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Libyen-Liveticker : Alliierte attackierten Gaddafi-Residenz

Libyens Despot Gaddafi geht trotz der Luftangriffe des Westens weiter gewaltsam gegen Rebellen vor. Die Alliierten haben in der Nacht erneut die Residenz des Machthabers unter Feuer genommen.*Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.

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Schwester_Sabrina 24.03.2011, 12:46
60. Libyen-Liveticker : ...

Zitat von pragmat
Jetzt müssen sie doch Farbe bekennen, dass der ganze Krieg in Libyen dem Sturz eines unbehaglichen Regimes gilt und nicht dem Schutz von Zivilisten. Wenn man mal davon absieht, dass [...] die staatliche Ölgesellschaft wie von der EU geplant nach dort hat überführen lassen.
Und so kritzelt jeder fröhlich seine Weltsicht ins Netz und hofft, irgend etwas wird davon schon zutreffen. "Bedenke am Anfang auch das Ende!" In Nordarfika passieren REVOLUTIONEN. Wie wollen Sie bei diesen eigendynamischen Umwälzungen denn Prognosen abgeben? Es ist doch für den Westen ein Grad, der zu ermitteln ist, bis wohin er eine - legitime und legitimierte - Hilfeleistung erbringt, und ab wo er das Geschehen sich selbst überläßt. Was denn, wenn diese libysche Revolution sich noch drei Jahre hinziehen wird und Gaddafi am Ende eines natürlichen Todes stirbt, und erst der Tod Gaddafis ein Ende der Diktatur bedeutet? Den Rebellen heute zu helfen kann heißen, sie morgen nicht zu schätzen, weil sie, sie kommen ja gar nicht darum herum, wirtschaftlich denken müssen, was heißt, dass sie die Erdölquellen sich so erschließen, und dass sie mit dem Rohstoff Anteil am internationalen Markt nehmen. Mag die Militärallianz zwar ein Morden durch Gaddafi verhindert haben, hat sie damit gleichzeitig wenigen Stämmen in den Sattel geholfen, die ihre Macht ausbauen. Wer sagt, dass sie die Macht teilen wollen? Es sind die Libyer selbst, die letztlich eine Idee mit sich formulieren müssen dahingehend, welche Ordnung sie für ihr Land in Zukunft schätzen wollen. Europa hat noch vor den Luftangriffen seine Poistion weitestmöglich abgesteckt, indem die EU den Rebellen ihre Gewalt zugesprochen hat. Weitestmöglich heißt weitestmöglich, mehr an Zuspruch geht nicht. Gaddafis Streitkräfte zu zerstören, denn etwas anderes passiert derzeit nicht, heißt, das Land Libyen zu entwaffnen. Mit einer solchen Entwaffnung sind die Instrumente genommen, Völkermorde zu begehen - weitest möglich. Mit einem Waffenembargo ist ein Protektorat eingeführt, dass Libyen sich in Zukunft auch nicht mehr bewaffnen kann - außer über schwarze Kanäle. Gaddafi als Rasender, der er ist, hat ebenso noch alle Möglichkeiten, wie er sich in dem Konflikt verhält. Solange die Verhältnisse in Bewegung sind, haben sie sich noch nicht konsolidiert. Weil Gaddafi starr ist, verhärten sich die Fronten. Ähnlich wie nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland, die Fronten waren so starr, dass sie eine Teilung Deutschlands mit sich brachten. Das hätte nicht sein müssen, es war aber so. Je mehr die Libyer es verstehen, ihre eigenen Belange in die Hände zu nehmen, desto weniger werden sie eine Fremdgestaltung in ihrem Land erfahren. Verstehen sie es nicht, werden andere Länder, voran Frankreich, am Libyen-Haus mit zeichnen und mit malen. Auch die Gaddafi-Treuen, wie viele es immer sind, denn in der Berichterstattung ist Propaganda mit im Spiel, müssen letztlich erkennen, was der Militäreinsatz für ihr Land bislang bedeutet hat. So wie sie erkennen müssen, dass sie einen Krieg gegen diese Allianz nicht gewinnen können, falls sie sich mit einem Krieg nicht immer weiter in den Sumpf hineinreiten wollen.

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erbseneintopf 24.03.2011, 12:48
61. panzer ?

Zitat von sysop
Libyens Despot Gaddafi geht trotz der Luftangriffe des Westens weiter gewaltsam gegen Rebellen vor. Die Alliierten haben in der Nacht erneut die Residenz des Machthabers unter Feuer genommen.*Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.
wieso können sie im Tiefflug besser Panzer angreifen ? Wieso Panzer..ich dachte da geht es um eine Flugverbotszone...

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Dummheit-stirbt-nicht 24.03.2011, 12:51
62. Dies ist nicht mit dem Irakkrieg vergleichbar

Zitat von Bürgergeld2
Diese unpassenden Irak-Vergleiche gehen mir langsam auf den Keks. Es gibt schließlich einen ganz entscheidenden Unterschied: Der Irak-Krieg hatte rein politische und/oder wirtschaftliche Gründe und wurde ohne einen halbwegs ethisch legitimen Anlaß geführt. In Lybien geht es vor allem darum, ein Massaker an wehrlosen Zivilisten zu verhindern.
Genau. Man muss differenzieren können. Obamas Administration hat merklich gezögert. Die wollen (wollten) keinen Krieg und haben sich dann doch moralisch verpflichtet gefühlt. Den allermeisten an der Aktion teilnehmenden Verantwortlichen ist ganz klar, dass dieses militärische Vorgehen auch große Risiken mit sich bringt. Man hatte daher buchstäblich bis zur letzten Sekunde gezögert. Bengasi stand kurz vor dem Fall und der libysche Mini-Hitler hatte schon triumphierend angekündigt wie seine Rache an den Aufständischen aussehen würde.
Daniel Cohn-Bendit hat in diesem Zusammenhang treffenderweise den Vergleich mit dem Aufstand der Juden im Warschauer Ghetto ins Spiel gebracht. Da ging es schief und hat Tausenden das Leben gekostet.

Schwarz-Weiß-Maler und Radikal-Extrem-Pazifisten können mit dieser Differenzierung natürlich nicht leben, bzw. diese akzeptieren. Die Welt ist nicht so einfach und strukturiert zu betrachten, wie es viele hier gerne tun. Dies entspricht in der Qualität oft nur dem Facebook-Button "Gefällt mir".

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ElricM 24.03.2011, 12:51
63. Toll

Zitat von sunnypluto
anstatt nun die Handlanger des lybischen Gewaltherrschers zu bombardieren, sollte man einfach Gaddafi selbst in die Hölle bombardieren.
Das hat wirklich etwas mit der Errichtung einer Flugverbotszone tuen, oder ? Und wenn Gadaffi dann beseitigt ist, überlassen wir dann das Land dem nachfolgenden Chaos ? Stationieren wir eine UN-Blauhelmtruppe von 50 Mann ? Und bringen wir den Stammesfürsten dann Demokratie als in Form eines 21-Tage-Selbstlernkurses bei ?

Mich schüttelt es. Hauptsache, es wird draufgehauen.

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blücher 24.03.2011, 12:51
64. Libyen-Einsatz

Zitat von Bürgergeld2
Diese unpassenden Irak-Vergleiche gehen mir langsam auf den Keks. Es gibt schließlich einen ganz entscheidenden Unterschied: Der Irak-Krieg hatte rein politische und/oder wirtschaftliche Gründe und wurde ohne einen halbwegs ethisch legitimen Anlaß geführt. In Lybien geht es vor allem darum, ein Massaker an wehrlosen Zivilisten zu verhindern.
Lieber deutscher Michel, wie bist Du doch arglos und einfältig - was Dich allerdings als Gutmensch auszeichnet!
Es ging und geht NIE um die lieben kleinen Negerlein und deren gemeuchelte Eltern - es geht NUR ums Geschäft und um die Politik. Europa MUSS JETZT Nordafrika besetzten, koste es, was es wolle, denn sonst machen das die Chinesen. Südlich der Sahara sind sie schon an der (wirtschaftlichen) Macht.
Und dafür dient das Feigenblatt der UN-Resolution, die dann als Freikarte für Angriffe auf alles, was sich bewegt, ausgelegt wird. Lass` Sarko mal machen, profitieren wird am Ende ganz Europa, und deswegen sind die anderen sauer auf Frau Merkel.
Wir Ameisen werden und wurden schon immer so verarscht.
Wie sagte König Friedrich Wilhelm I von Preussen schon 1730: Es ist dem ordinären Untertan nicht gestattet, seine beschränkten Maßstäbe an die Entscheidungen der Obrigkeit anzulegen..... mfg Blücher

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dongerdo 24.03.2011, 12:52
65. -

Zitat von pragmat
Daß andere Zivilisten eine schwerbewaffneten Aufstand mit Gegenregierung und dem ganzen Pipapo durchführen, konnte man ja nicht ahnen. Zivilisten sind eben schwer zu unterscheiden.
Doch. Per definitionem sind dies nämlich keine Zivilisten mehr - und dies war von Anfang an klar.

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pragmat 24.03.2011, 12:53
66. Der Vergleich mit Irak hinkt...

Zitat von alcaselzar
..diese Regierung, die demokratisch gewählte, sich aber -ganz undemokratisch - keinen erneuten Wahlen stellen will, weil sie sich für gottgesandt hält. So etwas gab es in Deutschland auch mal. Diese Typen wollen Sie doch nicht im Ernst an die Macht zurückbringen.
... denn man sollte - wie Sie - besser mal an die deutsche Geschichte denken.
Nach der Revolution 1789 gab es in der Folge in Frankreich einstmals einen Herrn Napoleon. Der wollte ganz Europa mit seinen neuen Ideen von Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit beglücken. Seine Mannen machten sich dann daran, das zu verwirklichen.

Merkwürdigerweise wollten die Italiener, Österreicher, Preußen usw. aber garnicht befreit werden und wehrten sich unter anderem bei Leipzig und Waterloo. Jetzt haben wir schon wieder eine ähnliche Kampagne unter Leitung der UN und EU. Wer Geschichte vergißt, wiederholt sie.

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underdog 24.03.2011, 12:53
67. ...

Zitat von
So sei ein Patt zwischen den Lagern entstanden - das Land erscheine weiterhin in den von Gaddafi-Truppen kontrollierten Westen und in den von Rebellen dominierten Osten getrennt.
Na dann schnell "West-Lybien" und "Ost-Lybien" draus machen und ggf. ne Mauer dazwischenziehen...

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elster2 24.03.2011, 12:53
68. Was für eine Blauäugigkeit !

Zitat von treverxy
wurde seit 1945 kein einziger chinesischer Soldat außerhalb seiner Landesgrenzen gesichtet, fiel keine einzige chinesische Bombe auf ein fremdes Land. Sehr wohl waren es aber immer wieder die USA, die an fast allen Kriegen der Nachkriegszeit beteiligt waren.
Korea
Vietnam
Tibet
Mongolei
Taiwan
und sicherlich gibt es noch ein paar mehr, wenn man eine Weile nachdenkt.

Vielleicht die roten Khmer noch. Und die div. Aufstände, die blutig niedergeschlagen wurden ! Ach, die zählen bei Ihnen ja nicht, gut formuliert !

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Yabanci Unsur 24.03.2011, 12:53
69. Nicht überzeugend

Zitat von iskin
Für Sie zum 1000sten Mal: In Libyen wurden keine Massaker an wehrlosen Zivilisten verübt. Informieren Sie sich mal bei Kopp-Verlag.de und geben da professor Michel Chossudovsky ein und Libyen. Habe leider den Link nicht zur Hand. Und haben Sie eine Erklärung, warum die Mehrheit der lateinamerikanischen Länder gegen den Krieg sind, alles Blödmänner?
Hunderttausende Gastarbeiter haben Libyen fluchtartig verlassen, weil das Regime friedliche Demonstrationen brutal zusammengeschossen hat. Das Gaddafi-Regime verletzt internationale Abkommen zu elementaren Menschenrechten und wird dafür zu Recht bestraft.
Ob alle Südamerikaner Blödmänner sind, kann ich nicht beurteilen. Es ist auch irrelevant. Fragen Sie 1 Milliarde Chinesen. Die wissen auch nicht so viel von diesem Konflikt. Gibt es ihn deshalb nicht?
Ich habe eher den Eindruck, dass Ihnen die Vorstellung, dass die Handlungen des Westens moralisch begründbar sind, zutiefst verhasst ist.

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