Forum: Politik
Libyen - darf der Westen Waffen an die Aufständischen liefern?

Dass der Westen die Kräfte, die Staatschef Gaddafi stürzen wollen, unterstützen soll, darüber herrscht Einigkeit. Über die einzelnen Maßnahmen jedoch wird gestritten. Soll die Nato über die Flugverbotszone hinaus aktiv werden? Sollen auch Waffen an die Aufständischen geliefert werden?

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neonknight_ger 26.04.2011, 17:12
620.

Zitat von nahal
Saudi-Arabien ist ein Staat, wo die elementarsten Menschnrechte mit Füssen getreten werden.
Die Saudis haben andere Vorstellungen von Menschenrechten als wir. Sie haben völlig andere Gesetze als wir. Macht das Saudi-Arabien nun zu einem Unrechtsstaat oder nur zu einem Staat, in dem andere Gesetze gelten?

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neonknight_ger 26.04.2011, 17:16
621.

Zitat von skruffi
Es kann doch niemand allen Ernstes glauben, dass sich die syrischen Militärs (vielleicht noch nicht einmal Assad)von dem NATO-Eingriff in Libyen irritieren lassen. Und wenn die ihre Panzer einsetzen wollen, werden sie es tun.
Das bleibt noch abzuwarten. Wenn die Situation in Syrien weiter eskaliert, muss sich das Regime genau die gleichen Folgen vergegenwärtigen wie das syrische. Ich hoffe, die UNO ringt sich zu raschem und konsequentem Handeln durch.

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Peter Uhlemann 26.04.2011, 17:18
622. Französische Revolution

Zitat von god is a dj
Französische Revolution 1789:
Danke, gutes Beispiel. Die französische Revolution würde ausschliesslich von den Franzosen selbst durchgeführt. Die Revolutionäre hatten keinerlei militärische Unterstützung ausländischer Mächte. Im Gegenteil.

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Leto_II. 26.04.2011, 17:24
623.

Zitat von skruffi
Die Gesamtverhältnisse sind doch ganz andere. In Libyen hatte man leichtes Spiel, Gaddafi relativ isoliert in der Arabischen Welt. Wer Syrien angreift, hat es direkt mit dem Iran und den Hisbollah zu tun. Deshalb werden die Maßstäbe, die in Libyen gegolten haben, hier (und auch woanders) nicht gelten. Wetten?
Na immerhin ist es mal nicht das Öl.:) Der Iran hat ganze zwei Schiffe vor Ort und die Hamas, kann eigentlich nur Raketen verschiessen. Die propagandistische Aufarbeitung der Verteidigung und Unterstützung eines Hama 2.0 wäre interessant!

Zitat von skruffi
Ich befürchte, dass auch daran ein zweites Hama nichts ändern würde.
Hama 1.0 war vor dem Internet. Ich könnte mir vorstellen, dass auch die arabischen Brüder heute anders reagieren würden.

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freed&democ 26.04.2011, 18:18
624.

Zitat von Peter Uhlemann
Das ist aber eine sehr gewagte These, die m.E. weder Hand noch Fuss hat. Gerade zeigt sich doch in Syrien, dass Assad von der Intervention in Libyen offenbar in keinster Weise beeindruckt ist. Würde man Ihre Vorstellungen konsequent fortführen, dann müsste man sofort Syrien bombardieren und hätte vorher schon den Jemen und Bahrain bombardieren müssen. Tut man das nicht, macht man sich doch endgültig völlig unglaubwürdig.... Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass das alles "Demokratiebewegungen" sind? ...
Wäre Assad nicht beeindruckt, und hätte er an Libyen gesehen, dass eine militärische Niederschlagung keine Reaktion hervorruft, hätte seine Baath Partei längst ein schlimmeres Massaker als 1982 in Hama angerichtet.

Weil man ... muss man ist Quatsch.
Aus einem anderen Beitrag von mir:

"Auch bin ich der Meinung, dass die Opposition in Libyen, vielleicht zusammen mit der im Jemen, noch von allen arabischen Ländern zu dem grössten Argwohn Anlass gibt.

Dies spiegelt sich in der Weigerung der Interventionskoalition, die Aufständischen mit Waffen zu versorgen.
Man meint aus Afghanistan gelernt zu haben.

Ich halte es aber eben auch für höchst wahrscheinlich, dass die militärische Niederschlagung des lybischen Aufstands unweigerlich die sofortige, von Massakern begleitete, Niederwerfung der Demokratiebewegung in den anderen arabischen Staaten zur Folge hätte.

Selbst Erfolge wie in Ägypten, wo die Armee das Heft jetzt in der Hand hält, blieben wohl nur ein kurzes Zwischenspiel.

Ghaddafi hat zu spät erkannt, dass der Westen und die Welt eine Möglichkeit zum Eingreifen suchen mussten.

Libyen bot sich aus mehreren Gründen an.

Es sind dies u.a.:

- der Versuch Ghadafis der militärischen Niederschlagung des Aufstands,

- Libyens günstige militärstrategische Lage als Mittelmeeranrainer und seine ungegliederte Geographie

- die politische Isolierung Ghadafis im internationalen sowie im regionalen Rahmen.

Man kann das alles ungerecht finden, z.B. dass die Geographie mitentscheidet, aber die Demokratisierungs- und Teilhabebestrebungen im arabischen Raum verdienen unsere Unterstützung und Schutz.

Diese Hilfe und der Schutz vor Massakern findet nicht in der besten aller Welten, sondern nur im realpolitischen Raum statt."

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ewspapst 26.04.2011, 18:30
625. Westliche Wertegemeinschaft

Zitat von nahal
Saudi-Arabien ist ein Staat, wo die elementarsten Menschnrechte mit Füssen getreten werden. Dieser Staat befindet sich in einer Gesellschaft mit ungefähr zwei Drittel aller Staaten. Zur Zeit schiesst aber die Armee dieses Staates nicht auf die eigene Bevölkerung, was sich aber schnell ändern kann. Um beim Thema zu bleiben: Wenn es so weit sein sollte, kann man sich darüber erneut unterhalten.
Zitat von ewspapst
Wenn Sie denn so gut bescheid wissen, meine Frage an Sie:
Ist Saudi Arabien ein Rechtsstaat oder ein Unrechtsstaat?

Zitat von neonknight_ger
Gibt es irgendwelche vernünftigen Zweifel daran, dass die saudische Regierung nicht an Recht und Gesetz ihres Landes gebunden ist?

Wenn das Ihre Meinung ist, dann
mal zur Erinnerung, der Volksgerichtshof war auch an die Gesetze des Reiches gebunden, das waren doch alles Juristen, oder etwa nicht?


Ich habe da mal eine Frage, wer entscheidet eigentlich darüber, was ein "Unrechts- oder Rechtsstaat" ist?

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nahal 26.04.2011, 18:31
626.

Zitat von neonknight_ger
Die Saudis haben andere Vorstellungen von Menschenrechten als wir. Sie haben völlig andere Gesetze als wir. Macht das Saudi-Arabien nun zu einem Unrechtsstaat oder nur zu einem Staat, in dem andere Gesetze gelten?
Soweit ich weiß, gibt es eine Menscherechts-Charta der UN.
Dort ist, ua, auch etwas von Gleichberechtigung der Frau zu lesen.

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god is a dj 26.04.2011, 19:09
627.

Zitat von Peter Uhlemann
Danke, gutes Beispiel. Die französische Revolution würde ausschliesslich von den Franzosen selbst durchgeführt. Die Revolutionäre hatten keinerlei militärische Unterstützung ausländischer Mächte. Im Gegenteil.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg 1775-1781: Eingreifen der Franzosen auf seiten der Kolonien 1778, inklusive Entsendung von Truppen auf den amerikanischen Kontinent. Daneben traten auch noch Spanien und die Vereinigten Niederlande auf der Seite der Rebellen in den Krieg gegen England ein.

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doofundick 26.04.2011, 21:42
628. Bodentruppen. Wieso nicht?

Wie man sieht, reichen dir Bombardements nicht. Folgende Maßnahmen wären durchaus wünschenswert, besonders, weil nicht gegen sie spricht:
1. Noch mehr und stärkere Bombardements. Möglicherweise die Aufstockung auf 300 Jäger und 5 oder 6 Drohnen
2. Bombardierung von Schiffen aus
3. Bestechung der Nachbarstaaten, sodass jene verhindern, das Gaddafi an weiter Söldner oder Waffen kommt
4. Unterstützung der Rebellen mit Waffen

Und wenn das nicht reichen sollte, sollte man ernsthaft in Erwägung ziehen mit 5 oder 6000 Elitesoldaten dort zu landen. Der Krieg wäre im Nu vorbei. und es würde nicht so laufen wie im Irak, da in Libyen die Bevölkerung mit dem Wiederstand von sich aus angefangen hat. Es mussten nicht zuerst ausländische Truppen intervenieren.

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january54 26.04.2011, 21:53
629. Genauso!

Zitat von doofundick
Wie man sieht, reichen dir Bombardements nicht. Folgende Maßnahmen wären durchaus wünschenswert, besonders, weil nicht gegen sie spricht: 1. Noch mehr und stärkere Bombardements. Möglicherweise die Aufstockung auf 300 Jäger und 5 oder 6 Drohnen 2. Bombardierung von Schiffen aus 3. Bestechung der Nachbarstaaten, sodass jene verhindern, das Gaddafi an weiter Söldner oder Waffen kommt 4. Unterstützung der Rebellen mit Waffen Und wenn das nicht reichen sollte, sollte man ernsthaft in Erwägung ziehen mit 5 oder 6000 Elitesoldaten dort zu landen. Der Krieg wäre im Nu vorbei. und es würde nicht so laufen wie im Irak, da in Libyen die Bevölkerung mit dem Wiederstand von sich aus angefangen hat. Es mussten nicht zuerst ausländische Truppen intervenieren.
Nicht kleckern,sondern klotzen!Genau!Dann waer der Spuk schnell vorbei!

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