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Letztes Gefecht in Sirt: Gaddafi ist tot - Libyer bejubeln Ende des Diktators

Ausgelassene Freude auf den Straßen von Tripolis,*triumphierende Rebellen in Sirt: In Libyens*Städten*feiern Menschen die Meldung vom Tod Gaddafis.*Der Ex-Diktator soll beim Gefecht um seine Heimatstatt verwundet worden und wenig später seinen Verletzungen erlegen sein.

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karloo 21.10.2011, 11:50
790. ...

Zitat von henningr
Und der Westen hat Gaddafi dabei nach Kräften unterstützt: Westliche Geheimdienste haben ihm Daten und Informationen zu Oppositionellen im Exil zugespielt, schon vergessen?
Und deshalb soll Gaddafi in Ruhe gelassen werden?

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wintergreen 21.10.2011, 11:50
791. Wer sagt Ihnen, dass ich diese Kultur nicht verstehe?

Zitat von Kalleblom
Der böse islamische Geist haucht Ihnen in den Nacken! Sie empfinden dies also widerlich. Widerlicher ist jedoch Intoleranz und Angst vor Kulturen, die man nicht verstehen will, weil man aus seiner eigenen kleinen Welt nicht ausbrechen kann. Nennt man so etwas nicht "Kleingeistigkeit"?
Bloss sollte der Name des Propheten für Frieden stehen und nichts als Mantra bei der Ermordung, Steinigung oder anderweitigen grausamen Hinrichtung von Menschen skandiert werden. DAS ist Blasphemie, obwohl dies den beschränkten Allahu-Akhar-Schreiern wahrscheinlich nicht bewusst ist.

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Viciente 21.10.2011, 11:52
792. also ehrlich ..

Zitat von Heinzel
Es ist keinem Libyer auch nur ein einziger Prozesstag zuzumuten, in dem der ehemalige Diktator sein Gift verspritzt und die Opfer seiner Gewaltherrschaft durch ungebührliches Verhalten verhöhnt, was bei seiner Persönlichkeit zu erwarten ist.
.. auf basis dieser argumentation dürften sehr viele prozesse bei uns niemals geführt werden; und da gehts "nur" um korruption, betrug, hinterziehung, volksverarschung .. und das meist von "führenden" personen. eigenartige interpretation von recht liest man hier bisweilen.
heisst: den nächsten (politiker) erschiessen wir gleich .. oder wie? *kopfschüttel*.

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karloo 21.10.2011, 11:52
793. ...

Zitat von Edgar
Da haben Sie recht! Der Führer hat auch viel gutes geleistet! Hat die Autobahnen gebaut, die Arbeitslosigkeit beendet, die Fesseln des Versailler Vtrags gebrochen! Das wird viel zu wenig gewürdigt!
Und nicht zu vergessen die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. So Anfang 1945 war die doch sicherlich gegen Null und ziemlich viele waren beim Staat angestellt.

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Maga 21.10.2011, 11:53
794. ...

Zitat von Peter Uhlemann
Ein Tyrannenmord ist es, wenn ein "amtierender Tyrann" noch die Macht hat, weiterhin grosses Unheil anzurichten und es keine andere Möglichkeit gibt ihn davon abzuhalten, z.B. durch ein Attentat. Bei Gaddafi war das anders. Der hatte keine Macht mehr, der war erledigt, hilflos, verwundet und gefangen, ohne jegliche Möglichkeit weiterhin Unheil anzurichten. Insofern war das ein ganz gewöhnlicher Mord aus niederen Beweggründen, wahrscheinlich vor allem Rache. Ein denkbar schlechter Beginn für den angeblichen Aufbau einer humaneren Gesellschaft.
Ja, genau. Eine Revolution findet in einer nahöstlichen Despotie statt, und sofort werden alle rechtsstaatlichen Normen, die in Libyen überhaupt erst geschaffen werden müssten, eingehalten. Was für eine Weltfremdheit.

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diamorphin 21.10.2011, 11:55
795. Nunja

gegen Gaddafi gab es stets genug Gründe Krieg zu führen - sowohl aus Sicht der unterdrückten Volksmehrheit wie auch von aussen, aus Sicht der europäischen und amerikanischen Regierungen. Alleine für die Terroranschläge wie Lockerbie und La Belle Disco muss man diesem Despoten keine Träne nachweinen. Ebensowenig z.B. für die Gefangenschaft und Folter der ungarischen Krankenschwestern. Wieviele wirklich in seiner rund 40-jährigen Herrschaft durch seine Taten zu schaden oder zu Tode kamen, wird man wohl ohnehin nur schätzen können.

Ich würde übrigens sagen, Gaddafi hat sein Ende selbst herbeigeführt - wäre er auch nur ein gaaaaanz wenig intelligenter gewesen, hätte er wie Assad diplomatischer agiert und die Verbrechen besser versteckt. Der Einsatz der lybischen Luftwaffe war sein grosser Fehler, denn das hat die ausländischen Mächte, also die NATO in dem Fall, auf den Plan gerufen.

Im Grunde genommen: Wäre er auf die revoltierenden Stämme zugegangen und hätte ihnen Honig um den Mund geschmiert, z.B. mit (vorläufigen, später wieder aufzuhebenden) Reformen, Geschenken, Besserung des Lebensstandards usw. wären die Menschen nie gegen ihn auf die Strasse gegangen.

Er selbst hat massgeblich die Dominosteine angeschubst, in dem er sich jeglichen Reformbestrebungen auf diplomatischen Weg verweigert und stattdessen in Bengazi ein Massaker angeordnet hat.

Kurzum: Tränen sollten vergossen werden für die Opfer auf beiden Seiten, sowohl die von den Rebellen wie auch jene, die gezwungen wurden in Gaddafis Armee zu kämpfen. Tränen sollten vergossen werden für die Väter, Mütter, Söhne und Töchter, die Familienmitglieder verloren haben und jetzt irgendwie weitermachen müssen.

Aber nicht für Gaddafi. Gaddafi hat definitiv kein Mitleid verdient, ebensowenig wie die anderen Despoten. Egal ob im Nahen Osten, in Asien oder sonstwo.

Freundliche Grüsse
diamorphin

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reuanmuc 21.10.2011, 11:56
796. .

Zitat von Hardliner 1
Von den "Ballermännern", die man gestern sehen konnte, kann man nicht verlangen, dass sie schon mal etwas von der Genfer Konvention gehört haben, auch wenn diese Leute womöglich die künftige Elite Libyens sind.
Vor dem Computerbildschirm lässt sich gut moralisieren. Die Tastatur schießt nicht zurück. Manchem Foristen hier würde ich wenigstens einen Wasserstrahl gönnen, um die Selbstgefälligkeit etwas abzuspülen.

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Stancer81 21.10.2011, 11:57
797. ...

Zitat von c.werner
Was ist schon ein Mord, gegen die tausenden durch Gaddafis Schergen?
Trotzdem bleibt es Mord bzw. ein Kriegsverbrechen.
Und wenn ich einen Rechtsstaat nach europäischem Vorbild anstrebe, darf ich mir sowas nicht leisten

Egal ob Mörder, Dieb oder Vergewaltiger. In einem Rechtsstaat hat jeder das Recht auf ein Gerichtsvefahren.
Mag sein, das manche Menschen den Tod verdient haben aber wer zieht da die Grenze ? Am Anfang heisst es dann "Mörder dürfen einfach so erschossen oder standrechtlich gehängt werden".
Aber dann ist man auf dem besten Wege dorthin, wo es heisst "Du hast ein Brot gestohlen ? Hände ab" "Du hast etwas gegen meine Familie gesagt ? Säure ins Gesicht".

Dann ist man auf bestem Wege wieder genau zu dem zu werden, was es schon unter Gadaffi gab. Einer Diktatur !!!

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werauchimmer 21.10.2011, 11:57
798. Na dann...

Zitat von c.werner
Was ist schon ein Mord, gegen die tausenden durch Gaddafis Schergen?
Es war ein widerlicher Lynchmord, vorbereitet und verantwortet durch eine NATO ohne Mandat.
Wo sind eigentlich die Gefangenen, die die Rebellen in diesen vielen Monaten gemacht haben? Oder haben die die einfach alle in Notwehr und zum Schutz der Zivilbevölkerung getötet?

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Manonymus 21.10.2011, 11:58
799. Richtig aber

Zitat von Eimsbüttler
aus Wiki: "Libyen hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents...
Je besser es einem Volk geht und je höher die Bildung, desto größer ist auch der Wunsch nach Selbstbestimmung und Rechtsstaat. Auch ist die Chance größer, dass dieser umgesetzt werden kann. Dazu gibt es wissenschaftlich Untersuchungen. Man könnte auch sagen "die Zeit war reif".

Leider sah das Gaddafi anders. Schön wäre es gewesen, wenn das Ganze unblutig verlaufen wäre. Ein bewaffneter Aufstand ist immer das letzte Mittel, und immer ein Rückschlag verbunden mit Opfern, Chaos und Zerstörung.
Aber mit Gaddafi hätte es eine Stagnation auf unabsehbare Zeit gegeben. Er war gerade dran, eine Art Erbmonarchie aufzubauen. Über 40 Jahre haben die Libyer stillgehalten, und wenn es nach Ihnen ginge, hätten sie das auch weiterhin machen sollen?
Wann wäre das Volk Ihrer Meinung nach reif für Selbstbestimmung gewesen? Ich dachte immer, man hätte als Mensch automatisch das Recht auf freie Selbstbestimmung. Wird einem dieses neuerdings verliehen; und wenn ja von wem oder wann?
Die jetzige Generation war nicht bereit, ihr weiteres Leben unfrei zu verbringen. Und von alleine wäre da nie was passiert. Aus der Warte des zufriedenen Westlers lässt es sich leicht moralisieren. Aber was Unterdrückung bedeutet, weiß jeder in den arabischen Staaten besser als wir. Sie mögen keinen kompletten Plan für die Zukunft haben, aber den Wert der Freiheit können sie besser beurteilen - da brauchen sie keine Belehrungen. Man versetze sich in die Rolle eines jungen Libyers, der die Wahl hat, für seine Rechte einzustehen, oder aber sein ganzes restliches Leben unter einem Despoten auf wesentliche Menschenrechte zu verzichten. Brot macht vielleicht satt, aber nicht zwingend zufrieden.

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