Forum: Politik
Lindner und die Krim: Hätte er doch geschwiegen
picture alliance / Monika Skolim

FDP-Chef Lindner will den Status quo auf der Krim akzeptieren - und stellt Angebote an Russlands Präsident Putin in Aussicht. Ein fahrlässiges Signal.

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IvicaMarkovic 06.08.2017, 22:01
10.

Dass die Krim von Russland besetzt ist, ist ja nunmal nicht mehr zu ändern. Man kann jetzt schmollen oder sich an die Realität gewöhnen. Was hätte Lindner denn sagen sollen? Soll er mit einem Angriff der Bundeswehr drohen? Nach dem Motto "Deutschland wird auf der Krim verteidigt"?

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oil-peak-fan 06.08.2017, 22:01
11. Renaissance.

"Sicherheit und Wohlstand in Europa hängen auch von den Beziehungen zu Moskau ab" (...) "Es muss Angebote geben, damit Putin ohne Gesichtsverlust seine Politik korrigieren kann." Da hat Lindner vollkommen Recht. Es ist im Interesse Deutschlands, freundschaftliche Beziehungen zu Russland zu pflegen. Von den USA und der Türkei haben wir erstmal nichts zu erwarten. Die Beziehungen zwischen DE und China sind ziemlich stabil, die zu Frankreich und den Nord- und Westeuropäern erst recht. Die Autorin erfasst m.E. mit ihrer ideologisch getünchten Argumentation den Pragmatismus, der gleichwohl ein Annäherungsversuch ist, hinter Lindners Äußerungen nicht ausreichend. Die Annexion der Krim ist eine Folge der EU-Politik unter Juncker, Ashton und Steinmeier. Eine Renaissance guter Beziehungen zu Russland sehe ich jedenfalls hoffnungsvoll entgegen.

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opinio... 06.08.2017, 22:05
12. Krim war nie ukrainisch

Sicher sagt Völkerrecht etwas anderes, aber es ist formal richtig. Geschichtlich sieht es anders aus. Es lag den Russen am Herzen, und es ist zu einem großen Teil russisch, eigentlich tartarisch bzw. mongolisch. Hier muss man allerdings den Strich ziehen, sonst könnte man man mit dem römischen Reich weitermachen.
Die Russen haben es unrechtmäßig genommen und wollen es behalten. Die Krim ist weg und das bleibt auch so, es sei denn, wir hungern die Russen aus.
Das geht nicht, also Schwamm drüber!

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Mondschein 06.08.2017, 22:05
13. Ich stimme Herrn Lindner zu

Sie haben natürlich Recht, die Tatsache dass in der Ostukraine täglich Gewalt ausgeübt wird, ist selbstverständlich zu verachten. Jedoch muss der Westen und sollten vor allem wir auch verstehen, mit welcher Überheblichkeit der Westen neuerdings gegenüber Russland auftritt. Die Krim hat aus russischer Sicht nunmal eine hohe emotionale Bedeutung, die es nicht an die EU "verlieren" möchte. Und letztlich ist es meiner Meinung nach auch vor allem Russland zu verdanken, dass es 1990 überhaupt zu einer Wiedervereinigung West- und Ostdeutschlands gekommen ist. Wir sollten gegenüber Russland mehr Verständnis und vielleicht sogar etwas mehr Dankbarkeit entgegen bringen.

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Reiner Weint 06.08.2017, 22:07
14. Kardinalfehler

Was für ein falsches Signal. Ich habe gedacht, die FDP steht für Liberalismus, für Demokratie, für Bürgerrechte. Anbiederung an Diktatoren und Antidemokraten gehört nun mit Sicherheit nicht zu dieser Grundeinstellung. Was er über Erdogan sagt, dieser verstehe nur Härte, gilt in noch viel stärkerem Maße für Putin.
Natürlich spricht nichts gegen eine Annäherung, gegen Gespräche und Kontakte. Das ist in beiderseitigem Interesse. Aber der Punkt ist: Zuerst muss Putin Entgegenkommen zeigen, z.B. von seiner Seite aus für Frieden in der Ostukraine sorgen, seine Soldaten, Panzer, Artellerie abziehen. Danach würden die Sanktionen fallen und man könnte tatsächlich die Annektion der Krim "stillscheigend" zur Kenntnis nehmen und trotzdem das Verhälnis zu Russland verbessern. Aber der umgekehrte Weg, Aufhebung der Sanktionen in Aussicht stellen ohne das Russland sich bewegen muss ist ein Kardinalfehler. Wenn Lindner dabei bleibt ist die FDP für uns unwählbar.

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benevoglio 06.08.2017, 22:07
15. Der erste intelligente Gedanke eines F.D.P.-Politikers seit langem

Man merkt, es ist Wahlkampf und die F.D.P. (=Möwenpick-Partei) muß sich profilieren, um jeden Preis. Da kann es tatsächlich vorkommen, daß ein führender F.D.P.-Politiker einen intelligenten Gedanken in seinem Hirn ausbrütet. Nach der Wahl wird Herr Lindner aber schnell vor Mutti Merkel auf die Kniee sinken, um mitregieren zu können. Traut diesem Manne nicht!
Ich wünsche mir ein gutes Verhältnis zu Rußland, denn beiden Ländern ging es nur gut, wenn die Regierungen gute Beziehungen hatten, sonst folgten für beide Länder blutige Katastrophen. Die Krim ist seit über 200 Jahren russisches Territorium; daß Chruschtschow sie in einer Wodka-Laune der Ukraine zugeschlagen hat, hatte zu UdSSR-Zeiten keine Bedeutung. Erst als vor einigen Jahren einige Eiferer auf dem Kiewer Maidan die EU-Flaggen schwenkten, wurde die Lage bedrohlich. Putin hat richtig gehandelt; die EU-Sanktionen sind brandgefährlich. Legt den Kriegstreibern in Kiew und ihren Unterstützern in Berlin und Brüssel das Handwerk; keine Unterstützung mehr für die Ukraine, sondern ein entschieden prorussischer Kurs ist das Gebot der Stunde. Und die Partei der Besserverdienenden, die Möwenpick-F.D.P. sollte „aus dem Bundestag und allen Landtagen hinauskatapultiert werden.

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danielstricker 06.08.2017, 22:08
16. Ja, das wäre eine Tragödie

Eine echte Tragödie, wenn Deutschland und Europa einer Atommacht, die im zweiten Weltkrieg über 20 Millionen Tote zu beklagen hatte, signalisieren würde, dass man sie respektiert und gerne deeskalieren und in Frieden und Prosperität leben will.

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tom_ppp 06.08.2017, 22:09
17. der Mann

Sprich Lindner hat völlig recht! Warum verhängen die wohl Sanktionen? Das schadet der EU und besonders D, sonst niemand. Das die Eu auf sowas reinfällt ist geradezu desaströs.
Wer ist schon alles von der anderen Weltmacht annektiert worden? Aha...

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Lankoron 06.08.2017, 22:13
18. Alle Sanktionen haben

bis heute 0,null nichts gebracht, im Gegenteil, Putin ist viel gestärkter aus dem ganzen bisher hervorgegangen. Welche anderen Alternativen sehen denn all die Leute, die das Thema nicht mal ansprechen? So wie die US-Sanktionen gegen Kuba, die 50 Jahre nichts gebracht haben? Noch mehr Geld in der von Oligarchen beherrschten Ukraine versenken?

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equigen 06.08.2017, 22:17
19. Recht hat er

Mit unsere Sanktiönchen schaden wir unserer Wirtschaft. Putin wird deswegen seine territorialen Interessen zum Schutz der Aussengrenzen gegen die NATO und zum Zugang zum Mittelmeer niemals aufgeben.
Ein vernünftiges Verhältnis zu Russland wäre für die Sicherheit und den Erfolg Europas hingegen eminent wichtig.

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