Forum: Politik
Kritik an Bundesregierung: "Wir unterschätzen, welchen Frust unsere 1,5-Prozent-Ansag
DPA

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, warnt die Bundesregierung davor, die Nato-Partner zu verärgern. Ohne das Bündnis müsste Deutschland das Doppelte für Verteidigung ausgeben.

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hps 01.04.2019, 10:47
60. Da belassen, wo sie hingehören: in die Spielewelt der Cyberdimension

Bleibt standhaft, Bundesregierung.
Es gibt wesentlich bessere und gesündere Arten, das von der Volkswirtschaft erarbeitete Vermögen auszugeben als es den Anhängern der entsetzlichen Theorie, welche die Menschheit mit rundherum voll gespickten Verteidigung/Angriffs/Drohgerätschaft ausgerüstet als erstrebenswert ansieht, zu geben.
Wie bitte, kann das denn auf die Dauer gut gehen? Leitet das überschüssige Potential unserer Arbeit in phantasievolle Projekte. Leitet das erarbeitete Vermögen in Aufgabenstellungen, die junge Menschen begeistern, den Menschen Abenteuer und Spaß und Herausforderung abverlangt, dann können wir die Kriegsspiele da belassen, wo sie hingehören: in die Spielewelt der Cyberdimension.

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hermannbote 01.04.2019, 10:48
61. Erfundene Argumente

Zitat von Dastapfereschweißerlein
Warum sollten die Ausgaben ohne Nato so hoch sein ? Nur wegen der Nato sind alle Waffensysteme auch auf internationale Einsätze ausgelegt und damit deutlich teurer. Nur mal so als Vergleich: Weitere Europäische nicht-Nato Staaten und deren Ausgaben Irland 0,4; Österreich 0,7; Schweiz 0,7; Schweden 1,0; Finnland 1,4.
Die Kosten für Waffensysteme haben rein garnichts mit "internationalen Einsätzen" zu tun! Sollten Sie meinen, dass wir mit NATO-Partnern zusammen operieren können müssen, dann ist das Interoperabilität und ist wohl in einer Gemeinschaft unabdingbar - übrigens auch innerhalb nationaler Systeme.
Zu Ihren anderen Zahlen fehlen Bezugsgrößen: Damit sind sie völlig wertlos.

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Schartin Mulz 01.04.2019, 10:49
62. Dann müssen Sie sagen,

Zitat von sailor60
Komischerweise hat die Nato eine Befehlsstruktur. Wo soll hier ein Problem liegen? Die politischen Interessen im militärischen Bereich gehen in Europa auseinander? Wenn ich mich nicht irre wollen sie alle das, was auch die Nato bietet: Sicherheit - und das möglichst billig. Das man sich dabei auf mehr Europa einigen muß ist klar, aber den Teil bzgl. einer gemeinsamen Aussenpolitik haben sie gleich ganz überlesen. Klar muß investiert werden, aber an den richtigen Stellen. Die Franzosen schaffen es ja offensichtlich mit weniger Geld mehr bereitzustellen. Entweder schauen wir uns dort etwas ab, oder wir drücken den Franzosen das Geld dafür in die Hand - zumindest wenn es sich um eine EU Armee handelt. Eine EU Armee ist auch nichts, was morgen bereit steht, aber das muß sie auch nicht, denn ich weiß gerade niemanden der Europa aktuell auch nur bedrohen könnte. Ich laß gerade einen Bericht, dass die Russen nicht mal die Ostukraine angreifen könnten, vorrausgesetzt die Ukraine entschließt sich zu kämpfen. Vor wem sollten wir uns also fürchten?
was Sie konkret wollen.
"Sie meinen, was in der Nato geht, würde als EU nicht funktionieren?" schreiben Sie.
Es sind zwei völlig unterschiedliche Strukturen.
Eine EU-Armee wäre eine eigenständige Armee, würde also die eigenständigen Armeen der Mitgliedsstaaten ablösen.
Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, das aus eigenständigen Armeen besteht.
Über den Einsatz der Bundeswehr entscheidet der Bundestag, nicht die NATO. Wer entscheidet über den Einsatz einer EU-Armee?

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Shivon 01.04.2019, 10:50
63.

2018 lagen die Rüstungsausgaben bei 51 Mrd. Dollar.
Ich denke das ist genug.
Es wird immer berichtet, die Bundeswehr sei in einem schlechten Zustand.
Sollte das stimmen, dann stimmt etwas nicht mit der Verwaltung, aber nicht mit der Höhe der Ausgaben.
Das wird besonders klar im Vergleich zu Frankreich (52 Mrd. Dollar, 2018) oder GB (61 Mrd. Dollar, 2018).
Entweder deren Armee ist auch in einem schlechten Zustand und man liest darüber nicht jeden 2. Tag oder sie können das Geld besser ausgeben.
Wenn aber jede Armee mit einem solchen Etat in einem so schlechten Zustand ist, dann ist das vlt. auch nur der Ruf danach mehr Geld ineffektiv auszugeben.

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hermannbote 01.04.2019, 10:55
64. In welcher Welt leben Sie denn?

Zitat von quark2@mailinator.com
Wir sollen Geld in Expeditionskorps stecken, die Deutschland gar nicht braucht. Ich sehe es gar nicht ein, daß Deutschland nennenswert Geld in Rüstung steckt. Wie schon oben geschrieben, sind wir seit WK2 militärisch nicht mehr frei und selbständig. Da muß man keine Kohle für das eigene Gefängnis ausgeben. Ich kann übrigens mit der Situation leben, nur sollte man sie bei der Entscheidungsfindung auch klar benennen. Wenn USA, UK und FR wollen, daß DE das Geld ausgibt, dann sollten sie vorher die Kontrolle über DE aufgeben, ihre Truppen abziehen und die uns auferlegten Beschränkungen aufheben.
Ich habe jahrelang im NATO-HQ gearbeitet: Die Aussage, Deutschland wäre seit dem 2. Weltkrieg "militärisch nicht mehr frei und selbstständig", ist unglaublicher hanebüchener Unsinn! Wenn Sie meinen, in einem Gefängnis zu leben, sollte man erst einmal prüfen, welches Verhältnis Sie eigentlich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung haben!
Und Sie ignorieren, dass sehr woll nahezu alle Partner ein Problem mit Deutschlands Sparkurs haben.
Ach ja: Welches "Expeditionskorps" meinen Sie eigentlich?

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kleinsteminderheit 01.04.2019, 10:58
65. Chaotisch

Es ist zwar unbestritten, dass die Bundeswehr mehr Geld braucht. Es stellt sich aber die Frage, ob sie es derzeit überhaupt sachgemäß verwenden kann. Es gibt langandauernde Peinlichkeiten wie z. B. Fehlende Schutzwesten, Winterausrüstung oder geeignete Handfeuerwaffen nebst Trainingsmunition, die wirklich nicht die Welt kosten, die aber seit Jahren fehlen. Das gleiche gilt für den Ersatzteilsektor. Wer immer nur Unsummen für Großgerät ausgibt, aber nicht in der Lage ist, das Personal auszurüsten und die Mittel für Betrieb und Wartung bereitzustellen agiert chaotisch und verbrennt Geld. Neben mehr Geld braucht die Bundeswehr dringend eine geeignete Organisation, die ein bedarfsgerechte Finanzplanung sicherstellt.

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smokiebrandy 01.04.2019, 10:59
66. ... das angestrebte 2% Ziel...

Ich denke , das 2% Budget kann auch sehr gern überschritten werden. Wenn die Bundeswehr durch diesen Vereidigungsetat ausgerüstet und ausgebildet ihren verfassungsgemäßen Auftrag erfüllt... und nur diesen ! Die Verteidigung der Bundesrepublik und die Zusage für den Beistand eines Nato Partners bei Angriff durch feindliche Armeen.
So lange mit diesem Geld überteuerte und unsinnige Rüstungsprojekte gefördert werden sollen, so lange ein großer Teil davon in verschlungene Beraterfirmen verschwindet , so lange Millionen Euro in völkerrechtswidrige Kriege investiert werden , sollte man den Etat sogar senken.
Der Konflikt in Afgahnistan ist ein Beispiel für sinnlose Milliarden und sinnlos gefallene Soldaten. Bündnisfall? Der Krieg in Syrien ist kein Nato Bündnisfall !
Ich denke die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Konzentration auf den Verfassungsauftrag würde auch den Rückhalt in der Bevölkerung der Bundeswehr verbessern.
Für so eine Bundeswehr , gerne auch mehr Geld , wenn sie das leistet.
Aber um Landesverteidigung geht es dieser Nato schon lange nicht mehr. Deutschland soll und will eine "führende Rolle" in der Welt überehmen...die Nato dient als Instrument zur Durchsetzung der globalen Interessen der USA, GB ,Frankreichs und Kanadas...
Russland hat mit Sicherheit keine Pläne einen Krieg gegen Westeuropa zu führen. Es verdient sehr gut Geld mit diesen Ländern...aber die Zeiten , dass man sie an der Nase herumführen kann , sind offensichtlich vorbei. Man sollte aufhören zu versuchen die Verhältnisse zu destabilisieren und auf Russland als Partner zugehen...dann könnte man auch viel besser über bestimmte Probleme reden als zu drohen.

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hermannbote 01.04.2019, 11:08
67. Woher kommt "Schrott"?

Hier im Forum wird viel Unsinn geschrieben. Die oft kritisierten Systeme sind immer teurer geworden, weil verantwortliche Politiker, vor allem aber Militärs immer mehr Fähigkeiten haben wollten. Was es aber bedeutet, ein System bei einem bereits laufenden Vertrag ändern zu wollen, kann sicher jeder erahnen! Versuchen Sie einmal, bei einem per Vertrag bestellten Auto, das nächste Woche in die Produktion geht, nur die Farbe zu ändern!
Ich habe selbst erlebt, wie deutsche hohe Militärs wütend verlangten, bei einem sehr komplizierten und teuren Projekt umfangreiche Änderungen durchzusetzen, die nur die deutsche Seite haben wollte!
Und wenn man dann einmal die hochkomplexen Systeme hat, stellt man fest, dass der Etat der Bundeswehr so lächerlich ist, dass man sie nicht angemessen instandhalten kann.
Wer den Zustand der Streitkräfte kritisiert, sollte einmal über die Sozialleistungen nachdenken!

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claus7447 01.04.2019, 11:55
68. Sie haben recht ...

Zitat von hermannbote
Hier im Forum wird viel Unsinn geschrieben. Die oft kritisierten Systeme sind immer teurer geworden, weil verantwortliche Politiker, vor allem aber Militärs immer mehr Fähigkeiten haben wollten. Was es aber bedeutet, ein System bei einem bereits laufenden Vertrag ändern zu wollen, kann sicher jeder erahnen! Versuchen Sie einmal, bei einem per Vertrag bestellten Auto, das nächste Woche in die Produktion geht, nur die Farbe zu ändern! Ich habe selbst erlebt, wie deutsche hohe Militärs wütend verlangten, bei einem sehr komplizierten und teuren Projekt umfangreiche Änderungen durchzusetzen, die nur die deutsche Seite haben wollte! Und wenn man dann einmal die hochkomplexen Systeme hat, stellt man fest, dass der Etat der Bundeswehr so lächerlich ist, dass man sie nicht angemessen instandhalten kann. Wer den Zustand der Streitkräfte kritisiert, sollte einmal über die Sozialleistungen nachdenken!
aber auch Sie sind damit gemeint.

Und wenn Sie schon im "inneren Zirkel" waren, und in ihrem Beitrag Forderungen schildern, zeigt es doch, dass der Fisch "vom Kopf stinkt!"

Nein - ich bin kein Spezialist der BW. Allerdings habe ich im familiären Umfeld einige Kollegen von Ihnen. Frau Sutter hat hingeworfen, weil der Filz u.a. in Koblenz und im Ministerium so dicht ist, dass es nur mit Änderungen von oben verbessert werden könnte. Gut die BK hat dazu keine Lust.

Aber solange Geld dort mit unsinnigen Projekten verschleudert wird.
Wenn Geld knapp ist - dann kann man mal nicht so kurz 130 Mio. mit einer Gorch Fock verbraten. Und wenn "Traditions-Gemümmel" so wichtig ist, wichtiger wie einsatzfähige Boote, dann werden die billigst nach Südamerika vergeben - da gibt eine Segeljacht zu 50 Mio. picko bello!

Und bedanken dürfen Sie sich neben UvdL auch bei unserem Oberlehrmeister Guttenberg, den der meinte Ersatzteile braucht man nicht bevorraten - die gibt es von der Stange...

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Dr. Kilad 01.04.2019, 11:57
69. Mehr ausgeben?

Ja, für Soziales nicht zur Kriegsführung. So etwas wie Frieden, scheint Ischinger sowie so nicht zu kennen.

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