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Libyen: Übergangsrat räumt fehlende Kontrolle über Milizen ein
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Immer öfter operieren libysche Milizen ohne Überwachung durch die Regierung in Tripolis. Das hat der Chef der neuen Führung öffentlich bestätigt. Auch Amnesty International beklagt die zunehmende Gewalt der bewaffneten Banden - die von vielen Bürgern als Helden verehrt würden.

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tkgdfk 21.02.2012, 21:06
20. Märchen

Zitat von lifeguard
was mich mal interessiert: wenn alle wichtigen stammesführer wirklich auf seiten der damaligen regierung waren, wieso haben sie dann nicht ihre krieger zur verteidigung von tripolis abgestellt, als die stadt von den rebellen eingeschlossen wurde? die hätten die stadt locker freikämpfen können, haben sie aber nicht. .
Bleiben Sie bei Ihren Kriegs-Compurtspielen - aber die haben mit der Realität nun einmal nichts zu tun. Falls Sie es nicht mibekommen haben: Die NATO hatte die totale Lufthohheit und hätte die Stammes-Truppen schon auf dem Weg nach Tripolis vollständig aufgerieben. Ohne die NATO hätten die Islamisten nicht den Hauch einer Chance gehabt und Libyen wäre heute noch unter nationaler Kontrolle.

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Ernst August 21.02.2012, 21:06
21. Revolution? 2

Die Stadt war nie ein großer Kampfschauplatz und sie wurde von den Milizen brutal entvölkert und systematisch zerstört und dort wohnt nicht ein einziger der fast 30000 Einwohner mehr.
Sie ist zusammen mit der 100000 Einwohnerstadt Sirte der totalste Trümmerhaufen des Landes.

Die Parolen der Misrata Banden sind aber bekannt.
Sie lauten "Nieder mit den Schwarzhäuten und Sklaven es gibt kein Tawergha sondern nur Misrata."
Hunderttausenden Farbigen wurde nicht nur während der Kämpfe sondern auch danach Gewalt angetan und sie wurden vertrieben.
Aber nicht die libysche Jugend hat ihre Arbeit und die Arbeit der über eine Million Gastarbeiter übernommen denn die läuft in Stärke von über 1000000 Mann (es gibt nur ca. 5 Millionen echte Libyer über ein Million waren Gastarbeiter die die Drecksarbeit erledigten) lieber bewaffnet herum und jagt Verdächtige und beteiligt sich an den Stammes, Banden-, und Clanverbrechen wobei mit Sicherheit auch persönliche Rivalitäten unter den Banden und Stämmen im Namen der Freiheit und Demokratie, die nun endlich von AI und Co. teilweise erwähnt werden.

Libyen hatte kein Gewalt-, und Folterproblem sondern hat es jetzt wie nie in seiner Geschichte.
Willkür, Folter und Mord-, und Totschlag sind zur Selbstverständlichkeit verkommen weil die Bandenmitglieder und ihre Familien über ihre Taten lachen und sich keiner Schuld bewusst sind wenn sie z.b. den Menschenrechtsorganisationen wie nicht nur in Misrata geschehen Geschundene vor die Tür legen um sie gesundet weiter bearbeiten zu können.

Das Unrechtsbewusstsein ist vollkommen abhanden gekommen und Hass baut sich auf der sich tödlich entläd.
Der versteckte Hinweis darauf das die Gegner trotz wüster Verhaftungs-, und Folterorgien noch eine Gefahr sind zeigt den tiefen Riß zwischen den Menschen in Libyen bei dem ein Teil sich als die Herren der Welt und von Allah gesendeten sieht und sich keiner Schuld bewusst ist, leidet der andere Teil unter diesen Orgien und versteckt sich um ja nicht aufzufallen und schwenkt lieber zähneknischend die neue Fahne als wie Nachbarn in die Gewalt der Banden zu geraten die kein Unrechtsgefühl haben.

Es ging und geht in Libyen also nicht um das uns erzählte Gewaltimperium Gaddafis sondern es geht ganz offensichtlich um was Anderes denn warum sonst schauen die Politiker und Medien weg obwohl die Gewaltpuren nicht zu übersehen sind.

Was in Libyen geschieht hat auch nichts mit nachrevolutionären Wirren zu tun weil es keine Revolution gab da die Täter nicht ohne fremde Hilfe an die Macht gekommen wären die ihnen dieses gesetzlose Bandensystem von heute erst ermöglicht hat.
Hier hat keine Revolution stattgefunden sondern hier wurde von außen der Teil einer Bevölkerung an die Macht gespült den es in jedem Land gibt und auf den die Polizei in jedem Land der Welt gut aufpasst das er nicht an die Macht kommt und sein Gedankengut verbreitet.
Diese Verbreitung ist in Libyen in bisher unbekanntem Ausmaß geschehen und alle schauen weg oder verteilen Beruhigungsbonbons indem sie ein paar Wahrheiten ankratzen und sie damit verharmlosen.
Das tun sie aber nur weil es nicht mehr zu umgehen ist.

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robert.haube 21.02.2012, 21:29
22. Lassen wir uns überraschen

Zitat von monty_cantsin
Ich denke ausserdem, daß die Warfallah mal wieder das Land zurückerobern werden.
Es gibt aktuelle Videos auf youtube, die zeigen, dass die Warfallah-Hochburg Bani Walid völlig von den "Rebellen" befreit ist. Es gibt eine Misurata-Brigade ("28.April") nur noch an einem Checkpoint 30 km nördlich der Stadt. Dies mittlerweile aber seit 3 Wochen.

Und es gibt ein aktuelles Video aus der stark beschädigten Stadt Sirte. Dort finden Kämpfe statt und es hängen grüne Fahnen.

Time will tell.

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robert.haube 21.02.2012, 22:00
23. So kanns gehen

Zitat von lifeguard
zur erinnerung: tubu haben auf seiten der rebellen gekämpft und tuareg waren und sind mehrheitlich pro-gadaffi.
Die Tubu waren früher auf Seiten der Rebellen, haben aber nach Angaben selbst aus NTC-Kreisen die Seiten gewechselt.

Aktuell:
Kämpfer aus Benghazi können nicht mehr nach Kufra eingefolgen werden, da jetzt auch der außerhalb liegende Flughafen von den Tubu eingenommen wurde.
Und Grüne Fahnen in Kufra.

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Bobbysky1 21.02.2012, 22:28
24. Diese Nachricht...

Zitat von robert.haube
Die Tubu waren früher auf Seiten der Rebellen, haben aber nach Angaben selbst aus NTC-Kreisen die Seiten gewechselt. Aktuell: Kämpfer aus Benghazi können nicht mehr nach Kufra eingefolgen werden, da jetzt auch der außerhalb liegende Flughafen von den Tubu eingenommen wurde. Und Grüne Fahnen in Kufra.
...hat auch das serbische Fernsehn auf seiner Homepage RTS,bestätigt,und 50 Tote ,durch den Beschuss durch Granaten und Mörser,von Seiten der Rebellen.

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belle76 21.02.2012, 22:41
25.

Zitat von robert.haube
Die Tubu waren früher auf Seiten der Rebellen, haben aber nach Angaben selbst aus NTC-Kreisen die Seiten gewechselt.

Aktuell:
Kämpfer aus Benghazi können nicht mehr nach Kufra eingefolgen werden, da jetzt auch der außerhalb liegende Flughafen von den Tubu eingenommen wurde.
Und Grüne Fahnen in Kufra.
Zitat von Bobbysky1
...hat auch das serbische Fernsehn auf seiner Homepage RTS,bestätigt,und 50 Tote ,durch den Beschuss durch Granaten und Mörser,von Seiten der Rebellen.
Warum wird so was eigentlich nie oder nur sehr spät von unseren so unabhängigen Medien veröffentlicht?
Die Berichte der Gegenseite werden doch bei jedem Pups veröffentlicht.
Ja, ja, so sieht unabhängige und unparteiische Berichterstattung aus.

Ansonsten kann man alleine zur der Überschrift nur sagen: ACH WAS, ist nicht wahr. DAS ist ja mal eine Überraschung *Sarkasmus aus*

Warum äussert sich der gute Herr Rasmussen von dem Friedensbündnis das für die Menschenrecht in Libyen gekämpft hat eigentlich gar nicht mehr?
Ach ja, der Einsatz ist für ihn ja beendet. Nach uns die Sintflut, wenn jetzt die anderen morden und foltern, kann uns ja egal sein.
Beschämend!!

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cap87 22.02.2012, 00:16
26.

Merkt es eigentlich keiner ??
Hier versucht die NTC Regierung die Schuld bzw die Verantwortung von sich zu weisen. Der nationale Übergangsrat hat Folter geduldet und die Schuldigen nicht zu Rechenschaft gezogen. Sogar der libysche Diplomat der Frankreich verlassen musste, wurde in Tripolis zu Tode gefoltert. Die Täter sind bis heute nicht bekannt. Auch die Mörder von Gaddafi und Muttassim sind immer noch Unbekannt. Der Übergangsrat hat sich deshalb eindeutig Strafbar gemacht und der internationale Gerichtshof müsste längst reagieren. Sogar Saif al Islam hat bis heute keinen Anwalt bekommen bzw im nachhinein keinen den er wollte. Einen fairen Prozess werden diese Personen nicht erhalten. Dass die Tv Moderatorin, die das Gaddafi Regime unterstützt hat im Knast sitzt ist auch völlig unverständlich. Hier werden politische Gegner einfach ausgeschaltet und das trägt und duldet der NTc.

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Rodri 22.02.2012, 06:10
27. ...

Zitat von sysop
Immer öfter operieren libysche Milizen ohne Überwachung durch die Regierung in Tripolis. Das hat der Chef der neuen Führung öffentlich bestätigt. Auch Amnesty International beklagt die zunehmende Gewalt der bewaffneten Banden - die von vielen Bürgern als Helden verehrt würden.
Es gab genug Autoren auch hier im SPON-Forum, die genau diese Entwicklung vorausgesehen haben, aber da wurde man ja als Spinner abgestempelt und die Milizen wären ja heldenhafte Lichtgestalten, die nur Frieden und Wohlstand bringen...

Fakt ist:
- Der Nationale Übergangsrat hat NULL Legitimation, nachdem diese Truppe mit Hilfe der Nato das halbe Land in Schutt und Asche gelegt hat.
- Die Milizen machen was sie wollen, rächen sich an angeblichen Gaddafi-Anhängern und Schwarzafrikanern.
- Im ganzen Land gibt es offizielle/inoffizielle Gefängnisse, in denen massiv gefoltert wird.
- Es fehlt in allen Landesteilen am Nötigsten, um halbwegs das öffentliche Leben aufrecht zu halten.
- Lachender Dritter ist natürlich der Westen. Man bekommt billig libysches Öl und die "dämlichen" Libyer massakrieren sich gegenseitig. Nato hat ihr Ziel mehr als erreicht.

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Lekcad 22.02.2012, 08:02
28.

Zitat von monty_cantsin
Haha, da muß die offizielle libysche Armee ja aus Greisen oder Rollstuhlfahrern bestanden haben, wenn sie gegen diese Jugendlichen (Turnschuhträger?), die noch nie ne Waffe aus der Nähe gesehen haben, nicht bestehen konnte. An Gaddafis Stelle hätte ich Flugzeuge eingesetzt.
*ähm*
Sie vergessen da die Leistungsschau der neuesten Luftfahrttechnik Frankreichs und Großbritanniens die gleichzeitig statt fand.
Da wurde ja kurzerhand alles was nicht eindeutig als "Rebell" zu erkennen war und höher als 10cm über den Boden aufragte als Verstoße gegen das Flugverbot weggebombt.

Ohne die Natobomber haben die Rebellen eigentlich keine nennenswerten, eigenständige militärische Erfolge vorzuweisen.

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e_d_f 22.02.2012, 08:44
29. kommt Zeit, kommt Lösung

Zitat von simon23
150000 hochgerüstete junge und/oder in der Gesellschaft erfolglose Männer beherrschen jetzt das Land. Die "normalen" Bürger werden sich noch wundern, wenn sie es nicht längst schon tun. Für die meisten Milizionäre wäre der Weg zurück in ihre vorherige Existenz ein Weg in den Abstieg. Den werden sie partout nicht gehen. Vom Schulterklopfen wird man weder satt noch reich...
Sie haben sicher Recht, dass ein Teil der Milizen aus bedenklichen Gestalten besteht. Aber es gibt auch Idealisten und Untadelige darunter. Es ist somit eine bunte Truppe. Aufgabe der Regierung wird es sein, die (z. Z. noch kleine) neue Armee weiter aufzubauen und die seriösen Kräfte unter den Milizionären für sich zu gewinnen. Damit werden die Milizen mit der Zeit ausgedünnt und verlieren an Einfluss. Wenn die Armee dann irgendwann stark genug ist, kann sie die Rest-Milizen entwaffnen. Das Anwerben für die Armee geht beispielsweise über anständige Gehälter und gute Berufsaussichten. Und da die Regierung am Geldhahn sitzt, und nicht die Milizen, wird die Strategie auf Dauer aufgehen; die Milizen müssen sich letztendlich arrangieren. Im Irak hat es unter weitaus schwierigeren Bedingungen auch geklappt, die Milizen schrittweise unter Kontrolle zu bringen. Das dauert allerdings seine Zeit und erfordert behutsames Vorgehen und Geduld. Ich bin überzeugt davon, dass es am Ende gelingen wird. Bis Libyen wieder stabil ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Und diese Übergangsperiode ist für die Bevölkerung zweifelsohne eine harte Zeit, da haben Sie Recht. Dennoch ist das m. E. kein Grund, dem irren Diktator Gaddafi nachzutrauern. Ich bin optimistisch, dass es in ein paar Jahren ein besseres Libyen geben wird als unter Gaddafi.

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