sunnit nichts zu tun:
1. Hauptmitglied des "Blocks" sind die fast komplett sunnitischen Palästinenser.
2. Im Gegensatz zu Saudi Arabien und den Golfstaaten, wo Schiiten - teilweise selbst da, wo sie in der Mehrheit sind wie in Bahrain - offen angefeindet und unterdrückt werden, gibt es keine anti-sunnitische Hetze in Iran oder Syrien.
Zahlreiche ranghohe saudische Kleriker sowie diverse arabische Sat-Sender hetzen unverhohlen gegen die schiitischen und alawitischen "Häretiker" und rufen zum Jihad gegen das "ungläubige" Assad-Regime auf, so wie sie zuvor und weiterhin gegen das schiitische Regime Iraks hetz(t)en.
Während Schiiten in Ländern wie Saudi Arabien und Bahrain im Justizwesen, in der höheren Politik und bei den Streitkräften nicht existent sind bzw. kaum eine Rolle spielen, findet man einen hohen Anteil sunnitischer Politiker (auch hohen Ranges) im syrischen Regierungs- und Militärapparat.

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cap87 08.08.2012, 00:11
13.

Zitat von sysop
Sein Getreuen fliehen, die Rebellen scheinen auf dem Vormarsch. Doch Syriens Präsident Assad gibt nicht nach. Nach einem seltenen öffentlichen Auftritt kündigt er an, "das Land ohne Rücksicht von Terroristen zu säubern". Iran schwört dem bedrängten Machthaber nun feierlich die Treue.
"Am Montag behaupteten die Geiselnehmer, dass drei der Iraner im Granathagel der Regimestreitkräfte getötet worden seien. Weitere Geiseln würden erschossen, wenn das Regime den Artilleriebeschuss nicht einstelle."
So jetzt unterstellen die Rebellen der Regierung, dass 3 Geiselnehmer bei einem Angriff von der Regierung getötet worden sein sollen und drohen zugleich weitere Pilger(Zivilisten) zu töten, falls die Regierung ihre Angriffe nicht einstellt.

Sie nehmen also Zivilisten in Geisel um so die Regierung vom Angriff abzuhalten? Wie können diese Rebellen demokratische Werte vertreten ? Diese wollen in Zukunft nach Assads Abgang die Regierung übernehmen?
"Die Rebellen hätten ein Kraftwerk angegriffen und seien zurückgeschlagen worden"
Es werden also Kraftwerke angegriffen. Die Rebellen nehmen in Kauf, dass Krankenhäuser ohne Strom arbeiten müssen, Lebensmittelhändler ihre Waren nicht mehr verkaufen können, weil sie nicht kühlen können und und und...
Was dies mit einer Revolte zu tun haben soll ist mir schleierhaft.
Ich denke, dass die Rebellen eindeutig das Vertrauen in der Bevölkerung verloren haben.

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spon-facebook-10000385159 08.08.2012, 03:15
14. Wie es aussieht, haben sie nichts verstanden.

Zitat von axel09
Hoffen wir, dass der Spuk bald vorbei ist und (dank Munitionsmangel) der Terror aufhört. Syrien verdient eine Chance sich friedlich und langsam von innen heraus zu reformieren. Die Einmischung von außen ob pro oder contra muss unterbleiben - das ist das Hauptproblem.

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benutzer10 08.08.2012, 03:21
15. Verlust an Reputation

Zitat von
Die US-Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International kam nach der Auswertung von Satellitenbildern zu dem Schluss, dass bei den Kämpfen in Wohngebieten Aleppos "vermehrt schwere Waffen zum Einsatz kommen".
Selten hat sich eine Organisation so diskreditiert wie AI im Syrienkonflikt. Ich hab doch früher tatsächlich gedacht, diese Organisationen wie AI und HRW wären wirklich unabhängig, nur ihren Prinzipien treu.

Dabei wird ihre (Noch-)Reputation klar zur politischen Beeinflussung eingesetzt, und ihre Expertisen über bestimmte Vorfälle, ..... na ja, die sind auch nicht immer über jeden Zweifel erhaben. Sie dienen der Macht.

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spon-facebook-10000385159 08.08.2012, 03:24
16. Wie es aussieht, haben sie nichts verstanden.

Zitat von axel09
Hoffen wir, dass der Spuk bald vorbei ist und (dank Munitionsmangel) der Terror aufhört. Syrien verdient eine Chance sich friedlich und langsam von innen heraus zu reformieren. Die Einmischung von außen ob pro oder contra muss unterbleiben - das ist das Hauptproblem.
Sie sollten vielleicht einfach mal das lesen, was der gestern übergelaufene Premierminister gesagt hat. Nämlich, dass Assad Völkermord begeht, und das er selbst vor die Wahl gestellt wurde, das Amt anzunehmen oder zu sterben. Wenn Sie also keine Einmischung von außen fordern, fordern sie nichts weniger, als dass sich die Syrer von Assad abschlachten lassen sollen. Von innen heraus reformieren ist eine platte Floskel. Wer soll wie reformieren? Das einzige was passieren würde, wenn westliche Unterstützung ausbliebe, oder was passieren wird, sollte Assad diesen Krieg gewinnen, wäre die Ermordung zehntausender syrischer Oppositioneller. Diese wissen das im Gegensatz zu Ihnen alle und werden darum bis zum letzten Blutstropfen kämpfen. Keine Unterstützung von außen wäre ihr Ende!

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benutzer10 08.08.2012, 03:26
17. War nie ein "Volksaufstand"

Zitat von AbuHaifa
Die "Freiheitskämpfer" sollen außerdem in Aleppo vielerorts auf offene Ablehnung in der Zivilbevölkerung stoßen. In einem überwiegend von Kurden bewohnten Viertel sollen sogar Bewohner auf der Seite der syrischen Armee gegen die Rebellen kämpfen. ....... Wie gesagt: Alles Infos aus durchweg angesehenen Zeitungen und Nachrichtenportalen.
Es wird ja immer versucht, diesen Krieg als "Volksaufstand" zu verkaufen, also eine Legitimation vorzutäuschen. Das stimmte noch nie, das ist eine kleine, vom Ausland finanzierte Aufständlertruppe, die den syrischen Staat stürzen will. Und die Mehrheit der syrischen Bevölkerung will das nicht. Die Meldungen passen zu diesem Eindruck. Assad ist nicht der einzige, der in den Aufständlern Terroristen sieht.

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h.hass 08.08.2012, 07:19
18.

Wenn Diktatoren, denen die Felle davonschwimmen, ankündigen, sie würden nun mit aller Härte gegen ihre Feinde kämpfen, sind ihre Tage gezählt. Das nächste, was man dann von ihnen hört, ist, dass sie aus einem Erdloch oder einem Abflussrohr gezogen werden.

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Mogamboguru 08.08.2012, 08:22
19. Propaganda

Mich erschüttert immer wieder, wie bereitwillig westliche Medien den Terror der so genannten "Freien Syrischen Armee" verharmlosen - von denen sogar die amerikanische Außenministerin Clinton als !Al Quaida" spricht.

Was wäre wohl in Europa los, wenn Frankreich anfangen würde, die Basken in Spanien mit Waffen und Geld zu versorgen, um die spanische Regierung zu stürzen?

Die Hölle würde losbrechen!

Aber wenn die USA, England, Frankreich, Saudi-Arabien, die Türkei und Quatar bekannte Terroristen aus Libyen und Afghanistan bewaffnen und finanzieren, um Syrien zu erobern, ist das in Ordnung, ja?

Assad ist ganz bestimmt kein Heiliger. Aber seine Familie und er haben aus dem Flickenstaat, den sie aus den Trümmern des osmanischen Reichs und den französischen Protektoratsgebieten nach dem Ende des Ersten Weltkrieg übernommen haben, das Bestmögliche gemacht:

Sie haben religiöse und extremistische Gewalt unterdrückt und Wirtschaft und Bildung gefördert. Zur Erinnerung: Auch die römische "Pax Romana" wurde den bockbeinigen Barbaren Europas einst mit eiserner Faust aufoktroyiert!

Ist schon seltsam, dass mit Irak, Libyen und jetzt Syrien immer wieder Länder ins westliche Fadenkreuz geraten, die sich nach Jahrzehnten endlich über die Trümmer der Kolonialzeit erhoben und aus ihren Möglichkeiten das Beste gemacht haben - um die starke Hand, die dazu nötig war, die starken Fliehkräfte in ihrer Bevölkerung zu bändigen, erst zu verdammen, dann abzuhacken sie schließlich wieder ins sektarianische Chaos zu stürzen: Denn nichts ist schöner als "Divide er Impera! - nicht wahr?

Und da ist noch etwas anderes, das auch nicht vergessen werden sollte: Irak, Libyen und auch Syrien waren einmal die besten "Buddies" der amerikanischen Geheimdienste, bevor ihre Anführer "Personae non grata" in Washington wurden. Was würden Saddam Hussein, Gaddhafi und Assad der Welt wohl über geheime amerikanische Foltergefängnisse, schmutzige Waffendeals und Drogengeschäfte zu erzählen (gehabt) haben, wenn sie könnten (oder: gekonnt hätten)?

Ich habe die Geschichten von amerikanischen "Black Sites" in Libyen und Syrien nach 2001 nicht vergessen! Und auch nicht den Handschlag von Donald Rumsfeld mit Saddam Hussein, mit dem der Giftgas-Deal besiegelt wurde, der später 10.000 Kurden das Leben gekostet hat!

Und Sie?

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