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Linke Volkspartei: Trittin kritisiert Wagenknechts Sammlungsbewegung
DPA

Sahra Wagenknecht trommelt für eine neue linke Volkspartei. Auch die Grünen würde sie dafür gerne gewinnen. Jürgen Trittin winkt im SPIEGEL ab.

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wallot10 21.01.2018, 23:09
100.

Zitat von gesellschaft
Er liefert die Argumente warum eine stetig zunehmende Bevölkerung, insbesondere nach der brutalen SPD Agenda und deren Folgen (Grüne stimmten zu) ohne Interessenvertreter sind. Insofern hat Wagenknecht-- Recht--leider werden die Linke von Medien stets negativ bewertet, besser selber prüfen. Wir brauchen eine soziale-solidarische für Gerechtigkeit kämpfende Oppositionspartei. SPD-Spitze ist dazu weder fähig noch willens.
Ich bezweifle, dass die Agenda 2010 das alleinige Übel ist. Die SPD hat bereits 2002 2,4 Prozentpunkte verloren. Wäre 2002 nicht das Elbhochwasser gekommen, wäre die SPD vielleicht bereits 2002 (vor der Agenda 2010) auf dem Niveau von 2005 (nach der Agenda 2010) gewesen. Selbst 2005 war die SPD besser als 1990. 1994 nur ein Stück schlechter als 2005. Es ist unfair, die SPD immer mit 1998 zu vergleichen. Das war ein abnormales Ergebnis. Nach 2005 ist die SPD eingebrochen, das stimmt. Das lag aber mehr am entstehen der Linkspartei und an Merkels Kanzlerbonus. Hätte Lafontaine nicht mitgeholfen die Linkspartei stark zu machen, hätten die meisten Linksparteiwähler zwar gemurrt, aber weiterhin SPD gewählt. Von 2005 bis 2009 hat die SPD, ganz Arbeiterpartei, im Maschinenraum malocht und die CDU, ganz identitätsloser Kanzlerwahlverein, vom Sonnendeck gegrüßt. Seitdem schwebt Merkel mit Kanzlerbonus von einer Wahl zur anderen. Deshalb hielt ich es auch für eine ganz schlecht Idee, als Oppermann vor ein paar Monaten vorgeschlagen hat, dass die SPD unter einem neuen CDU-Kanzler für eine große Koalition wäre. Dann würde es gerade wieder von vorne losgehen
und der nächste CDU-Kanzler würde mit Amtsbonus von Wahl zu Wahl springen. Wenn es nur an der Agenda 2010 gelegen haben soll, warum schneiden dann die Sozialisten in Frankreich so schlecht ab? Die haben überhaupt keine Wirtschaftsreformen gemacht und schneiden noch schlechter als die SPD ab. Nach dieser Anti-Agenda-These müssten die Sozialisten doch extrem gut abschneiden. Von 2013 bis 2017 hat die SPD eine große Sozialpolitik (Mindestlohn und Rente mit 63) gemacht. Sie wurden aber nicht stärker, sondern noch schlechter. Die SPD leidet vielmehr unter einem neoliberalen Weltzeitgeist. Als die Grünen 2013 Reiche höher besteuern wollten, gab es eine krachende Niederlage. Wenn ein Hartz 4-Empfänger zu unrecht Hartz 4 kassiert, kocht die Volksseele. Wenn ein Millionär Steuern hinterzieht, nimmt man das einfach hin. Die Franzosen haben einen Investmentbanker, der zweifelsfrei eine extrem gute Politik macht, gewählt, damit er die wirtschaftlichen Probleme löst. Die Ärmsten in den USA haben bei der Präsidentschaftswahl einen Mann zum Präsidenten gewählt, der ihnen versprochen hat, dass er ihnen die Krankenversicherung streicht. In solchen Zeiten hat es eine Sozialdemokratische Partei einfach schwer - und das weltweit.

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wallot10 22.01.2018, 17:57
101. Anmerkung zu 101

das Wort "identitätslos" nehme ich zurück (war vielleicht doch zu spät..). Gerade weil ich mich zu 100% mit der Bundeskanzlerin identifizieren kann. Dazu will ich auch nicht kritisieren, wenn sich alle aufregen, wenn jemand zu unrecht Hartz 4 kassiert. Es dürfte schon seinen Grund haben, wenn jemand keinen Anspruch auf Grundsicherung hat (diese müssen schließlich auch die restlichen Menschen bezahlen). Das die Agenda 2010 und die Große Koalition nicht das alleinige Problem der SPD sind, dabei bleibe ich. Die SPD leidet vielmehr unter einer hervorragenden Bundeskanzlerin und einer (seit 2005) erstarkten Linkspartei.

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