Forum: Politik
Krise in Ägypten: Der arabische Alptraum
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Der Westen muss sich in Ägypten jetzt entscheiden: zwischen Realpolitik und seinen immer wieder propagierten Werten. Zahme Ermahnungen an die Machthaber in Kairo reichen nicht mehr, es muss Klartext gesprochen werden.

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barstow 15.08.2013, 15:39
1. Was soll den Klartext gesprochen werden...

...lieber SPON? Liebes Militär, so geht es nicht. Bitte die Muslimbrüder wieder an die Macht lassen und zu sehen wie nach und nach ein Gottesstaat entsteht?

Wann begreifen die westlichen Welten endlich, dass Demokratie in diesen Regionen derzeit Träume sind? Und Träume sind bekanntlich Schäume.

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urdemokrat 15.08.2013, 15:41
2. Einfach

nur tragisch. Die armen Menschen !

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sysiphus-neu 15.08.2013, 15:41
3. kurz und knapp

1. Natürlich wird die Realpolitik siegen, Menschenrechtspolitik existiert außerhalb des Feuilletons nur bedingt und saisonal - und vor allem äußerst selektiv.
2. Ein kooperativer Diktator der das Land befriedet ist besser als eine konfrontative Formaldemokratie, die Chaos produziert.
3. Die USA können sich ihre 1,3 Milliarden Dollar an den Hut stecken, so lang die Saudis weitaus größere Beträge ins ägyptische Militär pumpen, damit dieses die Mosslembrüder plattmacht.

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M. Thomas 15.08.2013, 15:42
4. Mohammed el-Baradei

ist als Person, als Mensch vielleicht als tragisch zu empfinden - als Politiker hingegen treffen ihn schwere Vorwürfe. Zunächst hat er, höchst berechnend, kurz nach seiner damaligen Rückkehr nach Ägypten zunächst die Kandidatur zum Präsidenten akzeptiert, und dann, kurze Zeit später mit dem Hinweis, er wolle nicht "als Übergangspräsident verbrannt" werden, hingeschmissen. Dann hat er sich an einer ausufernden Zeit der Sprachlosigkeit aktiv beteiligt, als Mursi die "Opposition" beinah täglich förmlich um Hilfe angebettelt und diese nie erhalten hatte. Auch von einem el-Baradei nicht! Als alles zu eskalieren begann, hielt er groteskerweise Funkstille und hielt auch die NSF keineswegs davon ab, immer aggressiver zu bellen. Im letzten Akt schließlich verweigerte er verwirrenderweise immer noch jeden Dialog, jede Zusammenarbeit - wohl, weil ihm angesichts dessen, was er anzuschieben half, selbst die Spucke weggeblieben war. Ich hatte große Hoffnungen in ihn gesetzt und daher seinen Weg genauer beobachtet; ich hätte ihn zuerst nur allzu gern als Präsidenten Ägyptens gesehen und ihn für einen Volltreffer gehalten. Ich war völlig vor den Kopf gestoßen, als er urplötzlich seine Kandidatur hinschmiss. Leider ist er in seiner Hilf- und Sprachlosigkeit ein Totalausfall für Ägypten. DAS ist WIRKLICH tragisch, weil ich ihn noch immer für eigentlich integer, intelligent und fähig halte. Er hat in den letzten zwei Jahren im goldrichtigen Moment immer genau das Falsche getan.

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ffmfrankfurt 15.08.2013, 15:43
5. Das Problem...

... in diesen Ländern ist einzig der Islam. Er lässt sich mit der modernen Zeit einfach nicht verbinden.

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medermark 15.08.2013, 15:44
6. Es ist Zeit die Wahrheit zu sagen

Es ist Zeit die Wahrheit zu sagen. Die lautet: Keine der beteilgten Parteien, weder Islamisten noch Militär. hält viel von westlichen Werten und Demokratie. Auch Mursi hätte wohl über kurz oder lang mit der Demokratie Tabula Rasa gemacht. Mubarak war im Rückblick vielleicht doch eher Stabilitätsfaktor als Ärgernis. Meines Erachtens sollte man die Beteilgten sich daher austoben lassen und denjenigen akzeptieren, der sich durchsetzt. Westliches Reingemauschele führt zu keinen besseren Lösungen.

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matthias_b. 15.08.2013, 15:48
7. Journalist müsste man sein

Man müsste keine wirkliche Ahnung von der Welt haben und könnte sich die Agentur- und sonstige Meldungen so zusammensuchen und weiterkopieren, dass die eigene Weltsicht bestätigt wird.

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lachender lemur 15.08.2013, 15:48
8. Nasser

Zitat von sysop
Der Westen muss sich in Ägypten jetzt entscheiden... es muss Klartext gesprochen werden.
Der Islam definiert sehr streng, was die Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft zu sein hat - insbesondere die Rolle der Frau. Man kann daher in einer islamischen Gesellschaft nicht Demokratie praktizieren, ohne dabei auf die Unterstützung eines säkularen Staates bauen zu können. Wer den Säkularismus abbaut, ist per Definition kein Demokrat. Es ist daher deutlich Stellung zu beziehen für den Säkularismus als Säule, ohne die Demokratie nicht gewagt werden kann. In diesem Sinne ist eine Rückbesinnung auf Nasser sehr zu begrüßen.

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suzie_q 15.08.2013, 15:51
9. Eine andere Welt

Wann werden wir endlich verstehen, dass die arabischen Länder nicht mit unseren Vorstellungen von Gesellschaft, Moral, Grundrechten und Toleranz zusammen passen. Mursi war demokratisch gewählt, ein Teil der Bevölkerung wollte ihn nicht mehr, das Militär hat ihn abgesetzt. Jetzt gehen die Mursi-Anhänger auf die Straße. Mir wird Angst und Bange, wenn ich mir vorstelle, was den Menschen in Ägypten bevorsteht.

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