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Krise der SPD: Schröder wirft Nahles "Amateurfehler" vor
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Ex-Kanzler Gerhard Schröder schaltet sich in die Krise der SPD ein: Im SPIEGEL rügt er Parteichefin Nahles für ihre Neigung zu flapsiger Wortwahl - und regt ein Comeback Sigmar Gabriels an.

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gigi76 01.02.2019, 13:05
40. Schröder selbst hat schwere Fehler gemacht

der größte Fehler war sicherlich das Misstrauensvotum und die anschließende Neuwahl, die Angela Merkel zur Kanzlerin gemacht hat. Schröder hat dies nicht verhindert, ja sogar total fahrlässig riskiert.
Sigmar Gabriel ist keine Option für die SPD.

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truthseaker 01.02.2019, 13:07
41. Der Springkasper

der SPD, der immer wieder in Erscheinung tritt, wenn diese Partei vergeblich versucht, sich vom Erbe seiner neoliberalen Wirtschaftspolitik zu distanzieren. Schröder mag ja wichtige Weichen für die Wirtschaftspolitik gestellt haben, aber als Verteter der falschen Partei. Er hätte es der CDU/CSU/FDP Koalition überlassen sollen diese fatalen sozialen Einschnitte durchzusetzen, aber das wäre dieser nie gelungen. Stattdessen macht er in grenzlosen Arroganz schwere politische Fehler und überlässt es der nachfolgenden Regierung sich im Erfolg dieser Reformen zu sonnen. In Verbindung mit Schröder sieht man leider nur Hartz 4, aber die eigentlichen Sünden seiner Wirtschaftspolitik kann man sich anderen Sparten wie z.B. die Mitarbeit an der Liberalisierung des Finanzmarktes usw. betrachten. Sein großes Vorbild scheint ja Bill Clinton gewesen zu sein, dessen Verrat an seinen Wählern letztendlich zur Wahl von Trump führten.
Der Schaden, der Schröder der SPD zugefügt hat, ist irreparabel und hat letztendlich zu diesem Desaster geführt. Erst wenn die letzten Vertreter seiner Agenda aus dem Spitzenfeld der Partei verschwunden sind, hat sie eine Chance sich zu erneuern. Bis dahin, Herr Schröder, sollten Sie sich nach Ihrem skandalösen Eintritt in ein wirtschaftlich nicht gerade gloriöses Unternehmen einfach aus dem Tagesgeschäft der SPD heraushalten.

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Emderfriese 01.02.2019, 13:08
42. Sehen

Zitat von spon_1980133
Was Sie und viele Foristen als Mist bezeichnen, hat Deutschland aus einem tiefen Tal der wirtschaftlichen Agonie befreit - Stichwort: “Kranker Mann Europas". Weiterhin haben die von Gerhard Schröder verantworteten Reformen dazu beigetragen, dass Deutschland nahezu unbeschadet die Weltfinanzkrise der 2008er-Jahre überstanden hat. Ferner, dass Deutschland heute im internationalen Vergleich top dasteht und auch die aktuelle Regierung von den schröderischen Errungenschaften nach wie vor profitiert. Sicher: Harz4 ist ein bedeutender Einschnitt in vielleicht leibgewonnenen Komfort. Andererseits schuldet die Gesellschaft nicht grenzenlose Solidarität mit Menschen, deren Lebensentwurf grandios gescheitert ist. Hier sehe ich insbesondere die jährlich zunehmende Gruppe der Alleinerziehenden in der Pflicht, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen, statt sich über die knapp bemessenen staatlichen Zuwendungen zu echauffieren.
Sie haben natürlich vollkommen Recht! Aber weder Sie noch Schröder oder die ganze augenblickliche SPD-Spitze gehört in eine Sozial(!)demokratische Partei! Das, was Sie befürworten und wie Sie denken ist in der CDU/CSU/FDP/AdF und sogar bei den Grünen besser aufgehoben. Dort kann und soll man diese Politik vertreten. Sofern man Mehrheiten findet.
Es kann aber gut sein, dass die alte, soziale SPD wieder erwacht und eine Nicht-Schröder-Politik propagiert. Und dann wird sich zeigen, wer die wirkliche Mehrheit hat: Die Alleinerziehenden zusammen mit den "Gescheiterten", den unter oder an dem Mindestlohn Arbeitenden, den Zeitbeschäftigten, den Armutsrentnern und all jenen, die sich mit diesen Gruppen solidarisch fühlen - oder diejenigen, die wie Sie denken. Wir werden sehen...

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dr_gb 01.02.2019, 13:09
43. braucht wer Stimmen aus dem Jenseits ?

Schröder. Hier, jetzt, politische Diskussion, SPD : niemand braucht Schröder.

Er sich selbst, mehr denn je. Denn je älter er wird, wie es scheint .. aber egal.

Schröder, und von ihm, im Kontext SPD hier zu lesen ist beinahe so, wie seinen kriminellen Amstvorgänger Kohl als Jenseits-Stimme zur edukativ-spirituellen Erbauung und über-intellektuell-philosophischen Weiter- und Fortbildung als morgendlichen Pflicht-Podcast den 'Christlichen Unionisten' aufzuoktroyieren.
Das braucht keiner.
Und mit den Unionisten hätte in dem Fall ich auch Mitleid.

Also bitte habt Mitleid auch mit uns und überlasst den Hartz-Schröder-Täter seinen Joschka und Putin Kumpanen sowie den Tabloids.

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Hörbört 01.02.2019, 13:14
44. Vergilbte Spruchsammlung

Zitat von conocedor
Denn [die soziale Kompetenz] kann sich auch nur dann entfalten, wenn die Morgengaben zunächst mal erwirtschaftet sind. Eine Erkenntnis, mit der viele im Strom-aus-Steckdose-Land heutzutage ihre Schwierigkeiten haben. Die soziale Kompetenz, also Umverteilung und Geldausgeben, kommt dann von ganz allein. Zumal bei Sozialdemokraten.
Das galt vielleicht früher mal ("Geht es der Wirtschaft gut, geht es den Menschen gut."). Heutzutage aber stimmt noch nicht mal die Lieblingsbinse der Kapitalismusversteher: "Man muss erst mal etwas erwirtschaften, bevor man es verteilen kann."

Denn erwirtschaftet wird seit 10+ Jahren in rauen Mengen, vor allem dank des schwachen Euros und der asiatischen Nachfrage, aber nicht - wie gern kolportiert - durch die Verarmung der Arbeitslosen, die bekanntlich am Arbeitsprozess überhaupt nicht teilnehmen.

Der unübersehbare Fehler im "System" ist die totale Vergesslichkeit hinsichtlich der Verteilung des fraglos Erwirtschafteten. Irgendwie haben das die Entscheider versäumt. Aufgeteilt wurden die Erträge nämlich nur unter den Besitzenden. Und man gedenkt auch nicht, daran etwas zu ändern.

Zumindest die Sprüche aber sollte man mal "reformieren", um sich nicht zum August zu machen.

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charlybird 01.02.2019, 13:16
45. Wer 10 Tage vor der Wahl (2005)

einen Vertrag mit einem Energieprovider unterschreibt ( Nordstream), Gazprom related, obwohl es andere Möglichkeiten gegeben hätte und dann dort, relativ zeitnah, nach seiner Kanzlerniederlage anheuert, gehört für mich eigentlich in die Abteilung Wirtschaftskriminalität.
Nahles ist keine Bringerin, aber ein '' Bätschi'' ist dagegen Kokolores.
Schröder hat als gescheiterter Aal-Politiker, der die Wurzel des SPD Absturzes war, eigentlich kein moralisches Recht mehr die SPD wegen ihrer Unfähigkeit zu kritisieren.

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nikolai.petersen 01.02.2019, 13:16
46.

1969 hatten wir Willy Brandt. 1979 hatten wir Helmut Schmidt. 1989 hatten wir Oskar Lafontaine. 1999 hatten wir Gerhard Schröder. 2009 hatten wir Franz Müntefering. Und 2019? Eben!

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quark2@mailinator.com 01.02.2019, 13:18
47.

Also seine Kritik mag ja durchaus sehr berechtigt sein, aber das ist, als ob jemand, der ein Haus angezündet hat dessen Bewohner dafür kritisiert, daß diese panisch rumrennen, statt gemessen zur Tür zu schreiten. Der gute Ex-Kanzler hat die SPD und damit die Vertretung der bürgerlichen Linken so beschädigt, daß sich der Landen seither in einer ewigen Selbstzerfleischung verliert. Wenn man als linke Partei gewählt wird, um den Sozialstaat zu bewahren, dann kann man das entweder versuchen, oder man kann die Macht abgeben, aber sicherlich sollte man nicht selbst das tun, was die Menschen von CDU und FDP befürchtet hatten.

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rudi_ralala 01.02.2019, 13:21
48.

Zitat von niemandsland56
....Heute müssen wir feststellen, das eine Partei wie die SPD, die ihre Klientel für ein warmes Plätzchen in der Regierung verrät, einfach nicht mehr gebraucht wird.
Aber man kann auch wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Die FDP hat es vorgemacht aber dafür muss man erst einmal in die dritte Klasse kommen, was mit Nahles und Co. nicht mehr lange dauern wird. Spätetens bei der Europawahl kommt die Stunde der Wahrheit.

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neurobi 01.02.2019, 13:21
49.

Zitat von mw1969
Und ehe das Gejammer um die Agenda 2010 und die angeblich mangelnde Sozialkompetenz wieder losgeht: Die Agenda 2010 war richtig und hat den Grundstein für unsere heutige stabile Volkswirtschaft gelegt.
Die Agenda hat, um bei Schröders eigenen Worten zu bleiben, eine Menge Amateurfehler. Sie ist die Grundlage für einer gefährlichen gesellschaftlichen Schieflage und damit ursächlich für das Erstarken populistischer Parteien, egal ob links oder rechts.

Bis heute hat Schröder keinen einziges Wort des Bedauerns dafür und für die Lage der SPD geäußert. Stattdessen feiert er immernoch seinen Erfolg und scheint sich immer noch zu wundern, dass Leute es anders sehen, weil jetzt zwar Arbeit haben, es ihnen aber nicht besser dadurch geht.

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