Forum: Politik
Krise der EU: Ach, Europa
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Im Flüchtlingsdrama ist keine Einigung in Sicht, die Eurokrise schwelt weiter, Rechtspopulisten gewinnen Wahlen, Großbritannien droht auszusteigen. Ist die EU zum Scheitern verurteilt?

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Glasperlenspiel 25.12.2015, 20:06
10. Wie wollen Sie ...

... die Zukunft der EU halbwegs adäquat analysieren, wenn Sie schon solche zweifelhaften Passagen in Ihren Text einbauen: "Erst als sie in Massen über Deutschlands Grenzen drängten, entdeckten die Deutschen ihr Herz für Flüchtlinge - und fordern jetzt Solidarität von den anderen EU-Ländern."

Wahr ist doch wohl eher, dass die Regierung diesen Kurs fährt gegen den erklärten Willen von vielen Menschen in Deutschland. Wie hoch der Prozentsatz dieses Teils der Bevölkerung ist, sei einmal dahingestellt. Es wird aber wohl nicht nur das sog. "Pack" oder das sog. "Dunkeldeutschland" sein.

Aber eine Analyse anzufertigen mit der Behauptung, "die Deutschen" würden dieses oder jenes "entdecken" und sich damit im Gegensatz zu vielen anderen Leuten in der EU aufstellen, ist doch schlicht unseriös.

Und warum soll der andere Teil der Analyse dann eher stimmen?

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iffelsine 25.12.2015, 20:08
11. Merkel hat die EU scheitern lassen !

Sie kann Dublin nicht einfach für Deutschland außer Kraft setzen und dann glauben, die anderen EU-Mitglieder würden ihr die gerufenen Flüchtlinge abnehmen. Das war in ihrer DDR vielleicht so, aber das ist 25 Jahre her und sie hat nichts dazu gelernt. Die EU ist am Ende und das ist gut so. Ansonsten müssen wir nicht nur für Griechenland und die Flüchtlinge lebenslang zahlen, sondern für fast alle EU-Mitglieder. Nein, Merkel UND die EU sind Auslaufmodelle, beide haben nicht funktioniert !

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turmalinfriend 25.12.2015, 20:09
12. EFTA für alle

Die "Elite" sollte sofort in Rente, oder noch besser, in die Wüste geschickt werden. Sie hinterlassen uns zwar einen Scherbenhaufen.Aber ein Ende mit Schrecken ist bekanntlich besser, als ein Schrecken ohne Ende.

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hiwhatsup 25.12.2015, 20:09
13. Asiens Aufstieg fehlt in der Betrachtung

Europa hat keine Antwort gefunden auf den wirtschaftlichen Aufstieg Asiens, der dazu führte, das viele Industrien aus Europa nach Asien abgewandert sind.

Kleidung, Schuhe, Fahrräder, ja sogar Äpfel, so Vieles wird in immer größerer Zahl nach Europa eingeführt.

Es ist absolut unverständlich warum Europa es nicht schafft sich so aufzustellen, das es diese Dinge selbst produziert und Arbeitsplätze schafft.

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syracusa 25.12.2015, 20:10
14. das ist nur das letzte Aufbäumen

Das, was wir derzeit erleben, ist nur das letzte Aufbäumen der Ewiggestrigen und Zukurzgekommenen. Die Welt hat sich in den letzten 50 Jahren dramatisch verändert, und sie wird nie wieder die gleiche, kleine und kleingeistige Welt sein, denen der rechtspopulistische Mob nachtrauert.

Mich erinnert dieses Aufbäumen des Mobs an die späten 1960er Jahre, als derselbe Geist mit aller Macht versuchte, die Zukunft in eine Flasche zu sperren. Da bekam man als rebellischer Jugendlicher in Westdeutschland mit Verweis auf die dem Kritiker zu langen Haare schon mal zu hören "Geh doch rüber". Auch da machte s wenig Sinn, dem Kritiker mit Vernunftargumenten entgegen zu treten und ihm zu sagen, dass "drüben", also in der DDR, noch ein viel reaktionärerer Ungeist wehte.

Man kann den Männern heute nicht mehr vorschreiben, die Haare kurz zu tragen, man kann den Frauen nicht mehr vorschreiben, das Heimchen am Herd zu spielen, und man kann die Globalisierung nicht wieder zurück in Nationalstaaten stopfen.

Der Geist der Freiheit ist aus der Flasche, und wie immer haben viele Geistlosen Angst vor den Veränderungen, die auf sie zukommen. Und wie schon immer sucht der kleinbürgerliche Spießer, wenn er sich von den Umständen überfordert fühlt, sein Heil bei den Heilsversprechern im ganz, ganz weit rechten Spektrum. Das ist heute nicht anders, als es schon immer war.

Mehr ist es nicht, was wir derzeit erleben. Und wir brauchen uns vor dem braunen Mob nicht zu fürchten, denn eines ist gewiss: die Welt dreht sich weiter, und die Vergangenheit kommt nie zurück. Dagegen helfen weder Front National noch Pegida.

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Havel Pavel 25.12.2015, 20:10
15. Reformbedürftig!

Der Grundgedanke der EU ist an und für sich natürlich eine gute Sache. In der Praxis haben sich hier im Laufe der Jahre und infolge der Aufnahme weiterer Länder mit teilweise enorm abweichenden Standards und Voraussetzungen enorme Schwierigkeiten ergeben, die nun noch zusätzlich durch die Flüchtlingskrise verstärkt werden. Sieht man sich die daraus resultierenden ständigen Streitpunkte einmal genauer an, muss man zu dem Schluss kommen, dass die Reglungen der EU nicht mehr zeitgemäss sind und in vielen Punkten dem Bevölkerungswillen widersprechen. Und genau für die Bevölkerung sollte eine EU Mitgliedschaft doch zugeschnitten sein und deren Forderungen und Wünschen entsprechen anstatt hier lediglich die Wünsche einzelner Politiker zu repräsentieren. Es muss die über alles bestimmende Rolle Deutschlands beseitigt werden, was in vielen kleineren Mitgliedsstaaten den Eindruck erweckt sich Deutschlands Wünschen stets unterordnen zu müssen und quasi einer Entmachtung ihrer Regierungen gleichkommt. Dadurch wird ein Keil in die EU getrieben und die ablehnende Haltung verstärkt.
Es gilt zu vermeiden, dass einzelne Länder sich immer mehr gegen die EU Mitgliedschaft auflehnen bis hin zu Austrittsdrohungen von Grossbritanien. Ich denke mal statt solche Zenarien ständig heraufzubeschwören sollten besser die EU Reglungen an den aktuellen Zeitgeist angepasst werden, so dass jedes einzelne Mitgliedsland damit gut leben kann, anstatt die ständigen Machtspielchen der EU Komissionen gegenüber einzelnen Regierungen auszutragen. Gelingt dies nicht, so steht der Fortbestand der EU wohl tatsächlich über kurz oder lang auf dem Spiel.

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curiosus_ 25.12.2015, 20:11
16. Der €, ....

Zitat von Markus Becker
Während Deutschland weiter massive Handelsüberschüsse erzielt, kommt die Wirtschaft in Südeuropa kaum in Schwung - auch wegen der von Deutschland diktierten Sparpolitik, die Investitionen erschwert. Zugleich aber sträuben sich Deutschland und andere nordeuropäische Länder, für die Schulden des Südens aufzukommen. Das, glauben Experten, kann auf Dauer nicht gut gehen. Entweder, so ihr Argument, sind die reichen Länder bereit, den ärmeren zu helfen - oder der Euro wird scheitern.

... Fluch oder Segen?

Hier mal ein paar Anmerkungen zum Thema "Fluch":

Die Exportindustrie in D profitiert massiv vom für D unterbewerteten €. Insofern kann sie hohe Gewinne einfahren und zusätzlich höhere Löhne zahlen. Allerdings nur an die direkt bei ihr Beschäftigten. Deshalb werden diese Stellen auch so weit wie möglich reduziert und auf Leiharbeit und Werkverträge ausgewichen. Das dämpft zusätzlich die Löhne und Gehälter der Festangestellten.

Auch nutzt die Exportindustrie die komplette Infrastruktur der Binnenwirtschaft Deutschlands. Und somit auch deren unterbewertete Löhne.

Dass der € für Ds Volkswirtschaft massiv unterbewertet ist sieht man ganz simpel an unserer Exportüberschussweltmeisterschaft. Höhere Überschüsse als Platz 2 (China) und Platz 3 (Saudi-Arabien) zusammen, seit der €-Einführung in 2002 mehr als 1800 Mrd. €, allein letztes Jahr ca. 220 Mrd. € (7,6 % des BIPs). Im Übrigen werden diese Überschüsse zwangsweise 1:1 in Form von Kapital exportiert, sie gehen Deutschland verloren.

Hätten wir noch unsere eigene Währung würde die über Aufwertung im Mittel für eine ausgeglichene Leistungsbilanz sorgen. Das eigene Geld würde wertvoller, wir hätten vergleichbar hohe Importe wie Exporte.

Und davon würde nicht nur die Exportindustrie (die Kapitalexporteure) profitieren, sondern gleichermaßen alle abhängig Beschäftigten (über eine höhere Kaufkraft)! Das wäre nur gerecht, schließlich leisten die nicht in der Exportindustrie direkt Beschäftigten auch nicht weniger als die direkt Beschäftigten. Wir haben hier eine einseitige Fokussierung der gesamtdeutschen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auf Wenige.

Derzeit schöpft die Exportindustrie die Deutsche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einseitig ab, und die Leistenden schauen in die Röhre. Was glauben Sie wohl, warum der „Mainstream“ ums Verrecken am „alternativlosen“ € festhält? Eventuell weil die entsprechenden Lobbyisten ganze Arbeit leisten?

Und jetzt sollen die, die über Lohnzurückhaltung die hohen Kapitalexporte der Kapitaleigner erst ermöglichen, auch noch über steuerfinanzierte Transferleistungen das System stabilisieren? Ja, geht's noch?

Eine eigene Währung wirkt dem effektiv entgegen. Und sorgt so für mehr Gerechtigkeit.

So, und nun bin ich gespannt auf die substanziellen Beiträge zum Thema "Segen" des €s ...

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Tuolumne Meadows 25.12.2015, 20:13
17. Europa ist....

....in der jetzigen Konstellation am Ende. Zu viele nationale Interessen dominieren nur noch das Handeln. Die Länder, die sich nicht vorstellen können, mehr Souveränität zugunsten eines stärkeren Europa abzugeben, sollten aus der EU austreten und allein ihr Glück versuchen. Oder die "willigen" Länder sollten austreten und den nächsten Schritt zu mehr Einheit wagen. Man sollte dazu recht rasch die Weichen stellen, sonst werden wir in einer globalen Welt irgendwann kein Gehör mehr finden.

Beim Besuch der "Independence Hall" in Philadelphia vor Jahren hat sich mir ein Satz des Museumsführer in den Kopf gebrannt: "Die einzelnen Staaten in Amerika waren sich nach der Unabhängigkeit keineswegs einig. Nein - sie waren zur Union gezwungen, weil sie wussten, wenn sie sich nicht vereinigen, dass ein Staat nach dem anderen von den Briten wieder kassiert werden würden!"

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dirk1962 25.12.2015, 20:14
18. Die Großen haben

...nicht akzeptiert, dass auch die kleinen und auch die neuen Länder Mitspracherecht haben. Allen voran Merkel hat es nicht für nötig gehalten, sich mit den Partnern abzustimmen, bevor sie einsame Entscheidungen getroffen hat. So war es in der Griechenlandkrise und bei den Flüchtlingen. Des weiteren spaltet sie die EU auch jetzt noch. Ihr. sogenannter Klub der Willigen stigmatisiert automatisch alle anderen Länder. Und das, obwohl auch von den Willigen niemand bereit ist noch Flüchtlinge aufzunehmen. Merkel hat auf ganzer Linie versagt und wird als die Kanzlerin in die Geschichte eingehen, die die EU zerstört hat. Ich schäme mich inzwischen für das Dilletantum von Merkel. Wann hat der Bundestag endlich genug denkende Menschen zusammen um das Desaster Merkel zu beenden.

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Berg 25.12.2015, 20:17
19.

Zitat von undog
Legen Sie alle Negativfakten und Zahlen auf den Tisch wie: 1. Welche Haftungen hat jedes Land und für wen übernommen? 2. Welche Haftungsbeträge pro Land stehen in den Target Salden und anderen versteckten Schulden? 3. Welche Verpflichtungen sind die einzelnen Länder bzgl. EU gegenüber dem EU Ausland eingegangen? 3. Was kostet die Verwaltung von EU & €? 4. Warum melden Sie sich zum Jahresende mit kritischen EU Fragen, die andere schon seit 10 Jahren äußern aber von Ihnen und anderen als Miesmacher abgekanzelt wurden?
Mit solchen Berechnungen geht man nicht einmal an eine Ehe heran, geschweige denn an den Konstruktionsprozess einer Völkerfamilie, der ganz einfach einige Jahrzehnte dauert. Die EU hat eine Entwicklungszeit! Noch unsere Kinder und Enkel werden ihre ganze Intelligenz und Diplomatie aufbringen, um Wege und Umwege und Einbahnstraßen zu finden. Alle Unkenrufe der Zaghaften werden zwar nicht verstummen, aber maßgebend sind sie nicht!. Und wenn alles perfekt wäre, dann wären wir alle mit der "Verwaltung" befasst und erhielten das bedingungslose Grundeinkommen. :-)

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