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Linke in Berlin: Die Avocado-Genossen
imago/ snapshot

Hip, jung, urban: In Berlin zeigt sich, wie sich die Linke verändert. Doch was in der Hauptstadt funktioniert, sehen manche Genossen als Gefahr.

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Anna156464641156 23.08.2018, 10:01
1.

Ich versteh dieses Loblied auf Hipster nicht. Sich nur des eigenen Images (damit man besonders intentional und weltoffen wirkt) um Minderheiten zu kümmern bedeutet im Umkehrschluss das ja der Rest super läuft. Mit zwei Kindern eine große Wohnung in verkehrsberuhigter Lage in Berlin zu bezahlen. Kein Problem. Bafög gestrichen bekommen, weil man ein Semester drüber ist. Kein Problem. Marode Schulen und kaputte Klos. Kein Problem. Unendliche Wartezeiten bei jedem Amt besuch. Kein Problem. Ein Flughafen der niemals fertig wird und Unsummen verschlingt. Kein Problem. Schlechtes Internet. Kein Problem. Streikende S-Bahnen und marode Straßen. Kein Problem. Aber die Linken sind ja weltoffene Modernisten. BTW. Viertel in denen das urbane Leben blüht und sich das Milieu oftmals akademisch, links/linksgrün geprägt nennt, ist alles andere als Links. Das ist Kapitalismus in Reinkultur. Biotee Läden die es vorher dort nicht gab, können nur existieren weil sich dort Hipster reinsetzen und ihre Mate trinken. Diese nur auf Konsum ausgerichteten Geschäftsmodelle haben mit Links sein so wenig wie es nur irgendwie geht zu tun.

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syracusa 23.08.2018, 10:20
2. unwählbar für linke Demokraten

Zitat: "Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind das Wohlfühl-Label, um rüde Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren", sagte Fraktionschefin Sahra Wagenknecht.

Solange die Linke solche Positionen vertritt, solange sie Nationalismus verteidigt und den aggressiven Imperialismus des putinistischen Russland, solange sie das Unrecht des DDR-Faschismus nicht ganz grundlegend ablehnt, solange ist die Linke keine linke Partei, solange ist sie für linke Internationalisten und die linken Verteidiger einer offenen, freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft unwählbar.

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Mittelalter 23.08.2018, 10:30
3. Erinnern wir uns an Herrn Günther (MP SW)

Zitat von Anna156464641156
Ich versteh dieses Loblied auf Hipster nicht. Sich nur des eigenen Images (damit man besonders intentional und weltoffen wirkt) um Minderheiten zu kümmern bedeutet im Umkehrschluss das ja der Rest super läuft. Mit zwei Kindern eine große Wohnung in verkehrsberuhigter Lage in Berlin zu bezahlen. Kein Problem. Bafög gestrichen bekommen, weil man ein Semester......
Der hat die LINKE ja schon mal zur normalen Partei erklärt.
Und schwups - steht das auch auf SPON.

Bei dieser Einordnung wird dann dieses „Loblied“ wieder verständlich.

Warum sich noch mit der Herkunft des Parteivermögens der Linlen beschäftigen? Warum Hinterfagen, ob es inhaltliche Kontinuität zur SED gibt? Warum darüber reden, wie diese Partei mit ihrer Vergangenheit umgeht?
Es geht um die Macht und darum, diese gegen die AfD zu sichern. Da muss man dann schon mal flexibel sein.

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apopluto 23.08.2018, 10:30
4.

Schon Karl Marx soll davon gesprochen haben, dass Migration das Elendsprekariat erhöht. Ist der jetzt ein Rassist? Hier wird nix gegeneinander ausgespielt, hier werden Probleme angesprochen. Mir geht das langsam auf den Sack, dass Diskussionen damit abgewürgt werden, dass man wahlweise als Rassist oder Antisemit tituliert werden kann, nur weil eine andere Meinung vertreten wird. Bekommen wir Linken eine Gesinnungspolizei? Dass der Fanatismus innerhalb der Linken zunimmt, zeigte das schöne Beispiel mit der Mühlheimer Veranstaltung über Meinungsfreiheit, das von einem anderen Kreisverband kritisiert und gemaßregelt wurde. Dass mein Kommentar gegen solches Verhalten nicht veröffentlicht wurde, zeigt nur, mit welchen Methoden hier gearbeitet wird. Meine Nachfrage warum, wurde von ruhrbarone.de nicht beantwortet. Der kritisierende Kreisverband war sich für eine Antwort auch zu schade.
Siehe ruhrbarone.de - Linke protestieren gegen antiisraelische Veranstaltung der Linkspartei Mülheimvom - vom 23. April 2018.

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alsterherr 23.08.2018, 10:41
5.

Die übliche Frage an die Linke: Wie wollt ihr Euer Weltbild finanzieren? Bitte keine volkswirtschaftlich kurzsichtigen Floskeln wie "Umverteilung von oben nach unten" sondern konkrete Vorschläge, Danke!

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masc74 23.08.2018, 10:50
6. Denkfehler!

Im Artikel steht: "Sie präsentierten sich als Kämpfer gegen überteuerte Mieten und für den Schutz von Minderheiten, als weltoffene Modernisten. Das kommt an im Kiez. Offenbar selbst bei jenen, die mit dafür sorgen, dass alles teurer wird."

.... wo soll da der Widerspruch sein? Auch (gutverdienende) Zugezogene zahlen gerne wenig Miete. Insofern sind Konzepte wie die Mietpreisbremse kein geeignetes Instrument, um bestehende Milieus zu erhalten - aber das verstehen Linke und Sozialdemokraten nicht. Wenn es wenig Angebot und viel Nachfrage gibt, zieht natürlich derjenige den Kürzeren, der für den Vermieter das größere Risiko darstellt - und das ist unabhängig davon, wie hoch die Miete ist oder sein darf.
Ich arbeiten in München im Immobiliensektor - eine gewünschte soziale Mischung wird man nur dann herstellen können, wenn die öffentliche Hand das Ausfallrisiko, das von sozial schwachen Mietern ausgeht, übernimmt, zumindest bei denen, die als Interessenten für Wohnungen auftreten. Die derzeitigen Garantien sehen nämlich so aus, dass von der Stadt nur erklärt wird, man garantiert für die Miete in Höhe von xyz, mit dem wichtigen Zusatz: so lange ein Anspruch darauf besteht! Entstehen Kosten darüber hinaus oder fällt der Anspruch weg (und das muss nicht unbedingt ausbrechender Reichtum sein, es genügt z.B. wenn der Anspruchsberechtigte bestimmte Nachweise beim Amt nicht erbringt, weil er nicht will oder kann oder sich seine Lebensverhältnisse ändern), dann schaut der Vermieter in die Röhre, weil mangels Masse nix zu holen ist. Man kann sich also vorstellen, an wie viele sozial Schwächere mit potentiellem Ausfallrisiko ich in München vermiete.... und das würde sich auch nicht ändern, wenn die Miete nur 50% vom derzeitigen Niveau betrüge, Auswahl an Mietinteressenten habe ich ja trotzdem genug, bzw. der Druck auf den Wohnungsmarkt würde bei günstigeren Mieten sogar noch zunehmen mit der Folge, dass selbst unattraktivere Lagen nicht mehr von sozial Schwachen genutzt werden können.

Das selbe gilt für die tollen Ideen für die Verschärfung der Mietpreisbremse in Bezug auf Modernisierungen. Was mache ich in attraktiven Ballungszentren, wenn ich im laufenden Mietverhältnis Modernisierungen nicht mehr wie gehabt umlegen darf? Ich saniere bei Wohnungswechseln auf Teufel komm raus um von Anfang an eine möglichst hohe Ausgangsmiete zu erzielen und versuche eher noch, bestehende Mietverhältnisse für Sanierungen zu kündigen oder die Mieter rauszukaufen, weil sich eine Neuvermietung mit dann erlaubten höheren Mieten für hochwertigen Wohnraum erst recht rentiert. Diese ganzen Konzepte sind gut gemeint aber nicht durchdacht.

Die Grundidee krankt daran, dass versucht wird, günstigen Wohnraum für sozial Schwächere zu schaffen oder zu erhalten, ohne dass die öffentliche Hand selbst Geld in die Hand nimmt und investiert oder direkt die Kosten trägt, die Lasten öffentlicher Aufgaben sollen also vom privaten Sektor getragen werden.... und das wird nicht funktionieren, so lange die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt größer als das Angebot ist.

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cabeza_cuadrada 23.08.2018, 10:54
7. Ein Zusatz

Zitat von alsterherr
Die übliche Frage an die Linke: Wie wollt ihr Euer Weltbild finanzieren? Bitte keine volkswirtschaftlich kurzsichtigen Floskeln wie "Umverteilung von oben nach unten" sondern konkrete Vorschläge, Danke!
falls erlaubt. Ihr habt S.Wagenknecht für ihre Aussage "Wir können nicht alle aufnehmen" hart attackiert und eine Rücknahme dieser Aussage gefordert. Daraus schließe ich dass wir doch "alle aufnehmen können". Wie das gehen soll wäre für mich auch sehr interessant.

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djxm 23.08.2018, 10:55
8.

Sobald Wagenknecht und LaFo aus der Partei austreten, werde ich eintreten. Vielleicht ist die neue nationale Sammlungsbewegung ja dafür gut.

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MagicP 23.08.2018, 10:58
9. Linke/AfD

Die Führungspersonal der Linken hat sich kuschelig eingerichtet im Versorgungssystem unserer demokratischen Organe. Da wird man halt zunehmend unglaubwürdig für die, die sie zu vertreten meinen. Wer hat denn tagsüber Zeit, bei Avoacado-Brötchen und Biotee in Berliner Cafès rumzuhängen? "Wir stehen an der Seite der Benachteiligten" ist eine Leerformel, die man als wirklich Benachteiligter nicht mehr so recht glauben mag. Und so wandert ein Teil der Stammklientel zur AfD, die "sich für den kleinen Mann auf der Straße einsetzt". Spielt am Ende (für mich) aber keine Rolle - wechseln halt von einer Spinnerpartei zur nächsten...

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