Forum: Politik
Kushner-Plan für die Palästinenser: Das steckt hinter dem "Deal des Jahrhunderts"
MOHAMMED ABED / AFP

Die Ankündigung war gigantisch, nun präsentiert Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner seinen Nahost-Wirtschaftsplan. Den Palästinensern verspricht er eine rosige Zukunft - aber keinen eigenen Staat.

Seite 5 von 7
santoku03 24.06.2019, 17:02
40.

Zitat von Beat Adler
Welche "Mehrheiten" fuer die Hamas? Seit 2006 "vergisst" die Hamas Wahlen abzuhalten.
Danke für die Ergänzung. Ändert aber natürlich prinzipiell nichts an meiner Aussage.

Beitrag melden
w.diverso 24.06.2019, 17:04
41. Und für so einen Wischiwaschi-Plan

hat Kushner zweieinhalb Jahre gebraucht? Ohne konkrete Aussagen wer das Geld gibt und ohne genaue Pläne was damit gemacht werden soll. Na prima, jetzt hat man in etwa eine Vorstellung mit welcher Effizienz die momentane amerikanische Regierung arbeitet. Schön ist auch, dass die Palästinenser, das sind die um die es in der Hauptsache gehen sollte, an der Vorstellung so zahlreich teilnehmen. Die Finanzierung wird ähnlich gedacht sein wie die für die amerikanische Infrastruktur von Trump präsentiert wurde. Zehn Prozent gibt der amerikanische Staat und den Rest irgendwelche freiwilligen Idioten. Das wird ähnlich wie das mit der Infrastruktur enden. Nämlich, nach ein paar Monaten wird niemand mehr darüber reden.

Beitrag melden
g.eliot 24.06.2019, 17:22
42. Klingt das nach Gleichberechtigung?

Zitat von dr.joe.66
Herr Sydow, Sie fordern Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Religionsfreiheit in einem demokratischen Staat? Herr Sydow, das Land gibt es bereits, ich war letzte Woche dort. Wo Moslems Moscheen bauen dürfen, Christen Kirchen, und Juden Synagogen. Wo jeder Bürger bei freien Wahlen eine Stimme hat. Wo es nur wenig Korruption gibt. Wo es ein Sozialsystem und eine Gesundheitsversorgung gibt die jedem offenstehen. Wo Frauen nicht weniger gleichberechtigt sind als in Europa. Das Land heißt Israel. Fragen Sie doch mal die Moslems, die dort in Frieden leben können und auch wollen, was die von der korrupten so genannten Führung der Palästinenser halten. Nothing, stupid, idiots, waren noch die harmlosesten Aussagen meiner Gesprächspartner dort. Würden israelische Araber die Staatsbürgerschaft abgeben und freiwillig Bürger eines palästinensischen Staats werden? Wohl kaum. Außer es gäbe eine wirtschaftliche Zukunft in einem freien Staat. Womit wir ziemlich nah an den Ideen von Trump und Kushner wären. Die als Faustpfand missbrauchten Palästinenser sind nicht das Opfer von Israel, sondern das Opfer von hoch-korrupten und verbohrten Organisationen wie der Hamas, hinter der wiederum Regimes wie Iran & Co. stehen. Wie sähe denn ein eigener Palästinenser-Staat aus? Demokratisch sicherlich nicht. Dafür korrupt, totalitär und voller Hass auf Israel. Wollen Sie das? Will das überhaupt irgendwer, außer den Mullahs in Teheran?
Und wie passen Netanjahus erst vor drei Monaten geäußerten Worte dazu?
"Benjamin Netanyahu says Israel is 'not a state of all its citizens.'"
He called Israel a "Jewish, democratic state" with equal rights, but "the nation state not of all its citizens but only of the Jewish people".
https://www.theguardian.com/world/2019/mar/10/benjamin-netanyahu-says-israel-is-not-a-state-of-all-its-citizens

Beitrag melden
jla.owl 24.06.2019, 17:22
43. @dr.joe

...wie ständen Sie dazu, wenn, sagen wir mal Herr Trump in Ihrer Stadt die US-Army ansiedeln will, ja, und leider auch auf Ihrem Grundstück... nein, Sie erhalten keine Entschädigung, aber Sie können ja umziehen... Israelische Siedlungen im Westjordanland und im Gauastreifen sind völkerrechtswidrig (siehe UN-Resolutionen) und finden dort auch auf Privatbesitz statt. Sollte man nicht lieber die Siedler mit Geld zum Umzug bewegen? Eben, würden auch die nicht tun, aber die Palästinenser sind die Bösen, die Sturen?

Beitrag melden
cobaea 24.06.2019, 17:44
44.

Zitat von santoku03
Sie tun ja gerade so, als wäre es nicht möglich, den Gazastreifen zu verlassen, um etwa nach Jordanien auszuwandern und sich dort mit einer entsprechenden Prämie oder (wo anwendbar) Entschädigung eine neue Existenz aufzubauen. Stellen Sie sich mal vor, die deutschen Vertriebenen nach WK2 wären über Generationen trotzig in Auffanglagern sitzengeblieben, anstatt den Lastenausgleich anzunehmen und sich diesseits der Oder-Neiße-Grenze eine neue Existenz aufzubauen. Wir hätten heute noch keinen Frieden mit Polen.
Und Sie klammern die Realität und die Geschichte (in Ihrem Beispiel die deutsche) aus: Sogar wenn die Palästinenser insgesamt bereit wären, ihre Heimat im Gazastreifen zu verlassen (was extrem unwahrscheinlich ist), um woanders eine Existenz aufzubauen, müssten Sie erst einmal sagen, wo dieses "woanders" sein soll. Einzelpersonen wandern seit Jahrzehnten aus - aber nicht das gesamte Volk, noch nicht einmal die gesamte Bevölkerung des Gaza-Streifens. Jordanien will keinen palästinensischen Staat im Staat - weshalb die seit Jahrzehnten in Lagern in Jordanien lebenden Palästinenser auch von Jordanien weiterhin als Flüchtlinge angesehen werden.
Das ist anders als bei den Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten, die in ein "Heimatland" übersiedeln konnten, in dem man sie zwar nicht begeistert begrüsste, aber wo sie ein Recht darauf hatten, bleiben zu können und die gleichen Rechte in Anspruch nehmen konnten, wie die anderen Deutschen. Wo sollte sich so etwas für die Palästinenser abspielen, wenn es kein Land Palästina geben soll? In Israel? Im Westjordanland alle zusammenpferchen und das dann wem übergeben? Zwangsweise Jordanien oder Syrien - die beide dankend ablehnen? Oder wieder einmal ein bereits besiedeltes Land verschenken? Welches diesmal?

Beitrag melden
cobaea 24.06.2019, 17:49
45.

Zitat von Atheist_Crusader
Land haben Sie in der Aufzählung noch vergessen. Wenn es nur um Frieden, Sicherheit und Wohlstand ginge, hätte man schon vor vielen Jahren eine Zweistaatenlösung umsetzen können. Das funktioniert aber nicht, weil die Palästinenser auf gewissen Grenzen bestehen. Und das ist wertungsfrei; Israel tut das ja auch.
Wobei sich die Palästinenser bis heute auf die Grenzen nach dem UN-Teilungsplan von 1947 berufen, was aber sowohl die USA als auch Israel aussen vor lassen. Und die Stimmung wird nicht besser, wenn Israel innerhalb des laut UN-Teilungsplans palästinensischen Gebiets Landeigentümer vertreibt und Siedlungen baut.

Beitrag melden
Emil Peisker 24.06.2019, 17:55
46. Annexion und stetige Landnahme...

santoku03 Heute, 15:48
30.


---------------------------------------------------------

Werter Forist
Ist Ihnen eigentlich klar, was Sie da für einen Blödsinn erzählen?

stünde es ja jedem Palästinenser frei, mit der Prämie oder Entschädigung nach Jordanien zu gehen und sich dort eine neue Existenz zu schaffen. Nach zwei weiteren Generationen würde es keinen mehr interessieren, dass der Uropa mal drei Olivenbäume in "Palästina" besaß.

Die drei Olivenbäume, die der Uropa mal besessen haben soll, war das Land in dem sie lebten. Ihr Satz von den drei Olivenbäumen ist eine Verhohnepiepelung der Nachkommen.
Die UN hatte damals diese Teilung des Landes nicht vorgeschlagen, oder die Palästinenser nicht gefragt, ob sie dem zustimmen, sondern nach dem Motto friss oder stirb entschieden.

Außerdem ist die Haltung des jordanischen Staates zu einem solchen
Umzug von mehreren Millionen Menschen völlig unklar.
Die UN hat damals das Gebiet, in dem die Palästinenser lebten und dass politisch den Osmanen gehörte hatte und von den Briten nur verwaltet wurde, an Jordanien und an Israel verteilt.
Jordanien hat später das ihnen zugesprochene Land den Palästinensern überlassen. Das Westjordanland. Einen großen Teil dieses Gebietes und Ostjerusalem haben die Israelis sich im Laufe der Zeit angeeignet. Oft mit Unterstützung ihrer Armee.

Grundlage der Annexion war stets der von den arabischen Kräften 1948-bis 1949 verlorene Krieg.
Zwar hatte die UN die Landnahme und auch die Annexion Ostjerusalems mit großer Mehrheit angelehnt, aber da der Sicherheitsrat, als entscheidende Macht, das US-Veto nicht überstimmen konnte, konnte Israel sich die späteren Landnamen im Westjordanland leisten.

Der Kushner-Plan ist das Papier nicht wert auf dem er steht.
Wie alle Superdeals, die Trump bisher verkündet hat, ist dieser unausgegoren, jenseits jeder Machbarkeit und er versucht die Palästinenser als nicht mitspracheberechtigte Besiedler von israelischem Land hinzustellen.

Da der größte Teil der 50 Mrd. Dollar eh' nicht für die Palästinenser vorgesehen sind, ist alles nur heiße Luft, die den Israelis wieder mal den Ball zuspielt, damit diese sagen können - seht her, die Palästinenser wollen sich nicht helfen lassen.

Ich könnte jetzt hier noch das Drama des einzigen Israelis schildern, der ernsthaft mit den Palästinensern ein Frieden wollte und der dafür von einem israelischen Extremisten ermordet wurde.
Googlen Sie einfach mal.

Beitrag melden
cobaea 24.06.2019, 17:57
47.

Zitat von santoku03
Sorry, das habe ich vielleicht nicht klar genug gesagt. So wie die deutschen Vertriebenen schließlich den Status Quo akzeptiert, den Lastenausgleich angenommen und sich im Westen eine neue Existenz aufgebaut haben statt über Generationen in Auffanglagern sitzen zu bleiben, stünde es ja jedem Palästinenser frei, mit der Prämie oder Entschädigung nach Jordanien zu gehen und sich dort eine neue Existenz zu schaffen. Nach zwei weiteren Generationen würde es keinen mehr interessieren, dass der Uropa mal drei Olivenbäume in "Palästina" besaß. Man sollte einfach mal kreativ über neue Lösungen nachdenken, wenn die alten gescheiter sind. Und genau das tut Kushner, wenn man auch sonst von der Trump-Regierung nicht viel halten mag.
Ihr Vorschlag beinhaltet nicht nur, dass die Palästinenser wie damals die Deutschen aus den Ostgebieten vertrieben werden müssten. Denn auch die Deutschen sind ja nicht freiwillig gegangen und haben nicht freiwillig einen Lastenausgleich statt Land und Heimat angenommen. Der ganz grosse Unterschied ist, dass die vertriebenen Deutschen in das übrige Deutschland gehen konnten und dort gleichberechtigte Deutsche waren. Wo soll sich Vergleichbares für Palästinenser abspielen? Die "kreative Lösung" der Vertreibung (okay, Sie würden es "Umsiedlung" nennen) soll wohin gehen? Welches Land soll die Vertriebenen als gleichberechtigte Bürger aufnehmen? Das vertreibende Land Israel wird's ja schon mal nicht sein. Die Jordanier beherbergen seit Jahrzehnten bereits Palästinenser, die wollen keinen Teilstaat "Palästina" - zumal das wirtschaftlich schwierig wäre. Jordanien ist weder hochindustrialisiert noch landwirtschaftlich in der Lage alle Palästinenser aufzunehmen. Und wer soll dann das ganze Land zu einem modernen Staat mit Wohlstand für alle aufbauen? Wird das dann eine US-Kolonie und will Jordanien das - oder wird es einfach nicht gefragt?

Beitrag melden
cobaea 24.06.2019, 18:05
48.

Zitat von dr.joe.66
Ich gebe Ihnen Recht: Die Palästinenser haben nur eine echte Zukunft, wenn sie in einem freien Staat leben können. Aber wie kommt das Volk zu diesem Staat? Zumindest nicht solange es von korrupten Handlangern anderer Regimes regiert wird. Wie es ein Mitforist richtigerweise schreibt: Hätten sie eine gewählte, zumindest moralisch legitime Vertretung, dann könnten die Palästinenser ganz anders auftreten. Aber so? Wie soll man einen Verhandlungspartner ernst nehmen, der öffentlich verkündet, dass es sein oberstes Ziel ist, einen Nachbarstaat samt seiner Bevölkerung vollständig auszulöschen? Oder der gerne die Milliarden von der UN, USA, EU nimmt, aber davon nur einen Bruchteil an die eigene Bevölkerung weitergibt. Sogar die ansonsten ziemlich naive EU kritisiert immer wieder sehr deutlich, dass sie keine Ahnung und keine Kontrolle hat, was mit dem Geld eigentlich geschieht... Von dem Geld aus dem Iran mal ganz abgesehen...
Die gewählte palästinensiche Regierung, die längst der Vernichtung Israels abgeschworen hat, gibt es seit Jahren im Westjordanland. Schon Arafat hatte schon das Existenzrecht Israels bereits 1974 anerkannt. Die Hamas dagegen ist ein Fanatikerhaufen, der sich derart lange an der Macht halten kann, weil es keine Aussicht auf die Umsetzung des UN-Teilungsplans von 1947 gab, niemand aus Israel die Westbank-Regierung ernst nimmt und auch die USA bisher keine Bestrebungen unternommen hat, daran etwas zu ändern und deshalb Gaza ein Elendsgebiet bleibt. In solchen gedeihen Extremisten gut.

Beitrag melden
matrix64 24.06.2019, 18:10
49. Die USA hat nichts verstanden...

Menschen lassen sich nicht immer mit Geld kaufen. Das mag zwar in den USA gang und gebe sein, aber nicht anderswo. Die USA sollte endlich mal aufwachen. So wird das nichts.

Beitrag melden
Seite 5 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!