Forum: Politik
Krisentreffen in Brüssel: Der Gipfel der Gesichtswahrung
AP

Ist zur Griechenland-Krise alles gesagt, nur noch nicht von allen? Beim EU-Spitzentreffen beraten Merkel und Tsipras stundenlang, bloß um die bestehende Einigung zu bekräftigen. Dennoch könnte genau das einen Durchbruch bedeuten.

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oya 21.03.2015, 11:53
110. Staatspleite für Kinder

Meine neunjährige Tochter hat mitbekommen, dass mich in letzter Zeit das Thema Griechenland sehr beschäftigt. Ich lese wild gestikulierend Zeitschriften, fluche manchmal, lache oder schüttle den Kopf - offensichtlich in einer über dem Durchschnitt liegenden Rate. Klar, dass das die kindlichen Fragen herausfordert. Ich versuchte ihr nun in einfach Worten zu erklären, worum es denn dabei ginge. Und je mehr ich es für sie auf den Punkt zu bringen versuchte, umso mehr ging mir selbst das wahrhaftig Groteske der ganzen Umstände auf. - Sie hat zum Bespiel nicht verstanden, wie es sein kann, dass ein Land, das Geld, das es noch hat, nicht verwenden darf um für seine BürgerInnen zu sorgen oder die Löhne seiner Angestellten zu zahlen, sondern damit zuerst seine Schulden bei ausländischen Banken zu bezahlen hat. - Und ich konnte es ihr nicht erklären, denn ich verstehe es selbst nicht. In welcher abgehobenen Zeit leben wir, dass Menschen, die nie einen Einfluss hatten auf das globale Desaster, auf dringend Nötiges verzichten müssen, weil die verzinsten! Rückzahlungsraten an milliardenschwere Institutionen ein Land ausbluten? Ist das jetzt normal? Sollte es das sein, so möchte ich mich als Mensch dringlichst davon distanzieren. Ich finde es nicht dem gesunden Menschenverstand angemessen und ich schäme mich vor meinem Kind für diese Spielregeln, die ich ihr als die Geltenden präsentieren muss. -Ich möchte mich nicht blind auf die Seite Griechenlands schlagen. Denn obwohl ich politisch sehr interessiert bin und versuche, mir möglichst breitgestreute und fundierte Informationen zu beschaffen, ist die ganze Situation doch sehr komplex und überfordert anscheinend sogar die darin Agierenden. Aber für mich gibt es so etwas wie Basics der Weltwahrnehmung und dazu gehört eine humane Prioritätensetzung. Wir müssen uns immer entscheiden, gewichten, etwas bevorzugen, zum jetzigen Zeitpunkt. Immer wieder zum jetzigen. Und darin liegt der kleine, feine Unterschied, wie wir unsere Welt miterschaffen.

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elikey01 21.03.2015, 12:55
111. Katz- und Maus-Spiele

Zitat von Evcharisto
...und gebar ein Mäuslein. Und auch dies wird von der griechischen Katz gefressen werden. Liebe, hochverehrte Politiker der EU: Warum schenkt Ihr der griechischen Regierung und ihrem Präsidenten noch immer Glauben? Nachdem bereits alles an Vertrauensvorschuss verspielt ist? Diesen kindlichen Wunderglauben sollten Sie sich abgewöhnen, oder die EU geht dank Griechenland endgültig vor die Hunde. Um mal im Tierbereich zu bleiben.
#13
Dass (allerdings nicht nur) die "Sozis" weich werden, mag auch an deren (häufig tödliche) Verfolgung durch die Nazis liegen. Diese alte Partei hat also bes. gelitten, was sich in einer u.U. auch heute noch anhaltenden "vorschnellen" Bereitschaft zum deutschen Bezahlen als Wiedergutmachung spiegelt.

Die Sozis sollten sich jedoch dabei m.M.n. nicht ausschließlich an der Nazi-Historie orientieren, sondern an dem - gerade auch von den Sozis so propagierten - zukunftsgerichteten europäischen Friedensprojekt, das durch die griech. Forderungs-Orgie zur Unzeit erheblich missbraucht und h.E. auch geschwächt wird.

Die SPD will sich doch zwecks Erschließung neuer Wählerklientel (anhaltendes Umfragetief) an die 30- bis 45-Jährigen wenden.
Doch diese Generation wird sich mehrheitlich nicht davon begeistern lassen, als kollektiv nicht schuldige Steuerzahler zu immer neuen Reparationsforderungen herangezogen werden zu sollen, schon gar nicht, wenn es für dgl. Forderungen keine Rechtsgrundlage gibt und DEU bereits enorme diesbzgl. Leistungen erbrachte.

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elikey01 21.03.2015, 13:24
112. Blickwinkel auf Realitäten

Zitat von fred2013
"Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, hat man keine Zeit für Fußpflege". 5 Jahre hat Griechenland jetzt nichts gemacht, und Tsipras ist jetz für alle der Sündenbock, weil er das unsinnige Spardiktat nicht mehr mittragen will. Ökonomisch sinnlos; sparen und Wachstum erzeugen. Ich würde mal von allen EU Staaten erwarten, dass das in ihre Länder geschleuste Geld von griechischen Konten mal ernsthaft auf Steuerhinterziehung geprüft würde. Damit wäre dann vermutlich ein großer Teil der Krise beendet. Was die EU mit GR treibt ist schändlich! Da nutzen auch wohlmeinende Floskeln nichts
#31
TSIPRAS wäre "jetzt für alle der Sündenbock"?

Er MACHT sich wohl viel mehr zum Aggressor, der mit verbal vorgehaltener "Waffe" die "Partner" (weiter) zur Kasse "bitten" möchte, bevor er überhaupot anfängt, in seinem Land "Nägel mit Köpfern" zu machen, u.a. z.B. indem er den Kapitalverkehr ins Ausland kontrollierend einschränkte, um die seit Monaten anhaltende mrd.-schwere Kapitalflucht der Wohlhabenden zu stoppen.
Das "geflüchtete" Kapital lässt sich denn auch kaum mehr auf Steueroptimierungen überprüfen, geschweige denn, fällige Steuern mittels funktionaler Finanzverwaltung einzuziehen.

LINKE Sichtweise kann kein objektives, faktenbasiertes Ergebnis, z.B. ein solches, dass "umgekehrt ein Schuh draus wird", nämlich was GR mit den EU-/€uro-"Partnern" treibt, solche Spielchen wie ein bisschen erpressen, drohen, diffamieren u.ä. - aber sich als erstes zu weigern, die Vereinbarungen einzuhalten, die in beiderseitiger Kooperation getroffen wurden.

Die "Floskeln", allerdings eher undifferenziert-rabulistische als "wohlmeinende" aus der LINKS-Perspektive, sind daher zur Krisenbewältigung untauglich, zumal unter "Sparen" und "Reformen" zutiefst unterschiedliche Interpretationen der Umsetzung gelten.
Doch an der Tatsache, dass jeder, der über lange Zeit über seine Verhältnisse, und das auf Pump lebte, sich also nicht "nach seiner Decke streckte", sich eines Tages der Realität stellen, ergo sich den stark eingeschränkten kreditierten "Zuwächsen" anpassen muss, kommen auch linke Lebenskünstler nicht vorbei.

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elikey01 21.03.2015, 14:02
113. Vorführen

Zitat von manfred.krause-jacobs
Wenn ich mich erinnere, wie sich die Politiker Griechenlands in die EU gelogen haben und über das, was sie jetzt abziehen, fällt mir das schon über 2000 Jahre alte Wort von Vergil ein. Zitat: » Ich fürchte die Danaer (Griechen), auch wenn sie Geschenke bringen«. Ob die damaligen Politiker sich auch schon so verhalten haben? Wenn dem so ist dann muss man sich zwangsläufig fragen, warum die EU sich so vorführen lässt?
#90
Die EU - ist was? Ein Konglomerat von Beamten (Politikern) für Beamte, die damit ein Machtzentrum in Brüssel schaffen woll(t)en.

Alle ("elitären") Fehlentscheidungen, die diese EU-Protagonisten nach den hehren Errungenschaften von Montanunion und EWG produzierten und die in einer Gemeinschaftswährung ohne den vorher dringend notwendigen polit. Unterbau im wahrsten Sinne des Wortes "GIPFELTEN", offenbaren sich seit 2010 mit weiteren Versprechens- und Vertragsbrüchen.

Die (üb. 400 Mio.-Menschen starke, doch vertragsbrüchige) EU führt sich höchstselbst vor und wird dazu noch von der links-rechten GR-Reg. eines knapp 11 Mio.-Volkes so verseckelt, dass sich Steuerzahlern und Bürgschaftsgebern die Nackenhaare vor Unverständnis und heiligem Zorn sträuben.

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rolli 21.03.2015, 14:45
114.

Griechenland wurde historisch gesehen mehrfach von Europa, von den USA und bis zur letzten Regierung verraten und verkauft. Man kann das in den jetzt offenliegenden CIA Akten nachlesen, und wer die Ursache dieses Verrats nicht kennt, dem sei hier ein Zitat von Henry Kissinger vorgetragen:

The Greek people are anarchic and difficult to tame. For this reason we must strike deep into their cultural roots: Perhaps then we can force them to conform. I mean, of course, to strike at their language, their religion, their cultural and historical reserves, so that we can neutralize their ability to develop, to distinguish themselves, or to prevail; thereby removing them as an obstacle to our strategically vital plans in the Balkans, the Mediterranean, and the Middle East.

Strafkolonie Griechenland....wenn man solche Freunde hat, braucht man keine Feinde mehr.

rolli

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rolli 21.03.2015, 15:45
115.

Zitat von steinschneider.thomas
Wenn das Kind nicht hört wird es von sozialen Ritualen wie dem Abendessen hungrig ins Bett geschickt. Warum klappt das nicht mit Griechenland?
Weil das Kind ein eigenständiger Staat ist, und solch debiles Gequatsche 70 Jahre zu spät kommt.

rolli

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exilator_ 21.03.2015, 16:21
116.

Zitat von elikey01
#90 Die EU - ist was? Ein Konglomerat von Beamten (Politikern) für Beamte, die damit ein Machtzentrum in Brüssel schaffen woll(t)en. Alle ("elitären") Fehlentscheidungen, die diese EU-Protagonisten nach den hehren Errungenschaften von Montanunion und EWG produzierten und die in einer Gemeinschaftswährung ohne den vorher dringend notwendigen polit. Unterbau im wahrsten Sinne des Wortes "GIPFELTEN", offenbaren sich seit 2010 mit weiteren Versprechens- und Vertragsbrüchen. Die (üb. 400 Mio.-Menschen starke, doch vertragsbrüchige) EU führt sich höchstselbst vor und wird dazu noch von der links-rechten GR-Reg. eines knapp 11 Mio.-Volkes so verseckelt, dass sich Steuerzahlern und Bürgschaftsgebern die Nackenhaare vor Unverständnis und heiligem Zorn sträuben.
Wer war bis vor wenigen Wochen dort an der Regierung? Meinen Sie die etwa mit Ihrer Beschimpfung, oder das griechische Volk? Hören Sie, um betrogen werden zu können und ausgenommen werden zu können, dazu gehören immer 2. Glauben Sie wirklich, dass in Brüssel oder Berlin niemand bescheid wusste, und niemand das ganze hätte bremsen können? Glauben Sie wirklich, dass Merkel belogen wurde, oder Juncker? Wenn ja, jedenfall nicht von Griechenland, sondern von den Beratern, den Banken und Bankstern, und das mussten beide zulassen und sich wegducken, denn beide sind Geschöpfe der banken und des Neoliberalismus.

rolli

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exilator_ 21.03.2015, 16:28
117.

Zitat von elikey01
#31 TSIPRAS wäre "jetzt für alle der Sündenbock"? Er MACHT sich wohl viel mehr zum Aggressor, der mit verbal vorgehaltener "Waffe" die "Partner" (weiter) zur Kasse "bitten" möchte, bevor er überhaupot anfängt, in seinem Land "Nägel mit Köpfern" zu machen, u.a. z.B. indem er den Kapitalverkehr ins Ausland kontrollierend einschränkte, um die seit Monaten anhaltende mrd.-schwere Kapitalflucht der Wohlhabenden zu stoppen. Das "geflüchtete" Kapital lässt sich denn auch kaum mehr auf Steueroptimierungen überprüfen, geschweige denn, fällige Steuern mittels funktionaler Finanzverwaltung einzuziehen. LINKE Sichtweise kann kein objektives, faktenbasiertes Ergebnis, z.B. ein solches, dass "umgekehrt ein Schuh draus wird", nämlich was GR mit den EU-/€uro-"Partnern" treibt, solche Spielchen wie ein bisschen erpressen, drohen, diffamieren u.ä. - aber sich als erstes zu weigern, die Vereinbarungen einzuhalten, die in beiderseitiger Kooperation getroffen wurden. Die "Floskeln", allerdings eher undifferenziert-rabulistische als "wohlmeinende" aus der LINKS-Perspektive, sind daher zur Krisenbewältigung untauglich, zumal unter "Sparen" und "Reformen" zutiefst unterschiedliche Interpretationen der Umsetzung gelten. Doch an der Tatsache, dass jeder, der über lange Zeit über seine Verhältnisse, und das auf Pump lebte, sich also nicht "nach seiner Decke streckte", sich eines Tages der Realität stellen, ergo sich den stark eingeschränkten kreditierten "Zuwächsen" anpassen muss, kommen auch linke Lebenskünstler nicht vorbei.
Ja,wie wunderbar Ihre Erkenntnis, aber leider grottenfalsch, denn die Lage Griechenlands hat mit links, rechts oder oben und unten nichts zu tun. Dort waren sowohl griechische als auch deutsche und Französische Verbrecher am Werk, die sich nun, da das Kind in den Brunnengefallen ist, davongemacht haben, weil sie ihr Schäflein im Trockenen haben. Wenn einer Ihre Familie beklaut, was für einen Tonfall schlagen Sie da an? Ich finde, angesichts des kapitalistischen Raubzuges der EZB, Euroraum, Weltbank etc. hat diese Regierung ziemlich kleinlaut und gelassen reagiert. Jeder, der im Privatleben so ausgeplündert wurde, würde seinen Nachbarn nicht so glimpflich davon kommen lassen.

exilator

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Bran Mak Morn 21.03.2015, 17:02
118. Beendet den Schuldenschwindel: Griechenland schuldet gar nichts!

Beendet den Schuldenschwindel: Griechenland schuldet gar nichts!
21. Februar 2015 • 13:24 Uhr
Die angeblichen „Rettungspakete“, die Griechenland aufgezwungen wurden, um die europäischen Großbanken zu stützen, haben die „Schulden“ des Landes deutlich vermehrt.

http://www.bueso.de/node/7912

Diskussionsbeitrag: Warum eine europäische Schuldenkonferenz nötig ist - nicht nur für Griechenland
27. Januar 2015 • 17:28 Uhr

http://www.bueso.de/node/7874

Zu dieser Schlußfolgerung kommen die Autoren des Artikels: „Wir brauchen eine europäische Schuldenkonferenz“, Dean Andromidas und Paul Gallagher. Der Artikel erscheint diese Woche in der Neuen Solidarität, Nr. 5, 28.1.2015.

http://www.solidaritaet.com/neuesol/2015/5/schulden.htm

Wer ist Manfred Julius Müller?

http://www.das-kapital.eu/manfred-mueller.html

Gegen die zentralistische Brüsseler EU, die gerade zu einer Art Rätediktatur zu werden droht!

http://www.europaeische-union-eu.de/

Nachdenkseiten Weblog nach Albrecht Müller, Autor von "Die Reformlüge"

http://www.nachdenkseiten.de/?p=25504#more-25504

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