Forum: Politik
Kritik an Finanzindustrie: Politiker erklären Banken zum Staatsfeind

Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen:*In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren.*Der Staat will so*Stärke signalisieren, doch der neue Kurs*ist populistisch - und*riskant.

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Michael Giertz 16.10.2011, 20:21
190. Wieso wir euch nicht vertrauen, liebe Politiker

Zitat von sysop
Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen:*In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren.*Der Staat will so*Stärke signalisieren, doch der neue Kurs*ist populistisch - und*riskant.
Ihr habt schon in Zeiten der Hypothekenkrise so getönt. Als die Lehmänner pleite gingen, habt Ihr versprochen, die Banken und Zocker an die Leine zu nehmen. Aber Ihr habt nichts getan. Jede Richtlinie wurde verwässert, jedes bisschen Regulation im Keim erstickt. Weder kam die Transaktionssteuer, noch wurden echte Kontrollen durchgeführt.
Es wurde wieder gezockt, wieder in die nächste Krise. Doch statt endlich ein paar von denen zu opfern und endlich Grenzen zu zeigen, päppelt Ihr direkt und indirekt jedes Geldhaus hoch - auf Kosten ganzer Volkswirtschaften. Inzwischen werden die Enkel meiner noch lange nicht in Aussicht stehenden Enkel noch für Eure Rettungsorgien zahlen dürfen. Ihr verschenkt Geld zukünftiger Generationen von Steuerzahlern und bürdet denen auf, die noch nichtmal leben.

Nein - wir trauen euch nicht mehr. Wieder nur hohle Worte des Populismus. Ihr opfert lieber die Demokratie als wirklich die Systemfehler zu beseitigen.

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lynx2 16.10.2011, 20:23
191. So ein Gewächs aus dem Osten..

Zitat von Lars_Porsenna
Jetzt, wo's zu spät ist, raffen die Politiker, dass die Banker und Investoren keine Samariter sind und ihre Gier nicht für die Gesellschaft nutzbar gemacht werden kann, wenn man ihr keine Grenzen setzt. Und das ist nun der Fall: Es ist wie bei Monopoly, wenn einer das Spiel gewonnen hat. Das Spiel geht nicht mehr so recht weiter, es verliert den Sinn, wenn einer alles hat und die andern nichts. David Harvey erklärt das sehr gut; man muss nur "RSA Animated - Crises of Capitalism" googeln. Jedenfalls ist es unglaubwürdig, wenn die Politiker jetzt so tun, als würden sie das verstehen, und der Zug ist ja ohnehin abgefahren. Kein Wunder, wenn es bis vor Kurzem noch hieß, man müsse "die parlamentarische Mitbestimmung marktkonform gestalten" (O-Ton Merkel).
... wurde gewählt. Es ist eine Anpasserin an die jeweiligen politischen Verhältnisse. Zuerst Kommunismus, jetzt Kapitalismus.

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Matze38 16.10.2011, 20:24
192. .lol

das sind lobbyisten der finanzmafia, die hören doch nicht plötzlich auf damit.

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rotebrause 16.10.2011, 20:25
193. Schuldenberg

Zitat von HaPee
____________________________________________ "Was wir jetzt haben ist- ganz andres als bei Lehman-Brothers- eben keine Banken- sondern eine Staatsschuldenkrise! Die westlichen Industrienationen haben jahrzehntelang irrwitzige Schuldenberge aufgetürmt, um die Wahlversprechen an alle Seiten auf Pump zu finanzieren. Getreu dem Motto: Genieße heute, bezahle morgen. Beispiel BRD: Schon v.L. (vor Lehman, neue Zeitrechnung!)hatten sich rund 1.500 Milliarden Staatschulden bei uns angesammelt, heute sind es 2.000 und mehr.Stets war die Neuverschuldung jedes Jahr höher als Zins- und Tilgungsleistungen auf alte Schulden. Heißt nichts anderes als alte Schulden mit neuen bezahlen. Oder Brand löschen mit Benzin! Das hat kaum jemanden aufgeregt, weil wir es auf unseren Sparkassen- und Bankauszügen ja auch nicht wiederfinden. Soweit gute Nachricht! Schlechte Nachricht: Der Wut-Bank-Bürger zahlt die Zeche natürlich. Oder glaubt er vielleicht, die Politiker würden ihm das abnehmen? Jene Politiker, die in seinem Namen die Schulden gemacht haben? In diesem Hütchenspiel haben die Banken tatsächlich nur die Gelddrehscheibe abgegeben zwischen Anbietern (Sparern) und Nachfragern nach Geld (Staaten)die dafür einen Schuldschein ausstellten, Zinszahlungs- und Rückzahlungsversprechen eingeschlossen. Und immer galt: Diese Staatsanleihen gelten als 100% sicher und müssen nach Regeln der Staatsbankenaufsicht nicht mit Eigenkapital der Banken unterlegt sein. Nun sind Staatsschuldscheine auf einmal nicht mehr sicher und nur deshalb müssen die Banken dafür nun Abschreibungen bilden. Und dieser Staat will auch noch die Banken "retten", ein Staat, der sich selber nicht retten kann durch Zahlung eingegangener Schulden? In Wirklichkeit ist weltweit Zahltag für die Staaten. Auch die Leistungsstarken sind eigentlich Pleite. Allen voran die USA. Und da fällt den Politikern nichts anderes ein als mit dem Finger auf die Banken zu zeigen? Merke: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, auf den weisen drei Finger der eigenen Hand zurück (Gustav Heinemann). Wo läuft der Dieb? Auf jeden Fall nicht in Richtung Fingerzeig!!
"

Klingt ja alles ganz logisch. Ich habe aber nur noch nicht genau verstanden, bei wem sind wir (also der Staat) nun ganz genau verschuldet. Natürlich bei den Banken, schon klar ... aber wem gehören die jetzt im Detail? Und was passiert, wenn wir (also der Staat) sagen, wir zahlen unsere Schulden nicht ? ich mein wir sind immerhin 99% der Bevölkerung... Mehr Demokratie geht doch eigentlich nicht !!!

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rurei 16.10.2011, 20:25
194.

Zitat von mc6206
Das Problem ist, daß Banken mit relativ wenig Eigenkapital x-mal höhere Kredite vergeben können. Das funktioniert so lange, wie Kredite zurück bezahlt werden, und geht schief, wenn Bankkunden nicht zurück zahlen. Man nennt das Leverage. Richtig ist, die Eigenkapitalquote zwangsweise zu erhöhen, dann werden auch keine unsicheren Kredite mehr gegeben.
Die Politik hat vorgegeben:
Staatsanleihen sind sicher und müssen so nicht durch Eigenkapital gesichert werden.
Warum?
Weil so die Zinsen für Schuldenstaaten und Schuldenpolitiker niedrig blieben.
Dadurch haben sie so viele Schulden gemacht, dass sie jetzt nicht mehr zurückzahlen können (inkl. F und D).

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Akilim 16.10.2011, 20:25
195. Gefährliches Spiel, Ackermann

Zitat von t41
jetzt kreischt es in allen Farben Occupy Frankfurt. Und Freund Gabriel auf einmal ganz vorne dran: auf einmal will er die Banken verstaatlichen. Ist ja auch sehr passend, denn lt. Freund Ackermann wollen wohl die ANLEGER den Staaten kein Geld mehr geben, O-Ton Ackermann: "Die Marktteilnehmer fragen sich in diesem Zusammenhang nicht nur, ob die Verantwortlichen den nötigen politischen Willen aufbringen, um die Krise zu bewältigen, sondern zunehmend auch, ob ihnen dazu überhaupt noch genug Zeit bleibt und ob sie über die dafür notwendigen Mittel verfügen."
Denn mit zunehmender gesellschaftlicher Diskussion erhöht sich beim Bürger der Eindruck, dass die Ackermänner ihren Reichtum einem systemischen Konstruktionsfehler ohne eigenes Zutun verdanken. Je größer die Krise wird, je länger sie anhält und je mehr die Banken Bürger und Politiker verärgern, desto größer wird der Druck und Wunsch werden, das System zu ändern.

Selbst wenn die Geldschöpfung dieses Mal noch ausgespart werden sollte, ist das, was Gabriel heute postuliert hat als Mindestmaßnahme umsetzbar und denkbar. Und obwohl ich ihn sonst für einen Populisten halte, muss ich ihm zugute halten, dass er als erster Politiker es geschafft hat, das Dilemma und was jetzt zu tun ist, in einm intelligenten Satz zusammenzufassen:

"Richtig wäre eine Trennung von Investmentbanking und Geschäftsbanken. Ich möchte, dass beim Geschäftsfeld des Investmentbankings ein ganz großes Schild an der Tür steht mit der Aufschrift 'Hier endet die Staatshaftung.'"

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cartmaneric 16.10.2011, 20:26
196. Ablenkung vom Versagen der Politik

Zitat von Müssen
Man kann nur so gut handeln, wie es die Gesetze zulassen.Die Politik hat hier genauso versagt kollektiv mit der Rechtssprechung, bewusst, wegen der Eigeninteressen. Das ist zu einfach hier allein die Banken an den Pranger zu stellen. Fasst euch an die eigene Nase Frau und Herrn Politiker.Das wäre die erste Selbsterkenntnis.

Kann nur zustimmen. Hauptverantwortliche sind die schuldenmachenden Politiker und einige sog. Eliten, die uns den EURO aufgedrückt haben. Jetzt die Schuld einseitig bei den Banken zu suchen ist reine Ablenkung von dem eigen Versagen.

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mischpot 16.10.2011, 20:28
197. Die Politik ist alarmiert!

Hört her der Staatsfeind Nr. 1 die Politiker haben den Schuldigen gefunden,die Banken warns. Bitte wählt uns aber wieder damit wir euch weiter belügen und betrügen dürfen.
Kein schlechter Versuch scheitert im Ansatz und zeigt einmal mehr die Ingnoranz dem Volk gegenüber, daß ich nicht lache.
Es heißt dieser marodierenden Sippe den Boden unter den Füßen wegzuziehen und Sie einfach nicht mehr wählen.
Nur wer handelt und den Mißstand ohne in Anspruchnahme von Schulden und Steuern und sogar deren Erhöhung etwas unternimmt
hat Ihr Vertrauen verdient, die anderen streuen nur Sand in die Augen der Leichtgläubigen.

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t41 16.10.2011, 20:28
198. wirklich konsequent

Aha,

aber den Staatsfeind Ackermann beauftragen'se mit den Verhandlungen bei der Griechenlandpleite (tschuldigung : Griechenlandhaircut mit angeblichen ca.50 Prozent)

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pmax 16.10.2011, 20:28
199.

Zitat von sysop
...In seltener Eintracht knöpft sich die Politik*die*Finanzindustrie vor,...
Tut sie doch nicht. Das ist nur eine Nebelkerze, um die Unzufriedenen ein wenig zu beruhigen und zu instrumentalisieren.

Denn die Opposition schreit natürlich am Lautesten, weil sie sich davon Erfolge bei kommenden Wahlen erhofft.

Nein, Herr Gauck hat schon recht.
Die Proteste sind albern und bringen nur die kurzfristige subjektive Befriedigung, es denen da oben mal gezeigt zu haben. (Prust!)

In Wirklichkeit funktioniert das ganze nach dem Phönix-prinzip.
Bevor nicht alles kaputt ist, gibt es keine Chance auf Änderung und selbst dann ist es nicht gewiss, dass sich nicht wieder das gleiche System auf ein Neues etabliert.

Eine Sache fällt mir in dem Zusammenhang aber noch ein.
Während die Armen hierzulande billigen Fleischsalat essen und davon fett und krank werden, führt die Spekulation an den Finanzmärkten mit Nahrung anderswo dazu, dass die Menschen ganz real verhungern.

Auch wenn das alles zum Kotzen ist, jammern wir hier in Westeuropa immer noch auf extrem hohem Niveau!

Das ist im wahrsten Sinne "weltfremd".

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