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Linke vor Landtagswahlen: Endspiel für Ernst und Lötzsch

Frust über die eigene politische Nebenrolle, ständiger Richtungsstreit und eine neue Mauerdebatte machen den Genossen das Leben schwer - die Linke hatte schon bessere Zeiten. Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin entscheiden auch über die Zukunft der*Parteispitze.

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spiegel-hai 16.08.2011, 10:58
1. Mißtrauen

Zitat von sysop
Frust über die eigene politische Nebenrolle, ständiger Richtungsstreit und eine neue Mauerdebatte machen den Genossen das Leben schwer - die Linke hatte schon bessere Zeiten. Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin entscheiden auch über die Zukunft der*Parteispitze.
Hinweg mit den beiden, müßte es wohl heißen. Wenn man denn wüßte, wer sie ersetzen soll. Das größte Problem der LINKEn ist, wie mir scheint, das gegenseitige Mißtrauen, das Genossen, die sehr wohl in der Lage zur Parteiführung wären, daran hindert, das Vakuum zu füllen, das Lötzsch und Ernst auf so erstaunliche Weise erzeugen.

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UdoL 16.08.2011, 11:06
2. ...

Zitat von Artikel
Schon im Vorfeld hatten mehrere Genossen den Bau der Mauer in einem Positionspapier als "alternativlos" bezeichnet.

Muss meine Schadenfreude darüber eingestehen, dass auch die Genossen mal einen mit der P.C.-Keule kriegen. Denn - ganz sicher war die Abgrenzung aus Sicht der damaligen DDR-Führung alternativlos, nur wird diese Einsicht natürlich gleich als Zustimmung missverstanden. Geschieht denen recht, wo sie doch sonst auch so gern mit der bewussten Keule arbeiten.

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Cassandra105 16.08.2011, 11:21
3. Ernst und Lötzsch sind doch egal

Wenn Deutschland hinsichtlich seiner Politik nicht in Richtung der Vernunft geht und dort stehn nunmal die Forderungen der Linken, dann haben WIR ein Endspiel.

Das Kapital muss merklich entmachtet werden, der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, alles andere ist schon immer gescheitert, völlig egal wie man es nannte.
Auch die Mechanismen in der SU und in China waren/sind nicht anders, die haben mit Sozialismus nichts zu tun, sondern sind knallhart kapitalistisch gewesen. Ausbeuten der Masse eben.

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gaga007 16.08.2011, 11:23
4. Ewig Gestriege ...

Die Wahlergebnisse der Linkspartei der letzten Wahlen verdeutlichen, dass die Menschen erkannt haben, welche rückwärtsgewandten Ziele diese Partei verfolgt - nur in MV nicht.

Offenbar gibt es immer noch verblendete Wähler, die eine Neuauflage der ehemaligen DDR anstreben - sollen sie ruhig dem Gestern nachtrauern.
Die Linkspartei und ihre Gefolgschaft gehören vom Verfassungsschutz beobachtet und von den demokratischen Kräften bekämpft.

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Cassandra105 16.08.2011, 11:23
5.

Zitat von spiegel-hai
Hinweg mit den beiden, müßte es wohl heißen. Wenn man denn wüßte, wer sie ersetzen soll. Das größte Problem der LINKEn ist, wie mir scheint, das gegenseitige Mißtrauen, das Genossen, die sehr wohl in der Lage zur Parteiführung wären, daran hindert, das Vakuum zu füllen, das Lötzsch und Ernst auf so erstaunliche Weise erzeugen.
Das in der Partei gestritten wird, macht sie ja gerade gesund.

Was hilft Einigkeit in einer Partei, wenn diese Einigkeit bedeutet, gemeinsam am Strick um den Hals des Bürgers zu ziehen? (frei nach Pispers)

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panzerknacker51 16.08.2011, 11:32
6. Historisch-politische Denke

Was ist daran verwerflich, den Mauerbau als alternativlos zu bezeichnen. In der damaligen Situation - massive Abwanderung von Fachkräften in den Westen - blieb den DDR-Oberen doch gar nichts anderes übrig. Eine solche Erkenntnis sollte jedem einigermaßen politisch denkenden Menschen möglich sein. Der hiermit einhergehende Vorwurf einer Zustimmung, vielleicht sogar noch zum damaligen Regime, geht doch völlig fehl.
Man kann im Umkehrschluß auch bestimmte Entscheidungen einer Regierung scharf kritisieren; das heißt aber noch lange nicht, daß man die ganze Regierung oder das ganze System in Frage stellt. So ging es mir zB bei der Zustimmung des Bundestages zum Einsatz in Afghanistan.

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Brand-Redner 16.08.2011, 11:37
7. Den Ball flacher halten!

Zitat von UdoL
Muss meine Schadenfreude darüber eingestehen, dass auch die Genossen mal einen mit der P.C.-Keule kriegen. Denn - ganz sicher war die Abgrenzung alternativlos, nur wird diese Einsicht natürlich gleich als Zustimmung missverstanden.
Das kann man so sagen, und ähnlich verhält es sich mit dem Aufreger: "Der Mauerbau war eine Folge des Zweiten Weltkrieges." Zwar ist das nicht grundsätzlich falsch, denn eine unübersehbare Kausallinie führt nun mal vom Krieg zur Teilung, aber eben nur eine: Zweifellos begann die mit Marshall-Plan, Bi-und-Trizone, Währungsreform (1948) und Gründung der Bundesrepublik (September 1949) im Westen und Ostberlin musste darauf irgendwie reagieren (DDR-Gründung v. Oktover 1949). Ob das allerdings 12 Jahre später zu einem Mauerbau führen musste, oder ob es andere Möglichkeiten gegeben hätte, das Flüchtlingsproblem zu lösen, ob insbesondere die gebaute Mauer gleich 28 jahre stehen musste, ob sie nicht wenigstens hätte durchlässiger sein können - all das sind Fragen, welche die Historiker noch lang und mühevoll unersuchen müssen.

Fest steht nur: Ein simples, vorschnelles JA auf diese Fragen wäre genauso aberwitzig wie ein stupendes NEIN ohne belastbare Argumente.

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Tommi16 16.08.2011, 11:37
8.

Zitat von Cassandra105
Wenn Deutschland hinsichtlich seiner Politik nicht in Richtung der Vernunft geht und dort stehn nunmal die Forderungen der Linken, dann haben WIR ein Endspiel. Das Kapital muss merklich entmachtet werden, der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, alles andere ist schon immer gescheitert, völlig egal wie man es nannte. Auch die Mechanismen in der SU und in China waren/sind nicht anders, die haben mit Sozialismus nichts zu tun, sondern sind knallhart kapitalistisch gewesen. Ausbeuten der Masse eben.
Vielleicht soll mit solchen "Artikeln" nur die bevorstehende, auf dem Text Schirrmachers basierende, grundsätzliche gesellschaftliche Debatte, schon mal gelenkt werden.
Basis der, meiner Ansicht unausweichlichen, Diskussion ist für mich der Text:
Wir wollen die Grundrechte und Ansprüche verwirklichen, die das Grundgesetz formuliert: Menschenwürde, freie Entfaltung der Persönlichkeit, Gleichberechtigung aller Menschen, freie Wahl von Beruf und Arbeitsplatz, Unverletzlichkeit der Wohnung, Meinungs-, Bekenntnis- und Vereinigungsfreiheit, Brief- und Telekommunikationsgeheimnis, Asylrecht für politisch Verfolgte. Eigentum verpflichtet und soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung in Gemeineigentum überführt werden. Die Bundesrepublik Deutschland soll ein demokratischer und sozialer Rechtsstaat sein. Er hat die Aufgabe, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Alle Staatsgewalt soll vom Volke ausgehen und in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt werden. Vorbereitung oder Führung eines Angriffskrieges sind unter Strafe zu stellen.

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robrien 16.08.2011, 11:40
9. na ja

Zitat von panzerknacker51
Der hiermit einhergehende Vorwurf einer Zustimmung, vielleicht sogar noch zum damaligen Regime, geht doch völlig fehl.
und wie sehen sie das damit verbundene Sitzenbleiben
beim Gedenken an die Maueropfer?

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