Forum: Politik
Kritik an der türkischen Außenpolitik: Schluss mit dem Erdogan-Bashing!
AFP

Der türkische Präsident Erdogan steht wegen seiner Politik gegenüber den Kurden schwer in der Kritik. Doch die Entrüstung über die Türkei ist selbstgerecht und unglaubwürdig.

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deftone23 22.10.2014, 14:17
80.

Zitat von emeticart
... Sichtweise. Die "Nichthilfe" für die Kurden, die IS-Unterstützung sind nur ein weiterer Mosaikstein in dem Bild des Herrn Erdogan und seiner Partei. Es geht um einen islamisch fundamentierten Grossmachtanspruch, der nichts, aber auch gar nichts mit unseren Werten zu tun hat. MfG
Ach,das ist eine beengte Sichtweise und Sie haben den Durchblick ?

Sie reden von "Nichthilfe", ja wo helfen wir denn ?

Jaja, "unsere Werte" ? Wasser predigen und Wein saufen, DAS sind unsere Werte. An der Destabiliesierung durch Waffenlieferungen mitwirken und die Suppe andere auslöffeln lassen,hier die Türkei, DAS sind unsere Werte.

Selbst nur schlau daherreden, den Hintern nicht hoch bekommen und von anderen ein Eingreifen verlangen,DAS sind unsere Werte.

Demokratie fordern, aber nichts da
zu beitragen, DAS sind unsere Werte.

Es ist bemerkenswert wie ganze Armadas an Foristen ihr Halbwissen und ihre enges Weltbild als vollkommen betrachten.

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wm.wagner-hh 22.10.2014, 14:23
81. Metroport46

Die Analyse des Herren Michael Bröning ist aber nicht ganz zutreffend.

Außenminister Cavusoglu verkündete am Montag, kurdischen Peschmerga-Kämpfern aus dem Nordirak die Durchquerung der Türkei nach Kobane gestatten zu wollen, doch Details sind bislang unklar. Wird der Korridor für die Peschmerga nach Kobane mit oder ohne Waffen erlaubt. Details können lange Verhandelt werden bis dahin ist Kobane von der IS eingenommen. Einen Korridor für syrisch-kurdische Truppen lehnt die Türkei weiterhin ab.
Wenn die Peschmerga-Kämpfern aus dem Nordirak mit kurdischen Freiheitskämpfern in Kobane
Seite an Seite Kämpen dürfen sie keine Waffen an kurdischen Freiheitskämpfern weitergeben.
Wenn das nicht so ist, dann kann die Türkei doch gleich Waffen an die kurdischen Freiheitskämpfer
Liefern.
Vom Herbst 2011 an hat Erdogan das Assad-Regime verurteilt. Vor 2011 waren Herr Erdogan und Herr Assad beste Freunde. Zu diesem Zeitpunkt hat das Assad-Regime die Opposition mit Folter und Waffengewalt brutal unterdrückt.
Wenn die Türkei, Flugverbotszonen, humanitäre Korridore und Schutzzonen in Syrien für die Zivilbevölkerung forderte, hat sie den dafür ein UN Mandat. Es heißt doch ohne ein UN Mandat
dürfen keine türkischen Truppen die Syrische Grenze überschreiten. ( das wäre ein Bruch des Völkerrechts )
Deshalb stehen doch Türkische Truppen 300 m vor der Syrischen Grenze.
Erdogan weiß ganz genau dass diese UN Mandat auf Grund des Vetos Russlands nie erteilt wird.
Was will Erdogan denn, er will keine selbst verwalteten Kurdischen Regionen an der Türkische Syrischen Grenzregion.
Diesen Wünsch erfüllt im die IS, die Zeit spielt für ihn also abwarten und immer neue unerfüllbare Forderungen stellen.

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uvg 22.10.2014, 14:27
82. Der Artikel ist nur dann ...

verstehbar, wenn man konsequent wie Herr Bröning die Kurdenfrage ausklammert. Peinliche Einseitigkeit.

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damtschweli 22.10.2014, 14:40
83.

Nein, dem Herrn Erdogan ist natürlich nicht vorzuwerfen, daß er die türkischen Streitkräfte nicht einsetzt. Denn hierzu ist die Türkei nicht verpflichtet.
Ihm ist aber vorzuwerfen, daß er seit Jahren die Islamisten unterstützt und die Kurden bekämpft.
Und auf das Angebot eines Schulterschlusses unter dem Versprechen, daß dann Assad beseitigt wird, darf "der Westen" nicht eingehen, denn das hieße, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Sollte Assad fallen, dann sei Gott allen anständigen Syrern gnädig.

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Rebellierender 22.10.2014, 14:46
84. Nur fehlende Informationen?

Zitat von lotharec
Der Autor hat bei seinen diversen Hinweisen auf die UN wohl vergessen, dass alle Beschluesse des Sicherheitsrates bezueglich Syrien bisher durch Russland und teilweise China blockiert wurden. Und damit alle Forderungen der Tuerkei ......
Vielleicht hätten Sie sich eher einmal mit dem Text der durch Russland und China abgelehnten Resolutionen auseinandersetzen sollen.
Kurz: Wer einseitig in einen blutigen Konflikt wie den in Syrien Partei ergreift und das durch eine Resolution des Sicherheitsrates decken lassen will, der muss sich nicht wundern, dass er auf Widerstand stösst. Gerade Russland hat mit dem Missbrauch seiner Enthaltung hinsichtlich der Libyen-Resolution ja so seine Erfahrungen gemacht. Die Syrienresolutionens des Westens wären dann glaubhaft gewesen, hätte man weiteres Blutvergießen in die Richtung sanktioniert, aus der es ausgelöst worden wäre. So aber hätten die "syrischen" Rebellen aller Art einen Freifahrtschein für weiteres Töten erhalten - und die Sanktionen hätten ausschliesslich Assad getroffen.

Nicht vergessen ist auch, wer den Konflikt durch die Torpedierung der Genf I-Konferenz zu Syrien torpediert und Kofi Annan zum Rücktritt gezwungen hat.
Vielleicht sollten Sie sich erst umfassend informieren, bevor Sie derartigen Unsinn schreiben.

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berna-erdem 22.10.2014, 14:50
85.

Danke an den Autoren, einer der endlich sich traut, dies offen in einer weltbekannten zeitschrift zu schreiben. Die kurden wollten das schon die ganze zeit der welt sagen doch amerika guckt absichtlich weg und versucht immer erneut mit der Türkei zu kooperieren. Ich hoffe die Türkei wird endlich vom nato Bündnis rauageworfen da die Türkei selbst die scharia anstrebt!!!

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Chiefli1 22.10.2014, 15:07
86. was genau

Zitat von egal42
na gut, ich werde absofort mehr differenzieren. man muss zugeben das die türkei sich hier nicht gänzlich falsch verhält, aber wenigstens die grenze nach kobane könnten sie öffnen,damit sich dir kurden selbst besser verteidigen können und der nachschub gewährleistet ist.
Vor 4 Wochen hiess es, dass übermorgen die Munition ausgeht. Vor 3 Wochen, dass sich das letzte Magazin zu Ende neigt, vor 2, dass nur noch einige Patronen übrig sind, vor 1 nur noch ein Schuss...und trotzdem wurde ständig geschossen....Raten Sie mal woher die Munition kommt, wenn denn nicht durch die TR?
Es ist eines, im Geheimen die PKK - schlussendlich ist die YPG nichts anderes, zumal viele der Kämpfer dort PKK-Angehörige sind - mit Munition zu versorgen, es ist allerdings etwas anderes ihnen schwere Waffen zu liefern, für die sie noch nicht einmal die Garantie geben, sie nicht gegen die TR zu benutzen...

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Chiefli1 22.10.2014, 15:19
87. Naja

Zitat von adal_
Niemand wirft Erdogan vor, de Opposition gegen Assad unterstützt zu haben. Der Vorwurf lautet vielmehr, dass er es auf eine unanständig selektive Weise tut: Kurdische Autonomisten werden wie Feinde behandelt, IS-Terroristen wie Verbündete. Die dürfen im übrigen auch nicht bloß unbehelligt die Grenze überquieren, sondern werden auch in türkischen Krankenhäuserm behandelt, nutzen die Türkei als Rückzugsraum und werden von radikalislamistischen "Wohlfartsverbänden" unterstützt, ohne dass sich die türksichen Behörden da einmischen.
Wenn schon kann Erdogan 'nur' vorgeworfen werden, dass er von Beginn weg Gegner von Assad unterstützt hat. Dass ein Teil dieser Gruppe sich danach der IS anschloss, kann als kurzsichtig von der TR angesehen werden, aber nicht unbedingt als Zeichen für Unterstützung...

Im Presseclub bezeugte der Spiegelreporter, wie er selbst gesehen hat, wie die IHH (oben genannter Wohlfahrtsverband) in Hatay die Grenze mit ominösen bärtigen Männern -für ihn klar IS-Terroristen - überquert hat. Leider hat er offen gelassen, ob diese Männer wirklich IS-Anhänger waren (hat er diese gefragt?) oder einfach 'nur' radikale. Merkwürdig bei der ganzen Sache finde ich, dass die Grenze bei Hatay eigentlicht FSA (wird wohl von der TR unterstützt) Gebiet ist, welche wiederum Feinde der IS sind.

Ausserdem schaut man sich die Kampfhandlungen an, so kann man rel. leicht feststellen, dass die IS hauptsächlich gegen andere Islamisten und gegen die FSA -insbesondere in und um Aleppo, wo die IS freundliche Unterstützung von Assadtruppen gegen die FSA bekam - gekämpft hat. Erster grösserer Konflikt zwischen Assad und IS war erst diesen Sommer....Daher welchen Sinn macht es, dass die TR ausgerechnet jene unterstützt, welche gegen Gegner von Assad zu Felde ziehen?

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kaischek 22.10.2014, 15:38
88.

Zitat von ilaze09
Okay, eines habe ich nun verstanden, nachdem ich mir alle Kommentare durchgelesen habe. "Die Türkei soll ja gar keine Bodentruppen nach Kobane schicken um zu helfen, denn das will keiner und erst Recht nicht die Kurden"... okay das habe ich bereits gewusst. Das ......
Politisch betrachtet, gebe ich Ihnen Recht. Menschlich betrachtet, und das ist für mich der Maßstab, brennt das Haus Ihres Nachbarn. Er hat Ihnen vielleicht ein paar Mal zu häufig ins Waschbecken gepinkelt, aber sein Haus brennt und seine Familie ist in Gefahr. Natürlich können Sie angesichts des Feuers sagen, dass Sie das nichts angeht. Schließlich weiß sich der Nachbar nicht zu benehmen und Ihr Haus brennt ja nicht. Sie können ihm aber auch helfen und danach das Gespräch suchen. Spätestens wenn die ersten IS-Kämpfer die türkische Grenze zum Morden und Brandschatzen überschreiten, wird die Türkei jemanden brauchen, der beim Feuerlöschen hilft.

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neanderspezi 22.10.2014, 15:55
89. Die Begriffe selbstgerecht und unglaubwürdig zeigen hier die Wirkung eines Bumerangs

Es kann viele Motive geben, eine korrupte, nach Autokratie strebende, Opposition verfolgende, wozu hat ein Land denn Gefängnisse, und insgeheim nach Hegemonie in religiös aufgestachelten Randgebieten strebende Regierung mit wohlwollenden und verständnisvollen Argumenten einer reinigenden Begutachtung zu unterziehen und dazu muss nicht zwingend ein ehrbarer Opportunismus, ein großartiges Geschäftsinteresse, eine politisch gefärbter Gleichklang oder sonst irgendeine geheimnisvolle Verbundenheit die Feder führen, sondern einfach der lautere Wunsch, störende Momente bei der IS-Handhabung und Pflege durch Erdogan und seine Mannen in der Wahrnehmung vieler Beobachter durch alternative Argumente über ein Kaleidoskop türkisch-erdoganscher "berechtigter" Interessen zu betrachten. Man könnte das als puren Hohn interpretieren, aber es gibt immer Rechfertigungsmöglichkeiten, denen selbst verzweifelte, aus ihren Siedlungsgebieten durch gut bewaffnete Mordbanden in heiliger Ausführung mittels Gräueltaten vertriebene Flüchtlingsströme nichts entgegensetzen könnten, allein schon durch ihre gnädige Notaufnahme, um bei Gelegenheit durch Hilflosigkeit, Nahrungs- und Platzmangel notwendigerweise weitergereicht werden zu müssen. Was zweifellos ganz unerwartet zu einer hochnotwendigen sunnitischen Neubesiedlung führen dürfte, man gönnt sich ja sonst nichts. Das fürchterliche Los der Kurden, Jesiden, Christen und weiterer Glaubensgruppen im Norden des Iraks und Syriens, die teilweise den sogenannten "Ungläubigen" von sunnitischer Seite zugeordnet werden, um sich im Gebet ein fadenscheiniges Alibi für Gräueltaten zu erteilen, wird in diesem Bericht verständlicherweise nicht angesprochen. Srebrenica liegt ja auch schon gut 20 Jahre zurück und der Begriff Völkermord hat in einem Kaleidoskop aus Wohlwollen für türkische Befindlichkeiten nichts verloren.

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