Forum: Politik
Kritik an Finanzindustrie: Politiker erklären Banken zum Staatsfeind

Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen:*In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren.*Der Staat will so*Stärke signalisieren, doch der neue Kurs*ist populistisch - und*riskant.

Seite 18 von 52
hazadeur 16.10.2011, 20:00
170.

Zitat von
Selbst die traditionell staatsskeptische FDP verschärft den Ton gegenüber dem Privatsektor und plädiert für ein verstärktes Eingreifen der Politik. "Bei den Banken ist es wie mit Staaten: Machen sie ihre Hausaufgaben nicht, nehmen wir sie an die Hand", zitiert die "Bild"-Zeitung Fraktionschef Rainer Brüderle.
Der Spruch ist doch wohl ein Witz oder eine düstere Vorahnung?

Staaten, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, werden an die Hand genommen? Das ist angesichts der Griechenpleite und der politischen Bankrotterklärung für das entsprechende Kriesenmanagement Zynik pur!
Die Griechenpleite ist ein von den Politikern nicht mehr kontrollierbarer Moloch und das soll auch so im Bankensektor drohen? Die Politik mischt sich ein und der Bankensektor wird zu einem nicht mehr beherrschbaren Finanzsumpf?
Schlimm genug, dass sich die Politik bereits die EZB unter den Nagel gerissen und diese nur noch zum Erfüllungsgehilfen hilfloser EU-Politik degradiert hat.
Das sind ja dolle Aussichten Herr Brüderle & Co.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pragmat 16.10.2011, 20:02
171. Klassische sozialistische Strategie

Zitat von villefranche
denn: wir Bürger haben unser Geld den Banken anvertraut und in gutem Glauben Staatsanleihen europäischer Länder gekauft. Nun lernen wir, es war ein schlechtes Investment und wird abgeschrieben. Zusätzlich hämmern die Politiker auf die Banken ein, letztlich doch auf uns Sparer und Geldgeber. ...
Lenin hat gesagt: die Kapitalisten verkaufen uns den Strick, an dem wir sie aufhängen werden. Die von Herrn Schäuble et al verordnete Taktik verfolgt denselben Zweck.

Das Ziel ist, die horrende Staatsverschuldung der Politik durch einen Schuldenschnitt d.h. Forderungsverzicht der Gläubiger zu erreichen. Im Fall Griechenland ist die Abschreibung mit mindestens 70 Milliarden Euro geplant.

Diese 70 Milliarden Euro sind aus den Büchern der Banken zu streichen, die den Hauptteil der Forderungen haben. Keine Bank kann sich auch nur Teile solcher horrender Verluste leisten, nicht mal die Deutsche Bank.

Also sagt die Politik den Banken: erhöht eure Eigenkapitalquote - euer eigenen Geldeinlagen - damit ihr nicht "angesteckt" werdet (Schäuble) vom Bankensterben. Ihr könnt das Geld von uns - dem Staat, Politik - bekommen, falls eure Anleger - die Privatkapitalisten - das nicht können.

Die staatlichen Einlagen sind allerdings kein eigenes Geld sondern wieder nur mal neue Schuldscheine der Staaten. Zum Dank sollen dann die Politiker in die Bankenaufsichtsräte einziehen.

Die geistigen Urheber dieser Strategie sind Leute wie Jörg Asmussen, EZB, die schon Herren unterschiedlicher Coleur gedient haben. Die Taktik ist dann ganz einfach:

Erst wird die Eigenkapitalquote der betroffenen Banken per Dekret zwangsweise erhöht. Wieviel bestimmen Herr Asmussen und Co in der EZB. Dann wird der Schuldenschnitt prozentuell im Verhältnis zum Eigenkapital auf die betroffenen Banken verteilt und mit Hilfe der staatlichen Aufseher durchgewunken. Das nennt man dann "gerechte Lastenverteilung".

So stellt sich der kleine Moritz Asmussen wohl vor, dass es der Politik möglich ist, die großen Banken zu teil-verstaatlichen. In Wahrheit ein Lenin-würdiges Denkmal!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
M123 16.10.2011, 20:03
172. nicht die Banken sind der Staatsfeind, sondern das Geldsystem!

Zitat von sysop
Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen:*In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren.*Der Staat will so*Stärke signalisieren, doch der neue Kurs*ist populistisch - und*riskant.
Es ist, als ob ein Kindergarten aufbegehrt!
Es ist und bleibt zutiefst erstaunlich, dass niemand auch nur ansatzweise in der Politik das Geldsystem zu verstehen scheint, dass IMMER Krisen, und zwar SCHULDENKRISEN nach einer gewissen Laufzeit hervorbringt.

Die Banken wiederum spielen nur dieses Spiel und stehen selber unter dem Druck, das Geld der Anleger möglichst lukrativ, also exponentiell wachsend anzulegen.

Und jetzt ruft man zum Feldzug gegen die Banken. Dabei vergisst man, das wir bei denen in der Kreide stehen!

Im aktuellen Geldsystem MUSS es zur Staatsverschuldung, und zwar zur exponentiellen Staatsverschuldung kommen!

Eine mögliche Lösung ist erstmal die Diskussion über das Geldsystem! Bisher bewegt sich der ganze Diskurs ja nur an der der Oberfläche, es wird an Symptomen rumgedoktert!

Wie das ganze Geldsystem aufgebaut ist und funktioniert hat z.B. Dirk Müller, der Mr. DAX , treffend auf den Punkt gebracht:

http://www.youtube.com/watch?v=r1swjkZfY-Q

Und ein ehemaliger Professor für Volkswirtschaftslehre warnt schon seit JAHREN, und noch besser, er vermag die Zusammenhänge auch mal verständlich und erschöpfend zu erläutern:

http://www.youtube.com/watch?v=U0_Sjn6QKZo

Die Diskussion unserer bestehenden Geldsystems, was anscheinend zu diesen krisenhaften Zuspitzungen führt, ist dringend geboten!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BeBeEli 16.10.2011, 20:04
173. Wie Kohl

Zitat von koyaniskatsi
Ich verwette meinen Kopf: Merkel hat Ihren "Berater"vertrag mit der Deutschen Bank für später längst schon im Schreibtisch liegen.
Das halte ich auch durchaus für möglich. Aber wahrscheinlich geht es ihr dann wie Kohl, der während seiner Regierungszeit das Privatfernsehen ermöglicht hat. Aber der Beratervertrag, den er mit Kirch für die Zeit nach seiner Kanzlerschaft geschlossen hatte, wurde wegen dessen Pleite nicht wirksam. Keine 500 000.- DM im Jahr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gorilla71 16.10.2011, 20:04
174. Auf die Gefahr hin, dass ich hier Prügel einstecke

möchte ich kurz den Sachverhalt möglichst nüchtern analysieren. Wir haben es mit zwei Lagern zu tun die mit den Fingern aufeinander zeigen:
1. Lager die Banken: die sagen die ausufernde Staatverschuldung sei die Wurzel allen Übels. Die nicht gemachten Hausaufgaben im Punkto Staatsausgaben, sorgten dafür, dass ein Prozess in Gang an dessen Ende der Bankrott bestimmmter Staaten stehen wird.
2. Lager die Politiker: sie brandmarken und beschimpfen die Banken sich mit Anleihen der Südstaaten verspekuliert zu haben und nun auf staatliche Hilfen angewiesen zu sein. Die Ratingagenturen würden noch zusätzlich durch die Herabstufung diverser Länder die Kriese noch anheizen.
Kurz meine Auffassung dazu:
- das was in Griechenland passiert steht uns noch bevor!!!
- das Gute an den Marktmechanismen ist, dass nicht jeder Staat Schulden bis in Uferlose machen kann, sonst stürzt das Rating ab. (der Staat Griechenland sollte mahnendes Beispiel sein.)
- der deutsche Staat sollte dringend eindlich bei den Ausgaben sparen, anstatt immer neue Steuern oder Abgaben zu erfinden.
- ein gesunder Körper ist schlank, ein gesunder Staat ist auch schlank. Solange aber JEDE Partei für Ihre Ministerien immer mehr Staatsdiener in Arbeit und Brot nimmt klappts nie mit der Schlankheitskur
- Auch griechische Staatsanleihen sind langfristige Anleihen: der Staat hat die halbstaatlichen Institute (LBBW etc.) geradezu ermutigt in Griechenland aktiv zu werden.
- Es ist unerträglich dass Gabriel jetzt den Saubermann markieren will, obwohl seine Partei zusammen mit den noch saubereren Grünen für die Aufnahme der Griechen in die Währungsunion steht und obwohl diese Parteien für eine beispiellose DEREGULIERUNG der Finanzmärkte ermöglicht haben.
Zum Schluß noch: Sollte Rot/Grün die kommenden Wahlen gewinnen, werden wir geschröpft werden dass uns Hören und Sehen vergeht. Der Absturz Richtung Griechenland wird sich beschleunigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
seneca.jr 16.10.2011, 20:04
175.

Zitat von brasilpe
Und was haben die Wähler gemacht? Haben sie daraus gelernt? Nada. Sie lassen sich mit ein wenig Zuckerbrot gerne kaufen wählen in ihrer Mehrheit dieselben Leute immer wieder. Wielange wohl noch?
Solange es dieses System aus Groß- und Finanzindustrie, Medien und Politik gibt! Wenn Proteste schon Mainstream werden, dann hat das System bereits wieder gesiegt. Die Hochfinanz läßt sich von ein paar zehntausend Leuten nicht aus der Ruhe bringen, solange die Leute selbst brav auf Ihre Zinsen auf dem Sparbuch warten, Lebensvericherungen abschließen (was für eine geniale Idee der Finanzindustrie) und mehr verbrauchen, als sie erarbeiten.

Keine der im Bundestag vertretenen Parteien wird tatsächlich ein geschliffenes Messer gegen die Clique erheben, an deren Tropf sie doch alle hängen! Was Gabriel tut? Er erhebt vielleicht das Messerchen aus einem Kinderbesteck!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
D.Meinung 16.10.2011, 20:05
176. Ablenkungsmanöver

Schön langsam reicht's. Den intellektuell minderbemittelten Politikern a la Merkel, die mit ihrem Euro-Wahn dabei sind den ganzen Kontinent in den Abgrund zu fahren, gehen offenbar die Lügen aus.

Ich bin wahrhaftig kein Freund der Banker, aber Achermann hat recht. Was wir in Europa haben, ist eine Politikkrise.

Was wir brauchen ist ein Radikalschnitt - der Politik. Traurige Figuren wie Merkel, Sarkozy, Barroso, etc sollten endlich auf der Schrotthalde der Geschichte entsorgt werden, ehe sie noch mehr Unheil anrichten können.

Griechenland, Spanien und Portugal müssen aus dem Euro raus, und zwar - u.a. in ihrem eigenen Interesse! - so schnell wie möglich. Parallel müssen vor allem die französischen Banken, die auf politischen Druck (!) hin viel zu stark in diesen Ramschländern involviert sind, gestützt werden, ev. durch zeitlich begrenzte Verstaatlichung. Danach kann sich die Situation langsam beruhigen, die Mittelmeerländer können ihre neuen/alten Währungen abwerten und damit endlich wieder konkurrenzfähig werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
catweezle 16.10.2011, 20:06
177. Reset?

Zitat von salmo
... Was jetzt weltweit geschieht ist ganz einfach die Manifestation des Bürgerwillens: WIR WOLLEN DAS NICHT ! Keine weitere Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich, keine Ausbeutung des Planeten, keine Dominanz der Gier, des Raubbaus und des Einzelnen gegenüber der Majorität. Private Firmen dürfen ganz einfach nicht das Primat über die Politik haben. Es darf keinem Einzelnen (oder einigen Firmen) erlaubt sein, ganze Staaten in den Abgrund zu reissen. Das hat nichts mit Marxismus zu tun, das ist ganz einfach das Gebot der Stunde gegenüber der Realität. Die Unter-und Mittelschicht hat es so SATT, SATT, SATT ! ...
Liest sich toll. Aber ....
wo bekommt die Unter- und Mittelschicht dann ihre Kredit für Auto, Eigentumswohnung oder manchmal auch den Urlaub / das Handy her?

Wo bekommen die Regierungen das Geld her, das sie mehr ausgeben als einnehmen - "zum Wohle" ihrer Bürger - und zum Schaden deren Enkel.

Wer in der EU einen "Schuldigen" für die aktuelle Situation sucht (von Krise würde ich nicht sprechen) sollte sich einen Spiegel nehmen und hinein schauen. Und bei der nächsten Wahl vorher mehr nachdenken!

Und man sollte sich die nördlichen Länder der EU anschauen - die scheinen realistischer Haushalten zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pinguin63 16.10.2011, 20:08
178. scheinheilig

Zitat von sysop
Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen:*In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren.*Der Staat will so*Stärke signalisieren, doch der neue Kurs*ist populistisch - und*riskant.
Einfach nur scheinheilig! Sind es doch gerade Politiker, die die Interessen der Banken am ehesten vertreten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geroi.truda 16.10.2011, 20:09
179.

Zitat von franklinber
denn wenn man ma genauer hinsieht, wird man feststellen, dass gerade die jetzt geretteten Banken sehr viele Staatsanleihen aus Griechenland haben, welche jünger als ein Jahr sind,
Kaum - und wenn: war das nicht der ausdrückliche Wunsch der Politik (von wegen "Solidarität" und so weiter...)?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 18 von 52