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Letztes Gefecht in Sirt: Gaddafi ist tot - Libyer bejubeln Ende des Diktators

Ausgelassene Freude auf den Straßen von Tripolis,*triumphierende Rebellen in Sirt: In Libyens*Städten*feiern Menschen die Meldung vom Tod Gaddafis.*Der Ex-Diktator soll beim Gefecht um seine Heimatstatt verwundet worden und wenig später seinen Verletzungen erlegen sein.

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Spiegel-ohne-Leine 21.10.2011, 15:02
900. .

Zitat von membot
Sie glauben, die blutige Niederschlagung von Aufständen in Europa sind Fiktion? Es wird passieren..
Könnten sie mir ihre Kristallkugel mal ausleihen? Zitat von membot
Das wissen auch die Machthaber.
Oh, sie verfügen über Herrschaftswissen, ich bin beeindruckt. Zitat von membot
Weswegen Sie die EGF gebildet haben, die Sonderbefugnisse haben, z.B. das Niederschlagen von Aufständen durch Schusswaffengebrauch.
Die EGF wurde für Auslandseinsätze wie Bosnien, Haiti und Afghanistan gebildet. Die EGF ist nur eine neue internationale Koordination bestehender paramilitärischer Polizeiverbände, wie die franz. Gendarmerie oder die ital. Carabinieri. Die sind jetzt schon im inneren Einsatz.

Deutschland ist kein Teil der internationalen Militärtruppe. Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck betonte 2004, dass sich die Aufgaben von Polizei und Streitkräften "deutlich voneinander unterscheiden". (Wikipedia)

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Morten Hammerdahl 21.10.2011, 15:03
901. ...

Zitat von reuanmuc
Niemand hier behauptet, dass die Tötung von Gaddafi, falls sie wirklich absichtlich war, richtig und gut war. Aber sie geschah in einer Kriegssituation. Ob das Gefecht beendet war, das können Sie nicht beurteilen. In jedem Fall war es eine Situation, in der die Nerven blank liegen, wo keine Zeit für juristische Spitzfindigkeiten ist. Insofern ist es schiere Anmaßung und Selbstgefälligkeit, über die Beteiligten von hier aus richten zu wollen. Ich betrachte diese Verurteilungen als dumme Arroganz von Leuten ohne Lebenserfahrung.
Hmmm - "eine Situation, in der die Nervern blank liegen, wo keine Zeit für juristische Spitzfindigkeiten ist." - das klingt nach einer tollen Standardbegründung für jeden Gewalttäter. Die können dann auch sagen, es sei eine "schiere Anmaßung und Selbstgefälligkeit, über die Beteiligten" vom Richterstuhl in einem Gerichtssaal "aus richten zu wollen. [So eine] Verurteilung [ist] als dumme Arroganz von Leuten ohne Lebenserfahrung [zu betrachten]".

Perfekt! Jeder geht frei seiner Wege! Wofür Strafen?!

Unabhängig davon, wer getötet worden ist - eine ernsthafte Untersuchung der Vorgänge würde dem NTC im Interesse seiner eigenen Glaubwürdigkeit und Legitimation gut zu Gesicht stehen.

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OlGa 21.10.2011, 15:07
902. Keine Macht mehr?

Zitat von reuanmuc
Und warum hatte er keine Macht mehr? Freiwillig hat er sie nicht abgetreten, im Gegenteil, wegen seines Machthungers mussten hunderttausende sterben, die Amtszeit eingerechnet. Die Naivität und Unwissenheit mit der hier argumentiert wird, ist schon grotesk.
Völlig richtig. Außerdem stimmt es ja auch gar nicht, dass er keine Macht mehr hatte. Die Kämpfe mit den Gaddafi-Anhängern waren ja noch immer nicht beendet.

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OlGa 21.10.2011, 15:09
903. Wer sich irrt...

Zitat von Peter Uhlemann
Naiv und unwissend ist es, wenn man meint, man könnte auf Mord und Racheorgien eine humane Gesellschaft aufbauen.
Nein, im Gegenteil: unsere Gesellschaft hat genau so angefangen.

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tomkater 21.10.2011, 15:10
904. .

Zitat von OlGa
Hier gebe ich Ihnen uneingeschränkt Recht.
Die Wortwahl des Fortisten mag etwas unglücklich gewesen sein, dennoch hat er recht: Nur weil man die Ermordung Gaddafis nicht gutheißt, ist man noch lange kein Anhänger von ihm. Das wird aber von vielen Foristen unterstellt.

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Spiegel-ohne-Leine 21.10.2011, 15:10
905. .

Zitat von karlomari
In der alten gab es jedenfalls keine Lynchjustiz. Bei meinen Reisen habe ich keinen dort Irgendwo hängen sehen.
Dann sind sie wohl schlecht informiert, glauben nur die Regimepropaganda und sind nicht dort gewesen, wo wirklich was passierte. Gerade gestern berichteten zwei ehemalige Studenten, wie ein paar Kommilitonen in der Gaddafi Ära vor der Uni öffentlich gehängt wurden, weil sie sich regierungskritisch geäußert hätten. Quelle: ARD

Gaddafi hat auch einfach 1200 wehrlose Gefangene im Knast erschießen lassen. Jetzt hat er seine eigene Medizin zu schmecken bekommen. Ich empfinde kein Mitleid und kein Bedauern darüber. Einen Rechtssaat gibt es in Libyen nicht, ein faires Verfahren hätte es daher auch nicht gegeben. Und gehängt worden wäre er am Ende sowieso. Was soll also die ganze Selbstgerechtigkeit und Heuchelei?

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flr2 21.10.2011, 15:11
906. .

Zitat von Spiegel-ohne-Leine
Im Krieg an Regeln zu glauben ist naiv.
Da hat doch alles mit Krieg oder nicht Krieg nichts zu tun. Moslems sind einfach so drauf. Schließlich ist der Islam eine Religion für Männer mit Eiern in der Hose, die Warlords verehren.

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publicminx 21.10.2011, 15:11
907. gaddafi is wech, gut so

Zitat von festuca
Hallo, geht es noch? Demnächst dürfte dort die Scharia gelten und die Frauen nur noch vermummt in Begleitung ausgehen. Man kann Gaddafi viel vorwerfen, aber bestimmt nicht das.
die scharia galt dort bereits.
frauen trugen dort bereits kopftuecher unter gaddafi.
saekular war da wenig.
alles andere ist legendenbildung von oeko-sozialistischen gaddafifans, die sauer sind, dass ihr sozialistisches vorbild in de locus rutschte.

die gefahr, dass der islam noch mehr betont wird, ist da. das muss dann kritisiert werden. aber deshalb den dikator zu lassen verschiebt diesen prozess lediglich. wozu lange warten?

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OlGa 21.10.2011, 15:14
908. Rechtsordung über alles

Zitat von Peter Uhlemann
Dann nennen Sie mir doch mal eine Rechtsordnung die es erlaubt einen wehrlosen Gefangenen zu töten. Die Rechtsordnung einer humanen Gesellschaft, und die soll da ja angeblich aufgebaut werden, erlaubt das sicher nicht.
Sie machen schon wieder falsche Annahmen. Erst einmal sind solche Rechtsordungen gut vorstellbar (aber vielleicht nicht erstrebenswert). Aber der eigentliche Fehler liegt doch darin, zu glauben, dass alles immer irgendeiner Rechtsordnung unterliegt. Ich glaube kaum, dass das da eine Rolle gespielt hat. Und ich habe auch kein Problem damit. Hier ging es um Wichtigeres.

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Spiegel-ohne-Leine 21.10.2011, 15:18
909. .

Zitat von Hardliner 1
Mugabe treibt seit Jahrzehnten sein Unwesen in Zimbabwe, unterdrückt sein Volk brutal. Aber UN und NATO denken nicht dran, ihn aus dem Sattel zu bomben. Libyen hingegen scheint für USA, England und Fankreich viel wichtiger zu sein. Dreimal darf man raten weshalb.
Ganz so monokausal, wie sie die Welt betrachten ist sie allerdings nicht. Dort wurde interveniert, weil Libyen direkter Nachbar ist. Das ist einfacher, als erst Mozambique zu besetzen, um Simbabwe betreten zu können. Libyen ist auch wichtig für die Kontrolle der Migrationsströme aus Afrika. Außerdem verlangten die Rebellen nach dem Flugverbot und der Intervention. Auch die arabische Liga wollte es. Und Libyen besitzt Öl. Wo steht geschrieben, dass Hilfe selbstlos sein muss? Macht das die Hilfe wertlos? Natürlich nicht, so hat man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ist doch praktisch. Nebenbei hat Frankreich gleichzeitig noch in der Elfenbeinküste interveniert, obwohl es dort kein Öl gibt.

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