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Kühnert-Debatte: Merz fordert mehr Firmenbeteiligungen für Arbeitnehmer
Maja Hitij/ Getty Images

Mit seinen Aussagen zu Kollektivierungen großer Unternehmen hat Juso-Chef Kevin Kühnert eine Kontroverse losgetreten. CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz begrüßt die Debatte - ist aber grundlegend anderer Meinung.

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x+n 18.05.2019, 10:59
60.

Zitat von yvowald@freenet.de
Unternehmerische Risiken können nur diejenigen schultern, die im großen Stil an den Unternehmen beteiligt sind. Beispiel: Wenn die Familie Quandt/Klatten BMW-Aktien im Wert von 10 Milliarden EURO besitzt, sind Kurverluste leicht zu verschmerzen. Im Gegenteil, diese Verluste werden steuerlich abgesetzt, so daß wir Steuerbürgerinnen und -bürger alle daran "beteiligt" werden. Kleinverdienende habe gar nicht die Möglichkeit, solche steuerlichen "Verluste" geltend zu machen, mangels fehlender Besteuerung im unteren Bereich. Also, was Herr Merz da von sich gab, ist durchsichtige Parteiargumentation neoliberaler Politiker, um den wahren Kern der Problematik weiter zu verschleiern.
So viel Unwissenheit ist einer der Gründe warum es viele nicht schaffen etwas zu sparen

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Patrik74 18.05.2019, 11:05
61. Es geht auch einfacher

Zitat von hei61
Wie wäre es denn, einen staatlichen Fond aufzulegen, an dem sich Arbeitnehmer beteiligen können. Evtl. mit steuerlicher Förderung und Mindesthaltedauer.
Die Aktien bleiben einfach wo sie sind, und werden einfach angemessen besteuert. Selbst im aktuellen "Boom" (für einige wenige) trägt die Körpersschaftssteuer nur ca. 4% zum gesamten steueraufkommen bei, das ist ein WITZ! Zu den gesamten Einnahmen der öffentlichen Haushalte nicht einmal 2%!

Komischer liegt der Anteil der Unternehmer- und Vermögenseinkommen aber bei ca. 31% vom Volkseinkommen - schon ein merkwürdiges Verhältnis...

Selbst wenn man KSt + veranl. und nicht veranl. ESt, Abgeltungssteuer und GewSt zusammenrechnet und ALLES den Unternehmern zurechnet, kommt man nur auf ca. 170 Mrd., was 22% der Steuereinnahmen oder ca. 11% der Gesamteinnahmen entspricht.

In a nutshell: Diejenigen, die (schöngerechnet) 31% der Einnahmen abgreifen, tragen nur (äußerst großzügig gerechnet) 11% zur öffentlichen Finanzierung bei. Man muss keine Genie sein, um die Lösung der Problematik zu erkennen: Steuerlast von den Arbeitnehmern auf die Unternehmen und Vermögenden verschieben, und alles kommt ins Lot; und wenn die Arbeitnehmer dann Lust dazu haben, können sie sich von den Mehreinkommen auch Aktien kaufen. Weil einfach einfach einfach ist...

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bartnelke 18.05.2019, 11:24
62. Erfolgsmodell Spezialisierung

immer diese idiotische Forderung nach Aktien für alle. Unser Erfolgsmodell ist doch die Spezialisierung, überall wird Facharbeit gefordert, warum wird jetzt für die Vermögensbildung/Altersvorsorge von jedem Börseninteresse erwartet? Soll sich ab morgen jeder um seine Ernährung wieder selber kümmern? Getreide im Blumenkasten und ein paar Hühner auf dem Balkon? Natürlich in der eigenhändisch errichteten Wohnung. Das würde massiv die Staatsausgaben senken, wenn z.B. das Lebensmittelcontrolling wegfiele. Ach, der Platz reicht nicht für die Selbstversorgung? Tja, hätte man sich besser schon früher um eigenes Ackerland bemüht. Wer will denn diesen Rückfall in die Steinzeit? Schuster bleib bei deinen Leisten und Staat, du kümmerst dich um die Belange Aller.

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DKH 18.05.2019, 15:12
63. Und ich sehe

Zitat von cabeza_cuadrada
überfüllte Shoppingcenter, jede Menge Autos jüngeren Baujahrs, Leute mit den allerneusten Smartphones, ausgebuchte Urlaubsreisen, volle Restaurants und Clubs. Jeden Morgen Schlangen an den Backshops wo belegte Brötchen für bis zu 3 Euro weggehen wie geschnitten Brot. Es wird konsumiert was das Zeug hält. Aber Aktien und Fonds sind Teufelszeug, da kann man ja nur verlieren.
Auf Autobahn Raststätten Leute, die aus Thermosflaschen mitgebrachten Filterkaffee trinken und lieber hinter einem Baum ihre Notdurft verrichten, weil ihnen die 50 Cent für die Toilette zu teuer sind. Nicht umsonst stammt der Ausspruch „Geiz ist geil“ aus Deutschland.

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x+n 18.05.2019, 17:22
64.

Zitat von Patrik74
Die Aktien bleiben einfach wo sie sind, und werden einfach angemessen besteuert. Selbst im aktuellen "Boom" (für einige wenige) trägt die Körpersschaftssteuer nur ca. 4% zum gesamten steueraufkommen bei, das ist ein WITZ! Zu den gesamten Einnahmen der öffentlichen Haushalte nicht einmal 2%! Komischer liegt der Anteil der Unternehmer- und Vermögenseinkommen aber bei ca. 31% vom Volkseinkommen - schon ein merkwürdiges Verhältnis... Selbst wenn man KSt + veranl. und nicht veranl. ESt, Abgeltungssteuer und GewSt zusammenrechnet und ALLES den Unternehmern zurechnet, kommt man nur auf ca. 170 Mrd., was 22% der Steuereinnahmen oder ca. 11% der Gesamteinnahmen entspricht. In a nutshell: Diejenigen, die (schöngerechnet) 31% der Einnahmen abgreifen, tragen nur (äußerst großzügig gerechnet) 11% zur öffentlichen Finanzierung bei. Man muss keine Genie sein, um die Lösung der Problematik zu erkennen: Steuerlast von den Arbeitnehmern auf die Unternehmen und Vermögenden verschieben, und alles kommt ins Lot; und wenn die Arbeitnehmer dann Lust dazu haben, können sie sich von den Mehreinkommen auch Aktien kaufen. Weil einfach einfach einfach ist...
Weil einfach einfach einfach ist, werden neue Produktionsstätten eher im Ausland aufgebaut. Hier ist es zu teuer, steuern sind jetzt schon hoch, Energie extrem teuer.
Die Anlagen hier aus den 70ern werden auf Verschleiß gefahren, wenn sie zerfallen werden die Tore geschlossen.

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friedrich.grimm@gmx.de 18.05.2019, 17:44
65. Nebelkerzen

Blackrock Bediensteter Merz wirft geschickt Nebelkerzen. Und seine Verehrer lieben solche ohne Maßen, denn das Nichtssagende kommt vielsagend daher.
Eine Analyse der merzschen Aussage würde ergeben, dass es für die allermeisten ArbeiterInnen kaum eine derartige Möglichkeit der Beteiligung gibt. Wie denn auch bei zum Teil gezahlten Hungerlöhnen.
Und Merz meint:
"Es gibt kaum noch eine börsennotierte Aktiengesellschaft in Deutschland, die mehrheitlich deutschen Anteilseignern gehört. Die Aktionäre leben im Ausland und freuen sich darüber, dass die deutschen Arbeitnehmer im Inland so fleißig arbeiten",
Aber natürlich freuen sich die ausländischen Aktionäre darüber, dass durch Lohntricksereien aller Art die Spanne für Dividenden so enorm groß ist.

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clkr 19.05.2019, 00:37
66. Und dieser kluge Gedanke muß konsequent zu Ende gedacht werden,

Zitat von astat
Für mich einer der klügsten Gedanken, der seit langem geäußert wurde. Merz sollte wirklich eine wichtigere Rolle in der deutschen Politik spielen
die mit Zeitverträgen bei Sub-Sub-Subunternehmern belohnten Prekarier müßten nicht nur Anteile des Sub-Sub-Subunternehmerladens erwerben, sondern auch die des Sub-SubUnternehmers usw. und jedesmal, wenn ihre Zeitverträge enden, bei Wiederaufnahme der Beschäftigung nochmals!
Und die aus Kleinbetrieben ohne Sozialklausel und außerrgesetzlichem Kündigungsschutz Beschäftigten dürften Anteile am Privatvermögen erlangen; Genußscheine für den Privatjet!
Und die Arbeitslosen Miteigentum und Genußscheine der Bundesagentur!
Haut die Politgreise aus deren Beiräten, setzt Arbeitslose hinein. Jawohl, wenn schon Merz, dann richtig und bis zum Ende durchkonjugiert!

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Patrik74 19.05.2019, 10:47
67. Tatsache?

Zitat von x+n
Weil einfach einfach einfach ist, werden neue Produktionsstätten eher im Ausland aufgebaut. Hier ist es zu teuer, steuern sind jetzt schon hoch, Energie extrem teuer. Die Anlagen hier aus den 70ern werden auf Verschleiß gefahren, wenn sie zerfallen werden die Tore geschlossen.
Aktuell bauen sogar die Chinesen hier Produktionsstätten:

Zitat von
Chinesisches Batteriewerk in Erfurt soll größer werden als Teslas Gigafactory ... Die Batteriezellen für deutsche Autowerke sollen in Erfurt entstehen. Der chinesische Hersteller CATL will seine Produktion dort deutlich erweitern.
Das "scheue Reh"-Gejammer ist offensichtlich Unfug. Insgesamt scheint sich herauszustellen, dass Verlagern nicht so opportun ist, wie es scheint; viele Unternehmen kehren zurück.

Wer hier produziert und (sehr) gutes Geld verdient, der soll sich auch angemessen am Gemeinwesen beteiligen. So einfach ist.

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x+n 19.05.2019, 15:09
68.

Zitat von Patrik74
Aktuell bauen sogar die Chinesen hier Produktionsstätten: Das "scheue Reh"-Gejammer ist offensichtlich Unfug. Insgesamt scheint sich herauszustellen, dass Verlagern nicht so opportun ist, wie es scheint; viele Unternehmen kehren zurück. Wer hier produziert und (sehr) gutes Geld verdient, der soll sich auch angemessen am Gemeinwesen beteiligen. So einfach ist.
Hier wird gebaut wenn die Förderung stimmt. Zurück kommt, wer in Fernost auf die Nase gefallen ist.
Ich sehe viele Betriebe in Deutschland - fahren auf Verschleiß und ich helfe in Polen die neuen Anlagen einzufahren.

Die Last ist hier bereits so hoch dass man kaum noch "gutes Geld " verdienen kann. Entsprechend sind die Möglichkeiten für Lohnerhöhungen gering obwohl schon wenig gute Leute zu haben sind.

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Patrik74 19.05.2019, 20:28
69. Merkwürdig

Zitat von x+n
Die Last ist hier bereits so hoch dass man kaum noch "gutes Geld " verdienen kann. Entsprechend sind die Möglichkeiten für Lohnerhöhungen gering obwohl schon wenig gute Leute zu haben sind.
Und gleichzeitig eilt "unser" Geldvermögen mit der Regelmäßigkeit eines Metronoms von Rekord zu Rekord....

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