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Linke Sammlungsbewegung: Aufstehen? Oder sitzen bleiben?
DPA

Gerechte Löhne, bezahlbare Mieten, Kindheit ohne Armut: Diese Forderungen der linken Sammlungsbewegung sind selbstverständlich, und nicht radikal. Die Deutschen können jetzt zeigen, was ihnen wichtig ist.

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mostly_harmless 15.08.2018, 12:23
300.

Zitat von fördeanwohner
[...] Natürlich waren Reformen ntowendig, Deutschland ging es bekanntlich 1998 nicht so gut, wie es uns heute geht. Dabei wurden Fehler gemacht. [...]
Das Ende der 90er Reformen notwendig waren ist überhaupt nicht strittig. Strittig ist, ob diese Reformen zu 100% zu Lasten der Arbeitnehmer gehen mussten und zu 100% von Arbeitnehmern bezahlt werden mussten. In der Antwort auf genau diese Frage liegt der Unterschied zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Agenda2010.

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fördeanwohner 15.08.2018, 12:31
301. -

Zitat von andreas13053
eigentlich pure Verzweiflung ? Nirgendwo habe ich etwas von "ganz doll schlimmen Zuständen" geschrieben. Nun mag ja dem langjährigen Sozialdemokraten der eigene Tellerrand und der ausschließliche Rückblick auf 150 Jahre Tradition reichen. Dann erkennt man selbstverständlich nicht, inzwischen massiv auf Kosten anderer zu leben und ein Modell ohne Zukunft zu verteidigen. Betreiben Sie bitte keine Geschichtsklitterung, auch die Sozialdemokraten, nicht nur die FDP, haben sich jahrelang dem Mindestlohn, mit teilweise abstrusen "Argumenten", verweigert, als er längst auf der Tagesordnung stand und ihn einige Industrieländer auch bereits eingeführt hatten. Also bitte, etwas unverfälschter. Selbst, wenn es unangenehm ist.
Ich hätte gern die Quelle dazu, dass die SPD (also die Partei, nicht einzelne Politiker) gegen einen Mindestlohn war.
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Wer radikale Forderung wie diese Bewegung fordert, sagt doch wohl nichts anderes, als dass die Zustände hierzulande schlimm sind. Sonst bräuchte man wohl kaum SOLCHE Forderungen zu stellen. Das wäre unlogisch.
Verzweifelt bin ich nicht. Wie kommen Sie darauf? Ich habe eine Alternative zur SPD, allerdings ohne das Wort "Alternative".
Mir ist auch nicht klar, wer eigentlich diese Sammlungsbewegung unterstützen soll aus Sicht der Initiatoren. Das Problem ist doch die zu ideologisch-gefärbte Wahrnehmung, die Überdramatisierung der Zustände und die angebotenen Lösungsansätze, die kaum einer will, weil sie einfach zu unrealistisch sind und gleichzeitig auch wieder andere Ungerechtigkeiten beinhalten.

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Rosbaud 15.08.2018, 12:44
302.

Zitat von wauz
Wer selber denkt, kreist um sich selbst? Führerprinzip? Hallo? Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine stehen und standen innerhalb der Linken alle Diskussionsmöglichkeiten offen. Aber sie haben es vorgezogen, die Partei in den Medien "vorzuführen". Anderen standen diese Möglichkeiten NICHT offen. Nicht innerhalb der Linken. Es ist nicht nur eine "fehlende Außenwirkung", es sind unerträglich Zustände innerhalb der Partei, die zu "Querelen" statt Diskussionen führen. In Bayern steht gerade die Teilnahme der Linken an den Landtagswahlen auf der Kippe - es gibt begründete Anfechtungen des Wahlaufstellungsprozesses. [...]
Ich bin kein Mitglied der Linkspartei. Ich weiß nicht, ob Ihre Schilderungen repräsentativ sind und inwieweit es in anderen Parteien ähnlich zugeht, jedenfalls haben mich die von Ihnen geschilderten Zustände, die ich so ähnlich bisher immer nur vermutet habe, davon abgehalten, in eine Partei einzutreten. Wahrscheinlich ein Fehler, aber dieses innerparteiliche Gezänk und die Intrigen schrecken mich ab.

Was die Sammlungsbewegung betrifft, kann sie der Linkspartei nur guttun. Es werden hoffentlich in der breiten Öffentlichkeit wieder linke Politikansätze diskutiert. Das könnte auch in der Partei zu einer Befriedung beitragen, weil der Anpassungsdruck an den neoliberalen Mainstream nicht mehr so groß ist, dem ja die einen mehr, die anderen weniger nachgeben wollen.

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fördeanwohner 15.08.2018, 12:51
303. -

Zitat von mostly_harmless
Das Ende der 90er Reformen notwendig waren ist überhaupt nicht strittig. Strittig ist, ob diese Reformen zu 100% zu Lasten der Arbeitnehmer gehen mussten und zu 100% von Arbeitnehmern bezahlt werden mussten. In der Antwort auf genau diese Frage liegt der Unterschied zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Agenda2010.
Das Problem ist die auch von Ihnen dargestellt schwarz-weiße Denke. Man kann die Reformen insgesamt richtig finden, aber gleichzeitig fordern, dass sie nachgebessert werden. Dann wäre man Befürworter, aber lehnt es ab, dass nur die Arbeitnehmer belastet werden. Ihre Einteilung stimmt also nicht.

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