Forum: Politik
Linke Sammlungsbewegung: Aufstehen? Oder sitzen bleiben?
DPA

Gerechte Löhne, bezahlbare Mieten, Kindheit ohne Armut: Diese Forderungen der linken Sammlungsbewegung sind selbstverständlich, und nicht radikal. Die Deutschen können jetzt zeigen, was ihnen wichtig ist.

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Watschn 13.08.2018, 17:18
60. Kulturpessimistisch, aber nicht schlecht, Herr Augstein...

M.E. trifft vieles von Augstein Geäussertes über die heutige SPD leider zu. Zu bräsig, zu, kraftlos, zu unbeweglich, zu erneuerungsschwach, zu orientierungslos, zu aufgegeben, zu verloren...
Aber trotzdem sollte die SPD sich nicht aufgeben.

Eine ehem. stolze soziale ARBEITERpartei, welche den 1. WK, Spartakusbund, Weimar, den Nazionalsozialismus u. den 2. WK überlebte, ....wird wohl auch die in die falsche Richtung, in die Irre geführten, teils falschen Hartz-Reformen, endlich nachhaltig korrigieren können. 'Gimme a break!' (Mach mal Pause..), hätte ein weltbekannter New Yorker gesagt ;)

Warum nicht eine strateg. Zusammenarbeit der SPD mit der linken Sammlungsbewegung?
Der allg. grundwegs positive Amerikaner würde dazu sagen: 'If can't beat them, ...join them' ! (Wenn du nicht gegen sie ankommst, trete ihnen bei..!)

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großwolke 13.08.2018, 17:19
61. Diffuse Kampfbegriffe

"Gerechte Löhne", "bezahlbare Mieten", das klingt alles so schön, aber was heißt es denn, ganz konkret? Wollen wir die Durchschnittsmiete an den Durchschnittseinkommen messen? Und misst man das dann bundesweit oder regional? Und wann ist ein Lohn "gerecht"? Sobald er so hoch ist, dass Industrien abwandern? Wer erfolgreich linke Ziele verfolgen will, der müsste einfach nur die Arbeitsmarktpolitik etwas ausmisten: Kündigungsschutz abbauen, dafür klare Regeln gegen den Missbrauch von Mini-Jobs einführen. Der Mindestlohn an sich ist einer akzeptablen Höhe, solange er bundesweit gelten soll.

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deppjones 13.08.2018, 17:20
62. Wieso wird sie SPD eigentlich immer mit den Abgehängten in Verbindung

Wieso wird sie SPD eigentlich immer mit den finanziell Abgehängten in Verbindung gebracht? Ist sie SPD nicht ursprünglich mal die Arbeiterpartei gewesen? Warum hat sie sich nicht um die Angestellten gekümmert, nachdem es immer weniger klassische Arbeiter gab? Ich bin mir sicher, dass auch Ingenieure mit geschätzt 70T bis 100T Euro oder mehr, kein Problem damit gehabt hätten, die SPD zu wählen, wenn sie sich um die Belange der Arbeitnehmer gekümmert hätte. Stattdessen gibt es für die SPD nur ihre eigenen Posten und als Wahlvolk wird sich mit "Die Linke" um die Hartz4-Empfänger gestritten und die Angestellten werden sich selbst überlassen. Daher ist es kein Wunder, dass sich diese Wählerschicht anderern politischen Parteien zuwendet. Die haben durchaus berechtigte Angst, dass der Abstieg kommen könnte.

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nordweiler 13.08.2018, 17:25
63. Signal aus dem Willy-Brandt-Haus ?

So schlau sich Augsteins Äußerungen über die bisherige Rolle der SPD auch anhören mögen : Wenn er die SPD und die immer noch vielen "Linken" dort von vornherein mit Seeheimern und Scholz über einen Kamm schert, zerstört er die Chancen der "Aufsteher" entscheidend.

Nach einer geplatzten GroKo (Seehofer kann dies täglich provozieren) muss sich die SPD darauf einstellen, die sozialen Fragen in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die Interessen von Leiharbeitsfirmen Mindestlohnverweigerern. Dies hat Nils Heisterhagen, Grundsatzreferent bei der SPD, erkannt und in seinem Buch „Die liberale Illusion. Warum wir einen linken Realismus brauchen“. eingehend begründet.
Seine Abkehr von der verhängnisvollen neoliberalen Erfüllungspolitik ist ein Signal aus dem Willy-BrandthHaus, dass manche Sozialdemokraten beim linken Aufstehen nicht im marktradikalen Abseits sitzen bleiben möchten.

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brasshead 13.08.2018, 17:26
64.

Zitat von Paul-Merlin
Die Vergangenheit, siehe Gas-Gerds-Zeiten hat leider gezeigt, dass in der Realität dann das Gegenteil dessen erfolgt was auf den Wahlplakaten versprochen wurde. Statt mehr soziale Gerechtigkeit wurde unter Rot/Grün eine beispiellose Umverteilungspolitik von unten nach oben angeschoben, die u. a. zu ungerechteren Löhnen, steigenden Mieten und Rekorden bei der Kinderarmut geführt hat.
Die Umverteilungspolitik von Rot/Grün unter Schröder ist für Sie also DAS Argument gegen die Glaubwürdigkeit einer linken Bewegung unter Wagenknecht?

Zitat von Paul-Merlin
Hmn, diese Forderung wird auch die AfD ohne Zögern unterschreiben. Eine "linke Sammlungsbewegung" brauchen wir dazu in Deutschland nicht.
Aus der Annahme, dass die AfD soziale Forderungen auch unterschreiben würde folgern Sie, dass "wir" keine linke Sammlungsbewegung brauchen?

Zitat von Paul-Merlin
Schöne Forderungen, die darauf abzielen soziale Ungerechtigkeiten zu beseitigen, nach Möglichkeit weltweit, lassen sich schnell aufstellen. Die Umsetzung ist das Problem, weil dann zwangsläufig gesellschaftlich umverteilt werden muss.
Weil eine Verwirklichung sozialer Forderungen eine Rückverteilung der Schröderschen Umverteilung bedeuten würde, sind diese Forderungen für Sie also nicht umsetzbar?

Zitat von Paul-Merlin
Einer vorgeblich links ausgerichteten Regierung traue ich dies schlichtweg nicht zu.
Sie sagen "vorgeblich" links ausgerichtet, ab wann ist Ihrer Meinung nach eine linke Ausrichtung "authentisch"? Auf Basis welcher Gegebenheiten sprechen Sie der Sammlungsbewegung diese Authentizität ab? Achja, haben Sie ja schon gesagt: die Politik von SPD/Grüne...

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ex_berliner 13.08.2018, 17:32
65.

Zitat von Leser161
Hätte wäre wollte. Zwingt denn jemand die SPD mit der CDU zu koalieren? Man könnte ja auch mit den Linken. Gut da müsste man sich bzgl. anderer Themen einigen, aber könnte man endlich wieder linke Politik machen, wenn man denn wollte. Wollte man aber wohl nicht mehr seit Schröder. Sorry: Bevor die SPD wieder mein Kreuzchen kriegt muss sie erstmal derbe in Vorleistung treten. Hätte wäre wollte - da krieg ich nichts für.
Koennte man, wenn der Waehler das denn wollte. SPD, Linke und Gruene sind bei der letzten Bundestagswahl zusammen auf weniger als 40% gekommen. Und die Union war die staerkste Partei womit der Waehler ihr die Regierungsbildung anvertraut hat. Wie soll die SPD unter diesen Umstaenden denn bitte eine linke Koalition schmieden?

Es ist ja nicht so, dass die SPD sich der Zusammenarbeit mit der Linken verschliesst. Die beiden Parteien koalierten und koalieren auf Landesebene bereits seit den spaeten 90'ern.

Man kann darueber debattieren, ob die SPD sich nach der letzten Bundestagswahl der Verantwortung haette entziehen und damit letztlich Neuwahlen forcieren sollen. Aber der SPD vorzuwerfen, dass die GroKo ihr Verschulden ist, da sie sich vor der Zusammenarbeit mit der Linken weigert, ist einfach nur Unfug.

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Listkaefer 13.08.2018, 17:32
66. Ich kann all denen, die von der SPD ...

... nichts halten, nur raten, sich nicht weiter aufzuregen, sondern dann einfach die Partei zu wählen, die sie für besser halten, wenn es die denn gibt! Die Partei die Linke? Die gibt es nun schon seit ein paar Jahrzehnten mit einer Wählerzustimmung so um die 10 % bundesweit. 90 % wollen was anderes als raus aus der Nato, weg vom Euro, weniger EU-Integration. Das verstehen die Betonlinken um Wagenknecht nie, dass sie quer zur überwältigenden Mehrheitsmeinung liegen! Diese Linken betreiben Empörungspolitik ausschliesslich in Talkshows, Pressekonferenzen und auf Parteitagen unter sich. Hat das was geändert im Land? Nein! So, und die SPD macht Realpolitik: Mindestlohn, paritätischer Krankenkassenbeitrag, Abschaffung der grundlos befristeten Arbeitsverträge, ... das ist allemal besser, als es die Rezepte Salonlinker, wie Augstein, oder linksintellektueller Akademiker-Avantgardisten, wie Wagenknecht, sind. Die SPD ist die einzige gestaltende Kraft im linken Lager. Und ausgerechnet die erklären Wagenknecht und ihre Freunde zu ihrem Lieblingsfeind. Unlogischer geht es nicht. Dieser Wagenknecht-Fanclub wird eine Sekte bleiben - laut, radikal und wirkungslos.

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egoneiermann 13.08.2018, 17:32
67.

Nein, auch der Wahlkampfauftitt von Herrn Augstein überzeugt nicht. Natürlich gäbe es linke Themen, die man vereint wieder in die Diskussion bringen könnte. Aber dann nicht gerade mit Frau Wagenknecht, der internationale Solidarität fremd zu sein scheint. Aber das war bei den dogmatischen Linken schon immer so. man feierte sich zwar als Internationalist weil Marx das gesagt hat, aber wie der ehemalige Ostblock zeigt, war man darunter ein viel größerer Nationalist als die Konservativen im Westen. Und wenn man es genau betrachtet war auch der Imperialismus der UdSSR nichts anderes als das Fortführen des alten russischer Nationalismus.
Also bitte eine linke Bewegung für mehr Solidarität (weltweit), dann wären auch Menschen außerhalb des PDS-Dunstkreises dabei.

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Schreck 13.08.2018, 17:35
68. heute so, morgen so

Bin mal gespannt, ob der herr augstein immer noch so positiv gestimmt bleibt bzgl. aufstehen,...

Augstein: Ist die ursprüngliche linke Forderung nach offenen Grenzen ein Zeichen der internationalen Solidarität - oder führt Migration im Neoliberalismus zu Lohndrückerei und Auszehrung der Herkunftsländer?

... wenn das ergebnis ist, mehr abschottung und eine drastische reduzierung der migration.
aber solange das alles so läuft, wie er sich das vorstellt, ist alles in butter.
wird es aber nicht.
denn die einzige existenzberechtigung, die solche eine neue bewegung und die vielleicht daraus entstehende "neue" partei haben kann,
ist, wenn sie den druck neoliberaler tendenzen als ursache einer gewissen "schwäche" einiger industriestaaten ansieht.
Und die brauchen halt offene grenzen.

Dann kommt herr augstein bestimmt wieder um die ecke und erzählt was von verrat.

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mensch-01 13.08.2018, 17:37
69. nur so ein Gedanke

Die SPD hatte mehrfach die Gelegenheit sich als Sammlungsbewegung zu profilieren. Wir erinnern uns März 2017 (Zustimmung zum Konzept soziale Gerechtigkeit: SPD-Mitglieder-100%; Bevölkerung 37%!) Chance vertan. Die stärkste Oppositions-Fraktion zu sein und mit dem Druck auf die Regierung sich zu profilieren. Chance vertan. Das Angebot der Linken nach den Wahlen frei vom Koalitionsvertrag die Mehrheiten zu nutzen und Gesetze auf den Weg zu bringen, welche für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen. Chance vertan. Genossen Ihr hattet es oft in der Hand und habt ein um das andere Mal versagt. Und nach der Aufnahme von Kevin Kühnert in den Kreis der "Illuminaten" "..Kevin es geht um Macht und Posten nicht um die Interessen der von uns verar… Bürger…" hat die SPD ihre Chance auf Erneuerung und damit den Anspruch führende Kraft der Linken zu sein verspielt. Man kann über die Initiatoren (nicht Anführer!!!) dieser Bewegung geteilter Meinung sein aber Inhalte abzulehnen nur weil Diese von der angeblich falschen Seite kommen, spricht nicht gerade von Vernunft.

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