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Linke in Berlin: Die Avocado-Genossen
imago/ snapshot

Hip, jung, urban: In Berlin zeigt sich, wie sich die Linke verändert. Doch was in der Hauptstadt funktioniert, sehen manche Genossen als Gefahr.

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cabeza_cuadrada 23.08.2018, 11:00
10. Ein Zusatz

falls erlaubt. Ihr habt S.Wagenknecht für ihre Aussage "Wir können nicht alle aufnehmen" hart attackiert und eine Rücknahme dieser Aussage gefordert. Daraus schließe ich dass wir doch "alle aufnehmen können". Wie das gehen soll wäre für mich auch sehr interessant.

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whitewisent 23.08.2018, 11:01
11.

Der Erfolg hat viele Eltern, und man möchte wohl gern in jeder Partei zu denen gehören, die als erfolgreich gelten. Das Problem für die Genannten (man kann wohl auch Pau und die beiden Wolfs dazuzählen), in der Bundespartei sind sie zwar eine laute Stimme, aber keine Wesentliche. So erfolgreich Liebich auch sein mag, er wird sowohl in der Fraktion wie auch im Wahlkreis von vielen Parteifreunden nicht so geliebt, wie scheinbar von den Wählern. Was dem Selbstverständnis einer Mitgliederpartei langfristig nicht gut tut. Seit Jahren ist der Wahlkreis zwar in der Hand der Linken (zuvor Müller), aber bei den Wahlen bekommt meist die SPD mehr Stimmen, liegt also auch viel an der Sympathie für den Kandidaten.

Und auch Sprüche wie "gab es hier früher nicht" lassen einen Einheimischen nur erschüttert zurück, der eigentlich stolz war, sowohl zu Ostberliner Zeiten als auch nach 1990 in einem der besseren Kieze zu wohnen. Was vieleicht das Problem ist, wenn ein Zugezogener meint, über "früher" sprechen zu können. Und damit 30 Jahre Erfolg bagatellisiert.

Es müssen sich alle entscheiden, was sie wollen. Meinungen wie Bendas gibt es, und sie werden beachtet. Nur ob die Bausenatorin unbedingt zu den "Un-Pragmatischen Protestierern" einer Stadt gehören sollte, wahrscheinlich nur, wenn auch sie lieber Fraktionssprecherin einer Oppositionspartei sein möchte. Man kann den Protest nicht etablieren, und nicht exportieren. Denn wer von Neukölln spricht, damit aber nur seinen Wahlkreis mit Mietskasernen meint, zeigt vieleicht nur das romantisierte Bild einer Schönebergerin, die einfach nen halben Großbezirk unbeachtet lässt, womit sich das miese Wahlergebnis dort erklärt. Und die fehlende Zukunft für sowas, außer man ist Entwicklungskader einer Kaderpartei.

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fnord 23.08.2018, 11:17
12. Salonlinke

Mit dem Blaumann fährt von denen eben keiner mehr morgens ins Werk ein. Ich bezweifle sogar, dass irgendwer aus dieser "Szene" überhaupt noch wen im Bekanntenkreis hat, der seinen Lebensunterhalt mit seiner Hände Arbeit verdient. Lifestyle Altruismus für Stadtmenschen. Eine auf Links gedrehte FDP. Für alle anderen weitestgehend ungeeignet.

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spiegelleser987 23.08.2018, 11:28
13.

Zitat von apopluto
Schon Karl Marx soll davon gesprochen haben, dass Migration das Elendsprekariat erhöht. Ist der jetzt ein Rassist? Hier wird nix gegeneinander ausgespielt, hier werden Probleme angesprochen. ...
Da gab es noch jemanden. Friedrich Engels sagte: "Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt, seine Nationalität zu vergessen, so ist das kein Ausfluss von Internationalismus, sondern dient nur dem Zweck, die Fremdherrschaft zu verewigen. "
Vor einigen Jahren (2015 oder 2016) hat ein ehemaliger Präsident von Südafrika in einem Interview des Focus gesagt, dass die Auswanderung aus (kriegsfreien) Staaten von Nordafrika zu mehr Armut dort führt.

Ich finde es auch etwas eigenartig, wenn immer wieder gesagt wird, dass wir auf mehr Zuwanderer angewiesen sind. Damit wären unsere Renten und die Wirtschaft sicher. Brauchen die in Afrika keine Renten und keine Wirtschaft? Schon 2007 erschein bei ARTE TV eine Sendung über die Analyse der weltweiten Auswanderungen. Das hat die Schere zwischen Arm und Reich in den Ländern verstärkt. Aus den anderen Ländern sind auch viele ausgewandert, haben in den anderen Ländern Medizin studiert und sind dort geblieben. In den Ländern, wo die herkamen, gib es viel zu wenig Ärzte.

Da finde ich das Prinzip aus DDR-Zeiten besser. Da durften welche aus afrikanischen und asiatischen Ländern herkommen, durften hier studieren und mussten danach zurück, damit sie in den Herkunftsländern Wirtschaft aufbauen und Armut abbauen. Andere, z.B. aus Vietnam, durften auch in die DDR lernten einen Beruf, arbeiteten einige Jahre zum Sammeln von Erfahrungen und mussten dann aus dem gleichen Grund zurück. Dann kamen die nächsten. Das diente nicht nur Ausbildung sondern auch der Beschaffung von fehlenden Arbeitskräfte. Es hat auch in den Herkunftsländern zum Aufbau von Wirtschaft geholfen.
Heute wird das alles andersrumgedreht. Da stellt man sich die Frage, wer dahinter steckt.

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kosaptes 23.08.2018, 11:36
14. :|

Die Linken hat die moralischen Kämpfe gewonnen und die materiellen Kämpfe verloren. Sie hat für ihre ursprüngliche Zielgruppe nichts erreichen können, aber das demonstrative herausstellen guter Absichten hat sie wählbar gemacht für Leute die sie nicht brauchen.
Sie vermittelt aber dem hiesigen Proletariat sehr deutlich das sie kein Interesse mehr an ihnen hat und das sie über "Wir schaffen das" auch in Zukunft die Absicht haben den Kampf um billigen Wohnraum und einträgliche Arbeit zu verschärfen.

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acitapple 23.08.2018, 11:38
15.

Zitat von cabeza_cuadrada
falls erlaubt. Ihr habt S.Wagenknecht für ihre Aussage "Wir können nicht alle aufnehmen" hart attackiert und eine Rücknahme dieser Aussage gefordert. Daraus schließe ich dass wir doch "alle aufnehmen können". Wie das gehen soll wäre für mich auch sehr interessant.
Diese Frage beinhaltet ein zu hohes Maß an Realität. Damit kommt man bei den Linken nicht weit. Kritische Journalisten hätten diese Frage bestimmt schon mal gestellt, aber darauf können wir lange warten.

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acitapple 23.08.2018, 11:42
16.

Die angeagten, wilden Arbeitslosen wurden also von den bürgerlichen Akademikern vertrieben. Gerade die Linken predigen doch permanent wie wichtig Vielfalt ist, wie erstrebenswert neue Gesichter sind. In Berlin kommen wohl die "Falschen" an. Gut verdienende Akademiker, die womöglich Geld in die regionalen Kassen spülen sind offenbar nicht erwünscht.

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GrafKrolock 23.08.2018, 11:56
17.

Zitat von fnord
Mit dem Blaumann fährt von denen eben keiner mehr morgens ins Werk ein. Ich bezweifle sogar, dass irgendwer aus dieser "Szene" überhaupt noch wen im Bekanntenkreis hat, der seinen Lebensunterhalt mit seiner Hände Arbeit verdient. Lifestyle Altruismus für Stadtmenschen. Eine auf Links gedrehte FDP. Für alle anderen weitestgehend ungeeignet.
Nun ja, wer fährt denn heute überhaupt noch in ein Werk ein? Industrie mit "Malochern" wird laufend weniger, die Menschen arbeiten zunehmend in der Dienstleistung, kaum jemand außerhalb traditioneller Industriereviere versteht sich heute noch als "Arbeiter". Auch das dürfte ein Grund sein, dass die Linkspartei in Süddeutschland keinen Fuß auf den Boden kriegt.
Es gibt durchaus Ähnlichkeiten in den Milleus, aber warum sind die Grünen in Freiburg vergleichsweise erfolgreich, die Linkspartei kaum existent? In Prenzlauer Berg mit ähnlicher Klientel sieht die Sache völlig anders aus. Meiner Meinung nach spielt die Tradition hier sehr wohl eine Rolle.

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muunoy 23.08.2018, 12:01
18. Das Grundproblem linker Parteien

Zitat von masc74
... Die Grundidee krankt daran, dass versucht wird, günstigen Wohnraum für sozial Schwächere zu schaffen oder zu erhalten, ohne dass die öffentliche Hand selbst Geld in die Hand nimmt und investiert oder direkt die Kosten trägt, die Lasten öffentlicher Aufgaben sollen also vom privaten Sektor getragen werden.... und das wird nicht funktionieren, so lange die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt größer als das Angebot ist.
Schöner Beitrag, den ich kürzen musste. Als Vermieter kann ich Ihrem Beitrag nur zustimmen. Hauptverantwortlich für die Immobilienpreisexplosion und damit dem Anstieg der Mietpreise ist der Staat. Insbes. linke Parteien (o. k., hier hauptsächlich SPD und Grüne) haben alles getan, um das Wohnen zu verteuern. Dies war in NRW einer der vielen Gründe für die Abwahl von Rot-Grün.
Sie sprechen aber ganz allg. das Grundproblem aller linken Parteien an: Nicht linke Parteien wollen Gutes tun. Sie wollen, dass andere hart arbeiten und mit dem Lohn ihrer Arbeit Gutes tun. Das wäre an sich noch legitim. Dummerweise sind linke Politiker völlig außerstande, sich in die Situation derjenigen hinein zu versetzen, die mit ihrer Hände Arbeit Gutes tun wollen. Nein, man sieht sie teilweise sogar als Feinde an und diffamiert sie. Das kann natürlich nicht funktionieren. Einfach ausgedrückt: Der Sozialismus scheitert immer dann, wenn einem das Geld der anderen Leute ausgeht. (M. Thatcher)

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charlie1111 23.08.2018, 12:01
19.

Zitat von cabeza_cuadrada
falls erlaubt. Ihr habt S.Wagenknecht für ihre Aussage "Wir können nicht alle aufnehmen" hart attackiert und eine Rücknahme dieser Aussage gefordert. Daraus schließe ich dass wir doch "alle aufnehmen können". Wie das gehen soll wäre für mich auch sehr interessant.
"Alle" von was? Wollen überhaupt alle von was auch immer aufgenommen werden. Wieviele sind "Alle" von was auch immer.
Aber Hauptsache erstmal irgendwelche populistischen Aussagen tätigen, wird schon irgendwo ankommen.

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