Forum: Politik
Kunduz-Luftangriff - wie beurteilen Sie das Krisenmanagement der Regierung?

Das Desaster um den Luftschlag in Afghanistan und die Informationspolitik wird zur immer größeren Belastung für die neue Regierung. Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement der Regierung?

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ernstgust 05.12.2009, 18:20
870. Erklärung des Bundesministers der Verteidigung

Wer könnte kein Verständnis dafür haben, dass die Bundesrepublik im Afghanistankonflikt seine Verbündeten keinesfalls enttäuschen möchte, und wer wollte nicht anerkennen, dass der Verteidigungsminister einen verdienten Offizier “nicht fallen lässt”, wenn dieser sich seinerzeitigen Informationen entsprechend angemessen verhalten hat? Doch müsste nicht die Grundgesetzkonformität einer Entsendung militärischer Kontingente von deutschem Boden aus gerade deshalb überprüft werden, dass “unter kriegsähnlichen” Umständen eine von einem deutschen Offizier “nach bestem Wissen und Gewissen” getroffene militärische Maßnahme dazu führt, dass mehr als hundert Menschen dadurch umkommen und unter diesen unschuldige Männer, Frauen und Kinder?

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e_n_2009 05.12.2009, 18:21
871.

Zitat von MarcusSpiegel
NATO-Verteidigungsfall?!? Sind sie geisteskrank? Rechtfertigt jetzt jeder terroristische Anschlag die Mobilisierung der NATO Truppen oder wie? Da begehen ein paar Kriminelle ein Verbrechen und schon darf man alles und jeden kurz und klein bomben oder wie?!? Hier lagen ausschließlich machtpolitische Interessen vor und die Anschläge von 9/11/2001 waren nur ein willkommener Anlaß sich erdölreserven und Einfluß in bestimmten Regionen zu sichern.
Land 1 beherbergt Verbrecher, die in Land 2 mehrfach mehrere Tausend Menschen umbringen wollten (unter Clinton der erste Anschlag auf das WTC, unter Bush der erfolgreiche) und ausserdem eine Botschaft angegriffen haben.

Land 2 sagt, Land 1, liefere diese Verbrecher aus.

Land 1 sagt Nein

Es besteht nun ein Verteidigungsfall, Land 1 hat quasi Land 2 angegriffen.

So wird es im allgemeinen im internationalen Recht gehalten.

Nein, ich bin nicht geisteskrank. Sie jedoch sollten sich aus Ihrer anti-amerikanischen/westlichen Trance mal loesen und mal anfangen nachzudenken.

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Georgius 05.12.2009, 18:23
872.

Zitat von tonybkk
wie gesagt wenn ihnen als kriegsgrund unsere eigene dummheit genuegt na bitte...
Es faellt angenehm auf, dass Sie nicht der Taliban-Paranoia folgen.
Jedes dritte Wort im Zusammenhang mit diesem Angriffskrieg ist: "aber die Taliban".
Die Taliban waren vom CIA angeheuerte und bezahlte Soeldner.

Wieso erinnert mich das an das israelische Massaker in Gaza, da war auch jedes dritte Wort "aber die Hamas" und Hamas ist ein Kind der israelischen Adminstrationen.

In Afghanistan gibt es schon laenger fast keine Taliban mehr.
Wer sich dort gegen den Angriffskrieg wehrt sind ueberwiegend Paschtunen u.ae. Staemme.
Warum kann man nicht objective und differenziert berichten.
Etwa weil die Bundeswehrmacht die Mohnfelder der Stammesfuersten bewacht. ??
Das waere ja noch produktiv und wuerde den Drogenboom erklaeren, der nach der US- und NATO-Aggression durch beste Mohnernten dokumentiert ist.
Es stinkt wirklich aber nicht nur nach Opium...

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ernstgust 05.12.2009, 18:24
873. Erklärung des Bundesministers der Verteidigung

Wer könnte kein Verständnis dafür haben, dass die Bundesrepublik im Afghanistankonflikt seine Verbündeten keinesfalls enttäuschen möchte, und wer wollte nicht anerkennen, dass der Verteidigungsminister einen verdienten Offizier “nicht fallen lässt”, wenn dieser sich seinerzeitigen Informationen entsprechend angemessen verhalten hat? Doch müsste nicht die Grundgesetzkonformität einer Entsendung militärischer Kontingente von deutschem Boden aus gerade deshalb überprüft werden, weil “unter kriegsähnlichen” Umständen eine von einem deutschen Offizier “nach bestem Wissen und Gewissen” getroffene militärische Maßnahme dazu führt, dass mehr als hundert Menschen dadurch umkommen und unter diesen unschuldige Männer, Frauen und Kinder?

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Alter_Reservist 05.12.2009, 18:25
874.

Zitat von zenobit
Wenn sie mir erklären, wie Tanklaster, die in dem Gelände nicht wirklich schnell fahren können zu einer miltärischen Gefahr werden können bin ich ja durchaus bereit meine Meinung zu ändern.
Nun ja ich versuchs mal, mache mir allerdings nicht sehr viele Hoffnungen.

Möglichkeit 1

Einsatz als rollende Bombe gegen das PRT.

Was meinen Sie den wie das verhindert werden soll ?
Wollen Sie die Zufahrt zum PRT für alle Tanklaster sperren ?
Einen zweiten, dritten, vierten Sicherheitgürtel um das Lager ziehen ?
Der lebensmüde Taliban, der sich auf die zahlreichen Jungfrauen die ihn erwarten freut, zieht eine (geklaute ) Uniform an und fährt in aller Seelenruhe zum und mit viel Glück auch ins Lager. Allah u akbar und tschüß.
Dies liese sich kaum verhindern.

Möglichkeit 2

Der rollt nach Kunduz und liefert frei Haus.

Suchen sie sich was aus.

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stanis laus 05.12.2009, 18:32
875. Zu schwerer Spaziergang für die Mädchenwächter

Zitat von zenobit
Wenn sie mir erklären, wie Tanklaster, die in dem Gelände nicht wirklich schnell fahren können zu einer militärischen Gefahr werden können bin ich ja durchaus bereit meine Meinung zu ändern.
Von wegen Schnellfahren. Die waren festgefahren und kamen aus dem Fluss nicht mehr raus. Eine militärische Gefahr durch die LKW konnte so nicht mehr bestehen. Dass die festgefahren waren, war selbst den Piloten der Kampfjets bekannt. Sie waren genau geortet, die Koordinaten waren erfasst. Scheibenschiessen nach Koordinaten. Macht man üblicherweise als Artillerist. Erstaunlich, dass ein Obrist der BW, der diese LKW´s aus dem Lagern mit einer Haubitze hätte erreichen können, sofort mit den ganz dicken Brummern anfing.

Zwei LKW´s zu sichern, wäre eine Aufgabe eines motorisierten Spähtrupps gewesen, der in 20 Minuten an der Sandbank hätte sein können. Falls er zu Fuss gelaufen wäre, wäre es vom Lager ca. 1 Std. schneller Spaziergang gewesen. Mit schwerem MG und Handgranaten und entsprechender Eigensicherung. Wie es jeder Grenadier nach der Grundausbildung können muss. Bei stockdunkler Nacht, denn es war Neumond.

Aber diese Mädchenwächter haben ja Angst bei Nacht.

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Altes Eisen 05.12.2009, 18:32
876. Geschehenes kann man nicht rückgängig machen

Das ganze Gelaber bringt leider nichts.
Der Herr Oberst hätte bei seinem Angriffsbefehl wohl lieber auf die amerikanischen Piloten hören sollen,da diese die Lage offensichtlich besser im Griff hatten.

Altes Eisen

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doc 123 05.12.2009, 18:34
877.

Zitat von Alter_Reservist
Wow eine neue VT. Bravo... Lesen Sie mal die verfügbaren Informationen aus mehreren Quellen quer, und bilden sich dann eine eigene Meinung. Woher nehmen Sie die Gewissheit das der Oberst Klein den Befehl nicht hätte geben dürfen. Aus der reflexartigen Wiederholung des troops in contact ? Aus den aufgebauschten Meldungen über den Funkverkehr ? Ich gehe mal locker von aus das Mutti und KTzG besser Informiert sind als wir alle hier. Glauben Sie im Ernst, das, wenn der Oberst einen derartigen Fehler begangen hätte, einer aus der politischen Gilde dem auch nur eine Träne nachweinen würde?
Oberst Klein ist ein ganz kleines Licht, das derzeit wieder seinen Dienst als Chef des Stabes der 13. PzGrenDiv in Leipzig ausübt. Ich kannte einige Soldaten in ähnlichen Funktion, einige waren auch meine Patienten gewesen.

Nach alldem, was ich jetzt über Oberst Klein weiß und auch selbst hier geschrieben habe, hätte der niemals niemals einen deartigen Angriffsbefehl gegeben, ohne sich entsprechend rückzuversichern, da bin ich mir mittlerweile ganz sicher!

Natürlich kann man ihn jetzt nicht fallenlassen; was meinen Sie was wohl loswäre, wenn der jetzt einmal ausplaudern würde, wer ihm letztlich den Einsatzbefehl gegeben hat und wie es überhaupt zu solch einem Einsatzbefehl kommen konnte!

Ich behaupte, dass die Bundeswehrführung sich bereits längere Zeit auf einen derartigen Einsatz vorbereitet hat. Denn wenn es gut gegangen wäre, wie hier auch schon diskutiert wurde, und keine Zivilisten getötet worden wären, wäre man ganz sicherlich etwas von dem Image der "zahnlosen Kindergartenarmee" losgeworden und das ohne überhaupt irgendetwas dafür zu tun!

So aber....nimmt das Schicksal wohl seinen Lauf!

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Georgius 05.12.2009, 18:43
878.

Zitat von Alter_Reservist
Nun ja ich versuchs mal, mache mir allerdings nicht sehr viele Hoffnungen. Möglichkeit 1 Einsatz als rollende Bombe gegen das PRT.
Als Diesel-Bomben ??
Jupp, da habe ich aber schon bessere Witze gehoert.

Bei SPON wurden die ja schon mal temporaer zu "Benzinlastern" umgewidmet,
was dann spaeter Klamm & Heimlich korrigiert wurde...

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imagine 05.12.2009, 18:49
879. Nicht in meinem Namen

Ich mag nicht wenn hier ständig von "wir" die Rede ist.
Ich habe damit nichts zu tun.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die afghanische Bevölkerung endlich mal in Frieden gelassen werden sollte. Sie sind durchaus in der Lage ihre Probleme selbst zu lösen. Dafür müssen aber noch ein paar Einwohner am Leben bleiben.
Und ich verspreche, sollte bei mir Al Qaida vor der Tür stehen, werde ich nicht um Hilfe rufen.
Also nichts mit "wir".
Ohne mich.

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