Forum: Politik
Kriminelle Großfamilien: Wie lange wollen wir noch zusehen?
SPIEGEL TV

In den USA gibt es das "three strikes law": Bei der dritten Verurteilung erhält jeder Delinquent automatisch eine schwerere Strafe. Wäre das ein Modell, um mit der Clan-Kriminalität fertig zu werden?

Seite 31 von 52
Ossi Ostborn2.0 17.05.2019, 11:03
300.

Zitat von rwachsmu
muss es ziemlich düster und eindimensional aussehen. Da terrorisiert ein tumber Gewalttäter seine Nachbarn. Er ist Mieter in einem Haus, welches, kurios, einer Frau gehört, mit der er ein Kind hat. Seine Vermieterin ist auch sonst von der üblen Sorte, zahlt Strom und Abgaben nicht, hält also ihre Vermieterpflichten nicht ein. Dagegen soll jetzt fragwürdiges Wegsperren von Intensivtätern helfen? Warum kommt der Jan nicht auf das Naheliegenste? Die Vermieterin, die, die sich auch sonst nicht kümmert und ihre Pflichten verletzt, müsste diesem Horrorrabauken eigentlich sofort kündigen und ihn aus dem Haus entfernen. Das wäre ihre Pflicht als Vermieterin und die Mieter hätten bis dahin das Recht auf hohe Mietminderung. Macht sie aber nicht. Warum stellt sich Jan nicht die Frage, was hier schiefläuft, politisch, rechtlich und im Behördenhandeln, bzw. Behördenunterlassen? Dann hätte er sinnvoll fordern können, dass man dieser üblen Vermieterin untersagt, Wohnungen zu vermieten, Mietshäuser zu besitzen. Tja und warum enteignet man solche Vögel nicht, nimmt solche Mietshäuser in den öffentlichen Bestand und verwaltet und vermietet diese dann richtig und zum Wohle der Mieter und der weiteren Nachbarn? Auch hier hätte Jan erkennen können, dass es an rechtlichen Regelungen mangelt, dass es an behördlicher Organisation und Manpower mangelt. Ja, und dann hätte Jan auch ein Handeln des Gesetzgebers und der Behörden genau in diesem Zusammenhang fordern können. Stattdessen fabuliert er jenseits unserer Verfassung über three strike law. Das macht er, damit sich hier alle empören oder entblöden. Weil ihm das nützt. Die Sache ist ihm doch egal. Er wohnt da ja nicht. Jetzt verbreitet er sein rechtes Gestänkere im Focus. Das ist schade. Dort trifft er auf noch mehr jasagende Leser.
Leute wie sie sind am Erstarken solcher eindimensionaler Populisten wie der AFD mindestens nicht ganz unschuldig.

Der Herr Fleischhauer hat eine Frage gestellt und "fabuliert" nicht jenseits der Verfassung. Er stellt einen Sachverhalt dar und seine Gedanken dazu. Wo ist das Problem? Was ist daran "rechts"?

Es ist schon erstaunlich mit wie wenig kognitiver Leistung einige Foristen sich hier anmassen, anderen mangelnde Intelligenz oder "rechtes" Gedankengut zu unterstellen. Kommt mal runter von Euren hohen Rössern und betrachtet Euch mal ohne Eure selbstverliebte Überheblichkeit. Wie sagt man heute so schön-hässlich: Macht Euch mal ehrlich!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_4_me 17.05.2019, 11:03
301. @ r.mehring & citizen01 et.al.:

Nur um das stellvertretend für Sie beide klarzustellen: Ich persönlich lehne keineswegs harte Strafen für Intensiv-, Wiederholungs- oder organisierte Täter ab. Ich habe nur auch die Forderung, dass die erteilten Strafen ihrem Zweck dienen und effektiv sein müssen. Wissen Sie, was es pro Jahr kostet, einen verurteilten Straftäter im Knast zu haben? Davon können Sie ein Kind auf ein englisches Privatinternat schicken. Glauben Sie, dass das Erlebnis staatlicher Gewalt diese Leute, die oft routinemäßig Gewalt in ihrem Alltag erleben und ausüben, abschrecken oder bekehren wird? Welchen Beruf sollten diese Leute denn Ihrer Ansicht nach ergreifen, um der Gesellschaft nach verbüssung ihrer Haft nützlich oder zumindest nicht lästig zu sein? Sie setzen auf eine Eskalation, auf Angst vor einer Personen angedrohten oder ausgeübten Gewalt. Ein sicher auf den ersten Blick befriedigender Weg ("endlich kriegen die ihr Fett ab") - allein sein Wirksamkeit und sein Beitrag für den gesellschaftlichen Frieden sind nicht nur ungewiss. Es ist in Ländern mit einem deutlich strengerem Regime (die sogar die Todesstrafe im Instrumentenkasten haben) deutlich, dass das Wegsperren alleine nichts bringt ausser eine danach besser vernetzten Verbrecherkaste. Härtere Strafen ist ein Placebo, das wahlsüchtige Politiker Euch darreichen und das Ihr willig schluckt, weil es eine süße Ummantelung hat. Zur Frage: Was kann man tun? Da empfehle ich Ihnen gern das Buch "Narconomics" des britischen Journalisten Tom Wainwright, der sich mit dem organisierten Drogengeschäft aus Sicht eines Wirtschaftswissentschaftlers beschäftigt hat. Seine Vorschläge sind relativ logisch, wenn man das Ganze eben als Geschäft betrachtet. Aus dieser Sicht ist Herrn Osman nichts als eine Art Unternehmer, der bestimmten Gesetzen und Mechanismen seiner Branche unterliegt, aber sicher sein Verhalten nicht als moralische Verfehlung oder schuldhaftes Vergehen versteht, das durch Strafe irgendwie abgegolten oder gebessert werden kann. A propos: Wussten Sie, dass Deutschland eines der bevorzugten Länder für den Rückzug und die Wäsche des Geldes aus organisierter Kriminalität ist? In Italien und in Großbritannien gibt es meines Wissens bereits Gesetze, die die Beweislast umkehren - der Käufer einer Immobilie muss z.B. nachweisen, dass das Geld zum Erwerb legitimen Ursprung ist, nicht der Staat ihm das Gegenteil. Warum fordern empörte Bürger wie Sie von unseren engagierten Politikern nicht mal derartige Gesetze statt nach Bürgerwehren oder längerem Knast zu rufen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tellitune 17.05.2019, 11:03
302. Vorreiter USA

Herr Fleischauer siniert über die grandiose US- Justiz , die die Missstände mit rigorosem Wegsperren- ist zu einem Mrd.-Geschäft geworden- radikal löst. Die ultimative Lösung der Hinrichtung, aus welchen Gründen auch immer, erwähnt er nicht. Er hätte auch Beispiele aus den skandinavischen Ländern bringen können ,die einen ganz anderen Ansatz haben. Aber die sind dem Herren bestimmt nicht so brachial ;und würden seinem Weltbild zu wider laufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schartin Mulz 17.05.2019, 11:08
303. Wie ist das denn

Zitat von chaosimall
Fleischhauer hat mE beim Spiegel nichts zu suchen. Das liegt nicht an seiner konservativen Grundhaltung sondern an seiner persönlichen Art, diese Mischung aus Hybris und der Verallgemeinerung persönlicher Lebenserfahrung war nur sehr schwer erträglich und hat mit seriösen Journalismus wenig zu tun. Wo, so sei ihm nachgerufen, Herr Fleischhauer, lernt man so eine Sprache?
mit den Kolumnisten, die keine konservative Einstellung haben, aber in ähnlichem Stil hier schreiben. Wie Lobo oder Stokowski. Haben die auch beim Spiegel nichts zu suchen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aras62 17.05.2019, 11:08
304. Berlin!

Zwei Jahre haben ich mit meinem Partner und unseren Anwalt gebraucht um eine derartige Person aus dem Haus zu klagen. Eine zweite Klage wurde eingereicht, weil diese Person uns auf der Straße bedrohte. Die Nerven lagen blank. Wir riefen oft die Polizei - diese gab uns das Gefühl als wären wir die Verursacher. Die Nachbarn hielten sich aus Angst zurück. JENE provozieren regelrecht im Alltag - stehen mit ihren Nobelkarossen quer über den Gehweg oder in ganzen Gruppen, so daß man auf die Straße ausweichen muss. Blockieren Türen von S-und U-Bahn usw...... .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wolfgang_ruppert 17.05.2019, 11:10
305. Wieder mal ein Griff ...

... ins Klo, denn diese Regelung würde auch für die stehlende Oma, den Schwarzfahrer, div. "Lebensmittelrettern" u.ä. gelten. Gut daß Fleischi geht - bei der JF oder anderen rechtsextremen Publikationen ist er sicher willkommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pecos 17.05.2019, 11:13
306. Clankriminalität ist ekelhaft ...

... und ich wünschte mir, Herr Fleischhauer hätte sich nicht nur an den Osmanen und anderen Kiezgrössen abgearbeitet, sondern auch an den Dieselclans und den Autohersteller- und Abgasmafiafamilien (da gibt es einige) mit ihren kriminellen Machenschaften. Aber warum sollte der Autor uns auch überraschen, er spielt wie immer sein sicheres Spiel. Schade.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
r.mehring 17.05.2019, 11:14
307. an spon_4_me

Ja genau so läuft diese Diskussion immer. Ich habe keine härteren Strafen gefordert, ich hab gefordert das die bestehenden Sanktionsmöglichkeiten genutzt werden. Ich habe festgestellt das es so wie es zur Zeit gehandhabt wird nicht nur suboptimal ist, sondern unterirdisch. Sie, wer Sie auch sein mögen, nutzen es aus persönliche Angriffe zu führen. Zum Thema selbst haben Sie nur beizutragen "Ich persönlich lehne keineswegs harte Strafen für Intensiv-, Wiederholungs- oder organisierte Täter ab" und "Härtere Strafen ist ein Placebo, das wahlsüchtige Politiker Euch darreichen und das Ihr willig schluckt, weil es eine süße Ummantelung hat" Das ist gelinde gesagt widersprüchlich. Oder haben Sie das Placebo ebenfalls schon geschluckt. Geben Sie doch zu, wie ich es auch tue, das hierzulande niemand weiß was richtig wäre. Und solange das so ist werden die Menschen die betroffen sind diejenigen wählen denen sie die Kompetenz zutrauen das Problem anzupacken. Das ist leider, ich schreibe nocheinmal leider, die AfD.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Frederik72 17.05.2019, 11:17
308. Quark

Zitat von quark2@mailinator.com
So wie bei der Bahn, der Post, der Telekom, etc. ist es auch bei der Polizei ein Resourcenproblem. Das kann man nicht durch härtere Strafen lösen (eher im Gegenteil) und man kann es auch nicht durch immer mehr Überwachungsstaat lösen (das vergiftet die Gesellschaft im Kern). Wir brauchen mehr und bessere Polizisten und entsprechend besser bezahlte Polizisten. Dieses "3 strike law" hat dumme Konsequenzen, denn wenn jemand da bei seinem dritten kleinen Diebstahl ertappt wird, kann er motiviert sein, schwere Körperverletzung oder Schlimmeres zu begehen, nur um nicht überführt zu werden. Stattet die Polizei mit mehr Resourcen aus. Naja und dann sorgt natürlich die zweistellige Millionenzahl an Menschen mit sehr niedrigem Einkommen auch dafür, daß es genug Nährboden gibt. Der Sozialstaat der alten Bundesrepublik war besser.
Wenn jemand 28 mal verurteilt wurde dann ist der Grund warum er weiterhin Straftaten begehen kann , kein Ressourcenproblem, sondern eine zu milde Gesetzgebung oder Gerichtsbarkeit. Der lacht den "Rechtsstaat" doch aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Maria--Galeria 17.05.2019, 11:17
309. Der Pitbull ist kein Argument

Der Pitbull ist ein Hund und der reißt keinen wenn er hundegemäß in liebevoller Hand gut unter gebracht, deshalb dieser Vergleich hinkt. Außerdem gibt es genug anderweitige, auch deutsche Straftäter-Clans, die wesentlich raffinierter vorgehen, ein trauriger Erfahrungswert. Zu bemerken wäre noch, auch bei einem arabischen Clan kann es vorkommen dass es eine Person aus der Familie ganz legal zu etwas gebracht hat und sage und schreibe seinen ganzen Clan teilhaben lässt, was ja in der deutschen Mentalität nicht so üblich ist. Es blitzt schon etwas von unserer Neidkultur durch beim durchlesen der Kommentare, siehe Masarati statt Passat, nu ja. Unmögliche Rüppel die die Leute um sich herum schikanieren gibt es überall. Da jetzt Clankriminalität im großen Stil daraus zu machen wenn viele aus der gleichen Ethnie in einem Viertel wohnen, ist schon fragwürdig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 31 von 52