Forum: Politik
Lindner und die Krim: Hätte er doch geschwiegen
picture alliance / Monika Skolim

FDP-Chef Lindner will den Status quo auf der Krim akzeptieren - und stellt Angebote an Russlands Präsident Putin in Aussicht. Ein fahrlässiges Signal.

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schattengott 06.08.2017, 21:33
1.

Lindner hat völlig Recht. Und was - wie in den allermeisten "politisch korrekten" Artikeln zum Thema Putin - fehlt, ist die Alternative. Meinen Sie, irgendwelches Aufschaukeln in Richtung des vergangenen kalten Krieges hilft irgendwie weiter? Oder meinen Sie gar, die Sanktionspolitik, etwa der USA (auf das Wort Trumps kann man sich ja ohne Weiteres verlassen...zumindest bis zum nächsten Tweet), führt zu irgendeinem Nachgeben seitens Russlands? Wenn man nicht denkt wie Lindner, nämlich in welcher Form man sich annähern kann, dann haben wir demnächst wieder Zustände wie in den 70er oder 80er Jahren.

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toskana2 06.08.2017, 21:42
2. fahrlässig?

"Ein fahrlässiges Signal"?
Ich nenne es, ist ein längst überfälliges!

Die fortwährenden Russland-Saktionen haben wenig bis nichts
am putischen Verhalten geändert.
Mag die Krim-Annektion ein völkerrecht-widriges Verhalten gewesen sein.
Eine Weltmacht,
die man drigend bei allen weltweiten Konflikten drigend benötigt,
wie ein unartiges Kindergarten-Kind zu behandeln,
ist mehr als absurd.

Lindner handelt wahrscheinlich weitsichtiger als
unsere gesamte politische Kaste zusammen!

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südwest3 06.08.2017, 21:44
3. Der Artikel spricht mir aus der Seele

Christine Hebel hat soetwas von Recht: Die Provokationen, das Töten in der O-Ukraine und die völkerrechtswidrige Annektion der Krim, alles Ursachen, die Russland gesetzt hat. Es liegt nun an Moskau einen ersten Schritt zu tun, z.B. die Umsetzung des Minsker Abkommens anzugehen und nicht immer erste Schritte von der Ukraine zu fordern. Auch die Grenzüberwachung zw. Russland und der O-Ukraine muss der OSZE ermöglicht werden, ganz im Sinne von Minsk. Die Krim ist ein Problem, das erst nach der Befriedung der O-Ukraine politisch angegangen werden muss.

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spon_3627094 06.08.2017, 21:47
4. Ja und . . . ?

Lindner hat ausgesprochen, was offenbar alle Welt denkt. Und wonach die Politiker der westlichen Welt handeln. Wo ist das Problem? Auch die Deutsche Teilung wurde jahrzehntelang als Provisorium hingenommen. Bis die Umstände die Wiedervereinigung möglich gemacht haben. Herr Lindner hat gezeigt, daß er mit Geschichtsbewußtsein über den Tag hinausschauen kann. Es gibt Politiker, die weniger qualifiziert weit größere Verantwortung tragen. Also kein Grund für Sturm im Wasserglas.

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südwest3 06.08.2017, 21:49
5. Ich stimme Ihnen zu ....

was die Prognose bzgl. Kalten Krieg angeht. Allerdings macht sich der Westen völlig unglaubwürdig, wenn er Putin die Annektion der Krim und die Unterstützung der Rebellen in der O-Ukraine ungestraft durchgehen lässt. Es ist schon ein starkes Signal des Westens, Sanktionen so lange aufrecht zu halten, obwohl uns diese Sanktionen selbst schaden. Russland setzte die Ursache und muss nun, möchte es die Sanktionen loswerden, auch Schritte zur Befriedung der O-Ukraine, des dortigen sinnlosen Sterbens, machen. Erst dann kann man über die Lockerung der Sanktionen reden.

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spmc-12355639674612 06.08.2017, 21:52
6. An der Realität vorbei

Leider verkennt Frau Hebel in ihrem Kommentar völlig die Wucht, mit der sich Ereignisse wie die Annexion der Krim in die Geschichte einbrennen können. Die europäische Politiker haben an dieser Stelle vollkommen versagt, wurden von den Ereignissen völlig überrascht und haben kopflos reagiert. Jetzt sind sie beleidigt, dass es so weit kommen konnte, reden ständig vom Völkerrecht (das nach dem 2. Weltkrieg auch von westlicher Seite gelegentlich ignoriert wurde) und wundern sich, dass sich Russland in der Krim-Frage nicht bewegt. Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass Russland die Krim wieder hergibt. So, wie die Dinge gelaufen sind, kann man froh sein, wenn sich nicht auch noch die Ostukraine von der Ukraine abspaltet. Aber Sanktionen - da hat Herr Lindner wohl leider recht - werden nicht zum Ziel führen. Sie werden eher das Gegenteil dessen bewirken, wozu sie verhängt wurden. Es wäre sinnvoller, Russland mit Zuckerbrot zu locken, als mit der Peitsche zu drohen, wenn man irgendetwas Positives erreichen will. Aber will man das wirklich?

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shotaro_kaneda 06.08.2017, 21:55
7.

Ich bin zwar kein Fan von Lindner, aber wo er recht hat, hat er recht. Glaubt irgendwer ernsthaft, dass die Russen die Krim wieder abgeben? Da kann der Westen seine Sanktionen hochfahren, wie er will. Dadurch stehen die Russen (die mehrheitlich auch die Krim bewohnen) noch dichter zusammen. EU und Nato sind an der aktuellen Situation in der Ukraine nicht ganz unschuldig. Anstatt die aktuell verfahrene Situation zu zementieren, sollten sich die "großen" Diplomaten unserer Zeit mal mit den Russen an einen Tisch setzen und wenigstens mal das Gespräch suchen/beginnen, wie man die aktuelle Situation wieder entspannen kann und Interessenskonflikte mildern/beseitigen kann.

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niewieda 06.08.2017, 21:59
8. "Der zukünftige Außenminister?"

Geht man von der nicht ganz unrealistischen Prognose aus, dass CDU und FDP die nächste Bundesregierung bilden könnten, würde Herr Lindner wohl das Amt des Außenministers übernehmen. Vor diesem Hintergrund sind seine Ansichten zur Krim Annexion zu bewerten. Eine Öffnung der CDU politik gegenüber Russland - welcher Unternehmer würde das ablehnen...?

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held_der_arbeit! 06.08.2017, 21:59
9. Bei Geld hört auch die Feindschaft auf ;)

Die FDP kann schon nur mit Mühe so tun als hätte Sie ein Interesse am Wohlergehen der Menschen in Deutschland (zumindest derer ohne 6 stelligem Einkommen). Was kümmern sie da irgendwelche Ostukrainer, zumal wenn deren lästiges gekämpfe und gesterbe Profiten im Wege steht.

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