Forum: Politik
Leben mit dem Terror: Es soll ganz schön werden am Wochenende
AFP

Mit dem Anschlag von Nizza rückt der Terror noch ein Stückchen näher an Deutschland heran. Die Angst wächst. Gleichzeitig geht der Alltag weiter. Und das ist nicht schlimm.

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demokroete 15.07.2016, 18:33
80. Die Freie Syrische Armee

Zitat von hansriedl
Schlacht um Aleppo: Islamisten fliehen, stehlen vorher Waffen. Eine Gruppe von islamistischen Söldnern soll in Aleppo Fahnenflucht begangen und dabei Waffen der Freien Syrischen Armee im Wert von 75.000 Dollar gestohlen. Wohin die Islamisten geflüchtet sind ist unbekannt. Die Freie Syrische Armee (FSA) kritisiert in einer Mitteilung, dass eine Gruppe von „militanten Kämpfern“ in Aleppo bei ihrer Flucht Waffen der FSA im Wert von 75.000 Dollar gestohlen haben sollen, berichtet Al-Masdar News. Der betroffenen Gruppe wird eine Frist von 24 Stunden gegeben, um die Waffen auszuhändigen. Sollte dies nicht geschehen, werden die Gruppenmitglieder wegen Fahnenflucht angeklagt.
ist keinen Faz besser, als die anderen islamistischen Gruppen. Wer denen Waffen liefert, kann sie auch direkt an den IS liefern. Die FSA fungiert nur als Deckmäntelchen. All die hunderte Millionen, die von den USA in die 'gemäßigten Rebellen' gesteckt wurden, kamen nur den Islamisten zugute.

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OrreWombell 15.07.2016, 18:34
81.

Zitat von wasistdalos
Solange es dieses Ungleichgewicht des Vermögens gibt, wird es wohl leider immer wieder Attentate geben. Warum müssen 5% der Menschen 95% des Gesamtvermögens besitzen? Wenn ein Einzelvermögen auf meinetwegen 2 Mio. Euro begrenzt und der Rest verteilt wird, müßten die Menschen nicht hungern und hoffen, im Paradies mit Jungfrauen entlohnt zu werden und wären weniger anfällig für Demagogen.
Weil es einfach viel zu viele Menschen gibt.

Die obersten 10% besitzen in etwa soviel wie die Ärmsten 50% der Menschheit.
Nur, nehme ich den 10% alles weg, dann haben die unteren 50% wieviel, genau, doppelt soviel.
Leider ist 2 mal nix halt immer noch nix...

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Dr.Ulrich 15.07.2016, 18:35
82. Die Angst wächst?

Wenn ich mich recht erinnere, was unser aller Kanzlerin bei der Übergabe ihrer Ehrendoktorwürde in der Schweiz gesagt hat, war "Angst noch nie ein guter Ratgeber." Ich hoffe sehr, dass ich im Leben nicht allzu viel gesagt habe, was anderen Menschen wie Hohn vorkommen muss.

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wasistdalos 15.07.2016, 18:39
83. Versagen der Gesellschaft?

Zitat von sowasnettes
Aber ich gebe auch Immigranten in Berlin keinen ehrenamtlichen Deutschunterricht mehr obwohl ich links bin. Coulibaly (Attentäter im Januar im frz jüd. Supermaekt) sprach perfekt Französisch und seine Schwester hat sogar Medizin in Paris studiert! Die französische Gesellschaft hatte überhaupt nicht versagt in seinem Fall sondern nur er selbst. Ich denke mittlerweile, wir sind in Deutschland sehr naiv, wenn wir glauben, Deutschunterricht für Flüchtlinge würde helfen, solche Dinge zu verhindern. Es wird uns hier genauso treffen.
Wenn man die Vorstädte, in die sich die Polizei nicht mehr traut, sieht, kann man wohl an ein Versagen denken. Es fehlt einfach an Geld (siehe meinen Beitrag weiter oben). 25% Arbeitslose bei den Jugendlichen, der große Rest lebt vom SMIC, eine Wasserrechnung kann mal nicht bezahlt werden, schon steht man vor dem Richter, gegen sich ein Rechtsanwalt, der schon mal eben 500 Euro Aufwandsentschädigung selon l'article 700 du CPC verlangt (und auch bekommt), und schon rutscht man runter.
Mir tun die Opfer leid, aber Schuld haben wir auch selbst, durch Waffenlieferungen, Protection von Diktatoren, und jetzt kommt alles auf uns zurück

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uzsjgb 15.07.2016, 19:00
84.

Zitat von Server
Lieber Vorredner, ich erteile Ihnen hiermit die Absolution, Ihre persönliche Tagesordnung bar jeglicher äußerer Einflüsse frei zu gestalten. Vielleicht finden Sie dann auch eine Minute der Muße, um darüber innezuhalten, die Aussage meines Satzes zu erkennen. Es war ja nur ein Satz, nehmen Sie sich die Zeit, das schaffen Sie!
Nun, es gibt eben Leute wie Sie, die auf den Terrorzug aufspringen, um anderen Leuten vorzuschreiben, wie diese zu leben haben. Aus meiner Sicht geht das Hand in Hand mit den Anschlägen.

Das Schlimmste für Terroristen sind Leute wie ich, die sich von Terror nicht beeindrucken lassen und ihr Leben ganz normal weiterleben. Leider scheinen Leute wie ich derzeit in der Minderheit zu sein, weswegen der Terror dann doch über Umwege Einfluss auf mein Leben hat.

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Server 15.07.2016, 19:05
85.

Zitat von info@buch-perl.de
Hallo Server, ich hoffe doch sehr, dass sie noch immer pietät- und würdevoll der von der italienischen Marine aus einem Wrack geborgenen über 400 Leichen gedenken oder wie lange genau muss das dauern? Trauern Sie um die Opfer des Zugunglücks in Italien anders als um die Unwetteropfer oder die von deutschen Sexualstraftätern oder nicht lebensfähigen deutschen Müttern ermordeten Kinder? Wie gewichten Sie die zwei, drei, vier täglichen, entsetzlichen Nachrichten? Nach Medienaufkommen? Nach persönlicher Betroffenheit? Wieso verurteilen Sie Menschen, für die Trauer etwa privates, nicht öffentliches ist? Wieso verurteilen sie Menschen, die, um das auszuhalten, verdrängen müssen, bis sich vielleicht ein Zeitpunkt zur Sortierung ihrer Gedanken findet. Wieso verurteilen Sie Menschen, die verdrängen müssen, um funktionieren zu können, weil unsere verlogene Gesellschaft nicht mehr als eine Gedenkminute zur Verarbeitung des Grauens gestattet? Wie halten Sie das alles pietät- und würdevoll aus? Essen Sie nicht mehr, weil´s Ihnen im Halse stecken bleibt, wenn Sie an all die Kinder denken, die immer gerade dann an Hunger sterben, wenn Sie Ihre Gabel zum Munde führen? Haben Sie schon mal daran gedacht, dass Ihre selbstgerechte Moral anderen Menschen vielleicht beim Leben nicht hilft?
Hallo Vorredner,

sie ergreifen die Partei für jemand, der in seinem Posting von "einer Handvoll Terror-Opfer" spricht. Hierin kommt genau die verachtenswerte Einstellung zutage, die ich beklage. Ihr wertender Vergleich mit anderen Opfertragödien zeigt zudem an, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Opferfälle entlang des Tötungsauslösers qualifizieren. Auch das passt ins Bild.

Und übrigens, den einzigen den ich kritisiert habe, war der Autor des Artikels, weil er praktisch unmittelbar nach der Tat, dazu auffordert, den Massenmord und damit auch die Opfer aus dem Bewußtsein zu streichen. Wenn das für Sie ok ist, dann ist das ebenso.

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doctor_beat_1970 15.07.2016, 19:11
86.

Zitat von wasistdalos
Mir tun die Opfer leid, aber Schuld haben wir auch selbst, durch Waffenlieferungen, Protection von Diktatoren, und jetzt kommt alles auf uns zurück
Ich habe keine Waffen geliefert. Ich habe keinen Diktator protektioniert. Mir tun nicht nur die Opfer leid, sondern auch Sie, die keine Aussage treffen kann ohne andere als "Wir/Uns" Armee hinter sich zu haben. Ich weiß, mit "wir/uns" ist das Leben auf einmal nicht mehr so einsam.

MfG,

Doctor Beat

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olli0816 15.07.2016, 19:11
87. Mir ist das zu kalt

Natürlich geht das Leben weiter, selbst wenn ich Betroffener in einer der Familien bin, die ein Opfer zu beklagen hat. Und natürlich lasse ich mir von religiösen Idioten nicht vorschreiben, wie ich zu leben habe.

Trotzdem habe ich Schwierigkeiten mit diesem Text. Ein innehalten und Trauer empfinden für diese armen Menschen sollte neben der Fütterung des Kleinkindes schon drinnen sein. Ich empfinde nicht einmal Wut, weil wer so etwas meint, im Namen einer Religion machen zu müssen, ist ein ganz armes Würstel. Habe ich Angst, bei einem Anschlag getroffen zu werden? Nein, wenn es mich tatsächlich erwischen sollte, ist es Schicksal. Ich habe eher Angst davor, dass die Menschen in Europa so wütend werden und so viel Hass entwickeln, dass sie andersherum anfangen, muslimische Bürger zu terrorisieren oder zu töten. Hass erzeugt Gegenhass und diese Spirale schaukelt sich immer weiter hoch, wie man das letzte Jahrzehnt gesehen hat. Frankreich kündigt an, noch mehr in Syrien und Irak herumbomben zu wollen. Eine sehr gute Gelegenheit, weitere hasserfüllte Menschen heranzuziehen, die ihre Familien und Angehörigen im Namen eines Allahs rächen wollen.

Solche Anschläge sollten uns dazu animieren, einmal nachzudenken, was hier wirklich passiert. Entweder eine Seite radiert die andere komplett aus oder wir finden einen Weg des besseren Zusammenlebens. Ich nehme an, dass nur eine Minderheit hier in Europa die Moslems ausradieren möchte - zumindest hoffe ich das. Bleibt also alternativ ggü. immer mehr Militär und Polizei nur noch zu versuchen, mit den Gemäßigten der Gegenseite einen Weg zu finden, wie das aufhören kann. Ich sage bewusst: Gegenseite. Nur diese wären in der Lage, die radikalen Moslems gesellschaftlich so beiseite zu stellen, dass sie den Rückhalt verlieren. Allein, ich bin sehr skeptisch.

Denken wir, bevor wir in den nächsten Biergarten gehen, an die Opfer. Das hätte jeder von uns sein können und Mitgefühl ist etwas, was den eigenen Hass und die Wut eindämmen kann. Und es hilft uns zu begreifen, das wir alle sterblich sind.

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Addams 15.07.2016, 19:22
88. Angst ist Angst

Zitat von doctor_beat_1970
Dieser eingebildetet Krieg gegen die UDSSR? Der Ihnen als kalter Krieg verkauft wurde bis auf die Ausnahme Kuba/Schweinebucht? Vergessen Sie es. Das hier ist real. Bis vor die Haustür. Weil dahinter kein Staat steht.
Das Wettrüsten war Einbildung. Abschreckung hat nichts mit Angst zu tun? Der Nato-Doppelbeschluss mit der Stationierung von Atomwaffen in unserer Nachbarschaft. Das war alles Peanuts? Die Alpträume, die ich damals als junger Mensch hatte waren nur ein Spleen. Kuba/Schweinbucht war ein Ausreisser, nicht der Höhepunkt des kalten Krieges? Zu was für einer Generation zählen Sie sich?

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Hilfskraft 15.07.2016, 19:56
89. hmmm ... Frage in die Runde ...

Zitat von poetnix
Schlimm ist, dass Politiker sich im Wortbrei der Kondolenz erschöpfen, um konkretes, militärisches Handeln gegen den IS zu vermeiden.
... kann man testamentarisch hinterlegen, falls einem oder einem seiner Angehörigen solch ein Schicksal widerfährt, dass die Politiker in Sachen medienwirksame Kondolenzen ihre Schn... zu halten haben?

Ich will nicht, dass sich die Täter weinerlich im Medienrummel auch noch so an den Opfern vergehen.

Was sagen die Juristen?

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