Forum: Politik
Krim-Krise: Das deutsche Desaster
DPA

Was hat der Westen erwartet? Wladimir Putin ist zwar ein Schurke, aber auf die Krim kann Russlands Präsident nicht verzichten. Kanzler Merkel und Außenminister Steinmeier hätten das wissen müssen. Wenn so die neue deutsche Rolle in der Welt aussieht - lieber nicht.

Seite 17 von 27
Uban 03.03.2014, 19:59
160. ..wieder mal ...

...scharf beobachtet und präzise analysiert. Jacob, you made my day !
Wo Sie aber über "Perception" reden: Warum ist Putin IMn ein Schurke ? Wen hat er denn belogen betrogen und hintergangen ? Der Mann will halt den Krim zurück - und keiner kann ihn daran hindern , wie es ausschaut.
Und dass Steinmeier eher sinple gestrickt ist gebe ich Ihnen völlig recht; das wusste man aber schon seit seinem Mandat in der I GroKo.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
agua 03.03.2014, 20:00
161.

Zitat von hansderdampfer
Sie vergessen dabei nur eins,Janukowitsch war auch immer und würde auch heute noch ein akzeptierter Verhandlungspartner von EU und USA sein. Das sollte doch selbst bei ihnen wenigstens den kleinsten Zweifel an der Integrität Von EU und USA zulassen oder nicht?
Das wäre er auch immer noch, wenn er unterschrieben hätte.
Ich habe in den vergangenen Tagen ziemlich viel im Internet gelesen, über die Rolle der Ukraine in der EU und war schon erstaunt, was insbesondere Deutschland in dieses Land investiert hat und welche Firmen da mit drinhängen.Seitdem stelle ich auch nicht mehr die Frage, was die EU mit diesem Land möchte, das ja offensichtlich pleite ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
diekhus 03.03.2014, 20:01
162. Nebenaspekt

Als Nebenaspekt dieser Krise beschäftigt mich mal wieder die Frage wie es kommt, daß wir in unseren Medien - bis auf Ihre Kolumne - nur einen Anti Putin Einheitsbrei zu lesen oder zu hören bekommen, als ob Göbbels oder DDR Mielke hinter den Chefredakteuren stehen würde. Die USA haben gleiches und schlimmeres getan ( Reagan ,1983 Grenada , jetzt Syrien) so lange die USA oder Israel schießen und morden , ist es dies ja stets die reine Selbstverteidigung. Die Verbrecher sind stets die anderen.

Frage: Wer steckt dahinter daß wir eine so homogene, gleichgeschaltete Meinungsmache haben, wie bereits 1933 in Bernays Buch "Propaganda" skitziert wurde ?
Kennt diese Jungs jemand, die da im Dunkelen die Strippen ziehen und die öffentliche Meinung gestalten ?

Ansonsten ein recht guter Artikel Herr Augstein , die Ursache der Ukrainischen Revolution ,nämlich mal wieder Finanzierung durch die USA ,kommt ein wenig kurz dabei . Putin einen Schurken zu nennen, ist ein bißchen billig. Als Reagan 1983 Grenada besetzte, hat man den allenfalls als Cowboy betituliert. Diekhus

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nightwarrior 03.03.2014, 20:03
163. Fehleinschätzung

Zitat von Newspeak
Und genau das ist der Grund, weshalb dieser Mann untragbar ist. Immer schon war. Wenn man den Deutschen etwas vorwerfen will, dann, daß sie um der lieben Wirtschaft willen, keine echten Werte vertreten. Diese Beliebigkeit nutzen Menschen wie Putin aber nur aus. Putin ist keinen Deut besser, als Stalin. Ein widerlicher Mensch. Die Menschheit sollte sich davon befreien.
Die USA haben seit 1990 systematisch daran gearbeitet, das Völkerrecht durch us-amerikanisches Faustrecht zur Durchsetzung ihrer Ziele zu ersetzen. Putin hat aus dem Verhalten der USA gelernt und nutzt dies jetzt für seine und Rußlands Zwecke aus. Wenn jemand in die Tonne getreten gehört, so ist dies Obama mit seiner agressiven Politik, sowie sein Vorgänger Bush.

Das Problem der deutschen Politik ist, dass man diese kriecherischen Vasallen der USA nirgendwo mehr ernst nimmt, weder in der EU, noch in den USA, noch in Rußland oder sonstwo auf der Welt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kontra 03.03.2014, 20:10
164. Unglaubwürdig

Zitat von Regros-Lebük
Das Interessanteste ist: Es ist anscheinend eine "lupenreine linke" Position, dass Mächte aus geopolitischen Interessen auf fremden Territorien intervenieren können, ohne Rücksicht auf das Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Bevölkerung zu nehmen. Als Zeugen hierfür werden "lupenreine Demokraten" aus dem 18. Jahrhundert herangezogen, die ebenfalls nur geopolitische Interessen verfolgt haben und dafür ganze Landstriche in Schutt und Asche gelegt hat. Außerdem erhalten die Leser eine Geschichtsstunde, obwohl es doch eine Binsenweisheit ist, dass Russland auf der Krim und in der Ukraine geopolitische Interessen hat. Dies steht unter der Überschrift "Deutsches Desaster". Dabei ist es ein "linkes Desaster". Oder vielmehr das "Desaster eines Intellektuellen". Links oder demokratisch wäre die Foderung nach einem Referendum der Bevölkerung über den künftigen Status der Krim gewesen. Merkel und Steinmeier haben versucht, in einer schwierigen Situation, Einfluss und Verantwortung im Sinne von deutschen und europäischen Interessen zu nehmen. Da sind Fehler unvermeidlich. Sie nehmen geopolitische Interessen von Russland nicht einfach hin. Und sie sehen sich zum Glück nicht in einer Tradition mit deutschstämmigen Despoten aus dem 18. Jahrhundert; wie Ihnen Herr Augstein nahe legt.
Und Sie glauben tatsächlich, das in einem Land nahe der Anarchie ein glaubwürdiges Referendum zu absolvieren wäre?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
agua 03.03.2014, 20:14
165.

Zitat von nightwarrior
Die USA haben seit 1990 systematisch daran gearbeitet, das Völkerrecht durch us-amerikanisches Faustrecht zur Durchsetzung ihrer Ziele zu ersetzen. Putin hat aus dem Verhalten der USA gelernt und nutzt dies jetzt für seine und Rußlands Zwecke aus. Wenn jemand in die Tonne getreten gehört, so ist dies Obama mit seiner agressiven Politik, sowie sein Vorgänger Bush. Das Problem der deutschen Politik ist, dass man diese kriecherischen Vasallen der USA nirgendwo mehr ernst nimmt, weder in der EU, noch in den USA, noch in Rußland oder sonstwo auf der Welt!
Das Schlimme ist aber, dass die USA seit der Krise in Europa in der Politik mitbestimmt.Haben sie bei einigen EU ländern zumindest den Fuss in der Tür, sitzen sie in den Krisenländern mit ihrem Hintern schon fett im Sessel.Gewisse Banken danken dies ....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tijeras 03.03.2014, 20:18
166. Die Einkreisung Russlands

Das konnte man 2010 lesen:
Die Einkreisung Russlands setzt sich fort im Schwarzen Meer, in der Ostsee und am nördlichen Polarkreis.

Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika fordern weiterhin, dass die Ukraine der NATO beitreten muss. Gerade letzte Woche gab in einem Artikel in der New York Times Zbigniews Sohn Ian J. Brzezinski Obama den Rat, nicht die „Vision“ eines „ganzen, freien und sicheren“ Europa einschließlich der „letztendlichen georgischen und ukrainischen Mitgliedschaft in der NATO und in der Europäischen Union“ aufzugeben. Die Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung der Ukraine gegen eine NATO-Mitgliedschaft ist, spielt keine Rolle. Für den derzeitigen Spross der edlen Brzezinski-Dynastie ist es die Minderheit, die zählt. Die Aufgabe der Vision „untergräbt diejenigen in Georgien und in der Ukraine, die ihre Zukunft in Europa sehen. Sie verstärkt das Streben des Kreml nach einer Einflusssphäre ...“ Die Vorstellung, dass „der Kreml“ eine „Einflusssphäre“ in der Ukraine anstrebt, ist absurd, wenn man die extrem engen historischen Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine bedenkt, deren Hauptstadt Kiew die Wiege des russischen Staates war. Die Rufe der Familie Brzezinski ertönten allerdings aus Galizien, dem Teil der westlichen Ukraine, der einmal zu Polen gehört hat und das Zentrum der antirussischen Minderheit bildet. Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika wird allzu häufig von derartigen Rivalitäten beeinflusst, von denen die überwiegende Mehrheit der Amerikaner nicht die leiseste Ahnung hat.

Das unerbittliche Beharren der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Einverleibung der Ukraine geht weiter ungeachtet der Tatsache, dass das die Vertreibung der russischen Schwarzmeerflotte von ihrer Basis auf der Halbinsel Krim bedeuten würde, wo die örtliche Bevölkerung überwiegend russisch spricht und pro-russisch eingestellt ist. Das ist ein Rezept für Krieg gegen Russland, wenn es je ein solches gegeben hat.

http://www.antikrieg.com/aktuell/2010_11_25_russlandeinkreisen.htm

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pacificatore 03.03.2014, 20:36
167. Deutsche müssen an Europa denken. Die USA sind out.

Die USA haben es darauf angelegt, Russland in seine Bestandteile zu zerlegen. Daran kann sich Europa aber nicht beteiligen, vor allem Deutschland nicht.

Uns kommt also wieder eine Mittlerposition zu, damit neben der UKRAINE auch für Russland in der EU eine Wohnung bereitgestellt wird. Geschieht das nicht, dann wird sich der Osten wieder vom Westen entfernen, die Grenze ist dann die Orthodoxie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
klaus-bärbel 03.03.2014, 20:36
168. Putinfreunde überall!

Woher kommen eigentlich im Spiegel online-Forum diese vielen Freunde des russischen Despoten? Etwas mehr Wertschätzung für unser politisches System, unsere politischen und staatsrechtlichen Traditionen sowie auf das internationale Recht wären angesagt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
deuro 03.03.2014, 20:39
169. 40.000.000 x 7.000€

40 Millionen Menschen x 7.000 Euro BNP pro Jahr . Das sind 280 Milliarden € Produktivität, die sich der Westen mal schnell unter den Nagel reissen wollte. Zuzüglich Bodenschätze und Ausweitung des NATO- Gebietes bis kurz vor Moskau. Dann noch schnell ein paar IWF Kredite, damit die Ukrainer auch immer schön Ihren Zehnten an Goldmann abdrücken dürfen.
Das sind die tatsächlichen Interessen und die Antwort auf die Frage "Wer profitiert ?"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 17 von 27