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Krisengebiet Ostdeutschland: Bürgermeister Meistring führt Krieg

Er war Matrose, Hundezüchter, Arbeiterjugendsekretär - heute ist er Bürgermeister in Löcknitz: Am äußersten Rand Mecklenburg-Vorpommerns stemmt sich Lothar Meistring erfolgreich gegen die Landflucht. Jetzt muss er fürchten, dass ihm die NPD alles wieder kaputtmacht.

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kuddel37 29.12.2011, 10:25
1. .

Zitat von sysop
Er war Matrose, Hundezüchter, Arbeiterjugendsekretär - heute ist er Bürgermeister in Löcknitz: Am äußersten Rand Mecklenburg-Vorpommerns stemmt sich Lothar Meistring erfolgreich gegen die Landflucht. Jetzt muss er fürchten, dass ihm die NPD alles wieder kaputtmacht.
"Ihm" wird also alles kaputt gemacht. Anscheinend hat er manchen Wählern so manches geschaffen, was diese in dieserArt gar nicht haben wollten.
Wenn jetzt andere gewählt werden ist das das recht des Wählers um diese Dinge, die nicht gewollt sind,zu korregieren.

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uchawi 29.12.2011, 10:46
2. Querköppe statt Wendehälse

Solche Querköppe sind mir in der Politik allemal lieber als die Parteigänger, die jeden morgen mit einer neuen Meinung aufstehen, nur nie mit einer eigenen.

Dass man im äußersten Osten Deutschlands gegen jede Menge Vorurteile (und auch manche gerechtfertigte Aversion) anrennt, wenn man Polen in die Gemeinde zieht, hat er sicher vorher gewusst. Dass er 's trotzdem versucht hat, selbst auf die Gefahr hin, sich (auch im nicht übertragenen Sinne) eine blutige Nase zu holen, ehrt ihn. Und dass rechte Brandstifter gegen so eine Politik Alarm machen und auch noch Erfolg damit haben, ist nicht die Schuld eines Bürgermeisters und seiner unorthodoxen Methoden, sondern ein allgemeines Versäumnis in der Bildungs- und Sozialpolitik unseres Staates. In leeren Teenagerköpfen hallt "Polen raus" eben besonders laut wieder. Und wer keine Arbeit hat, braucht wenigstens ein Feindbild ...

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huettenfreak 29.12.2011, 10:54
3. Was kommt nach Herrn Meistring?

Das liest sich ja soweit alles ganz gut was er für den Ort bislang gemacht hat. Obwohl mir parteilose BM generell besser gefallen.

Wenn der ganze Erfolg jedoch an einem Mann hängt muss man sich schon fragen was denn nach der Meistring-Zeit kommt. Ich finde es traurig dass sich die "etablierten" Parteien immer mehr aus der dünn besiedelten Fläche zurückziehen. Dann muss man sich nicht wundern wenn die Rechten, im Übrigen mit überschaubarem Aufwand, genau dort ansetzen.

Aber wie der Vorschreiber schon sagte, es ist vollkommen o.k. wenn Bürger auf dem Wahlzettel dort ihr Kreuz machen wo es ihnen am besten gefällt. Wenn die NPD irgendwann verboten ist stellt sich diese Frage ja nicht mehr.

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Peterchen01 29.12.2011, 10:54
4. Missverstanden

Zitat von kuddel37
"Ihm" wird also alles kaputt gemacht. Anscheinend hat er manchen Wählern so manches geschaffen, was diese in dieserArt gar nicht haben wollten. Wenn jetzt andere gewählt werden ist das das recht des Wählers um diese Dinge, die nicht gewollt sind,zu korregieren.
Wie schön es wäre, wenn die NPD dieses Recht auch wie vorgesehen in Anspruch nähme.

Die NPD und ihre braune Anhängerschaft hat aber so eine unnachahmliche Art Dinge kaputt zu machen, ohne auch nur in den Bereich einer ernsthaften Legitimierung durch den Wähler gekommen zu sein.

Im Artikel steht ein schönes Beispiel, wie man Zugezogene vergrault.

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miruwa 29.12.2011, 11:16
5.

Schön auch mal andere Dinge aus Deutschlands Nordosten zu hören.
Was der Herr Meistring sonst so treibt, weiss man nun natürlich nicht. Aber zumindest wirkt er hier engagiert und scheint ja auch Erfolg zu haben.
In vielen Dörfchen hier im Westen geht es stetig abwärts und man wählt nur regelmäßig einen neuen langweiligen Verwalter des Abschwungs.

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oortsche_wolke 29.12.2011, 11:18
6.

Zitat von kuddel37
"Ihm" wird also alles kaputt gemacht. Anscheinend hat er manchen Wählern so manches geschaffen, was diese in dieserArt gar nicht haben wollten. Wenn jetzt andere gewählt werden ist das das recht des Wählers um diese Dinge, die nicht gewollt sind,zu korregieren.
Wenn die "Korrektur", die dem Kommentator vorschwebt, in Richtung NPD gehen sollte, darf ich mal kurz die Konsequenzen darlegen:

Der kleine Ort am Rand der Republik verliert die letzten qualifizierten Mitarbeiter, alle nicht auf HARTZ-IV angewiesenen Familien verlassen den Ort, weil sie ihre Kinder nicht im Umfeld von Unterstützern mordender rechter Terrorzellen aufwachsen lassen wollen, die polnischen Nachbarn meiden die Stadt und lassen kein Geld mehr im örtlichen Handel usw. in der Summe: weiterer ökonomischer Niedergang und daraus resultierender sozialer und gesellschaftlicher Abstieg.

Selbstverständlich müssen sich alle an den Rändern Deutschlands liegenden Gemeinden aufgrund der Infrastruktur an den Nachbarn orientieren, das gilt nicht nur für die polnische, sondern auch für die dänische, niederländische, belgische, französische, schweizerische, österreiche und tschechische Grenze. Das war über die letzten Jahrhunderte so und hat in der Regel allen genutzt und niemandem geschadet. Geschadet hat immer nur idiologiebedingter Isolationismus (Abgrenzungswahn), der in Grenzbereichen immer schlimme Folgen hatte (man darf an die sog. "Zonenrandgebiete" der innerdeutschen Grenze erinnern, die schwer durch Landflucht und wirtschafltlichen Niedergang gezeichnet waren).

Mir ist ohnehin schleierhaft, wie eine so auf den eigenen Vorteil ihrer in den Parlamenten sitzenden Mitglieder bedachte Partei wie die NPD überhaupt Stimmen von Sozial-Benachteiligten erhalten kann. Jenseits der sicher berechtigten moralischen Bedenken, sollte doch realistischerweise ein Blick auf die Privilegien (Stichwort: Dienstwagen etc.) der NPD-Vertreter in den Landesparlamenten jedem noch so geneigten Wähler die Augen öffnen.

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mr_supersonic 29.12.2011, 11:24
7. Herausragender Artikel!

Zitat von sysop
Er war Matrose, Hundezüchter, Arbeiterjugendsekretär - heute ist er Bürgermeister in Löcknitz: Am äußersten Rand Mecklenburg-Vorpommerns stemmt sich Lothar Meistring erfolgreich gegen die Landflucht. Jetzt muss er fürchten, dass ihm die NPD alles wieder kaputtmacht.
So wie im Artikel beschrieben steht die NPD generell für die erwähnten Dinge: schlichte Dummheit und höflich ausgedrückt "fehlgeleiteter Nationalstolz, der absolut rückwärtsgewandt ist".

Auf solche Bürgermeister könnten wir Stolz sein, solch pragmatische und zielgerichtete Leute wird man kaum finden ausser in Deutschland.

Ich hoffe dass jedem, der irgendwie denkt, die NPD stünde für irgendwas deutsches, hiermit die Augen geöffnet werden.

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biobanane 29.12.2011, 11:29
8.

Zitat von kuddel37
"Ihm" wird also alles kaputt gemacht. Anscheinend hat er manchen Wählern so manches geschaffen, was diese in dieserArt gar nicht haben wollten. Wenn jetzt andere gewählt werden ist das das recht des Wählers um diese Dinge, die nicht gewollt sind,zu korregieren.
Das mag sich sehr demokratisch anhören, ist es aber nicht. An Grenzen ist diese Entwicklung immer zu beobachten, egal ob Polen, Schweiz oder NL. Je offener diese Grenzen sind umsomehr gibt es eine Vermischung der Bevölkerung, weil immer ein Gefälle besteht, hier sind es die Hauspreise, die ins Nachbarland locken. Für die Einwohner mag das zwar kurzfristig engewohnt sein, langfristig ist so eine Entwicklung nicht aufzuhalten, außer man setzt wie die NPD auf abgeschottete Grenzen.

Das Problem Ihrer Aussage ist, dass diese Abschottung eben nicht von der Mehrheit gewünscht wird, sondern von einer lautstraken Minderheit und das reicht eben um so einen Prozess, der immerin einen Aufschwung in Ort bedeutet hat, stoppen kann. Wie immer sind die "Argumente" der Rechten einfach aber führen zu keinen Lösungen, sondern bringen nur weitere Probleme.

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Jupitermond 29.12.2011, 11:31
9. Endlich mal Initiative.........

Zitat von kuddel37
"Ihm" wird also alles kaputt gemacht. Anscheinend hat er manchen Wählern so manches geschaffen, was diese in dieserArt gar nicht haben wollten. Wenn jetzt andere gewählt werden ist das das recht des Wählers um diese Dinge, die nicht gewollt sind,zu korregieren.
endlich mal jemand mit Ideen und Tatkraft, sich dem in weiten Teilen selbstverschuldeten Lauf der Dinge mit Konzepten entgegenzustellen! Die neuen Länder haben sich ihren Standortvorteil gegenüber den alten Ländern, nämlich günstiges Lohnniveau, ja in Rekordzeit zunichte gemacht! Da hätte man wahrlich von den Polen lernen können. Beide Systeme kamen aus der sozialistischen Planwirtschaft - die einen überschätzten sich und die Kraft der Politik des westlichen Bruders, die anderen krempelten die Ärmel hoch und machten schon vor 20 Jahren das, was Leute wie Herr Meistring heute mühsam nachzuholen versuchen! Aber nachdem man schon sehr viel Boden verloren hat, hat man halt auch braunen Nährboden für Unzufriedene geschaffen. Ich kann nur sagen: statt in unsinnigen Parolen zu versumpfen und zarte Pflänzchen zu zertreten, krempelt Euere Ärmel hoch und kämpft Euch durch Arbeit und Ideen nach oben auf das Niveau der Polen!

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