Forum: Politik
Kunduz-Jahrestag: Gefangen im Grauen der Nacht

Diese Bombennacht hat die Bundesrepublik verändert. Vor genau einem Jahr gab Oberst Georg Klein den Befehl, zwei Tanklaster nahe Kunduz zu zerstören. Eine fatale Fehlentscheidung. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie es Opfern und Hinterbliebenen geht -*und wie den verantwortlichen Politikern und Militärs.

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iii.tempel 03.09.2010, 16:33
1. Kommentar....

...oder Bericht, was soll dieser Artikel sein? Auf jeden Fall bleiben wir dabei, egal wie die Rechtslage ist, solange von Verbrechen zu sprechen, bis diese falsche Einschätzung, in den Köpfen hängenbleibt. Es ist erbärmlich!
Unterstützt unsere Truppen!

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AxelSchudak 03.09.2010, 16:45
2. Und der Fahrer...

>Malek überlebte das Bombardement nur durch Glück.

Und ohne das Bombardement?
Der andere Fahrer war bereits von den Taliban ermordet worden.

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weisserteufel 03.09.2010, 16:45
3. gleichgeschaltete Presse

Ich bin wahrlich kein Freund des Einsatzes in Afghanistan, aber auch keiner von gleichgeschalteter Berichterstattung.

Mir hat bisher noch keiner sinnvoll und seriös erklären können, was unschuldige Menschen mitten in der Nachtum 1:49 an zwei verunglückten geklauteten Tanklastern zu suchen haben.

Ich bin immer noch fest der Meinung, dass die Getöten alle Dreck am Stecken haben. Und dieser Meinung bleibe ich, solange ich keine Informationen habe, die mich vom Gegenteil überzeugen!
Und wer nicht verstanden hat, das Krieg nunmal blutig ist und Menschenleben fordert, der soll mal eh in seine Blümchenwelt zurückkehren, denn man muss das Thema einfach mal schlicht schwarz-weiß sehen.

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MBA 03.09.2010, 17:07
4. Ist doch ganz einfach

Zitat von weisserteufel
Ich bin wahrlich kein Freund des Einsatzes in Afghanistan, aber auch keiner von gleichgeschalteter Berichterstattung. Mir hat bisher noch keiner sinnvoll und seriös erklären können, was unschuldige Menschen mitten in der Nachtum 1:49 an zwei verunglückten geklauteten Tanklastern zu suchen haben. ...
Entweder waren sie da um Benzin zu klauen oder sie sind von den Taliban gezwungen worden Benzin abzuzapfen um das Gewicht der festgefahrenen LKW zu vermindern. Im ersten Fall sind sie selbst Schuld, im zweiten Fall haben die Taliban sie als Schutzschilde oder Kanonenfutter benutzt (siehe der schlaue Anführer der schon lange weg war). In beiden Fällen kann man Oberst Klein keinen Vorwurf machen, zumindest wäre das so in einer Diskussion in einem normalen Land.

In Deutschland, wo Politiker ohne Ahnung und Rückgrat, Soldaten mit unzureichender Ausrüstung in einen Einsatz schicken um Brunnen zu bohren und Schulen zu bauen ist dies den Spiegel natürlich ein Tag der das Land veränderte. Für mich nicht. Es war nur das erste Mal, dass sich die Truppen in Afghanistan wie Militär verhalten haben.

Natürlich mussten dann Sündenböcke gefunden werden, an Politikern die Beschlüsse treffen ohne deren Tragweite zu begreifen darf es ja nicht liegen.

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keats 03.09.2010, 17:08
5. Versteh ich nicht, wieso hat dieses "Missverständnis" die BRD verändert ?

Zitat von sysop
Diese Bombennacht hat die Bundesrepublik verändert. Vor genau einem Jahr gab Oberst Georg Klein den Befehl, zwei Tanklaster nahe Kunduz zu zerstören. Eine fatale Fehlentscheidung. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie es Opfern und Hinterbliebenen geht -*und wie den verantwortlichen Politikern und Militärs.
Versteh ich nicht, wieso hat dieses "Missverständnis" die BRD verändert ?

Also hier in meinem Umfeld von Arbeit, Hobby, Sport, von Verwandten, Freunde und Bekannten usw. hat sich wegen Kunduz sicher gar nichts verändert, wieso auch.
Da messen Sie dem doch zu viel Bedeutung zu und überhaupt, Tote, davon gibt es jeden Tag viel zu viele, die aus Nichtigkeiten, Arroganz, Machtgelüsten und Profit ständig getötet werden, das es für "uns" zunehmend abgestumpfter werdende Nachrichtenkonsument eigentlich nur weitere Tote unter all den anderen sind.
Die haben es nur in die Nachrichten geschafft, weil ein Oberst der Bundeswehr darin verwickelt war, aber wieso soll das die ganze (so genannte) Republik verändern und wohin ?

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ersatzreifen 03.09.2010, 17:10
6. Pathos?

Zitat von sysop
Diese Bombennacht hat die Bundesrepublik verändert.
Ehm, ja? Wo und wie genau?

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JörgMatthes 03.09.2010, 17:25
7. Militäramateure

Klein agierte in der unseligen Nacht schlichtweg laienhaft und fehlerhaft. Er verstieß gegen etliche Vorschriften und belog die Verbündeten. Dass im juristischen Sinne nichts Verwerfliches nachzuweisen war, ist schon OK, aber im Disziplinarverfahren der Bundeswehr hätten die eklatanten Fehlleistungen thematisiert und geahndet werden müssen!
Ich schäme mich für die Bundeswehr und drücke den tapferen Soldaten die Daumen, dass sie trotz dieser miserablen Vorgesetzten heil aus jedem Gefecht zurückkehren.

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rehabilitant 03.09.2010, 17:26
8. Schlichte Bewertung

Zitat von weisserteufel
Mir hat bisher noch keiner sinnvoll und seriös erklären können, was unschuldige Menschen mitten in der Nachtum 1:49 an zwei verunglückten geklauteten Tanklastern zu suchen haben. Ich bin immer noch fest der Meinung, dass die Getöten alle Dreck am Stecken haben. Und dieser Meinung bleibe ich, solange ich keine Informationen habe, die mich vom Gegenteil überzeugen! Und wer nicht verstanden hat, das Krieg nunmal blutig ist und Menschenleben fordert, der soll mal eh in seine Blümchenwelt zurückkehren, denn man muss das Thema einfach mal schlicht schwarz-weiß sehen.
Schön für Sie, dass sie das so schlicht bewerten können.

Für mich ist das Ganze wieder mal ein Paradebeispiel für Bürgerverarschung.
Ich habe folgene Meilensteine in Erinnerung:
1) Jung: Es sind keine Zivilisten betroffen
2) Jung: Es sind evtl. möglicherweise doch Zivilisten betroffen, aber der Einsatz war gerechtfertigt.
==> Jung wird gefeuert
3) Guttenberg: Ja, wir haben ein paar Zivilisten erwischt, aber der Einsatz war angemessen
4) Guttenberg: Der Einsatz war nicht angemessen
5) Klein wird freigesprochen, es konnten ihm keine Fehler nachgewiesen werden (sagt irgendeine Bundeswehr-Institution)

Und jetzt kommt der Spiegel und spricht von einer fatalen Fehlentscheidung.
Bin ich im falschen Film?
Ich werde den Eindruck nicht los, dass uns Politik und Medien wieder mal von A bis Z an der Nase herumgeführt und dann den ganzen Fall OHNE Aufklärung eingestampft hat.

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zippzapp 03.09.2010, 17:34
9. Merkwürdiger Artikel

Dieser Artikel liest sich in der Tat wie ein Kommentar, nicht wie eine Zusammenfassung der Ergebnisse von einem Jahr Ermittlung.
Außerdem vermisse ich die notwendige Neutralität und Distanz, aber das ist nichts neues bei SPON.

Niemand wird in Zweifel stellen, dass jedes Opfer eines zu viel ist.
Und ja, er hat Fehler gemacht. Die Informationslage war dünn und die Quelle nicht unbedingt zuverlässig, wenn man Medienberichten glauben darf.
Er hat gegen geltende Regeln der NATO verstoßen - die er in Ermangelung einer entsprechenden Einweisung geschweige denn Ausbildung vermutlich nicht mal kannte.
Er hätte auf die amerikanischen Piloten hören und (mindestens) einen Überflug der Bomber erlauben sollen.
Was mich ziemlich stört ist auch, dass diese ganze Diskussion nicht existieren würde, wenn von allen Opfern bekannt wäre, dass es tatsächlich Taliban waren. Oberst Klein wäre DER Held. Trotzdem würden Mütter und Väter um ihre Söhne, Brüder und Schwestern um ihren Bruder, Söhne und Töchter um ihren Vater weinen. Das würde niemanden interessieren - frei nach dem Motto: "Selbst schuld, wenn der zu den Taliban geht!"
(Wobei niemand sagt, dass junge Männer in Afghanistan oft keine Alternative dazu haben...; sie sind oft schon so gut wie tot, egal, ob als Soldaten, Polizist oder Taliban; letztere zahlen nur besser)

Aber das Leben läuft nun mal nicht um Konjunktiv.

Deswegen:
Bei allem Bedauern über die zivilen Opfer des Luftangriffs:
Die oberste Priorität für einen Kommandanten in so einer Situation ist der Schutz der eigenen und verbündeten Truppen. Entsprechend hat Oberst Klein gehandelt. Punkt.
Wir diskutieren hier aus Büros, Arbeits-, Wohn- und Schlafzimmern darüber, ob eine militärische Operation in einem de facto Kriegsgebiet angemessen ist.
Das ist anmaßend und sorgt im Endeffekt nur dafür, dass die Soldaten vor Ort, die laufend beschossen, bombardiert (!!! für mich ist der Beschuss mit Mörsern und Granaten nichts anderes als ein Bombenangriff) und fast in die Luft gesprengt werden, nicht mehr wissen, was sie nun eigentlich zum eigenen Schutz dürfen und was nicht.

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