Forum: Politik
Krieg in Syrien: Evakuierung von Aleppo ausgesetzt
AFP

Die Rebellen im Osten Aleppos sollen sich nicht an die Vereinbarungen gehalten haben - deshalb wurde nun die Evakuierung von Zivilisten und Verletzten aus dem umkämpften Osten der Stadt abgebrochen.

Seite 2 von 11
didiastranger 16.12.2016, 11:33
10. Der Wahrheitsgehalt

der westlichen Medien hängt von den sog. Beobachtern ab. Wer die sind und wen sie repräsentieren ist ungewiss. Ihre Beschreibungen passen so toll zur vorgefassten Meinung.

Beitrag melden
rofis 16.12.2016, 11:35
11. Tausende

Kann sich noch jemand erinnern, dass monatelang behauptet wurde, in Ostaleppo seien 300 000 Menschen eingeschlossen? Das war schon damals unglaubwürdig, weil man davon ausgehen muss, dass die meisten Bewohner bis zum Ausbruch der Kämpfe einfach nur Einwohner von Aleppo waren, genauso wie die ca. 1,2 mio. Menschen in Westaleppo, und dass sie schlichtweg in die Lage geraten sind, in dem von Rebellen/Söldnern besetzten Teil der Stadt zu leben. Vermutlich sind ein Großteil dieser Menschen bei Beginn der Kämpfe geflohen, denn es gab keinen Sinn, vor der Regierung zu fliehen, unter der sie vorher jahrzehntelang recht oder schlecht gelebt hatten. Verblieben sind diejenigen die nicht weg konnten oder selbst an den Kämpfen teilnahmen, wahrscheinlich mit ihnen auch die Familien. Und jetzt geht es um die Evakuierung von nicht 100 000 oder 10 000 sondern "tausenden? Es handelt sich schlichtweg um den harten Kern der Kämpfer und deren Angehörige, denen die Regierungstruppen und Russland den Abzug gewähren, um die Kämpfe beenden zu können. Und natürlich sind die Bewohner der von den Rebellen bedrohten Ortschaften in der Region Idlib dagegen, denn diese Kämpfer werden demnächst die Front gegen ihre Wohnorte verstärken. Sehen Sie, Spon, so in etwa hätten Sie (natürlich professioneller geschrieben) ihren Artikel verfassen können, wenn Sie statt Copy and paste aus Ihren Natoquellen selbst Ihre Informationen mal nüchtern bewertet und selbst etwas verfasst hätten. Mit ein bisschen nachdenken wären Sie drauf gekommen.

Beitrag melden
Schindelaar 16.12.2016, 11:38
12. Romantik

Hier durchzublicken ist schon lange nicht mehr möglich. Insofern wäre eine etwas neutralere Berichterstattung wünschenswert, die nicht mit Star Wars Semantik/Romantik um sich wirft, von wegen "Das Regime" = die Bösen und "Die Rebellen" = die Lieben. Die Regierungsarmee bombt Städte ohne Rücksicht auf Zivilisten; und die Guerillas der Regierungsgegner verschanzen sich in den Städten und benutzen die Zivilisten als Schutzschild. Das eine ist unglaublich rücksichtslos und das andere ist unglaublich feige. Ob die Zivilbevölkerung da noch irgendwelche Präferenzen hat ist höchst zweifelhaft. Was uns angeht, mit dem Finger immer nur auf eine von beiden Kriegsparteien zu zeigen (ganz egal welche) ist nicht glaubwürdig und riecht nach Propaganda.

Beitrag melden
categorical 16.12.2016, 11:40
13. Tatsächlich...

... dieser Bericht bemüht sich erstaunlich stark um Neutralität. Das ist ja leider nicht immer der Fall. Ob das damit zu tun hat, dass der Westen inzwischen erkennt, dass die eigene Strategie - durch Unterstützung "gemäßigter" Terroristen - äh, Rebellen natürlich - einen Regimechange herbeizuführen, wohl doch vorerst gescheitert ist, und es immer weniger Gründe gibt, die Rebellen als arme, unterdrückte Widerständler darzustellen?

Beitrag melden
epiktet2000 16.12.2016, 11:47
14. Und so ganz nebenbei...

Zitat von HeisseLuft
Das hätte der Leser schon vor Jahren erfahren können. Sofern es ihn interessiert hätte. Es waren und sind noch viele Orte eingeschlossen und von Hungerblockaden betroffen. Madaya und Aleppo sind nur die bekanntesten, Aleppo ist schlicht die bei weitem wichtigste und bevölkerungsreichste Stadt. Dazu zählen auch all die weiteren kleinen Enklaven, die in Zentralsyrien von Rebellen gehalten wurden oder noch werden.
So ganz nebenbei erfährt man, dass Menschen gern die von den sogenannten Rebellen gehaltenen Orte verlassen möchten. Von Hungerblockaden war in diesen Zusammenhang nicht die Rede. Nur wenn die Bevölkerung aus dem Herrschaftsbereich der Islamisten herauswollen, dann kann das natürlich nicht am Verhalten der Islamisten liegen, sondern am Hungerdruck von außen.
Der Artikel zeigt allerdings einmal, wie undurchsichtig und schwierig die Lage in Syrien ist und die einseitigen Sichtweisen der westlichen Medien die Wirklichkeit nicht widerspiegeln.

Beitrag melden
voiceecho 16.12.2016, 11:48
15. @Heisse Luft

Kafraja und Fua werden von den sogenannten "Rebellen" belagert und NICHT von Regierungstruppen! In Madaya uns Aleppo war es andersrum.
Fua und Kafarja liegen in der Provinz Idlib, die vollständig von Radikalislamisten (u.a Al-Nusra) kontrolliert wird.
Die Bewohner der beiden Orten sind hauptsächlich Schiiten und werden regelmäßig von den islamistischen "Rebellen" von Idlib und Umgebung aus, aufgrund ihrer Loyalität zur syrischen Regierung mit Granaten und Raketen beschossen. Ihre Versorgung mit Lebensmitteln erfolgt von der syrischen Regierung über abgeworfene Lebensmittel und Medikamente bzw. durch "Deals" mit den Rebellen über Land. In beiden Orten sind etliche Menschen durch die Angriffe der "Rebellen" gestorben worden.

Beitrag melden
HeisseLuft 16.12.2016, 11:50
16.

Zitat von rofis
Kann sich noch jemand erinnern, dass monatelang behauptet wurde, in Ostaleppo seien 300 000 Menschen eingeschlossen? Das war schon damals unglaubwürdig, weil man davon ausgehen muss, dass die meisten Bewohner bis zum Ausbruch der Kämpfe einfach nur Einwohner von Aleppo waren, genauso wie die ca. 1,2 mio. Menschen in Westaleppo, und dass sie ......
Mein Teuerster, zunächst einmal war in der Regel von ca. 250.000 Bewohnern Ostaleppos die Rede.
Nach russischen Angaben wären in den letzten Tagen mehr als Hundertausend aus Ostaleppo in den vom Regime beherrschten Gebieten gezählt worden.
Die Anzahl derer, die unter den Trümmern liegen, ist unbekannt. Und ebenso ist ziemlich unklar, wie viele sich im Restgebiet befinden. Mal heißt es sollten insgesamt ca. 15.000 evakuiert werden, ein andermal es befänden sich noch 40.000 dort. Was einander übrigens nicht ausschließt.

Beitrag melden
ostborn 16.12.2016, 12:02
17.

Zitat von niklot1147
Zunächst einmal ist es doch eine gewaltige Erleichterung, dass Ostaleppo endlich von der Pest des Terrorismus befreit ist. Dass diese Kopfabschneider nun mit Waffen abziehen dürfen, ist unfassbar, aber eben besser, als dass weiter gekämpft wird. Wenn sie in Idlib angekommen sind, stellen sie dort das Problem dar, aber besser dort, als in Aleppo. ...
In Idlib sitzen die Radikal-Islamisten. Die Neuen werden sicher nicht mit offenen Armen empfangen. Schätze, es kommt zu Auseinandersetzungen. Daher ist gut, daß die Aleppo-Terroristen ihre Waffen mitnehmen durften.

Beitrag melden
alias1942 16.12.2016, 12:04
18. Die Interessenlage ist doch klar

die Russen, Assad und die Armee wollen, dass die Rebellen/Terroristen light/Chaoten die Stadt verlassen. Sie werden wohl kaum den Transport boykottieren, zumal die Russen ihn überwachen. Die Kämpfer wollen offensichtlich im Rahmen der Möglichkeiten retten, was zu retten ist. Wenn sie also - wie im Artikel beschrieben - Gefangene als Gefangene mitnehmen wollen, zeigt das doch wes Geistes Kind sie sind. Wie will man mit solchen Leuten über friedliche Lösungen verhandeln oder eine Demokratie installieren? Aber der Westen bleib stoisch bei seiner Regimechange-Politik und den daraus resultierende Fehleinschätzungen.

Beitrag melden
HeisseLuft 16.12.2016, 12:08
19. ?

Zitat von epiktet2000
So ganz nebenbei erfährt man, dass Menschen gern die von den sogenannten Rebellen gehaltenen Orte verlassen möchten.
Welche Orte meinen Sie jetzt? Fua und Kefraya werden nicht von Rebellen gehalten, sondern sind von diesen eingeschlossen.

Zitat von
Von Hungerblockaden war in diesen Zusammenhang nicht die Rede.
Ah? Nein? Es war noch nie von Hungerblockaden die Rede?

Zitat von
Nur wenn die Bevölkerung aus dem Herrschaftsbereich der Islamisten herauswollen, dann kann das natürlich nicht am Verhalten der Islamisten liegen, sondern am Hungerdruck von außen.
S. oben. Und wenn die Bevölkerung aber in der Regel ärgerlicherweise die nicht vom Regime beherrschten Orte verlassen will, dann gilt natürlich, dass sie gewaltsam zurückgehalten werden, gell?
Zitat von
Der Artikel zeigt allerdings einmal, wie undurchsichtig und schwierig die Lage in Syrien ist und die einseitigen Sichtweisen der westlichen Medien die Wirklichkeit nicht widerspiegeln.
Wenn ich mir Ihre Irrtümer und Missverständnisse hier so ansehe, dann würde vielleicht etwas mehr Konsum westlicher Medien helfen.

Beitrag melden
Seite 2 von 11
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!