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Land in Angst: Wann sind wir so zimperlich geworden?
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Früher musste man sich als Journalist die Kugeln um die Ohren pfeifen lassen, um als Held zu gelten, heute reicht ein Besuch im deutschen Osten. Die Empörung über das Getobe in Sachsen ist ebenso maßlos wie die Aufmärsche selbst.

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swnf 30.08.2018, 14:51
10. Fleischhauers Whataboutsism

Wenn Sie bei den nächsten G20 Ausschreitungen eine Kolumne verfassen, in der Sie dann anmerken, dass sich alle doch nicht so aufregen sollen, weil Hoyerswerda 1991 noch schlimmer war, machen Sie sich vielleicht glaubwürdig. Ansonsten haben Sie hier und heute einen neuen Tiefpunkt erreicht, denn das mediale Echo zu G20 letztes Jahr haben Sie anscheinend schon komplett verdrängt!?

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fungel99 30.08.2018, 14:55
11. Danke Herr Fleischhauer,

beruhigend festzustellen, das bei SPON doch noch Menschen arbeiten, die die ganze Situation besonnen und mit Augenmaß beurteilen. Vielleicht möchten Sie ihre Kollegen/innen wie Fr. Stochowski oder Hr. Lobo ein wenig unterstützen, von ihrem hysterischen Krawallritt runterzukommen. Klingt lustig, hat aber unter Umständen ernste Konsequenzen.

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leschki 30.08.2018, 14:56
12. .....

Volle Zustimmung zur Ihrem Kommentar Herr Fleischhauer. Beide Seiten,egal ob rechts oder links sollten lernen einander zu zuhören und nicht zu pauschalisieren und alle über einen Kamm zu scheren. Und nein,der Osten ist kein "Kriegsgebiet",sondern eine der schönsten Ecken Deutschlands die es sich lohnt zu besuchen. Niemand von "uns" hat eine Meinungshoheit,sondern jede/r hat ein Recht auf ihre/seine Meinung. Und natürlich waren die Aufmärsche in Chemnitz erschreckend. Aber das macht nicht alle Sachsen automatisch zu verkappten Nazis,bzw. den Osten zu Dunkeldeutschland. Das ist zu pauschal und zu wenig differenziert. Danke.

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JungUndFrei 30.08.2018, 14:56
13.

Ich warte schon die ganze Zeit auf diese Kolumne. Ich kann den Aufruhr auch nicht nachvollziehen. Das der Mord von zwei Migranten so massive Reaktionen auch unter Bürgerlichen hervorruft liegt mMn einfach an den mangelnden Reaktionen auf vorangegangene Verbrechen. Das die BKA Statistik zeigt, dass Migranten gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil bei Verbrechen gegen das Leben und die sexuelle Selbstbestimmung überrepräsentiert sind wird in der öffentlichen Diskussion nicht thematisiert. Das Gewalt, egal aus welchem "Grund", nicht zu rechtfertigen ist, ist natürlich klar.

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Benno Groß 30.08.2018, 14:56
14. Erfrischend

So kann man das auch sehen, ich finde das eigentlich mal ganz erfrischend, an die wilden 70er und 80er zu erinnern.

Bloß, dass 70 Jahre zuvor es nicht deutsche Autonome und Linksradikale waren, die Europa in Schutt und Asche gelegt haben und Minderheiten physisch ausrotteten, das beunruhigt ein wenig, wenn SA-Fans heute wieder durch deutsche Straßen marschieren - da hilft auch das lustige (und leider fiktive) Bild vom Wasserwerferstrahl gegen Hitlergrüße nicht, dass Fleischhauer zeichnet.

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caldor1984 30.08.2018, 14:58
15. Vergleich G20-Proteste und Chemnitz funktioniert nicht

Ich möchte die gewalttätigen Proteste in Hamburg nicht schönreden. Nur: Ziel der Agression in Hamburg waren Dinge, während in Chemnitz unbeteiligte Menschen gezielt verfolgt wurden, die dummerweise eine Haut- und Haarfarbe haben, die den Nazis nicht passt.

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vox veritas 30.08.2018, 14:58
16.

Endlich hält mal jemand der Presse den Spiegel vor das Gesicht. (Wortspiel beabsichtigt)
Sehr gut. Vielen Dank, Herr Fleischhauer

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kelcht 30.08.2018, 15:01
17.

hmm Der Vietcong hat Herrn Scholl-Latour recht ordentlich behandelt auch ging es immer kultiviert zu wenn Herr Scholl-Latour bei irgendeinem Despoten zu Tee war, das bis ins hohe Alter bis der greise Latour sich gerne bei Rechtspopulisten der FPÖ anbiederte. Auch bekam Latour auch mal kontra in den Talkshows nicht etwa von links den fast alle mochten den alten Abenteurer sondern vom Islamkritiker Abdel-Samad der es nicht so töfte fand als Scholl-Latour über 100 jährige Herrschaftsphasen in islamischen Ländern redete und das man auch mal einen Mursi oder gar IS aushalten muss. Zurück nach Dresden dort werden Reporter und Migranten gejagt und die Randalierer verprügeln sich gegenseitig blutig wenn die Polizei nicht da ist. Aber der Tee beim Assad hat geschmeckt.

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t.eberl 30.08.2018, 15:01
18. Wasserwerfer

Die Wasserwerfer sind der Punkt. In Chemnitz wurden sie eben nicht eingesetzt. In allen aufgezählten Demonstrationen wurden Wasserwerfer sofort genutzt, um die "linken" Demos zu beenden. Wenn also von der Möglichkeit diese vermeintlich kleine lästige Gruppe auseinander zu bringen kein Gebrauch macht wird sie größer und gefährlicher. In Hamburg fanden sich übrigens nicht sehr viele, die die gewaltsamen Proteste richtig finden. Auch gab es keine relevante Partei die diese Gruppe politisch vertritt. Wie lange sollen solche Dinge laufen, bis man sich Ihnen entgegenstellen darf?

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boingdil 30.08.2018, 15:02
19. Nur zur Hälfte treffend

Sicherlich - in einem Punkt hat Fleischhauer recht: wir sind etwas sehr empfindlich geworden und es werden aus Mücken Elefanten gemacht. Den Rechtsstaat sehe ich noch nicht am Wanken weil ein paar Idioten ihn herausfordern.
Allerdings ist es auch nicht zu ignorieren, dass im Osten - insbesondere in Sachsen - diese paar Idioten sich in einem Umfeld bewegen, in dem man ihnen oft genug mindestens mit stillschweigender Duldung begegnet, wenn nicht gar die Positionen gut heißt - vielleicht ein bisschen zivilisierter im Umgang. Merkt man schon am Sprachgebrauch, viele Ostdeutsche benutzen Begriffe wie "Fidschi" für ihren vietnamesischen Blumenhändler mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass ihnen nicht mal auffällt wie beleidigend das ist. Der Beispiele gibt es mehr als genug.
Was die Chemnitzer Situation besonders perfide macht: das Opfer hatte auch kubanische Wurzeln. Als Opfer der Straftat ist er den Rechten auf einmal deutsch genug - wenn er aber bei den Hetzjagden auf der Straße gewesen wäre, hätte er wegen seines leicht dunkleren Hauttons ganz schnell zu den Opfern der Rechten gehören können. Dass ihnen diese Bigotterie und eigene Verlogenheit nicht mal auffällt ist mehr als bezeichnend.

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