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Kritik an Bundesregierung: "Wir unterschätzen, welchen Frust unsere 1,5-Prozent-Ansag
DPA

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, warnt die Bundesregierung davor, die Nato-Partner zu verärgern. Ohne das Bündnis müsste Deutschland das Doppelte für Verteidigung ausgeben.

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MisterD 01.04.2019, 07:08
1. Man darf aber nicht vergessen...

dass 1,5% des deutschen BIP immer noch mehr ist, als 2% des französischen oder italienische BIPs. Deutschland ist europaweit das Land, welches absolut gesehen am meisten fürs Militär ausgibt. Dass die USA natürlich nochmal deutlich mehr ausgeben, ok geschenkt. Aber bei den USA entstehen die Ausgaben ja nicht allein für die NATO, sondern resultieren aus zahlreichen Kriegen, die geführt werden/wurden, sowie unzähligen Stützpunkten in der Welt...

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bernteone 01.04.2019, 07:19
2. Ist es wirklich erwähnenswert das

Genrelll den deutschen Haushaltsentwurf kritisiert hat ? . Deutschland Rüstungsetat liegt gleichauf mit dem von Frankreich oder Kanada und das 10 fache von Belgien oder 2/3 vom Russland . Die einzigen die mehr ausgeben sind die USA , China . ich weiß noch warum die Europäer da unbedingt mitziehen müssen und gegen wenn wird da hochgerüstet . Die Russen haben ihren Wehretat 2018 um 20 % runter gefahren. Von wo kommt die Bedrohung , die einzige Bedrohung für den Weltfrieden sehe ich zur Zeit in den USA . Da wird Saudi Arabien aufgerüstet sogar Nuklearwaffen sind kein Tabu mehr , auf der andern Seite Handelskriege oder Umsturzversuche in Venezuela wo die Russen sich festgesetzt haben
Warum muß Europa sich an diesem Wahnsinn beteiligen .

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schnubbeldu 01.04.2019, 07:26
3. "völlig blind, taub und wehrlos" ...

... sind wir schon HEUTE! Und die Zeit des "Ausruhens" kann durch Geld nicht ausgeglichen werden, weil einfach die komplette Ausrüstung der Bundeswehr im Allerwertesten steckt. Es dauert JAHRE, und nicht nur Geld, dass die Bundeswehr auf Vordermann gebracht wird.

Allein als mit dem 4+2 Vertrag die Souveränität Deutschlands festgeschrieben wurde, hatte die damalige Regierung unter Helmut Kohl die Folgekosten total unterschätzt. Was war passiert? Man schrumpfte die Bundeswehr immer mehr ab, versuchte mit dem "freigewordenen" Material immer wieder das bisher "alte" Material zu ergänzen und scheute nun knapp 30 Jahre Investionen in eine neue Ausstattung. Klar, es kamen mal neue Hubschrauber, Eurofighter, Drohnen und A400M hinzu, aber nichts davon funktioniert. Der Höhepunkt war dann noch dass selbst das Schießeisen nicht seinen Anforderungen entspricht und standhält.

Sorry, es es richtig dass Deutschland schwarze Nullen produziert und Schulden abbaut. Aber bitte nicht auf Kosten der Bundeswehr, hier haben wir mit Sicherheit in anderen Etatbereichen Einsparungspotenzial, sodass die fehlenden 0,5% an zusätzlichen Ausgaben mehr als möglich sind.

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claus7447 01.04.2019, 07:39
4. Alter Mann ohne Visionen

Sehr geehrter Herr ischinger, wo bleiben ihre Alternativen? Nur auf Deutschland beschränkt? In Zeiten da der wichtigste Partner der NATO diese in Frage stellt, bedarf es neuer Visionen. Europarates.

Die Auswirkungen wären überschaubar, ja vielleicht auch die 2% notwendig. Aber zuerst benötigen wir dafür eine vertrauenswürdige Person die die BW leitet und einen vertrauenswürdigen kontrollierten Apparat dafür.

Derzeit sind die Millionen zum grössten Teil falsch angelegt.

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Dastapfereschweißerlein 01.04.2019, 07:42
5.

Warum sollten die Ausgaben ohne Nato so hoch sein ? Nur wegen der Nato sind alle Waffensysteme auch auf internationale Einsätze ausgelegt und damit deutlich teurer. Nehmen wir doch mal Japan als Beispiel weil das von der Landesgröße und Einwohnerzahl recht vergleichbar ist. Japan hat 0,9% als reine Verteidigungsarmee und die Leben auf einer Insel und sind somit auf eine starke (und teure) Marine angewiesen. Dazu haben die einen Agressor direkt vor der Haustür der durchaus mal durchdrehen könnte.
Die USA möchten nur das unsere Ausgaben steigen weil sie gern ihre Rüstungsgüter loswerden wollen. Kann man verstehen, muss man aber nicht unterstützen.

Nur mal so als Vergleich: Weitere Europäische nicht-Nato Staaten und deren Ausgaben Irland 0,4; Österreich 0,7; Schweiz 0,7; Schweden 1,0; Finnland 1,4.

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pharisaer 01.04.2019, 07:44
6. Herr Ischinger hat Recht

Ab dem Jahr 2019 wäre ein Wehretat von bis zu 60,5 Milliarden Euro drin gewesen. Bei den Steuerüberschüssen des Bundes, der letzten Jahre. wenn schon eine Groko mit diesem Boom, das nicht schafft, wer denn dann? Dazu kommt eine seltsame Einstellung zum Thema. Eine Union die mit 3 Panzern, 3 Flugzeugen und mit 3 Schiffen die Landesverteidigung garantieren will und seine Bündnispflichen adäquat erfüllen will und eine Linke Seite im Parlament, die bei jedem Projekt und beoäi jeder Ausrüstungsdebatte aufschreit: Aufrüstung Aufrüstung! Obwohl die BW bis 1990 wesentlich grösser war, was die Anzahl von Soldaten angeht und die Masse an Material. Sicher, will man keine Szenarien spielen, wie man es vor 1990 machte. 2.300 Kampfpanzer vom Typ Leo 2 braucht man nicht aber die geplante Aufstockung auf 328 ist nur ein kleiner Schritt. 668 Panzer wären angebracht, so das jedes Batallion voll ausgerüstet ist. Heute sind 9 Fregatten, zukünftig 11 Fregatten zu wenig. Man bräuchte wieder 3 Zerstörer,. Man will keinen franz. Tiger Hubschrauber mit bewegl. Bordkanone, man will einen UHT Tiger der sich im ganzen Drehen muss. Der A400M kann keinen Kampfpanzer, keine Panzerhaubitze transportieren, obwohl man seit dem AFG Einsatz dazu hätte lernen müssen.
Man hätte die C-17 bis 2015 kaufen müssen für grösste Lasten, bevor man beständig Antonov Maschinen anmietet. Und da liegt das Problem, das unsere Politiker, insbesondere die der Union, nicht wissen, was sie wollen. Zum Leidwesen der Soldaten im Auslandseinsatz. Hauptsache im Fernen Kunduz wird Müll getrennt im Camp, der ausserhalb des Camp wieder auf ein Haufen geworfen wurde, Hauptsache das Lager sah sauber aus und die Ruheverordnung würde eingehalten. Das erinnert mich an Asterix und Obelix während Caesar in England gelandet ist. Während der Kämpfe, machten die Engländer ihre Tea-Time und die Römer schauten dumm aus der Wäsche und ab Freitags wurde Weekend gemacht. Ich stell mir das so vor: Die Taliban haben angegriffen, deutsche Soldaten konnten Aufklärungsflüge mit Drohnen nicht umsetzen, weil man die Ruheverordnung einhalten muss. Was, kümmert das die Taliban? Berlin ist 5.500 Km entfernt...

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mp64 01.04.2019, 07:49
7. Verteidigung ?

Die US Waffengesetzgebung wird schon lange nur von Geschaeftsinteressen bestimmt, das gilt intern, siehe NRA, wie extern. Diese Gesellschaft ist krank und ihre Regierung, so wie ihr Repraesentant in Berlin bestaetigen das trefflich. Wo Neuseeland reagiert wird in den USA fuer die Opfer gebetet und der Logik des Komerzes folgend will man Lehrer bewaffnen, das ist krank! Die Kosten dieser manischen Gewaltorgien sind Fluechtlingsstroeme die Europa destablisieren. Das hat mit Verteidigung und europaeischer Sicherheit nichts zu tun, im Gegenteil.

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quark2@mailinator.com 01.04.2019, 07:54
8.

Ohne das Bündnis ... tja, was wäre dann ? Frankreich und England sind Atommächte, d.h. wegen denen braucht Deutschland nicht mehr zu rüsten. Gilt auch für Russland. Polen, Österreich, Schweiz, Dänemark, Niederlande oder Luxemburg werde Deutschland nicht angreifen. Also wozu sollte man jetzt groß rüsten ? Aber selbst wenn. In dem Fall könnte Deutschland eine wirklich funktionierende Armee aufbauen, nicht dieses Flickwerk, welches ganz offensichtlich zwar zur NATO-Teilstreitkraft taugt, aber nicht zu einer eigenständigen, vollintegrierten Armee. Wir sollen Geld in Expeditionskorps stecken, die Deutschland gar nicht braucht. Ich sehe es gar nicht ein, daß Deutschland nennenswert Geld in Rüstung steckt. Wie schon oben geschrieben, sind wir seit WK2 militärisch nicht mehr frei und selbständig. Da muß man keine Kohle für das eigene Gefängnis ausgeben. Ich kann übrigens mit der Situation leben, nur sollte man sie bei der Entscheidungsfindung auch klar benennen. Wenn USA, UK und FR wollen, daß DE das Geld ausgibt, dann sollten sie vorher die Kontrolle über DE aufgeben, ihre Truppen abziehen und die uns auferlegten Beschränkungen aufheben. Das wird niemand wollen. Ergo wollen wir kein Geld in für uns nutzlose Waffen stecken. Meine rein persönliche Meinung.

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smarenwolf 01.04.2019, 08:03
9. Spielt keine Rolle.

Zitat von MisterD
Man darf aber nicht vergessen dass 1,5% des deutschen BIP immer noch mehr ist, als 2% des französischen oder italienische BIPs. Deutschland ist europaweit das Land, welches absolut gesehen am meisten fürs Militär ausgibt.
Spielt keine Rolle.
2% vertragliche Verpflichtung sind 2% vertragliche Verpflichtung.

Nur weil ein wohlhabender "mehr Steuern zahlt als ein Mittelständler", darf er dennoch keine 20mio im Jahr an Steuern hinterziehen, selbst wenn er dann immernoch mehr Steuern zahlen würde als der Mittelständler.

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