Forum: Politik
Lehren der Geschichte und Sorgen der Zukunft: "Die EU sollte sich ehrlich machen"
Johannes Arlt/ DER SPIEGEL

Die Europäische Union, eine Friedensmacht, die Wohlstand und Demokratie gefördert hat? Der Historiker Kiran Klaus Patel zerpflückt diese Mythen - und erklärt, warum er den Brexit für "politische Normalität" hält.

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freudentanz 09.06.2019, 08:36
10. WOW ! Hätte ich hier nicht für möglich gehalten

Als einer der 50+ ist kann ich ja über viele sogenannte Errungenschaften der EU nur lachen. Weil es diese nämlich schon vorher zu Zeiten der EWG gab und ein Herr Patel darf dies so aussprechen? Diese Mythen zB stundenlanges warten an Grenzen zu Zeiten der EWG sind nicht wahr (oder es gab Blockabfertigungen). Auch konnte man damals sehr wohl in anderen Ländern arbeiten und es war kein Problem trotz aller Fehlinformationen in den Medien. Egal, Hr Patel beweist das die EU weder besonders friedensstiftend noch nachhaltig ist sonder einfach ein Zweckbündnis mit Regeln ist und wenn jemand diesen Regeln nicht entspricht oder sich daran hält ... ist es auch egal.

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haresu 09.06.2019, 08:38
11. Hoch interessant

Dieses Interview hätte gerne auch noch länger und tiefer gehen können. Man hätte zum Beispiel die sehr fragwürdige Rolle Deutschlands thematisieren können, überhaupt die Macht und die Rolle der Einzelstaaten im Gefüge der Union. Die gerne als Sorge vor Fremdbestimmung benannte Entfremdung zwischen Bürgern und der EU ist ja in Wirklichkeit das Werk der Nationalstaaten, die einerseits die Politik der EU bestimmen und andererseits die Verteidiger gegen "die Bürokraten aus Brüssel" spielen. Gerne hätte ich demzufolge auch mehr über die Möglichkeiten einer verstärkten Demokratisierung der EU gelesen. Übrigens, netter Trick: man erklärt die Aufgaben, die man eigentlich in Gegenwart und Zukunft schuldig wäre, zu Leistungen in der Vergangenheit, die Andere jetzt nicht gefährden dürften.

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BenNemsi 09.06.2019, 08:54
12. Zum Thema Friedensnobelpreis

vermisse ich eine Aussage, welche Rolle Professor Patel der EU in Bezug auf den Balkankrieg zuweist, immerhin ein Krieg mitten in Europa. Dabei wäre es gerade hier wichtig zu analysieren, wie es um diese sogenannte europäische Wertegemeinschaft wirklich bestellt ist. Ob er dazu vielleicht in seinem Buch etwas schreibt?

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huha0208 09.06.2019, 09:02
13. where is the beef?

wie der Amerikaner so gerne sagt. Ziemlich flaches Interview. Hab mir bei den dieser Überschrift mehr Information erhofft.

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turnus 09.06.2019, 09:14
14. Überraschung!

Sehr erstaunlich, dass der Spiegel neben den einseitigen, stromlinienförmigen Beweihräucherungsorgien mal eine kritische Stimme zu Wort kommen lässt. Aber die Wahlen sind ja vorbei.

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theodtiger 09.06.2019, 09:15
15. zu kurz gegriffen

Herr Patel übersieht, dass die EU die Antwort auf die beiden Weltkriege und die Wirtschaftskrisen dazwischen ist. Diese Kriege fingen als Kriege unter den europäischen Nationen an. Diese Kriege sind durch Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen undenkbar und quasi unmöglich geworden, was von Anfang an Ziel der EU (und Vorläufer: Montanunion seit 1951) war. Der Hinweis auf militärische Aktion der in der Außenpolitik noch völlig souveränen Mitgliedstaaten der Kolonialzeit geht völlig an der Sache vorbei. Durch gemeinsame Lösungen für bestehende Probleme wird vielmehr die nachhaltige Basis für ein friedliches Miteinander gelegt. Zudem scheint Herr Patel von Volkswirtschaftslehre keine rechte Ahnung zu haben. Sonst würde er den gewaltigen Unterschied, den 0,5 % Wirtschaftswachstum pro Jahr (er nennt diese Zahl) durch gemeinsamen Markt in der EU und sonstige Politiken über Jahrzehnte macht, nicht so unterschätzen. Nur als Beispiel: wenn man statt 3% durchschnittlichem Wachstum 3.5% pro Jahr erzielen kann, liegt das Volkseinkommen nach 60 Jahre um insgesamt ein Drittel höher, d.h. im Durchschnitt haben die Leute damit heute ein Drittel mehr an Gütern und Dienstleistungen als sie ohne EU hätten (wobei hier wohl noch unterschätzt wird, wie Maßnahmen der Staaten gegeneinander, wie in den Krisen der 20 und 30iger Jahre, zur gegenseitigen Verarmung führen ("beggar my neighbour" policy durch Zölle und Abwertungswettlauf).

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sven2016 09.06.2019, 09:17
16. Mit solchen Thesen bereitet man

ein Buch vor. Keine wissenschaftliche Diskussion.

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Andre V 09.06.2019, 09:21
17.

Schön, dass SPON mit der Lüge des "Europa bedeutet Frieden" aufräumt - wenn auch pünktlich erst NACH den Wahlen. Aber vielleicht gerade noch rechtzeitig vor der nächsten Euro-Krise... Dann kann man nämlich sagen, dass man es schon immer gewusst hat.

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dcj 09.06.2019, 09:25
18. Und wieder

Kein osteuropäisches Land ist Mitglied in der EU.
Es fällt schon sehr auf, dass Deutschlands Nachbarn nicht allzu differenziert wahrgenommen werden. Schade.
Auch schön, die zweierlei Farbtöne für Mitgliedsländer, die bis 1995 beigetreten sind (blau), und alle nachfolgenden Mitglieder (grau).

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dirk.resuehr 09.06.2019, 09:25
19. Unterschiedliche Meinungen

unter Wissenschaftlern sind üblich. Hier ist eine, die m.E. voll in die Irre geht. Natürlich sind die Vorläufer der EU nicht als Friedens-oder militärische Abwehrbündnisse gestartet. Ist bekannt, bekannt aber ist auch seit der Antike, seit Seiden- und Bernsteinstrasse, dass der Handel immer zuerst da war und im Frieden gut funktionierte. Genau das hat die EWG gebracht, die EU weitergeführt. Die Wertegemeinschaft wird auch nicht dadurch falsifiziert, dass Einige ganz stolz darauf sind, wenn sie sich nicht daran halten. Kein Staat dieser Erde kann über lange Zeiträume mehr ohne diese Werte existieren, die internationalen Kommunikationsmöglichkeiten sind zu weit fortgeschritten. Die EU wird kritisiert, was nicht? Aber man sollte tunlichst auch darauf achten, wer sie und warum kritisiert. Da wird im Zweifel gelogen, dass es kracht und die weit verbreitete Unwissenheit der Menschen ausgenutzt, die sich vorgaukeln lassen, die EU zwänge sie ein. Lächerlich, die globale Welt ist ohne internationales Regelwerk überhaupt nicht mehr darstellbar!
Es gibt zwar Politiker, die meinen, sie beherrschten die Welt, Irrtum. Meist rudern sie dann zurück, weil es gar nicht anders geht. Also, lassen wir uns nicht verunsichern, die EU-Feindschaft kommt nicht von "Normalos", ganz imGegenteil. Das sind Menschen, die Vermuffte ohne tieferes Wissen hinter sich versammeln und per Lautstärke überzeugen und, das zeigt ihre ganze Wahrhaftigkeit und ihren Edelmut, sich von der angeblich verhassten Institution fürstlich honorieren lassen.Igitt.

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