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Linken-Parteitag in Leipzig : Im Zwist vereint
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Die Linke wollte in Leipzig vieles klären, doch das Misstrauen gegen die Führung bleibt groß: Parteichefin Katja Kipping muss einen herben Rückschlag einstecken, Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht ist zunehmend isoliert.

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wynkendewild 09.06.2018, 22:13
10. Kapitalmärkte

Zitat von hardy_knorrig
Knappe 65% sind, nach der maßlosen Hetzkampagne gegen Frau Kipping, aller Ehren wert. Nachdem Wagenknecht versucht hatte, über die Berliner Zeitung in die Partei einzuwirken, hauptsächlich gegen Kipping, erschien mir Katja Kipping politisch mausetot. Ein halbes Jahr später wird sie wieder gewählt. Es zeigt sich, das Arbeit in der PDL noch gewürdigt wird. Kipping hat mit ihrer integrierenden Arbeit, eine heterogene und doch funktionsfähige Linkspartei, überhaupt erst konkretisiert. Frau Wagenknecht hingegen sitzt in Talkshows und verbreitet als progressives Konzept, national definierte ordoliberale Wirtschaftpolitik. Die großen Wahlerfolge unter Wagenknecht als "Galionsfigur", hat man ja 2017 gesehen. Auch ihre Strategie in der Flüchtlingsfrage ist gescheitert. Dank Wagenknecht ist es ausgerechnet den Grünen gelungen, als Antipode der AfD profiliert zu sein. So vernünftig der Parteitag auch gewählt haben mag, so schade ist es für deutsche Politik. Denn Kipping ist als Übermutter der PDL eigentlich verschwendet, weil die LINKE einfach kein Selbstzweck ist. Bevor sie sich der Partei wegen zurück genommen hat, brachte Kipping viele interessante Impulse in die Debatte ein.... emanzipatorische Linke, Grundeinkommen... das fehlt heute nicht nur der PDL, sondern der deutschen Gesamtdebatte. Vielleicht traut sie sich das ja wieder etwas mehr. Schön wärs.
Nur vertritt die Linke nicht die Interessen der deutschen Wählerschaft, was ja auch als Widerspruch in sich gewertet werden darf. Wer eine unbegrenzte Zuwanderung fordert hat klar formuliert, wohin die Gelder fließen sollen. Diese Linke hat sich als Steigbügelhalter des Kapitals erwiesen.

MfG:
wynkendewild

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wynkendewild 09.06.2018, 22:18
11. Klientel

Zitat von kirschlorber
Frau Kipping wird die Partei vor die Wand fahren. Sie steuert den selben Kurs wie die Genossen der SPD. Nichts Greifbares, Herumfeilen an Formulierungen, die Welt retten. Dabei könnte es so einfach sein. Der Normalo-Arbeitnehmer durstet förmlich nach einer Stimme. Er wurde in den letzten Jahren schlichtweg vergessen von allen Parteien. Erst von SPD rasiert mit Rentenkürzungen und Zweiklassenmedizin, dann für unwichtig erklärt. 40 Mio Wählerstimmen. Es interessiert keine S. Hauptsache Anbiedern bei SPD. Dabei könnte ja der eine oder andere Posten rausspringen. Es ist zum Heulen.
Die Linke vertritt eine ganz klar antideutsche Haltung, eben weil sie sich für die Überwindung der Nationalstaaten einsetzt. Warum sollte man da auf den Arbeitnehmer Rücksicht nehmen wollen?

Die Linke vertitt nicht die Arbeitnehmerschaft in Deutschland. Das hat sie nie und wird sie auch nicht. Weil es nicht ihr Klientel ist.

MfG:
wynkendewild

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peterpahn 09.06.2018, 22:24
12. Das heute erneueuerte Bekenntnis zu offenen Grenzen ist ...

Das heute erneueuerte Bekenntnis zu offenen Grenzen ist völlig fasch und wird der LINKEN schaden: Der ehemalige Kultur-Staatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) hat 2017 ein Buch vorgelegt, in dem er im Wesentlichen die Thesen untermauert, die auch Wagenknecht und Lafontaine als richtig erkannt haben (Über Grenzen denken: Eine Ethik der Migration, 2017).

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Watschn 09.06.2018, 22:29
13. Kipping ist absehbar gescheitert...

Der Absturz bei ihrer Wahl von 74% auf 64.4% = -13%!! ist bezeichnend. Auch wenn der Saal evtl. leicht bei den sog. "Offenen Grenzen"? Kipping unterstützt, so hat Sahra Wagenknecht auf längere Dauer die Vernunft u. Wirklichkeit hinter sich.
Schon morgen wird sie Kipping am Rednerpult hinwegfegen vergessen machen.
Wenn die LInke tats. eine "Open Border-Vision" (alle rund um den Globus können nach Deutschland kommen) in ihr Programm übernimmt, hat sie den Kampf gegen die AfD ein für alle mal verloren, ist polit. unter 5% marginalisiert u. folglich erledigt.

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peeka(neu) 09.06.2018, 22:35
14. In einer Zeit

in der 54% aller Anteile der DAX-Unternehmen ausländischen Investoren gehören, in denen selbst Bauarbeiter temporär nach Norwegen auswandern, wenn sie in Deutschland keinen Job bekommen, in denen es bei nahezu jedem Studium Pflicht ist, für wenigstens ein Semester ins Ausland zu gehen, in denen niemand, der bei einem Call-Center anruft, weiß, ob er vielleicht gerade aus Indien bedient wird oder ein Entwickler gerade außerhalb der 4-Meilen-Zone arbeitet, in der durch 3D-Drucker demnächst auch Waren ohne Lieferung via internet erzeugt werden können und in der ein Unfall eines Atomkraftwerks in einer Volkswirtschaft eine unbeteiligte andere Volkswirtschaft ruinieren kann, sollte sich die Linke tatsächlich einige Fragen stellen:
Will man die Klientel bedienen, die hinter ihrem Gartenzaum stehen und die blaue Wutmütze aufgesetzt haben und hofft man, diese wird nun gegen die rote Mütze getauscht?
Will man den uralten Konflikt zwischen Stalin und Trotzki, ob der Sozialismus nun in einem Land oder international sein soll, tatsächlich noch einmal kämpfen?
Will man also zugunsten eines kurzfristigen Erfolgs die Realität leugnen, weil sie von populistischen Wählern nicht goutiert wird?
Die Grundsatzfrage, ob man in einer EU auf Dauer eine nationale Partei bleiben, oder ohnehin in einem europäischen Bündnis aufgehen wird, kann man jetzt stellen oder verschieben. Die Frage, wie man sich öffentliche Institutionen in Zeiten der Globalisierung vorstellt, werden im Zweifel andere linke Bündnisse beantworten, deren geistiger Horizont nicht am nationalen Gartenzaun endet.
Für die Partei "Die Linke" wird sich eher die Frage stellen, ob sie dann von ihrem eigenen Populismus gefressen wird, oder inhaltlich noch dabei ist.
Die anderen Gruppen werden nicht warten, bis das Kasperletheater eingepackt wird.

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Epsola 09.06.2018, 22:52
15.

Zitat von Eine Stimme der Vernunft
Die Wahrheit ist, Frau Wagenknecht würde tolle Wahlergebnisse einfahren. Sie hätte große Unterstützung in der Bevölkerung. Frau Kipping ist für die allermeisten Deutschen unwählbar. Sollte sich die Linke spalten, fällt Frau Kippings Teil unter die 5% Marke. Aber was interessiert die Linke schon das Volk ?
Es ist genau umgekehrt. Frau Wagenknecht mit ihren verherrlichenden Einlassungen zum Stalinismus ist für die meisten Deutschen umwählbar. Ohne die kommunistische Plattform gäbe es längst ein rot-rot-grünes Bündnis auf Bundesebene.Frau Wagenknecht sollte sich eine andre Partei suchen, denn sie ist alles aber nicht links, weswegen sie bei den Linken einfach nichts zu suchen hat.

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egoneiermann 09.06.2018, 23:04
16.

Zitat von Sandlöscher
Alle, die hofften, dass die Linke eine Alternative zur entsozialdemokratisierten SPD müssen nun ernüchternd feststellen, dass das ein Trugschluss war. Das wieder bestätigte Führungsduo Kipping & Rixinger haben null Charisma, null Visionen , rhetorisch und fachlich keine Chance gegen Wagenknecht, Lafontaine oder Gysi. Allein der Beschluss zur Flüchtlingsfrage lässt nur Kopfschütteln zu. Humanität ja aber bitte ohne Realitätsverlust. Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht sollten eine neue Linke Bewegung gründen, um richtige Politik machen zu können.
Klar, aber auch nur weil sich eine Dogmatikerin als Populistin gibt. Ganz ehrlich, hat irgendjemand eine Vorstellung für welche Politik Frau Wagenknecht steht, die kommunistische Plattform kann es nicht mehr sein, denn da steht so was wie Internationalismus und Solidarität. Ok, nationalistische "linke" Politik ist zur Zeit durchaus im kommen, man muss nur nach England schauen. Aber seinen wir doch ehrlich, das ist dann nationalistische Politik mit einem kleinen Augenmerk auf Soziales, also ein Trump der sich wirklich um die Stahlarbeiter kümmert und nicht nur um die Wallstreet. So kann und darf linke Politik nie werden. Gerade in Deutschland sollten wir wissen, dass es niemals nur um den deutschen Arbeiter gehen darf, denn dann geht es in einer Richtung, die nichts mit Links zu tun hat.

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genugistgenug 09.06.2018, 23:23
17. Kipping-Nahles-Merkel alles ein Brei

"Denn wir sind alle Teil der Linken und das ist gut so." das könnten auch die anderen gesagt haben - ein Linkes Profil fehlt einfach völig.

64,46% heißt übersetzt: Es war nichts anderes da!
Wofür stehen Kipping/Riexinger? Die ReGIERung liefert so viele Steilvorlagen, doch die haben Angst auf den Platz zu treten, weil es dort frische Luft und Gegenwind geben könnte.
Stattdessen pflegt man das eigene Biotop, kassiert das Gehalt und bewegt sich nicht um ja nicht aufzufallen.
Klarstellung: Menschen die Hilfe brauchen sind immer willkommen - doch so blindlings (naiv/dämlich) zu sein, alle einzuladen OHNE jede Soll-Planung und Klärung der Kosten hat bisher nur die Kanzlerin geschafft. Immerhin zocken einige Politiker an der langfristigen, überteuerten Vermietung von Flüchtlingswohnungen (von Anfang an leerstehend) sehr gut ab, wie auch die ganze Sozialmafia.

Hier haben die klaren Worte der Linken gefehlt und das ist einer der berühmten Schüsse ins Knie.
Oder ist die Sozen Brut in den Linken nun aufgegangen? Denn die Postenjäger die bei den Sozen nichts mehr werden konnten, haben die Linken ja infiltriert.
PS hier in BW sind die Linken nicht existent - es gibt nicht mal Antwort auf AB Nachricht, Fax, usw.

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haresu 09.06.2018, 23:42
18. Wer bitte schön ist bei den Linken denn ...

Reformer? Und wer ist Linksaußen? Wagenknecht als Reformerin? Hab ich's doch geahnt. Migrations- Ober- Realistin mit "wir nehmen jeden"- Sammlungs- Anführungs- Anspruch. Kipping ist dann wohl Linksaußen, weil ja im neuerdings monothematischen Deutschland mit einer Haltung unterwegs, die sonst nur noch die Kirchen vertreten. Das kann ja niemand ernst nehmen. Und ist, wie es scheint auch niemandem mehr zu erklären. Also doch nur ein Zickenkrieg. Die BILD hat ja auch schon verkündet, dass eine Wagenknecht- Partei Aussichten auf 25 Prozent der Wählerstimmen habe. Wahrscheinlich dieselben, die auch eine bundesweit antretende CSU begrüßen würden, aber das kann ja wohl kein Trost sein.

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hardy_knorrig 10.06.2018, 00:07
19. #13 Sie hat den Kampf ohnehin verloren...

...den Kampf gegen die AfD.
Den hat die Wagenknecht PDL ja den Grünen zugeschanzt und die stehen jetzt bei der betreffenden Klientel, glänzend da. Stattdessen wurde versucht sich bei AfD Wählern anzubiedern. Mir sind die Milieus zwar wohl bewusst, halte es aber trotzdem für eine sehr gewagte Behauptung, man könne Wähler die nationalistisch wählen, für eine demokratisch-sozialistische Partei begeistern.
Und das wird auch weder das SPON Forum noch Facebook ändern. Wagenknecht ist eine Kultfigur. Der Kult ist laut, der Kult ist aggressiv, anscheinend überwiegend männlich und vor allem, in der PDL nicht mehrheitsfähig.

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