Forum: Politik
Krisengipfel in Brüssel: Europa der zwei Klassen

Der Brüsseler Gipfelmarathon zementiert die neue Hackordnung in der EU - die Euro-Staaten schreiten voran, Länder wie Großbritannien sind außen vor. Die Gemeinschaft ist auf dem besten Weg zur Zwei-Klassen-Gesellschaft.

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HenningPogwisch 27.10.2011, 12:49
30. Sarkozy hat Recht!

Der Artikel versucht zu suggerieren, die Briten wären in Ihre Sonderposition gedrängt worden. Tatsächlich haben sie diese Entwicklung eigenständig forciert (Dauerrabatt, kein Euro etc.). Trotz dieser Sonderrolle wollen Sie überall mitreden. Sarkozy hat Recht, wenn er den britischen Premier daran erinnert, dass es an bestimmten Stellen besser ist zu schweigen!

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velociraptor 27.10.2011, 12:56
31. zwei Klassen Europa. na und?

Es wäre auch eine ziemliche Zumutung, wenn man akzeptieren würde, dass der Britische Premier kluge Ratschläge zum derzeit kriselnden Euro erteilt, welcher gleichzeitig aber ein Land präsentiert, welches den Euro ansonsten mit Verachtung schmäht.

Die ein-Klassigkeit Europas wiederherzustellen ist zuerst eine Aufgabe derjenigen Länder, welche den Euro aus welchen Gründen auch immer bisher nicht wollen, oder derjenigen, die für den Euro noch nicht reif sind. Dass ein wohlwollendes Augenzudrücken bei der Aufnahme in die Euro-Staaten bei Letzteren nicht nur nicht angebracht, sondern sogar schädlich ist, zeigt das Beispiel Griechenland.

Dass es mit der Aufnahme in den Euro alleine nicht getan ist, kommt jetzt nach zehn Jahren schmerzlich zu Tage. Daraus kann gelernt werden.

Beim Geld hört ja sprichwörtlich die Freundschaft auf. Die aktuelle Krise zeigt: Ein €-Land, welches sich bei seinen Staatsfinanzen nicht am Riemen reißt, gefährdet Europa.

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Waldi1966 27.10.2011, 13:04
32. Gemachte Hausaufgabe oder nicht

Es gibt in Europa eine Zweiklassengesellschaft, was gemachte Hausaufgaben betrifft: Zum Beispiel Griechenland und Italien gehören zu den Ländern, die ihre Mißwirtschaft bis zum Bruch/fast bis zum Bruch weiterbetrieben haben. Griechenland hat, statt sich um Investitionen aus dem Ausland zu bemühen, seinen Staatsapparat unglaublich aufgebläht und im Vergleich überhöhte Renten bezahlt. Italien fängt auch erst jetzt, da es in ernste Probleme kommt, mit Reformen an.
Neuere EU-Mitglieder wie Lettland,Bulgarien und Polen sind da schon wesentlich tüchtiger und haben entsprechend Erfolg.

Großbritannien hat eigentlich nie viel zur EU beigetragen, sondern nur Vorteile in Kauf genommen. Am Anfang war es ein reines Nehmerland; als der Euro eingeführt wurde, hat Großbritannien nicht teilgenommen, weil man dann ja Rechte abgeben müsste; andererseits haben die Briten dann gejammert,weil sie mit Ihrem Pfund auf verlorenem Posten gelandet sind. Jetzt kann Großbritannien sich vor Schulden nicht mehr retten; da aus der EU keine Hilfe mehr zu erwarten ist, wird der Ruf nach Austritt aus der EU lauter.

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pirojito 27.10.2011, 13:06
33. Europa ist gescheitert?

Der Konflikt mit GB war doch vorauszusehen. Ist Europa deshalb gescheitert?
Eher nicht. GB war und ist der Bremser im europäischen Prozess. Langsam realisieren sie, dass wir ihnen egal sind.
Wenn Deutschland und Frankreich sich einig sind, und das sind sie in sehr sehr sehr weiten Teilen, kann Europa gar nicht gescheitert sein.

Und wenn ein kurzes grinsen von Sarkozy und Merkel Berlusconi zu einem Krisentreffen bewegen ist das die wunderbare und effektive Art der Politik.
Das einzige was hier gescheitert ist... ist Großbritannien.
Manchesterkapitalismus, Banken, Thatcher, Forcierung der Freundschaft mit den USA, Distanzierung zu Europa
Alles schief gelaufen.

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ZeroQ 27.10.2011, 13:08
34. Werbung gesucht!

Ist vllt ein nicht ganz so passendes Beispiel, aber mir fällt auf die Schnelle kein besseres ein.
Zwar bin ich mit meiner Nichte verwandt, aber trotzdem sage ich nicht meiner Bruder wie er seine Tochter zu erziehen hat.Naja, das Beispiel lässt zu wünschen übrig.Ist doch ganz einfach, wenn GB bei € mitreden möchte. dann können sie doch den € einführen.Obwohl noch so ein Land mit einem desolatem Hauhalt der Währungsunio gut täte?Ansonsten fällt mir nur noch dazu ein, lasst sie schwätzen und niemand zwingt sie in der EU zu bleiben.Plump gesagt, da ist die TÜr.

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Edelweiß 27.10.2011, 13:08
35. Klassenkrampf

Ich finde den scharfen Ton dieses Artikels ziemlich unangemessen. Dass es innerhalb der EU Euro-Staaten und Nicht-Euro-Staaten gibt, ist ja nichts Neues. Auch dass sich daraus manchmal unterschiedliche (oder gar gegensätzliche) ökonomische Interessen ableiten, kann kaum überraschen. Großbritannien hatte sicher seine Gründe, dem Euro nicht beizutreten, muss dann aber auch akzeptieren, dass es in Euro-Angelegenheiten nicht im gleichen Maße mitreden kann.

Man stelle sich ein großes Haus vor, wo in einigen Wohnungen die Eigentümer wohnen, in anderen aber Mieter. Manche Dinge werden die Eigentümer mit den Mietern gemeinsam besprechen, andere logischerweise nicht. Wo ist da das Problem?

Es könnte gut sein, dass Camerons Problem ein ganz anderes ist als der Euro, und die Attacken gegen den Euro nur vorgeschoben. Deutschland und Großbritannien unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Währung, sondern eben auch, was die jeweilige industrielle Basis betrifft. Großbritannien hat sich nicht nur gegen den Euro, sondern auch für eine starke Ausrichtung auf die Finanzwirtschaft entschieden, was man schon fast als Deindustrialierung bezeichnen kann. Nun verteidigen sie ihre Finanz"industrie", die von anderen als Bedrohung für ihre Realwirtschaft angesehen wird. Das ist durchaus ein Konflikt, aber der Kampfbegriff "Klassen" ist hier ziemlich daneben.

Und was den behaupteten Schulterschluss mit dem nächstgrößten Nicht-Euro-Land Polen betrifft: Das glaub ich erst, wenn ich's (an Konkretem) sehe.

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uachtaran 27.10.2011, 13:12
36. Klassenkrampf

Was soll bloß dieses Gerede vom Zwei-Klassen-Europa, zumal mit Verweis ausgerechnet auf Großbritannien?

Nach meinem Verständnis von Klassen kann man sich jedenfalls nicht selbst aussuchen, welcher man angehört. Die Briten haben sich aber sehr bewusst ausgesucht, der "Klasse" der Eurostaaten NICHT anzugehören. Und dass sie da dann beim Euro nicht so richtig mitreden können, versteht sich wohl von selbst. Oder entsendet Euroland umgekehrt stimmberechtigte Vertreter, wenn bei der Bank of England oder beim Schatzkanzler wichtige Entscheidungen anstehen?

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hermann62 27.10.2011, 13:12
37. Ach wirklich?

Zitat von sysop
Der Brüsseler Gipfelmarathon zementiert die neue Hackordnung in der EU - die Euro-Staaten schreiten voran, Länder wie Großbritannien sind außen vor. Die Gemeinschaft ist auf dem besten Weg zur Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Also bitte, die Britten wollten keine Euro, keine Finanztransaktionssteuer und sind auch sonst nicht gerade ausgewiesene Europafreunde - aber jetzt sich wundern, dass man nicht mitreden kann? Kommt mir ein wenig kindisch vor, deswegen jetzt beleidigt zu sein ...

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robr 27.10.2011, 13:19
38. Wer nicht mitspielen will, spielt eben nicht mit!

Zitat von sysop
... die Euro-Staaten schreiten voran, Länder wie Großbritannien sind außen vor. Die Gemeinschaft ist auf dem besten Weg zur Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Das ist eine Entscheidung die Großbrittannien immer wieder selbst getroffen hat. Sie wollten schon immer nur ein Bißchen dazugehören, sich aber nie richtig zu Europa bekennen.
Wie hieß es doch früher an herbstlichen Nebeltagen in London: "the continent is cut off..." Jetzt ist Britain "cut off..." Bei Schweden und Dänemerk sieht es ähnlich aus, die haben auch beim Euro nicht mitgemacht sondern aus eigenem Wunsch ihre eigene Währung behalten. Bei den Länder die den Euro einführen möchten aber es noch nicht konnten, sieht es natürlich anders aus.

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Toebbens 27.10.2011, 13:20
39. Ignornance is bliss.

Zitat von Fackus
Was hat es denn mit 'Nazis' zu tun, wenn das bevölkerungsreichste und wirtschaftlich am wenigsten angeschlagene Land der Eu eine Art Führungsrolle übernimmt? Irgendeiner muss es schliesslich tun. Über der gähnend langweiligen und abgedroschenen Nazikeule sollte man langsam drüberstehen - das wird doch nur noch von ein paar Merkwürden wie zB der englischen 'sun' in die Welt posaunt und das ist schliesslich BILD-Niveau.
In den Internetforen der nicht-deutschsprachigen EU-Kritiker ist die These EU = Viertes Reich keine Randerscheinung, sondern anerkannte Mehrheitsmeinung. "Fourth Reich" ist inzwischen ein stehender Begriff. Das deutsch Gegenstück dazu ist "Versailles mit anderen Mitteln"

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