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Krim-Krise: Das deutsche Desaster
DPA

Was hat der Westen erwartet? Wladimir Putin ist zwar ein Schurke, aber auf die Krim kann Russlands Präsident nicht verzichten. Kanzler Merkel und Außenminister Steinmeier hätten das wissen müssen. Wenn so die neue deutsche Rolle in der Welt aussieht - lieber nicht.

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webblaster 03.03.2014, 15:39
10. In Ihrer Auflistung fehlt noch ein Deutscher..

..nämlich derjenige, der den Russen wohl noch am ehesten in Erinnerung sein wird: Erich von Manstein, der 41/42 die Krim in Schutt und Asche gelegt hat

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ghanima23 03.03.2014, 15:40
11.

Zitat von sysop
Was hat der Westen erwartet? Wladimir Putin ist zwar ein Schurke, aber auf die Krim kann Russlands Präsident nicht verzichten. Kanzler Merkel und Außenminister Steinmeier hätten das wissen müssen. Wenn so die neue deutsche Rolle in der Welt aussieht - lieber nicht.
Kaum zu glauben, eine vernünftiger Beitrag im deutschen Blätterwald.

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rgryf 03.03.2014, 15:40
12. Putin wollte Partner des Westens sein

aber wie vieles war das nur Mittel zum Zweck. Genau wie diese ganze Diplomatiestrategie Deutschlands schließlich Mittel zum Zweck ist: Man will sich seine Geschäftsaussichten nicht zerstören.
Und es bleibt uns auch nichts anderes übrig, wenn wir einen großen Geschäftseinbruch vermeiden wollen.
Russland handelt dagegen knallhart auf eigene Faust, kalkuliert und ist am Steuerruder. Sie setzen alles auf eine Karte, weil das Risiko niedrig ist und die verfügbaren Ressourcen nicht demokratisch geschützt sind, bzw. nicht privatisiert sind (und wenn, dann im verlängertem Arm des russischen Regimes).

Was hier gerade passiert ist knallharte russische Politik. Das Land hat die Ressourcen und die Eier dafür.
Unser Fehler war, dass wir unsere Politiker sich nie auf eine derartige Machtdemonstration vorbereitet haben. Es wirkt ein bisschen, wie die "weiter so" und "es wird schon nichts passieren" Diplomatie in den Dreißigern gegenüber Hitler (Hitler und Putin sind definitiv nciht miteinander zu vergleichen).
Wir haben bei uns die Vollüberwachung der Daten und sonst etwas. Aber warum haben wir nicht auf dem Schirm, welche Olligarchen und sonstige Geldwäschetaler in Österreic, Zypern und Malta lagern. Geld was man nach so einer Aktion mal blocken lässt und wo unsere Geheimdienstleute mal durchschauen, was aus welcher Quelle stammt. Und dann einfach mal so Putin unter die Nase gehalten.
Aber wahrscheinlich sind wir auf diese Gelder angewiesen. Und das ist das Problem. Wir sind von Russland abhängig, auch wenn man uns 10mal weismachen will, dass Russland von uns abhängig ist, da wir ihr Gas abnehmen.
Demokraitsche und mulitlaterale Systeme wie die EU innerhalb derer Deutschlands agiert, haben es hier ganz ganz schwer. Und sie haben es umso schwerer, wenn sie ihre Hauaufgaben nicht gemacht haben. Bsp. Keine konsistente EU-Energiepolitik (dafür will man solchen Schwachsinn wie EU-Steuerpolitik usw.)

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Newspeak 03.03.2014, 15:41
13. ...

Aber Wladimir Putin denkt weder in den Kategorien der demokratischen Selbstbestimmung noch denen der digitalen Globalisierung.

Und genau das ist der Grund, weshalb dieser Mann untragbar ist. Immer schon war. Wenn man den Deutschen etwas vorwerfen will, dann, daß sie um der lieben Wirtschaft willen, keine echten Werte vertreten. Diese Beliebigkeit nutzen Menschen wie Putin aber nur aus. Putin ist keinen Deut besser, als Stalin. Ein widerlicher Mensch. Die Menschheit sollte sich davon befreien.

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MultiMoral 03.03.2014, 15:42
14. hier...

nochmal: bei einem Krieg in der EU sind nur die USA und die Chinesen die Gewinner.

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herrdainersinne 03.03.2014, 15:43
15. Die Wahrheit ist viel banaler !

Es GIBT gar keine deutsche Aussenpolitik.

Es gibt lediglich das Bemühen um Annerkennung und Integration innerhalb der Nato und mit den USA.
Ansonnsten wird lediglich Wirtschaftspolitik gemacht und für Firden ist man natürlich auch - Ende der Fahnenstange. ----- Um Aussenpolitik zu machen fehlt Deutschland der politische Muskel. Dieser wurde nach Ende des WWII ergfolreich amputiert. Sehr zur freude unserer hiesigen Journaile. Woher also sollte deutsche Staärke und Entschlossenheit auch kommen um etwas zu bewirken. Die ganze Welt weiß, das bei der Bundeswehr bei Brunnen bohren, Schulen bauen und Feldlager vor Übergabe saniernen Ende ist. Das sind unsere Kernkompetenzen ! Na gut, man könnte noch einen Beukott deutscher Oberklasse Limousinen an "böse" Staaten verhängen, aber viel mehr ist nicht drin. Wer sich wieder und immer wieder über "deutsche Großmannsucht" beschwert, wem Deutschland nicht zurückhaltend genug sein kann, der kann eben auch in solchen Situationen auch keine Handlungskompetenz verlangen. Wo solls denn herkommen, lieber Herr Augstein ? -------- Putin wird sich auf die Anexion der Krim beschränken. hier leben viele Russen, hier ist Sewastopol. Sollte die Ukraine allerdings nicht innerhalb der nächsten Monate eine stabile Übergangsregierung etablieren, könnte die Sache nochmal in Fahrt kommen...... Aber Putin ist ebensowenig ein Schurke wie die Krimfrage ein deutsches Problem ist. Auf deutsches Wohlwollen hat sich die ukrainische Oposition weder verlassen, noch liegt gar ihr Handeln darin begründet. Deutschland kann keine politische macht ausüben weil es keine militärische Option hat, im grunde nirgendwo - DAS ist der Punkt !

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Neinsowas 03.03.2014, 15:43
16. endlich...

...hat es einmal jemand so rum gesagt!
Und genau so ist es: Wer glaubt, die Amerikaner würden sich einfach ihre Stützpunkte nehmen lassen? Aber die Russen?
Die russische Marine liegt in strategisch wichtigster Position zum Mittelmeer hin...war doch klar, dass Putin da nicht einfach zuschaut! Und das, wenn die Ukraine auf so schrecklich unsicheren Füssen steht?

Hätte Putin nicht reagiert - was wäre er für ein Schwachkopf für sein Land?!
Schlimm finde ich - finde schon keine Worte mehr - wie der Westen um die Ukraine buhlt, so tut, als sei dieses hochverschuldete Land das willkommenste im EU-Reigen....so klar wie Klossbrühe sind die Absichten von Kerry und Obama durchschaubar! Aber die deutsche Presse kann nichts anderes, als so zu tun, als seine die Russen die Bösen...als gäbe es nun blindwütigen Krieg - als würden die armen Ukrainer vor dem Untergang stehen, weil die Russen kommen....

Das gespräch bei Jauch tat in seiner Sachlichkeit schon gut - und es wäre schön, wenn die dt. Presse nicht nur Vordiktiertes nachplappern würde, sondern zu wertvollem Journalismus zurückfinden könnte, à la Augstein, mal die politisch- wirtschaftliche Region Ukraine-Krim aufarbeiten, mal in der Geschichte stöbern würde, um uns hier im Westen den blinden Fleck auf unserer inneren Landkarte zu erklären!

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doubletrouble2 03.03.2014, 15:44
17. So ist es Herr Augstein .

Zumindest beinahe ist es so. Man könnte noch hinzufügen, dass die deutsche Aussenpolitik fahrlässig zur Verschärfung der Gegensätze beitrug, indem sie einen Berufsboxer, also einen chronisch korruptionsanfälligen Geschäftsmann und
eine korrupte Politikerin gegen einen über alle Maßen korrupten Janukowitsch in die Arena schickte um einen skrupellosen Ex-KGB-Mann auszumanövrieren. Das ist keine Aussenpolitik, sondern beinahe schon die leichtfertige Herbeiführung eines Krieges. Schlimmer kann es kaum kommen als mit solch einer Truppe von Polit-Amateuren. Natürlich muss man dem russischen Diktator die Krim letzten Endes überlassen und zwar bald, bevor sich ein Schuss aus Versehen löst. Den Rest der Ukraine könnte man dennoch massiv unterstützen und allmählich in die Nato integrieren.
Diese Pille würden die Russen wohl schlucken, denn einen Krieg in Europa können sie nicht gewinnen - wir allerdings ebenso wenig.

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schelmenstreich 03.03.2014, 15:44
18. Respekt, Herr Augstein

Noch eine gescheite Stimme in der Nacht. Geht doch!
Zur Rolle der europäischen und deutschen Außenpolitik will ich mich in dieser Stunde gar nicht weiter äußern, Herr Augstein hat das Nötige dazu bereits gesagt. Falls wir davonkommen und der Pulverdampf eines Tages verfliegt, wird man weitersehn...

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OlafKoeln 03.03.2014, 15:45
19.

Zitat von sysop
Was hat der Westen erwartet? Wladimir Putin ist zwar ein Schurke, aber auf die Krim kann Russlands Präsident nicht verzichten. Kanzler Merkel und Außenminister Steinmeier hätten das wissen müssen. Wenn so die neue deutsche Rolle in der Welt aussieht - lieber nicht.
Herr Augstein, ich schätze Ihre Artikel sonst sehr. Aber jetzt vergaloppieren Sie sich.

Mit der gleichen Argumentation könnte auch das Münchener Abkommen 1938 gerechtfertigt werden. Und was ist mit dem Budapester Memorandum? Alles das Papier nicht Wert? Welchen Wert haben noch Verträge mit Russland? Mit welcher Argumentation soll man jetzt noch Pakistan, Nord-Korea oder gar Israel zu einem Atomwaffenverzicht bewegen?

Das ist eine russische Invasion, nichts anderes. Wenn der Westen drauf wieder nicht reagiert - was ist das nächste Ziel? Das Baltikum? Sind die NATO-Verträge belastbarer als das Budapester Memorandum? Schließlich hat auch Russland dort die Krim als zur Ukraine zugehörig anerkannt.

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