Forum: Politik
Linkstrend: Warum Frank Schirrmacher irrt

Die linke Gesellschaftskritik hat das bürgerliche Lager erreicht. Nach dem britischen Kolumnisten Charles Moore fragt sich jetzt auch Frank Schirrmacher von der "FAZ", ob die Linke nicht recht behalten habe. Doch womit eigentlich?

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christophgruber 22.08.2011, 12:14
1. Nanu

Margaret Thatcher hat das Land geschaffen, in dem jetzt Straßenzüge brennen, weil sich eine ganze Gesellschaftsschicht abgehängt und allein gelassen fühlt.

Das soll jetzt also das Beispiel für erfolgreiche konservative Politik sein?

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fsiggi2 22.08.2011, 12:15
2. Nö, Herr Fleischhauer

Seit 2008 hat allein die Bundesrepublik über 300 Milliarden Euro in das Bankensystem gesteckt, so dass die Staatsverschuldung inzwischen bei 83% des BIP liegt.
(Quelle: Deutsche Bundesbank)

Was, bitte hat das mit Kapitalismus zu tun?

Es handelt sich um Sozialismus für Banken. Genau das beklagt Schirrmacher, und auch Moore.

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Trouby 22.08.2011, 12:16
3. .

Die Linke hat nicht recht! Ich empfehle dazu nur allzugern einen entsprechenden Artikel der ZEIT.

Wir benötigen keine diktatorische Linkenherrschaft, wir müssen nur endlich wieder zur echten sozialen Marktwirtschaft zurückkehren und dem ungebremsten (Finanz-)Kapitalismus Einhalt gebieten. Das hat nun rein gar nichts mit Sozialismus oder gar Kommunismus zu tun, sondern dies gebietet einfach der Verstand!

Ungebremster, ungeregelter Kapitalismus ist aufgrund der zerstörerischen und vor allem kurzsichtigen Ausbeutung der Umwelt (zur Umwelt gehören ausdrücklich auch alle Menschen) das Problem. Echte und gute Marktwirtschaft, die auch funktioniert, berücksichtigt Nachhaltigkeit, und somit automatisch Ökologie und soziale Belange. Dies können die Quartalssichtweisen börsennotierter Unternehmen bzw. nur auf Bonuszahlungen ausgerichtete Finanzberater nicht leisten, dies ist Aufgabe des Staates und hat rein gar nichts mit linken oder rechten Ideologien zu tun.

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kantundco 22.08.2011, 12:21
4. Wo Jan Fleischhauer irrt.

1. Es ist diesmal keine Blase, sondern ein Systemfehler, der zur Zeit massiv zu Tage tritt. Insofern haben die Linken mal recht, ein System in Frage zu stellen.

2. Das sieht so gar der Mann, der auf dem rechten Auge blind ist: Wir haben weder Neoliberalismus noch Kapitalismus. Es fragt sich, ob es mit einem wirklich freien Markt, also nicht durch eine Geldmarktpolitik, die von wenigen (FED) oder Staaten (EZB) geprägt ist, wesentlich besser gefahren wären.
Damit muss die Forderung nicht "rechts" oder "links" heißen, egal welche schwachsinnige Utopie sich jeweils dahinter verbergen mag. Sondern schlicht und ergreifend: mehr Souveränität, Selbstverantwortng und Freiheit für den Einzelnen in einem freien Markt.

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R.G. 22.08.2011, 12:22
5. Verschuldung? Nein - Finanzzocke.

Es liegt doch nicht wirklich an der Staatsverschuldung per se, sondern daran, dass die Finanzierung der Realwirtschaft zurückgestanden ist hinter der Erfindung von Finanzmarktinstrumenten, die die Risiken in einem Irrenhaus von Zockerzertifikaten bündelten und potenzierten.

Würden die Finanzmärkte wirklich Staatsverschuldung bestrafen, dann hätte George Dabbeljuh seine Kriege und seine Steuergeschenke doch gar nicht finanziert bekommen. Warum hielten die Investoren bei Amerika still?

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Björn Borg 22.08.2011, 12:22
6. Wählt Intelligente in die Parlamente!

Zitat von sysop
Die linke Gesellschaftskritik hat das bürgerliche Lager erreicht. Nach dem britischen Kolumnisten Charles Moore fragt sich jetzt auch Frank Schirrmacher von der "FAZ", ob die Linke nicht recht behalten habe. Doch womit eigentlich?
Die SPD ist tot. Es lebe DIE LINKE: Machen wir sie zu dem, was wir hier in Deutschalnd brauchen.

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Kundalimon 22.08.2011, 12:22
7. Warum Jan Fleischhauer irrt

> Wenn eine Ideologie nun unwiderruflich ihren
> Enttäuschungswendepunkt erreicht hat, dann der
> Neoliberalismus, der das Gute vom Markt erwartete.

Contra

> Manchmal hilft ein Blick in die Vergangenheit. Vor 25
> Jahren war Großbritannien dort, wo Griechenland heute
> ist: eine Nation auf den Knien, geplagt von Rezession,
> hohen Schulden und Arbeitslosigkeit. Margaret Thatcher
> ist der Name der Frau, die das Land wieder auf die Beine
> brachte, und zwar ohne jeden finanziellen Beistand aus
> Deutschland. Vielleicht sollte man sich noch einmal
> ansehen, wie die Dame dieses Wunder vollbracht hat. Man
> könnte davon einiges lernen.
Oha!

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maipiu 22.08.2011, 12:22
8. Leider daneben

Oh, dachte ich in der ersten Hälfte des Artikels: da kann ja einer differenzieren und sieht nicht nur schwarz und weiß. Aber dann vertauscht er Ursache und Wirkung. Es waren ja Banker, die Leuten Kredite aufschwatzten, die sie nie zurückzahlen konnten (zumindest in den USA), damit sie sich Häuser kaufen konnten, die sie sich nicht leisten können.
Dann verpackten diese Leute die Kredite in Wundertüten und verramschten sie mit Triple-A.
Und zum Schluss die eiserne Lady als Lösung des Problems anzubieten ist ja mehr als dreist. So als seien die Underdogs, die in England ihre eigenen (!) Quartiere anzünden, Schuld an der weltweiten Finanzkrise.
Vielleicht wäre es hilfreicher, mal über Korruption nachzudenken, wenn man Griechenland und Portugal retten will.

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hesse 22.08.2011, 12:24
9. Warum er irren muss?

Weil dann die besetzten Pfründe aufgegeben werden müssen. Merke: Die entscheidenden Fragen sind oft sehr einfach zu beantworten.

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