Forum: Politik
Krise am Persischen Golf: Trumps brandgefährlicher Iran-Poker
Kaitlin McKeown/The Virginian-Pilot/ AP

Die USA rüsten in der Golf-Region massiv auf, die Geheimdienste befürchten offenbar Anschläge. Iran will nun eine teilweise Abkehr vom Nuklearabkommen mit dem Westen verkünden. Wie groß ist die Kriegsgefahr?

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sparrenburger 08.05.2019, 10:19
70.

Die verrückte Orange sucht verzweifelt einen Kriegsgegner. Nach seiner obskuren Auffassung macht sich nur ein Präsident unvergesslich, der einen militärischen Einsatz in seiner Amtszeit befohlen hat. Außerdem lassen sich so seine nicht einlösbaren Wahlversprechen streichen (u.a. der Grenzzaun oder Wiederaufnahme der Kohleförderung). Die Gelder werden dann ausschliesslich für den Krieg gebraucht. Zusätzliche Bedingung ist dass das angegriffene Land grösser ist als die Gegner seiner Amtsvorgänger - nach dem 2.WK. Nur so lassen sich seine wahllosen Provokationen noch 'sinnvoll' erklären. Nachdem es in Venezuela wahrscheinlich Einspruch der US-verbündeten Nachbarstaaten gegeben hat, ist nun der Iran das Ziel. Dort gibt es in der Umgebung keine engen Verbündeten die sich gegen eine Eskalation aussprechen würden. Im Gegenteil, dem Mörder in Saudi-Arabien käme solch ein Militärschlag genau so gelegen. Man kann nur hoffen dass zumindest Israel sich gegen einen KIrankrieg aussprechen wird.

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Timbuk3 08.05.2019, 10:19
71. Irgendwie typisch

Einer kündigt einseitig einen vernünftigen Vertrag und macht den anderen dafür verantwortlich. Er übt ebenfalls immensen politischen Druck aus auf die Vertragspartner, die diesen nicht gekündigt sehen wollen. Der "Diplomat" dieses Landes benimmt sich in Deutschland wie der Elefant im Porzellanladen, aber Iran soll sich endlich benehmen wie eine "normale" Nation? Wie gut, dass die USA immer definieren, was als normales Verhalten zu gelten hat. Manche schreiben, in Saudi-Arabien sei auch nicht alles in Ordnung. Ja klar, es sind Schurken - aber es sind unsere Schurken! Ist frei nach Volker Pispers immer hilfreich, wenn man einen Schrank für böse Buben hat. Bösen Buben rein, bei Bedarf rausholen, ein paar Watschen verteilen und wieder ab in den Schrank, bis man ihn bei nächster Gelegenheit wieder braucht. Ein demokratisch oder menschenrechtlich legitimiertes Deckmäntelchen findet sich immer - darin sind die USA tatsächlich heuchlerische Weltklasse.

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bammy 08.05.2019, 10:19
72.

Zitat von rgw_ch
Nein, es kann keine vernünftige Strategie sein, Länder zum Verzicht auf Atomwaffen zu zwingen, um sie anschließend zu überfallen und zu zerstören. Spätestens nach zwei solchen Aktionen ist es jedem "Schurkenstaat" klar, dass glaubwürdige Drohung mit Atomwaffen der einzige Schutz gegen westliche Aggressionen ist. Abbau des atomaren Abschreckungspotentials funktioniert nur dann, wenn die westliche Wertegemeinschaft sich wieder ganz klar und deutlich zu den Grundsätzen der UN-Charta bekennt, also darauf verzichtet, andere Länder mit militärischer Gewalt oder gelenkten Umstürzen zu "befreien" und zu "demokratisieren". Und sie muss diese Rückkehr zu den eigenen Werten auch glaubwürdig darlegen. Zum Beispiel, indem Sanktionen nicht nur gegen Verbrechen der "Bösen" erlassen werden, sondern auch dann, wenn die "Guten" vergleichbare Verbrechen begehen.
Das gilt aber auch für Putin, der ja heute sein Nachbarland drangsaliert, das Russland seine Atomwaffen übergeben hat und dafür das Versprechen von Russland erhalten hat, das Ukrainische Territorium zu garantieren. Was ja Putin nun inzwischen gebrochen hat.

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minimalmaxi 08.05.2019, 10:24
73.

"Schritt für Schritt scheinen die USA auf eine weitere Eskalation des Konflikts mit Iran zuzusteuern. Sogar eine direkte militärische Auseinandersetzung ist nicht mehr ausgeschlossen."
Eine iranische Atombombe halte ich für weniger bedrohlich als einen wildgewordenen amerikanischen Präsidenten. Vielleicht versuchen es die Amis mal mit intelligenter Diplomatie, um den von ihnen angerichteten instabilen Zustand im Nahen und Mittleren Osten zu befrieden. Das ist zwar keine Stärke der USA, aber versuchen kann man es ja mal. Aber Bomben schmeissen ist natürlich viel einfacher...

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steinbock8 08.05.2019, 10:24
74. Man bedenke

der militärisch industrielle Komplex in den USA ist der Größte Arbeitgeber. Die Amerikaner müssen Waffen verkaufen, egal wohin, auch nach Deutschland. Außerdem gehört das Kriegführen für die Amerikaner zu ihrem Wirtschaftsmodell. Also Krisenherde werden geschaffen und ausgenützt.

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gammoncrack 08.05.2019, 10:29
75. Meine Eltern, die zwei Weltkriege (bewusst) erlebt haben,

sagten immer:"Wir wünschen Dir, dass Du keinen solcher Kriege miterleben musst."

Das habe ich bis vor kurzem auch geglaubt. Selbst als ich Anfang der 70-er Jahre für ein paar Jahre, zur Zeit des Kalten Krieges, im NATO-HQ gearbeitet habe, war ich mir sicher, dass ein solcher Kelch an mir vorübergehen würde. Und das ganz besonders, als Reagan und Gorbatschow an der Regierung waren.

Inzwischen ist meine Hoffnung an einem Tiefpunkt angekommen.

Dass der Iran selbstbewusster geworden ist, ist letztlich Donald Trump zu verdanken. Sein dilletantisches Vorgehen bei den Verhandlungen mit Nordkorea zeigt doch anderen Staaten, dass er dem ganzen nicht gewachsen ist. Und genau das ist das Gefährliche an der jetzigen Situation. Wie schon andere Foristen schrieben, befürchte auch ich eine (Kurz)schlussreaktion von Trump, weil er der Auffassung ist, dass ein Krieg mit dem Iran ihn innenpolitisch stärkt und von vielen seiner anderen ungelösten Probleme ablenkt.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber es ist, soweit es mich betrifft, nicht mehr viel vorhanden.

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xismus 08.05.2019, 10:30
76. Trump vs. Iran

Afganistan, Pakistan, Iran, Irak, Syrien, Libyen, Tunesien, Sudan, Jemen, Nord-/Süd-Korea, Kuba, Karibik, Venezuela etc. pp - Rußland, China wo eigentlich nicht? Amerika first ! Amerika ist immer dabei. Der Kriegstreiber ist eindeutig Amerika und hier die "Falken" z.B. Mr. Bolton. Wenn die Nato, die EU, Europa mit Deutschland (Merkel, v.d.Leyen, Maas) sich von Trump in einen Krieg treiben lassen, wird es zu einer atomaren Auseinandersetzung kommen. Dann brauchen wir uns nicht mehr um die Klimakatastophe und das Artensterben zu streiten dann werden wir alle durvch Trump abgeschafft. Warum erkennen wir das in Europa nicht? (Ein bißchen Geshichte sollte man auch einmal in Bezug auf die Entwicklung im Iran nach 1945 nachlesen und die Rolle von Amerika, England und Frankreich sich ins Gedächtnis rufen!)

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chrismuc2011 08.05.2019, 10:33
77. #13

Ihnen scheint entgangen zu sein, dass Jakob Zuma seit 14.2.2018 nicht mehr im Amt ist und Cyril Ramaphosa Präsident der Republik SüdAfrika ist.

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mostly_harmless 08.05.2019, 10:34
78.

Zitat von Kurt2.1
Wegen des Abkommens mit Iran gibt/gab es reichlich Zoff zwischen D und den USA. Mit einem Fingerschnipp hat der Iran das Abkommen wertlos gemacht. D und seine Partner stehen ziemlich blöd da. Soviel zur Vertragstreue des Iran. Ich hoffe, in D fängt ein Umdenken statt. Der Aggressor ist der Iran. Er ist es, der den Nahen und Mittleren Osten destabilisiert mit seinen Machtgelüsten. Es würde D gut zu Gesicht stehen, nicht weiterhin dieses schreckliche iranische System zu unterstützen.
100% wahrheitswidrige Darstellung des Sachverhaltes. Gekündigt wurde das Abkommen von den USA. Soviel zur Vertragstreue der USA. Und es gab auch keine Zoff zweischen D und den USA, sondern
zwischen den USA und dem Rest der Länder, die am Abkommen beteiligt sind. ALLE anderen Länder wollten an dem Abkommen nämlich festhalten.
Und der Aggressor ist völlig eindeutig die USA. Die IAEA, die die Einhaltung des Abkommens im Iran überwacht, hat mehr als ein dutzend Mal Erklärungen veröffentlicht, in denen ganz klar drinsteht, dass der Iran sich an das Abkommen hält.
Genauso wahrheitswidrig sind Ihre Behauptungen über die angebliche Destabilisierung der Region durch den Iran. Es gibt nur ein Land, das die Region destabilisert, und das sind die USA. Erst mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf den Irak, dann mit der - gemeinsam mit Saudi Arabien - Finanzierung und Ausrüstung der diversen Terrorgruppen in Syrien inklusive des IS und seiner diversen Ableger.
Und wenn eines Deutschland gut zu Gesicht steht, dann ist es, dem kriegslüsternen aktuellen Präsidenten der USA NICHT dabei zu folgen hunderttausende Iraner abzuschlachten.

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Mentor 54 08.05.2019, 10:40
79.

Zitat von klubmateus
Sie schreiben, die Sanktionen und Handelsbeschränkungen würden den Mullahs zusetzen. Haben Sie schon mal daran gedacht, dass das Volk vor allem unter diesen Maßnahmen leiden könnte? Der Benzinpreis ist dabei, sich zu verdoppeln, und ein Iraner ohne fahrendes Auto ist im prinzip immobil. Wissen Sie, was das für jemanden bedeutet, der täglich zur Arbeit fahren muss? Der Wert des Rial ist massiv eingebrochen, Verteuerung von Lebensmitteln hat schon längst eingesetzt, aus Geldnot können junge Menschen teilweise nicht heiraten und keine Familie gründen, oder studieren, oder sich selbständig machen, und Sie reden immer nur von den ominösen “Mullahs“, denen man zusetzen würde. Diese Rhetorik spielt den imperialistischen Amerikanern nur in die Hände. Iran hat die säkularste Bevölkerung im gesamten nahen Osten, mit einer sehr breiten und gebildeten Mittelschicht, und gerade dieses Volk will man mit den Maßnahmen und einem drohenden Krieg knechten, indem man diese Mittelklasse verarmen läßt.
Völlig richtig! Die jungen Iraner sind stark westorientiert, obwohl ihnen das durch das Mullahregime sehr schwer gemacht wird, und würden dieses daher lieber heute als morgen loswerden. Eine intelligente westliche Politik müsste also versuchen, diese unorganisierte Opposition, die aus verständlichen Gründen hauptsächlich in den eigenen vier Wänden stattfindet, in irgendeiner Form zu unterstützen. Wie das konkret aussehen soll, kann ich jetzt so ad hoc auch nicht sagen, aber das müsste jedenfalls die Stoßrichtung sein, und keine unspezifischen Sanktionen, die immer nur die Falschen treffen.

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