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Krisengipfel von Minsk: Merkels größte Niederlage
REUTERS

Trotz Waffenruhe: Angela Merkel ist in der Ukraine gescheitert. Sie konnte weder Amerikaner noch Russen dazu bringen, von ihrer Beute zu lassen. Zurück bleibt ein geteiltes Land, Beute der Großmächte.

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olmen 12.02.2015, 17:49
200. Mehr Objektivität

ist nach dem Lesen auch dieses Kommentars von Herrn Augstein einzufordern. Sie sollte eine der Kernkompetenzen eines Kommentators sein.
Ich vermisse, dass wenigstens die Initiative und der ernsthafte Versuch der Bundeskanzlerin gewürdigt werden sollte. Ihr Einsatz für Frieden und Ausgleich ist doch bemerkenswert und überaus erfreulich Und zwar egal, ob die Vereinbarungen am Ende auch eingehalten werden - was nicht in ihrer Macht liegt. Dies gilt auch für den Bundesaußenminister.
Solche Kommentare helfen nicht weiter und sind oberflächlich.

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popivoice 12.02.2015, 17:50
201. Hätte Merkel nichts tun sollen?

Oder womit hat die diese Überschrift verdient?

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Dengar 12.02.2015, 17:50
202. Wo irrt Augstein?

Zitat: " ?Da zunehmend Konsens darüber besteht, dass die Nationen Mitteleuropas sowohl in die EU als auch in die NATO aufgenommen werden sollten, richtet sich die Aufmerksamkeit auf den zukünftigen Status der baltischen Republiken und vielleicht bald auf den der Ukraine.? Zitatende. -------------- Aus: Wikipedia, "The grand chessboard", 1997, Zbigniew Brzezinski. Und nun mal nachschlagen, woher der Gute stammt, und woher seine Vorfahren stammen...

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reimprecht@gmx.de 12.02.2015, 17:50
203. Frieden ist kein Scheitern

Was hätte Merkel denn mehr erreichen können?
Deutschland ist winzig... Schon vergessen wie es war als die Mauer gebaut wurde. Ist es nicht gut dass damals keiner meinte er müsse die "Weltordnung" wieder herstellen?
Mir kommt so großmannssüchtige Kritik manchmal vor wie es in einer Redewendung unter Musikern heisst:
Der der richtig gut ist wird Musiker.
Der der nichts wirklich hinbekommt wird Kritiker.
So erscheint es mir manchmal in der Politik/Presse.
Nichts kann als bester Kompromiss von Journalisten akzeptiert werden. Jeder Journalist hat eine bessere Lösung. Das macht es manchmal unseriös und unverantwortlich.

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adhicadhoc 12.02.2015, 17:50
204. Ehrlich gesagt...

erschreckt mich die politische Analysefähigkeit vieler selbsternannter Intellektueller wie Herrn Augstein viel mehr als die vermeintliche Niederlage von Frau Merkel. Es sind immer die ideologischen Scheuklappen, die ins Verderben führen. Im übrigen bin ich kein Bewunderer der großen "Brüder", sei es jenseits des Antlantiks, sei es hinter den Kremlmauern.

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zummallen 12.02.2015, 17:51
205. Veto

Wenn der Waffenstillstand klappt, hat Frau Merkel einen Krieg in Europa verhindert - andere Lenker haben sich längst nicht so bemüht, das verdient Anerkennung und Lob. Stattdessen sprechen Sie von Niederlage... kann ich nicht nachvollziehen ! Prima Angie !!!

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lederal 12.02.2015, 17:51
206. Diplomatie hätte gewonnen

Wie Putin hatte gesagt die Frieden Partie hatte gewonnen.

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nesmo 12.02.2015, 17:52
207. Eher gescheitert

als Frau Merkel ist wohl Augstein mit seinen Argumenten. Seine unverhohlene Häme über Merkels angebliche Niederlage vereinfacht erneut das Ukraineproblem auf einen bloßen Interessenkonflikt zwischen Russland und den USA, auf eine Kubakrise a la 2015. Genausowenig wie die Forderung von Frau Kipping auf Verzicht der Ukraine auf EU- und Natomitgliedschaft angeblich das gleiche sei, wie Steinmeiers "ich sehe keine Natomitgliedschaft", genausowenig ist die Kubakrise vergleichbar. Steinmeier sieht jetzt keine Mitgliedschaft, schließt sie aber nicht aus und schon gar nicht eine EU Mitgliedschaft. Und Kuba wurde gerade nicht von den USA besetzt, auch nicht nachdem der Versuch der Florida-Mafia gescheitert war. Die Ukraine hat auch gerade nicht vor, Atomraketen der USA zu stationieren, ein völlig schiefer Vergleich also. Die USA haben,zähneknirschend, das "Selbstbestimmungsrecht" eines kommunistischen Diktators geduldet. Russland will nichteinmal ein Selbstbestimmungsrecht einer, zumindest künftigen, demokratischen Ukraine dulden.

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2Fast4U 12.02.2015, 17:52
208. Auf den Punkt!

Genau so sieht es aus, ob man es nun gut findet oder nicht. Man kann noch lange versuchen Putin als das alleinig Böse darzustellen, es wird an dem geschilderten nichts ändern und wird der Sache nicht gerecht. Schon gar nicht den Ukrainern auf welcher Seite auch immer. Das Leid ist groß aber es gibt noch Plätze auf dieser Erde da ist das Leid noch größer. Sogar ohne Putin....

p.s. Kuba ist ein gutes Beispiel für die amerikanische Doppelmoral! Es kann zwar das russische Verhalten in der Ukraine nicht entschuldigen aber es macht es verständlicher. Erst recht wenn die Amerikaner anfangen Waffen zu liefern und dann so tun als sei das nur eine Reaktion auf das abschäuliche russische Verhalten....

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Spiegelkritikus 12.02.2015, 17:53
209. Legitime Volksinteressen müssen vor Grenzziehungen gehen

Wenigstens Augstein bricht das propagandistische Narrativ auf, nach dem allein Russen und Separatisten für diesen Konflikt verantwortlich sind. In Leitmedien und Talkshows (zuletzt gestern bei Will) wird die Rolle der USA schlicht ignoriert, Kritik ist sowieso tabu. Das Vasallentum gegenüber Washington ist nicht nur in der Politik, sondern auch den meisten Medien ausgeprägt.
Ein ehrlicher, kritischer öffentlicher Diskurs wird dadurch unterbunden.

Merkels Vermittlungsversuch war von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil sie wie auch die gesamte EU-Politik sich nicht von der US-Hörigkeit freimacht bzw. Washington und Kiew von Kritik verschont.

Das Land war ab dem Moment zweigeteilt, als die USA den Putsch herbeigeführt und eine (rechts-) nationalistische, russophobe Marionettenregierung installiert hatten. Putin war dadurch auf der Krim im Zugzwang, um dort einen blutigen Bürgerkrieg zu verhindern
und seine Interessen am Seestützpunkt zu wahren. Im Nachhinein muß man sagen es wäre besser gewesen, er hätte auch frühzeitig den umkämpften Donbass gegenüber Kiew abgeschirmt - Tod und Vertreibung hätten dann so wie auf der Krim keine Chance gehabt. Mit anderen Worten: Die jetztige Zweiteilung des Landes hätte man viel früher und ohne Krieg haben können. Washington, Kiew und die EU hätten zwar gezetert und wie jetzt sanktioniert, das wärs dann aber auch gewesen.

Es ist übrigens ein Unding, wenn man aus durchsichtigen ökonomischen und geostrategischen Interessen stur auf die Unverletzlichkeit von Grenzen pocht und die legitimen Interessen benachteiligter und schikanierter Bevölkerungsteile hintanstellt. Klar kann man sich auf das aktuelle Völkerrecht berufen, doch dieses ist nicht heilig, sondern menschengemacht und sollte im Sinne der Völker bzw. Volksgruppen verändert werden. Das ist nicht nur für die Ukraine wichtig, sondern für viele Länder, in denen sich Ethnien feindlich gegenüberstehen.
Frühere Grenzziehungen waren in aller Regel das Ergebnis schierer Machtpolitik, die kaum Rücksicht auf legitime Bevölkerungsinteressen nahm. Das muß revidiert werden. Referenden und gegebenenfalls Autonomie sind das Gebot der Stunde.

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