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Kriminelle Großfamilien: Wie lange wollen wir noch zusehen?
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In den USA gibt es das "three strikes law": Bei der dritten Verurteilung erhält jeder Delinquent automatisch eine schwerere Strafe. Wäre das ein Modell, um mit der Clan-Kriminalität fertig zu werden?

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Advo67 16.05.2019, 18:41
70. Three Strikes - So ein Quatsch

Immer dieser Ruf nach unsinnigen strengeren Gesetzen. Die Bekämpfung der Clan-Kriminalität ist allenfalls ein Problem der Strafverfolgung bzw. des Nachweises oder von mir aus auch der Gerichtspraxis. An den Strafgesetzen muss nichts geändert werden. Schwere Straftaten können auch nach geltendem Recht schwer bestraft werden.
Die meisten von denen, die eine Three Strikes Regelung wollen, müssten selbst in den Knast. 99% aller Menschen in diesem Lande haben selbst schon mindestens drei Straftaten begangen, hatten nur das Glück, nicht erwischt oder angezeigt zu werden. Mal jemanden als "Idiot" bezeichnet (Beleidigung)? Mal ein bisschen bei der Steuererklärung gemogelt (Betrug)? Die Hand mal ausgerutscht bei der "Erziehung" der Kleinen (Körperverletzung)? Mal etwas auf der Straße gefunden und nicht beim Fundbüro abgegeben (Unterschlagung)? Mal Farbe in den Ausguss geschüttet (Umweltdelikt)? Mal schwarz gefahren (Leistungserschleichung / Betrug)? Mal mit ein bisschen zu viel Alkohol Auto gefahren?
Das zeigt schon, wie unsinnig "Three Strikes" ist. Da ist das deutsche Strafrecht schon viel sinnvoller, das es im Übrigen natürlich erlaubt, vorangegangene Straftaten bei der Strafzumessung zu berücksichtigen.

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wiesenflitzer 16.05.2019, 18:41
71. @62

Nein, nein nein!
Der Staat muss nicht blöde dastehen. Auch das gewalttätigste Clanmitglied, der größte Schläger will nicht zeitlebens im Knast sitzen!

Die machen es, weil sie kaum Konsequenzen zu befürchten haben, ob unserer lächerlichen Justiz. Diese ist nämlich das Hauptproblem Nr. 1. Und natürlich wegschauende, feige Politiker

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vera gehlkiel 16.05.2019, 18:41
72. @Justitia

Zitat von Justitia
Doch, eines ist hinzuzufügen: Clan-Mitglieder, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, sollten umgehend als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung mit einer Einreisesperre ausgewiesen werden und zwar völlig unabhängig von ihrem bisherigen Aufenthaltstatus, ihrer Aufenthaltsdauer sowie ihrer persönlichen Bindung an Ehepartner und Kinder. Einbürgerungen von Clan-Mitgliedern sollten alleine mit dem Hinweis auf ihre Beziehungen zum Clan abgelehnt werden können und bereits erfolgte Einbürgerungen aufgehoben werden können und zwar alles mit der Begründung der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Das klingt wieder stark nach einer der ganz typischen "dankbaren Sofortantworten", die in jeder Talkshow zum Thema kursieren. Die aber niemals umgesetzt werden, und auch nicht werden können. In einem Land, in dem Rechtssicherheit ohne Anschauung der Person herrscht, jedenfalls nicht. Ob wir das beibehalten, oder lieber Polizei und Justiz "politisieren", wie in der Türkei, können wir natürlich frei entscheiden. Aber man sollte den Leuten bitte keinen Sand in die Augen streuen. "Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung" muss jemand erst einmal nachgewiesen werden. Dass er in der Gegend rumlaeuft wie die "Axt im Wald" reicht leider nicht. Einreiseverbote umgehen Kriminelle schon seit der Antike durch gefälschte Papiere, und Besonderheit der "Clanstruktur" ist ja gerade, dass man darin so günstig untertauchen kann. Abschiebungen kann man sich wünschen aber ohne bilaterale Abkommen nirgends realisieren. Alles dies kann Ihnen jede/r Streifenpolizist*in in Duisburg und überall runterbeten. Und die weiss auch schon, dass das "Wundermittel", auf das man sich bei begrenzten Ressourcen der Ermittelnden und angesichts pilzartig wuchernder Substrukturen im Untergrund konzentrieren sollte und verlassen kann, die finanzielle Trockenlegung ist. Die Finanzbehörde erledigte bekanntlich sogar schon den berühmt berüchtigten Urvater der heutigen Clan-Kriminellen, Al Capone.

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wombie 16.05.2019, 18:41
73.

Die Clanstrukturen müssen unzweifelhaft aufgebrochen werden und bei entsprechendem Vorstrafenregister unter Ausschöpfung des möglichen Strafmaßes bekämpft werden.
Da kann Herrn Fleischhauer unbedingt zugestimmt werden, leider gleitet er dann wieder mal in sein übliches dumpfes Bashing gegen alles was links der CDU zu stehen scheint. Diese Strukturen sind ein deutschlandweites Problem und existieren auch in anderen wechselnd zum Teil von der CDU regierten Bundesländern, z.B. Niedersachsen.
Mit dem Heranziehen von Vorstrafen wegen Beleidigung zur Strafverschärfung stellt er sich dann auf die gleiche mittelalterliche Emotionsstufe wie die schnell beleidigten und in ihrer Ehre gekränkten Clanmitglieder.
Eine Beleidigung ist nur ein wirksamer Angriff, wenn der Empfänger durch sein eigenes schwaches Selbstbewusstsein darauf anspricht. Zudem ist der Beleidigende meist auch noch fremd, was es noch unverständlicher macht. Dieser Paragraph ist genauso mittelalterlich wie der abstrakte Begriff Ehre, der auch für die Clanmitglieder einen hohen Wert hat. Immerhin wurde das monarchistische Relikt der Majestätsbeleidigung vor kurzem aus Strafgesetzbuch gestrichen.

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sonnemond 16.05.2019, 18:43
74. Archaische Vorstellungen von "Ehre". Unvorstellbar.

Diese Leute kommen teilweise wie aus einem anderen Jahrtausend. Man mag es einfach kaum glauben. Prägend für die Clans seien «archaisch anmutende Vorstellungen» des sozialen Miteinanders, sagte Thomas Jungbluth, leitender Kriminaldirektor des LKA. Rivalität und Rache seien massgebliche Motive für Straftaten. Die patriarchalisch geführten Clans zu verlassen, sei für die Mitglieder kaum möglich. Um deren Zusammenhalt weiter zu stärken, würde oft innerhalb der Verwandtschaft geheiratet. Die Frauen in den Clanfamilien bekämen viele Kinder. Diese hätten oft keinen Schulabschluss, «aber hohe Ansprüche an den Lebensstandard», sagte Jungbluth. Wegen der offen gelebten Machokultur der Clanfamilien ging man bisher davon aus, dass die Straftaten fast nur von Männern verübt würden. Das Lagebild aus Nordrhein-Westfalen gelangt jedoch zu einem anderen Schluss: Bei 20 Prozent der Verbrechen krimineller Grossfamilien sind Frauen tatverdächtig. Besonders viele Delikte gehen allerdings auf das Konto von männlichen Intensivtätern zwischen 14 und 26 Jahren. Wie werden wir die nur wieder los? In SPD-regierten Regionen ist es fast nicht mehr auszuhalten. Danke, Herr Fleischhauer für Ihren Artikel. Und wirklich schade, dass Sie den SPIEGEL verlassen. Ein Highlight in der deutschen Presselandschaft.

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cum infamia 16.05.2019, 18:43
75. Irrtum

Zitat von quark2@mailinator.com
So wie bei der Bahn, der Post, der Telekom, etc. ist es auch bei der Polizei ein Resourcenproblem. Das kann man nicht durch härtere Strafen lösen (eher im Gegenteil) und man kann es auch nicht durch immer mehr Überwachungsstaat lösen (das vergiftet die Gesellschaft im Kern). Wir brauchen mehr und bessere Polizisten und entsprechend besser bezahlte Polizisten. Dieses "3 strike law" hat dumme Konsequenzen, denn wenn jemand da bei seinem dritten kleinen Diebstahl ertappt wird, kann er motiviert sein, schwere Körperverletzung oder Schlimmeres zu begehen, nur um nicht überführt zu werden. Stattet die Polizei mit mehr Resourcen aus. Naja und dann sorgt natürlich die zweistellige Millionenzahl an Menschen mit sehr niedrigem Einkommen auch dafür, daß es genug Nährboden gibt. Der Sozialstaat der alten Bundesrepublik war besser.
der Sozialstaat war besser, weil es da auch noch keine Clans gab und nicht ständig "welcome" gebrüllt wurde.Egal, wer kommt, mit oder ohne Identitätsnachweis Da sagte das Merkel noch " Multikulti ist gescheitert ( 2003 ). Nun haben "wir " den Salat. Und das wird
jetzt IMMER so bleiben. Weil die Herrschaft auf der Straße schon andere haben. Und bald auch anderswo. Man beachte die Fertilität...

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zweifelturm 16.05.2019, 18:43
76. Wie lange wollen wir noch zusehen, Herr Fleischhauer,

.....dass das braune Gesindel immer dreister und unverschämter Naziideologie salonfähig zu machen versucht, dass ganze Clans Gegenden zu "befreiten Zonen" erklärt, dass zig- tausende brauner Horden zu ihren Rechtsrockevents strömen und unbelästigt Naziparolen grölen, dass öffentlich auf Strassen der Hitlergruss gezeigt wird, dass Flüchtlingsheime brennen, dass rechtes Gesindel auf alles, was undeutsch aussieht, Hetzjagden veranstaltet, dass Polizei bei all dem tatenlos zusieht und sogar Hilfestellung leistet, dass Politiker etablierter Parteien nicht nur verharmlosen, sondern sogar sich, wie in Sachsen, der braunen Parolen bedienen und sich handgemein mit diesem primitiven Pöbel machen, dass Foren von braunen Trollen geflutet werden, oder wie jetzt gerade aufgezeigt, der Petitionsausschuss mit Anträgen allerübelster Natur von den Rechtsradikalen geflutet wird, dass sogar Strafanzeigen wegen unflätigster Ergüsse da gestellt wurden.
Wie lange noch, dass sogenannte "Journalisten" ihren geistig unbedarftesten braunen Müll zur Bewunderung für die Behämmertsten des rechten Ladens auspacken?
Vielleicht ist ja Herr Fleischhauer bei näherer Betrachtung doch ausserordentlich verhaltensgestört und leidet an Phobien auf alles, was grün und rot aus dem Gebüsch blinkt und schreibt dann so ähnlich, wie ein Furzkissenvertreter seine Produkte im Supermarkt der Hausfrau und dem altdeutschen Rentner vorführen würde, um aufzustocken.

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trompetenmann 16.05.2019, 18:43
77. Beitrag gesehen

Ich glaube der Typ in dem Beitrag hat echt einen an der Waffel.
Zum Thema: der Zug ist abgefahren. Was bitte soll man mit den Clans machen? Die können nix anderes außer Kriminalität, sind leider fester Bestandteil unseres Landes, können also nicht ausgewiesen werden. Also was tun? Werden diese Spacken woanders hinziehen? Wohl kaum.

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CancunMM 16.05.2019, 18:44
78.

Zitat von quark2@mailinator.com
So wie bei der Bahn, der Post, der Telekom, etc. ist es auch bei der Polizei ein Resourcenproblem. Das kann man nicht durch härtere Strafen lösen (eher im Gegenteil) und man kann es auch nicht durch immer mehr Überwachungsstaat lösen (das vergiftet die Gesellschaft im Kern). Wir brauchen mehr und bessere Polizisten und entsprechend besser bezahlte Polizisten. Dieses "3 strike law" hat dumme Konsequenzen, denn wenn jemand da bei seinem dritten kleinen Diebstahl ertappt wird, kann er motiviert sein, schwere Körperverletzung oder Schlimmeres zu begehen, nur um nicht überführt zu werden. Stattet die Polizei mit mehr Resourcen aus. Naja und dann sorgt natürlich die zweistellige Millionenzahl an Menschen mit sehr niedrigem Einkommen auch dafür, daß es genug Nährboden gibt. Der Sozialstaat der alten Bundesrepublik war besser.
Wo leben Sie eigentlich ? Ist das Naivität ? Mehr Beamte ? Wo wollen Sie die denn her nehmen ? Glauben Sie wirklich, dass der Polizist dann zufriedener ist, wenn er ein Clanmitglied zum x-ten Mal festnimmt, er dann einen Bericht schreiben muss und bevor der Bericht fertig ist, das Clanmitglied dann grinsensd durch die Gegen läuft ? Was hat das mit Überwachungsstaat zu tun? Ich lade Sie nach Neukölln ein. Und wir gehen dann mal abends ein paar Runden durch den Kiez. Und sehr niedriges Einkommen ? Ist wohl ein Scherz. Ich bin Arzt, aber die Autos, die die Typen fahren kann ich mir nicht leisten.

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Andrea Nxxx. 16.05.2019, 18:44
79. der Erfolg gibt ihnen Recht, oder nicht?

in dem gesellschaftlichen Rahmen und mit den Spielregeln, die ihnen vom deutschen Volk vorgegeben werden, sind die hier beschriebenen "Clans" doch offensichtlich wirtschaftlich sehr erfolgreich - was mehr würde man sich von zugewanderten Gästen wünschen?

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