Forum: Politik
Lebensmodelle: Das Ende der Feudel-Gesellschaft
Corbis

Früher hieß der weibliche Lebensentwurf fast immer: Hausfrau. Doch Frauen sind heutzutage besser ausgebildet, ein Leben am Herd strebt praktisch keine mehr an - und viele Familien können sich das auch gar nicht mehr leisten. Nachruf auf ein Lebensmodell.

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farbenfreundin 25.12.2012, 20:35
150. Männer an den Feudel, jetzt!

Zitat von sysop
Früher hieß der weibliche Lebensentwurf fast immer: Hausfrau. Doch Frauen sind heutzutage besser ausgebildet, ein Leben am Herd strebt praktisch keine mehr an - und viele Familien können sich das auch gar nicht mehr leisten. Nachruf auf ein Lebensmodell.
In unserer Gesellschaft hat man zum Glück die Freiheit, sich seinen Lebensstil selbst auszuwählen. Das finde ich prima und deshalb verurteile ich das "Hausfrauen-Modell" nicht. Was ich jedoch echt schräg finde, dass auch im Jahre 2012 bei berufstätigen Paaren immer noch der Feudel von der Frau geschwungen wird. Frauen, lasst endlich mal die Männer putzen, waschen, kochen, bügeln - während ihr zum Fussballplatz ähm.. Wellness geht. Siehe auch Farbenfreundin » 34 zu 62

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Genover 25.12.2012, 20:38
151. Die Konsequenzen werden von der Politik

Zitat von rainking
Warum muss eigentlich allgemeingültig festgelegt werden, welches 'Modell' richtig und welches falsch ist? Kann das nicht jeder für sich selbst entscheiden? Und zwar dann auch mit all den dazu gehörenden Konsequenzen?
festgelegt.
Wie erwirbt man Rentenansprüche?
Wieviele Steuern zahlt man, wenn man allein, mit Ehepartner, mit Kindern, mit pflegebedürftigen Eltern lebt?
Gibt es Kinder/Pflegeeinrichtungen?
Was kosten sie und wie sind die Öffnungszeiten?
Und dann noch, wie mischt sich die Gesellschaft ein?
Welches Familienmodell wird anerkannt?
Wieviel muß ich meinem Kind bieten? Sport, Musikschule, Spielgeräte. Und was kostet das?

Familien leben nicht autonom im luftleeren Raum. Alle politischen Entscheidungen - z.B. Erhöhung der Energiekosten durch die "Wende" - schlagen sofort auf die Familien durch und führen meist zu mehr Belastungen.
In den Ländern, in denen Kinder der Familie nutzen, Einkommen, Prestige, wollen die Familien auch mehr. Da wo Frauen Alternativen zum Hausfrauendasein haben und Kinder unvergleichlich mehr kosten und Aufwand verursachen als sie am Ende zurückgeben, werden nur wenige Kinder geboren.
Die Leute sind nicht dumm, können rechnen und wissen daß sie nur einmal leben-

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pragmat. 25.12.2012, 20:40
152. Emanzipation

die Gesellschaft wurde zur Minderung der Gehälter und Förderung der Wirtschaft schon unter Kohl dahingeführt, dass eine Familie nur noch mit zwei Gehältern auskommt, obwohl er sich als Familienförderer bezeichnete. Dieser Trend hat ich seither nicht geändert. Eine emanzipierte Frau sollte in der Lage sein frei zu wählen, welche Familienform sie wählt. Diese Entscheidungsfreiheit wurde Ihr sowohl finanziell, als auch gesellschaftspolitisch genommen. Das empfinde ich als großen Verlust. Die wenigen, die sich für eine Hausfrauentätigkeit entcheiden, stehen alleine da. Kaum jemand setzt sich für Ihre Rechte ein. Wenn doch, werden diese als rückständig Denkende diskriminiert. Unter Emanzipation verstehe ich etwas anderes. Meine Kinder sollen einen Beruf erlernt haben, um unabhängig zu sein. Sollten sie sich für eine Familie und den Hausfrauenberuf entscheiden, möchte ich, dass dies wertgeschätzt wird und sie die nötige finanzielle Absicherung auch bei der Altersvorsoge garantiert bekommen.

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siehmal 25.12.2012, 20:44
153. verstockte Ansichten

Es ist mir ein Rätsel, dass so viele Menschen neben ihrem Weltbild nichts anderes gelten lassen wollen. Jeder soll so leben wie er möchte und kann.
Meine Großmutter ist voll arbeiten gegangen, meine Mutter ebenfalls und auch ich gehe mit Kind voll arbeiten. Wir alle sind damit glücklich. Zum einen bin ich nicht abhängig von meinem Mann, zum anderen kann ich tun was mir Spaß macht. Ich bin zufrieden, und dass wirkt sich auch positiv auf mein Kind aus. Mein Sohn war in einer Krippe, im Kindergarten und geht jetzt in den Hort. Er ist übrigens nicht zurück entwickelt oder vernachlässigt, sondern hat ein sehr umfangreiches Wissen und lernt gern und viel. Nach der Arbeit kann man sich nämlich auch mit seinem Kind beschäftigen.
Ich sehe es für mich nicht ein Abitur gemacht und studiert zu haben, nur um dann mit Kind zu Hause zu bleiben. Mich würde es geistig unterfordern. Aber auch das soll jeder handhaben wie er möchte. Man muss nicht immer alles rechts und links kritisieren. Einfach mal andere Ansichten gelten lassen und akzeptieren.

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stgt_0711 25.12.2012, 20:45
154. Einspruch

""Das Heimchen am Herd gibt es längst nicht mehr", sagt Elke Wieczorek" und ob es die noch gibt! Ein Freund von mir hat etwas ausserhalb in einem Neubaugebiet gebaut, 80% der Frauen --> Heimchen am Herd, total abgefahren was ich dort schon erlebt habe, zurück in die 60er würde ich mal sagen, nur das die Frauen dort "Desprate Housewives" schauen und zu immitieren versuchen, nur sind sie leider nicht annähernd so hübsch. Ich dachte und hatte gehofft das diese Zeiten des "Heimchen am Herd" vorbei sind, aber nein die gibt es noch zur Genüge! Wurden die Zahlen nur in Großstädten erhoben, wie auch die Beobachtungen?? Ich kann den Artikel so nicht unterschreiben!

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Aufgeklärt 25.12.2012, 20:48
155. Abhängigkeit vom Chef schlimmer?

Manchmal sind mobbende Kollegen oder ein ekliger Chef, den man sich im Gegensatz zum Ehepartner nicht aussuchen kann, schlimmer. Im Haushalt arbeitet man/frau selbstständig. Eine gute Hausarbeit mit liebevoll gekochtem Essen ist wertvoll. Diese Geborgenheit kann kein fremdes Personal vermitteln. Einen guten Hausman/Hausfrau wird man vermissen.

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pixie48 25.12.2012, 20:48
156. Schon interessant

Zitat von sysop
Früher hieß der weibliche Lebensentwurf fast immer: Hausfrau. Doch Frauen sind heutzutage besser ausgebildet, ein Leben am Herd strebt praktisch keine mehr an - und viele Familien können sich das auch gar nicht mehr leisten. Nachruf auf ein Lebensmodell.
dass "Hausfrau" mit Faulenzer gleich gesetzt wird. Ich kenne keine Hausfrau und/oder Mutter, die den ganzen Tag im Bett liegt und nicht arbeitet. Im Gegenteil, laut einer Studie in den USA fallen in einem Haushalt pro Tag und Person zwei Stunden Arbeit an. Dabei sind keine Streicheleinheiten und/oder Fahrdienste fuer die Kinder mitgerechnet. Sowie in diesem Artikel als auch in den Kommentaren wird faelschlicherweise angenommen, dass Arbeit mit Berufstaetigkeit und dass Hausfrau und Mutter kein Beruf ist.

Vielleicht gaebe es ja auch weitaus weniger fettleibige Kinder, wenn es mehr gut ausgebildete Hausfrauen gaebe, nur um ein Beispiel zu nennen.

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dasky 25.12.2012, 20:51
157. "Fett, dumm, häßlich, lebensunfähig und nutzlos"

Zitat von s.p.zeidler
Wenn Sie damit meinen, ob ich meinen Mann (falls er aus irgendwelchen Gründen nicht arbeiten können sollte) um genug Geld betteln lassen würde, um Essen für die Familie zu kaufen (weil das nächste Statussymbol ja wichtiger ist), zB das hinreichend häufige Wechseln von Windeln als Verschwendung vorwerfen würde, und ihn jeden Tag fett, dumm, häßlich, lebensunfähig und nutzlos nennen würde: nein, das habe ich nicht vor. Falls Sie meinen, dergleichen Verhalten sei die Bezeichnung "Arschloch" nicht wert, was denn dann?
Für Ihre "Karriere" ist es vielleicht gar nicht entscheidend, ob und warum Sie jemanden als "Arschloch" bezeichnen. Entscheidend ist wohl, wen Sie so bezeichnen, und ob Sie selbst ein mindestens genauso großes Arschloch sind. Nur in diesem Falle steht Ihnen ganz "gleichberechtigt" eine "Karriere" offen. Einstweilen studieren Sie am besten erst einmal Schulungsmaterial der "Bundeszentrale für politische Bildung."

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emslander 25.12.2012, 20:52
158. Steinzeit?

Zitat von donatellab
Männer haben schon immer gewusst, dass Hausarbeit keine Lebensaufgabe ist. Mein Mann und ich leben gemeinsam in einem Haushalt und erledigen auch jeweils 50 Prozent der Arbeit. Anders Modelle sind Steinzeit.
Meine Frau konzentriert sich auf Kind und Haushalt (100%), ich mich auf die Erwerbsarbeit (100%). Konzentration auf die jeweiligen Aufgaben und die dabei entwickelte Routine ergeben jeweis eine hohe Kompetenz und Effizienz. Trotz relativ hohen Leistungsniveaus in beiden Lebensbereichen leben wir relativ entspannt und stressarm miteinander.

Wenn ich mir dagegen die teilweise chaotischen Abläufe bei den ach so gepriesenen Doppelverdienern anschaue, kann ich an unserer Lebensweise nichts Gestriges erkennen. Das möglicherweise etwas niedrigere "materielle Niveau" wird durch höhere Lebensqualität (für jeden von uns Dreien!) mehr als wettgemacht.

Nur, wenn ich mal länger frei habe (was selten der Fall ist), beteilige ich mich auch (im Rahmen meiner Fähigkeiten, aber durchaus gerne) am Haushalt. Beim gemeinamen Abwasch am Sonntagmorgen führen wir die besten Gespräche :-)

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Sasapi 25.12.2012, 21:06
159. ..........

Zitat von inver
Ich kenne keine Familie mit mehreren Kindern, bei der die Berufstätigkeit für alle Mitglieder zufriedenstellend gelöst wäre. Wenn beide voll berufstätig sind, werden die Kinder, mehr schlecht als recht, von wechselnden Au- Pairs erzogen. Ansonsten gehen die Frauen häufig am Samstag oder in der Nacht arbeiten, weil dann der Mann zu Hause ist. Die sogenannten "Hausfrauen", so wie ich, werden nach und nach diskriminiert, und dürfen wohl, im Falle einer Scheidung, zur "Belohnung", putzen gehen. Nun ja, zum Glück bin ich mit meinen drei Kindern, großem Haus und Garten ausgelastet, sonst würde ich wohl an der fehlenden gesellschaftlichen Logik verzweifeln. Denn wenn nicht wir Mütter, die wir direkt an der Zukunft arbeiten, im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen, sondern in das soziale Abseits gedrängt werden, dann wird das natürlich auch negative Konsequenzen, wie z.B. eine rückläufige Geburtenquote haben. Nebenbei bemerkt: Welche weibliche "Berufsgruppe" hat die meisten Kinder? Richtig, die Putzfrauen. Warum nur! Also, liebe Frauen, es gibt nichts Schöneres als Kinder, aber leider auch nichts Gefährlicheres...
Ach, so dramatisch ist es auch nicht. Studiert habe ich auch mal, dann drei Töchter bekommen, nach Nr. 1 noch einige Jahre Vollzeit gearbeitet- das geht mit einem Kind, so denn die Betreuung gesichert ist, relativ einfach- dann war ich, als Tochter 2 und 3 geboren wurden, insgesamt 15 Jahre Hausfrau mit Nebenjob. Als Putzfrau. Und, ganz ehrlich, als "gute" Putzfrau kann man sich, allein durch Mundpropaganda, eine goldene Nase verdienen. Und- man kann die Arbeitszeiten Familie und Beruf gut unter einen Hut bringen. Man muß nur 1. jemanden finden, der einen ordentlich anlernt, so daß man "nach System" arbeitet, dann bekommt man ein 150 qm Haus in gut zwei Stunden ununterbrochener Arbeit sehr gut sauber und 2. muß man diese Betriebe meiden, die sich "Gebäudereinigung" schimpfen. Gerade bei den Großen der Branche sind die Arbeitsbedingungen fürchterlich und die Bezahlung ein Witz.
Dümmer bin ich während der Putzerei nicht geworden, und einen festen, unbefristeten Arbeitsplatz in meinem "erlernten" Beruf hab ich, nach 15 Jahren und im Alter von 42 Jahren, auch gefunden. Nach einem einjährigen Bewerbungsmarathon, aber nun- ich hatte ja Zeit, auf einen Monat mehr oder minder kam es nicht an.

Übrigens- ich bin nicht mit einem Großverdiener verheiratet, sondern mit einem ganz normalen Elektriker. Trotzdem hat es immer zu einem Haus, Garten, zwei Autos gereicht. Urlaube gabs nicht, lag aber daran, daß für mich die Urlaubszeiten die Hauptarbeitszeit war. Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen...Als Verzicht hat das aber kein Familienmitglied bisher empfunden...

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