Forum: Politik
Kritik an Finanzindustrie: Politiker erklären Banken zum Staatsfeind

Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen:*In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren.*Der Staat will so*Stärke signalisieren, doch der neue Kurs*ist populistisch - und*riskant.

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amw52 16.10.2011, 19:57
160. absurder Treppenwitz

Zitat von spankme
Daß die Politik jetzt am Ende auch noch gegen die Banken hetzt, ist ein absurder Treppenwitz.
Vor nicht allzu langer Zeit wurden die Banken noch angehalten, Griechenland zu stützen, d. h. griechische Anleihen nicht zu verkaufen, sondern zu kaufen. Jetzt, wo sie damit einen Haufen Geld verlieren, werden sie für die "Spekulation" mit griechischen Anleihen verurteilt.

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HaPee 16.10.2011, 19:57
161. Mal was ganz Neues: Schuldner erschlägt Gläubiger!

Zitat von sysop
Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen:*In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren.*Der Staat will so*Stärke signalisieren, doch der neue Kurs*ist populistisch - und*riskant.
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Was wir jetzt haben ist- ganz andres als bei Lehman-Brothers- eben keine Banken- sondern eine Staatsschuldenkrise! Die westlichen Industrienationen haben jahrzehntelang irrwitzige Schuldenberge aufgetürmt, um die Wahlversprechen an alle Seiten auf Pump zu finanzieren. Getreu dem Motto: Genieße heute, bezahle morgen. Beispiel BRD: Schon v.L. (vor Lehman, neue Zeitrechnung!)hatten sich rund 1.500 Milliarden Staatschulden bei uns angesammelt, heute sind es 2.000 und mehr.Stets war die Neuverschuldung jedes Jahr höher als Zins- und Tilgungsleistungen auf alte Schulden. Heißt nichts anderes als alte Schulden mit neuen bezahlen. Oder Brand löschen mit Benzin! Das hat kaum jemanden aufgeregt, weil wir es auf unseren Sparkassen- und Bankauszügen ja auch nicht wiederfinden. Soweit gute Nachricht! Schlechte Nachricht: Der Wut-Bank-Bürger zahlt die Zeche natürlich. Oder glaubt er vielleicht, die Politiker würden ihm das abnehmen? Jene Politiker, die in seinem Namen die Schulden gemacht haben? In diesem Hütchenspiel haben die Banken tatsächlich nur die Gelddrehscheibe abgegeben zwischen Anbietern (Sparern) und Nachfragern nach Geld (Staaten)die dafür einen Schuldschein ausstellten, Zinszahlungs- und Rückzahlungsversprechen eingeschlossen. Und immer galt: Diese Staatsanleihen gelten als 100% sicher und müssen nach Regeln der Staatsbankenaufsicht nicht mit Eigenkapital der Banken unterlegt sein. Nun sind Staatsschuldscheine auf einmal nicht mehr sicher und nur deshalb müssen die Banken dafür nun Abschreibungen bilden. Und dieser Staat will auch noch die Banken "retten", ein Staat, der sich selber nicht retten kann durch Zahlung eingegangener Schulden? In Wirklichkeit ist weltweit Zahltag für die Staaten. Auch die Leistungsstarken sind eigentlich Pleite. Allen voran die USA. Und da fällt den Politikern nichts anderes ein als mit dem Finger auf die Banken zu zeigen? Merke: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, auf den weisen drei Finger der eigenen Hand zurück (Gustav Heinemann). Wo läuft der Dieb? Auf jeden Fall nicht in Richtung Fingerzeig!!

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kuchenjohnny 16.10.2011, 19:58
162. Wer's glaubt...

naja, siehe Weihnachtsmann/Klapperstorch.

Goldman Sachs & Co. infiltrieren die Politik durch herangezüchtete Lobbyisten, die deren Interessen in den Spitzenpositionen der Parteien durchdrücken.
Dieselben Banken frisieren griechische Staatsbilanzen vor dem Euro-Beitritt und ballern Kredite raus, von denen jeder weiß, daß die Griechen sie niemals begleichen können werden - es sei denn, durch das Aufnehmen neuer Kredite.
Inzwischen lassen sie Ihre Interessenvertreter aus der Politik nach EFSF und ESM schreien, ergo einer Kollektivhaftung der Eurostaaten, in denen noch was geholt werden kann.

Aber es ist ja so clever, jetzt "Verschwörungstheorie" zu schreien...

Ist es eigentlich eine Verschwörungstheorie zu sagen, daß in der FDP ganz gewiss Lobbyvertreter die öffentlich so reichlich wie berechtigt kritisierten Steuervergünstigungen für Hotelbetriebe angeregt haben?
Wenn dieselben Mechanismen nun von weitaus mächtigeren Lobbies in die Wege gebracht werden - ist das dann nicht weitaus plausibler...?

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Erz_Atheist 16.10.2011, 19:58
163.

"Wir sind im Krieg mit Eurasien und haben ein Bündnis mit Ostasien! Wir waren schon immer im Krieg mit Eurasien und verbündet mit Ostasien!"

Gehts noch plumper?

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Jonny_C 16.10.2011, 19:58
164. Haltet den Dieb rufen....?!

Ziemlicher Quatsch.
Ziemlich durchsichtig.

Maastrich-Kriterien nicht eingehalten.
No-Bail-out-Klausel völlig ignoriert.
Schulden über Schulden für Wahlversprechen gemacht.

Das waren ja wohl NICHT die Banken, (außer EZB)
sondern unsere Damen & Herren Politiker !
Wer saß/sitzt im Aussichtsgremium der BaFin ?
Genau Politiker & Beamte.....
*würg*

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Müssen 16.10.2011, 19:58
165. Politik

Man kann nur so gut handeln, wie es die Gesetze zulassen.Die Politik hat hier genauso versagt kollektiv mit der Rechtssprechung, bewusst, wegen der Eigeninteressen.
Das ist zu einfach hier allein die Banken an den Pranger zu stellen.
Fasst euch an die eigene Nase Frau und Herrn Politiker.Das wäre die erste Selbsterkenntnis.

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hazadeur 16.10.2011, 20:00
166.

Zitat von
Selbst die traditionell staatsskeptische FDP verschärft den Ton gegenüber dem Privatsektor und plädiert für ein verstärktes Eingreifen der Politik. "Bei den Banken ist es wie mit Staaten: Machen sie ihre Hausaufgaben nicht, nehmen wir sie an die Hand", zitiert die "Bild"-Zeitung Fraktionschef Rainer Brüderle.
Der Spruch ist doch wohl ein Witz oder eine düstere Vorahnung?

Staaten, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, werden an die Hand genommen? Das ist angesichts der Griechenpleite und der politischen Bankrotterklärung für das entsprechende Kriesenmanagement Zynik pur!
Die Griechenpleite ist ein von den Politikern nicht mehr kontrollierbarer Moloch und das soll auch so im Bankensektor drohen? Die Politik mischt sich ein und der Bankensektor wird zu einem nicht mehr beherrschbaren Finanzsumpf?
Schlimm genug, dass sich die Politik bereits die EZB unter den Nagel gerissen und diese nur noch zum Erfüllungsgehilfen hilfloser EU-Politik degradiert hat.
Das sind ja dolle Aussichten Herr Brüderle & Co.

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M123 16.10.2011, 20:03
167. nicht die Banken sind der Staatsfeind, sondern das Geldsystem!

Zitat von sysop
Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen:*In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren.*Der Staat will so*Stärke signalisieren, doch der neue Kurs*ist populistisch - und*riskant.
Es ist, als ob ein Kindergarten aufbegehrt!
Es ist und bleibt zutiefst erstaunlich, dass niemand auch nur ansatzweise in der Politik das Geldsystem zu verstehen scheint, dass IMMER Krisen, und zwar SCHULDENKRISEN nach einer gewissen Laufzeit hervorbringt.

Die Banken wiederum spielen nur dieses Spiel und stehen selber unter dem Druck, das Geld der Anleger möglichst lukrativ, also exponentiell wachsend anzulegen.

Und jetzt ruft man zum Feldzug gegen die Banken. Dabei vergisst man, das wir bei denen in der Kreide stehen!

Im aktuellen Geldsystem MUSS es zur Staatsverschuldung, und zwar zur exponentiellen Staatsverschuldung kommen!

Eine mögliche Lösung ist erstmal die Diskussion über das Geldsystem! Bisher bewegt sich der ganze Diskurs ja nur an der der Oberfläche, es wird an Symptomen rumgedoktert!

Wie das ganze Geldsystem aufgebaut ist und funktioniert hat z.B. Dirk Müller, der Mr. DAX , treffend auf den Punkt gebracht:

http://www.youtube.com/watch?v=r1swjkZfY-Q

Und ein ehemaliger Professor für Volkswirtschaftslehre warnt schon seit JAHREN, und noch besser, er vermag die Zusammenhänge auch mal verständlich und erschöpfend zu erläutern:

http://www.youtube.com/watch?v=U0_Sjn6QKZo

Die Diskussion unserer bestehenden Geldsystems, was anscheinend zu diesen krisenhaften Zuspitzungen führt, ist dringend geboten!

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BeBeEli 16.10.2011, 20:04
168. Wie Kohl

Zitat von koyaniskatsi
Ich verwette meinen Kopf: Merkel hat Ihren "Berater"vertrag mit der Deutschen Bank für später längst schon im Schreibtisch liegen.
Das halte ich auch durchaus für möglich. Aber wahrscheinlich geht es ihr dann wie Kohl, der während seiner Regierungszeit das Privatfernsehen ermöglicht hat. Aber der Beratervertrag, den er mit Kirch für die Zeit nach seiner Kanzlerschaft geschlossen hatte, wurde wegen dessen Pleite nicht wirksam. Keine 500 000.- DM im Jahr.

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gorilla71 16.10.2011, 20:04
169. Auf die Gefahr hin, dass ich hier Prügel einstecke

möchte ich kurz den Sachverhalt möglichst nüchtern analysieren. Wir haben es mit zwei Lagern zu tun die mit den Fingern aufeinander zeigen:
1. Lager die Banken: die sagen die ausufernde Staatverschuldung sei die Wurzel allen Übels. Die nicht gemachten Hausaufgaben im Punkto Staatsausgaben, sorgten dafür, dass ein Prozess in Gang an dessen Ende der Bankrott bestimmmter Staaten stehen wird.
2. Lager die Politiker: sie brandmarken und beschimpfen die Banken sich mit Anleihen der Südstaaten verspekuliert zu haben und nun auf staatliche Hilfen angewiesen zu sein. Die Ratingagenturen würden noch zusätzlich durch die Herabstufung diverser Länder die Kriese noch anheizen.
Kurz meine Auffassung dazu:
- das was in Griechenland passiert steht uns noch bevor!!!
- das Gute an den Marktmechanismen ist, dass nicht jeder Staat Schulden bis in Uferlose machen kann, sonst stürzt das Rating ab. (der Staat Griechenland sollte mahnendes Beispiel sein.)
- der deutsche Staat sollte dringend eindlich bei den Ausgaben sparen, anstatt immer neue Steuern oder Abgaben zu erfinden.
- ein gesunder Körper ist schlank, ein gesunder Staat ist auch schlank. Solange aber JEDE Partei für Ihre Ministerien immer mehr Staatsdiener in Arbeit und Brot nimmt klappts nie mit der Schlankheitskur
- Auch griechische Staatsanleihen sind langfristige Anleihen: der Staat hat die halbstaatlichen Institute (LBBW etc.) geradezu ermutigt in Griechenland aktiv zu werden.
- Es ist unerträglich dass Gabriel jetzt den Saubermann markieren will, obwohl seine Partei zusammen mit den noch saubereren Grünen für die Aufnahme der Griechen in die Währungsunion steht und obwohl diese Parteien für eine beispiellose DEREGULIERUNG der Finanzmärkte ermöglicht haben.
Zum Schluß noch: Sollte Rot/Grün die kommenden Wahlen gewinnen, werden wir geschröpft werden dass uns Hören und Sehen vergeht. Der Absturz Richtung Griechenland wird sich beschleunigen.

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