Forum: Politik
Kroatiens Nationalismus: Die Angst vor dem nächsten Ungarn
DPA

100 Tage ist Kroatiens neue Regierung im Amt - und ihr Kurs sorgt für Unbehagen. Medien werden gegängelt, nationalistische Töne immer schriller. Kritiker fürchten ungarische Verhältnisse.

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ruhrpottsonne 03.05.2016, 12:38
60. Der Kosmopolit..

Zitat von lajtorja
Der Kosmopolit ruft offensichtlich immer Nationalismus, wenn souveräne Länder patriotische Regierung wählen..... Langsam sollte Brüssel es auch verstehen, dass die EU lediglich eine wirtschaftliche und kulturelle Union von souveräner Länder ist.
Nein, der Kosmopolit ruft "vernünftig" wenn souveräne Staaten eine patriotische Regierung wählen. Es sei denn der Kosmopolit ist kein Demokrat und bevorzugt für einen Staatenbund das Modell Marke China. Was auch ok wäre, aber da fehlt mir in Europa das geeignete politische Spitzenpersonal. ;-)

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eremit123 03.05.2016, 12:38
61. Deutsche Führungsrolle

Der Versuch Deutschlands sich unter dem Deckmantel der EU den alten Traum der Führungsrolle in Europa zu erfüllen ist, einmal mehr, im Begriff in einer Katastrophe zu enden. Deutschland ist weder fähig zu führen, noch wird die europäische Bevölkerung dies jemals akzeptieren, auch wenn sich die Deutschen noch so gerne in dieser Rolle sähen.

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Georg_Alexander 03.05.2016, 12:38
62. So ist es wohl

Zitat von Adlatus
... Handtke hatte recht, nicht Milosevic und Serbien waren das Problem sondern der Nationalismus der Kroaten und vor allem der Slowenen. Statt den Vielvölkerstaat zu unterstützen wurden die Aufwiegler und Faschisten unterstützt. Das war ein schwerer Fehler, genauso wie die Aufnahme dieser Länder in die EU. Jetzt entledigen sich die kroatischen Wölfe ihres Schafspelzes.
Was nützt die Demokratie, wenn die Wähler dann diejenigen wählen, die sie als erstes wieder abschaffen wollen?
Diese Gefahr sehe ich nicht nur in Kroatien, wo ich eigentlich gerne mal hinfahre.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob den Wählern immer so ganz klar ist, dass sie sich im Endeffekt selbst entmündigen :-(

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epiktet2000 03.05.2016, 12:39
63. Da steckt Wahrheit drin!

Ihre Überschrift "Kroatischer Nationalismus: Angst vor dem nächsten Ungarn" hört sich ja fast so an, als hätten die kroatischen Nationalisten Angst vor Ungarn. Ist auch gar nicht so verkehrt. Nationalisten sollten vor Nationalisten Angst haben. Irgendwann bringen sie sich nämlich gegenseitig um.

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santoku03 03.05.2016, 12:40
64.

Zitat von hol_gor
Meine Güte, sind die Menschen, die von sich in Anspruch nehmen wollen, selbstbestimmte, denkende Individuen zu sein, nicht in der Lage, selbst zu entscheiden, ob sie nun plötzlich zu braunen Gestalten mutieren wollen? Selbst wenn die Regierung (die Regierung, nicht Frau Merkel) eine k*** Politik macht, zwingt das die Menschen zwangsläufig, dann rechts zu wählen?
So ist das halt bei Rechts: Weil man nicht in der Lage ist, sich selbst eine fundierte Meinung zu bilden (das kostet ja auch Zeit und Energie, während Jammern, Klagen und Schimpfen so schön entspannt), unterstellt man gleich allen Menschen, sie würden entweder Führern hinterherlaufen oder gleich Pawlowschen Hunden nur zu reflexhaften Reaktionen fähig sein. Nein, jeder ist für seine Entscheidungen und deren Konsequenzen selbst verantwortlich.

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guentwag 03.05.2016, 12:41
65.

Mein Eindruck ist, dass das beschriebene Phänomen für alle osteuropäischen Staaten, die Demokratie ja nicht gelernt haben, mehr oder weniger gilt und noch offener zu Tage treten wird. Man hatte es ja sehr eilig gehabt, diese Staaten dem vermeintlichen Einfluss Russlands zu entziehen und sie in NATO und EU zu bringen.
Die ursprüngliche Zollunion "EU" hat es versäumt, als politische Gemeinschaft einen verbindlichen rechtsstaatlichen Wertekanon zu erstellen und sich zu demokratisieren.
Es muss auch möglich sein, Staaten, die diese Werte nicht einhalten, auszuschließen. Völlig unzumutbar ist der geplante Beitritt des korrupten und totalitär geführten Montenegros!

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RRR79 03.05.2016, 12:41
66. Typisch für

Was in Kroatien passiert ist typisch für diese angeblich "nationalen" Parteien, die vorgeben, die Bürgerinteressen zu vertreten. Man kann das aktuell sehen in der Türkei, in Russland, in Ungarn, in Polen, wer Bücher liest kennt das aus der Geschichte. Es ist immer dasselbe und es fallen immer die gleichen Deppen auf das Geschwafel herein, die die Welt auf einfachste Art von solchen angeblichen Patrioten erklärt bekommen wollen.
Nämlich: Es wird viel versprochen und nix gehalten. Nach 4 Jahren ist die Bilanz IMMER die gleiche. Die angeblichen "Nationalisten" haben eines geschafft, nämlich korrupte Seilschaften mit Eigeninteressen in der Verwaltung zu installieren, um sich die Taschen zu füllen unter dem staatlichen Patronat. Unabhängige Medien sind zu inneren Feinden erklärt worden und jeglicher Versuch die Machenschaften aufzudecken wird mit staatlicher Verfolgung, Gewalt, Schikane und Gefängnis beantwortet. Also nix mit einem kritischen Forum wie hier beim Spiegel oder dass gar Skandale veröffentlicht werden, wie vor kurzem die TTIP-Verhandlung. Oder gar regierungskritische Beiträge... die sind dann terroristische Aggression oder was sonst noch.
Geändert hat sich rein gar nichts für die Bevölkerung. Es ist eher schlechter geworden als besser, da sich die angeblichen "Nationalisten" bekanntlich nur damit auseinandersetzen, die Gesetze und Verordnung so zu ändern, dass der Machterhalt gesichert bleibt. Das wie in Ungarn und Russland und z.T. in Türkei mit Einschränkung der Grundrechte und der Meinungsfreiheit. Soll das die Situation der Bevölkerung verbessern, wenn man die individuellen Freiheiten einschränkt und nach Sündenböcke sucht? Wirklich nicht....

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marcaurel1957 03.05.2016, 12:43
67.

Zitat von markus_wienken
Ich vermag in der EU keine Wertegemeinschaft zu erkennen, gerade in Krisenzeiten wie heutzutage (Finanzkrise, Flüchtlingskrise) zeit sich klar, wie weit wir selbst von unseren direkten (auch westlichen) Nachbarn entfernt sind. Die EU ist ein inhomogener "Haufen" mit verschiedenen Bevölkerungen/Kulturen/Werten.
Nö, die EU Staaten haben eine gemeinsame Kultur und sicher auch identische Werte...

Das Problem ist vielmehr der typisch menschliche Egoismus, für sich immer das meiste herausholen zu wollen.

Der Streit zwischen den deutschen Bundesländern ist, wenn es ums Geld geht, nichta nders als in der EU ....und das die deutschen Bundesländer "unterschiedliche Kulturen haben" wird niemand behaupten.

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Aspekte plus 03.05.2016, 12:44
68. Wo ist die politische Verantwortung der AfD?

Zitat von swf3
wir haben hier mit der nationalistisch - völkischen Stimmung , die von der AfD und ihrer strammdeutsche Wählerschaft erzeugt wird , genug zu tun. Hier kann man den Eindruck gewinnen, dass immer mehr Wirrkoepfe wirklich einen Führer suchen. Das kommt davon, wenn man seine jüngste Geschichte nicht wirklich aufgearbeitet hat. Hätte man es getan, dann gäbe es auch keine Hanns - Martin Schleyer Halle oder einen Hanns -Martin Schleyer Preis. Ist ein Beispiel für so viele.........
Nirgends, über dem endlosen Geplauder und Spekulationen, was wäre, wenn die Populisten "die Macht übernähmen", sollte man die eigene Regierungsverantwortung nicht vergessen.

Gefühlt tausendmal hört man aus dem Kanzleramt: Es gibt nur ein Mittel gegen die Populisten, ihren "einfachen Lösungen" wirkliche, gute Politik entgegen zu stellen.

Niemand hindert die Regierung daran - sie wird es schaffen, irgendwie, irgendwas, irgendwann.

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Matzimaus 03.05.2016, 12:47
69. Da hat jemand ja ein differenziertes Bild!

Zitat von Aspekte plus
Die Ustascha wohl. Kroatien kann man als Kunststaat sehen, der von Hitlers Gnaden zum Leben erweckt und während der Naziherrschaft ein sehr kurzes Dasein als Nazi-Satellit und "unabhängiger Staat" hatte. Von Tito als Teil Jugoslawiens gefördert, war die Provinz das Filetstück Jugoslawiens. Mit Ungarn lässt sich Kroatien nicht vergleichen, Ungarn ist eine wirkliche Nation mit einer langen, wechselhaften Geschichte, mit Besatzungen, Bündnissen und deren Auflösung. Die EU ist nun mal keine Nation, kein Staat, keine Heimat für niemanden und keine Bevölkerung. Es gibt aber nun mal auf diesem Planent keine politischen Gebilde, die von einem rein technokratischen Konstrukt zusammen gehalten werden. US-Amerikaner, Chinesen, Russen, Israeli und alle haben eine Nation, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, einen identitätsstiftenden Patriotismus. Nicht jeder Patriotismus ist Chauvinismus. Nur den Europäern ist die wirtschaftsfreundliche geistige Staatenlosigkeit verordnet worden. Die EU ist kein Staat, nichts von Vereinigten Staaten von Europa. Ungarn wird an die Mythen seiner Geschichte anknüpfen - die lassen vieles offen - alles schon erlebt - Eroberung, erobert werden, Unterdrückung, Befreiungskriege, Souveränität. Woran kann Kroatien, das bisher nur eine kurze Zeit eine (Schein-)Nation war, sein nationales Bewusstsein anknüpfen? Offenbar an die Ustascha, wie mehrere Doku-Filme zeigen. (Themenabend auf Arte zu NS-Mythen)
Nette Geschichte! Sie wissen aber schon, dass es soetwas wie das kroatsiche Nationalbewusstsein schon viel länger gibt als 1941?

Nur einmal zur Erinnerung: die Kroaten waren auch eine bedeutende Ethnie in der K.u.K.-Monarchie und hat "eine(r) lange(n), wechselhafte(n) Geschichte, mit Besatzungen, Bündnissen und deren Auflösung."

Witzigerweise 400 Jahre in Personalunion mit Ungarn (nachdem es ein eigenständiges Königreich war). Und nach der Schlacht von Mohács haben die kroatischen Adligen was gemacht? Den Kaiser des HRR auch zu ihrem König gemacht. Das Ganze ist also etwas komplizierter, als Sie hier insinuieren.

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