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Linkstrend: Warum Frank Schirrmacher irrt

Die linke Gesellschaftskritik hat das bürgerliche Lager erreicht. Nach dem britischen Kolumnisten Charles Moore fragt sich jetzt auch Frank Schirrmacher von der "FAZ", ob die Linke nicht recht behalten habe. Doch womit eigentlich?

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Steve Holmes 23.08.2011, 12:56
590. .

Zitat von anomie
Thatche? Auf die beine gebracht? Geht´s noch?...Die langzeitfolgen ihrer wirtschaftsfreundlichen und menschenfeindlichen politik sieht man dieser tage nachts in London.
Margaret Thatcher hat in ihrer Regierungszeit von 1979 bis 1990 für eine Modernisierung der englischen Gesellschaft und Wirtschaft gesorgt. Das Land das bis dahin als kranker Mann Europas galt blühte auf.

Leider ist ihre Zeit nun auch schon seit 21 Jahren vorbei. Ihr die Schuld an den Aufständen heute zu geben ist lächerlich.

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MKR 23.08.2011, 13:01
591. Zustimmung, das ist krank

Zitat von twellb
Ich habe nicht Anteilseigner, sondern das anonyme Depot- und Beteiligungskonzept als krank bezeichnet. Shareholder kann man doch wie im Falle der Heuschrecken gar nicht mehr dazu bringen, seine eigene Anlagestrategie mit Rücksicht auf das Unternehmen zu gestalten, was strukturell das Unternehmen schwächt. Und wenn der Shareholder eine kurzfristige Zerschlagung durchzieht, handelt er zT gg die Interessen des Unternehmens. Noch schlimmer wird es, wenn der Shareholder die eigenen Kosten des Beteiligungserwerbs dem unternehmen als Schulden aufbürdet. Nicht krank ?
Doch, das ist krank. Nur wie verhindert man diese Fehlentwicklung, ohne das freie Unternehmertum zu untergraben!?

ratlos...

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Kirk70 23.08.2011, 13:31
592. Nur global

Zitat von MKR
Doch, das ist krank. Nur wie verhindert man diese Fehlentwicklung, ohne das freie Unternehmertum zu untergraben!? ratlos...
Vorab, ich bin auch ratlos, wie man das genau machen will. Halte es für so unmöglich wie 1950 eine Mondlandung. Aber es hat dann geklappt. Ist ein langer Weg.
Aber WAS umzusetzen wäre, da sind Sie doch nicht so ratlos, oder?

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freqnasty 23.08.2011, 13:32
593. ...

Zitat von Steve Holmes
Leider ist ihre Zeit nun auch schon seit 21 Jahren vorbei. Ihr die Schuld an den Aufständen heute zu geben ist lächerlich.

Sie hat die englische Politik nicht nur während ihrer eigenen Regierungszeit geprägt, ihre Glaubenssätze waren auch für all ihre Tory-Nachfolger noch gültig(und für Blair und seine *New Labour*) .
Die Verwahrlosung sämtlicher öffentlich betriebener Einrichtungen, egal ob Schulen, KV, Bahn, uä. geht auf ihr Wirken zurück.
Das Land ist abgesehen von seiner Rüstungsindustrie fast vollständig de-industrialisert, und deswegen auf Gedeih und Verderb dem Wirken der City und seiner Zocker ausgeliefert.
Von nichts kommt nichts, und auch solch krasse soziale Gegensätze fallen nicht vom Himmel, genausowenig wie so viel Bereitschaft zu mutwilligen Zerstörungen.
Augstein hat es schon sehr gut auf den Punkt gebracht:
Wenn die politische Führung eines Landes folgende These formuliert:
"There is no such thing as a society", der braucht sich nicht wundern, wenn sich das irgendwann als Realzustand manifestiert.
Das Problem ist, daß Konservative recht selten die Fähigkeit zur Reflektion über das eigene Verhalten und die daraus erwachsenden Konsequenzen mitbringen.
Selbstkritik ist nach konservativer Lesart "Selbstzerfleischung".
Konservative machen keine Fehler.
Demzufolge muß immer ein anderer Schuld sein, aber niemals man selbst.
Das dies dann der Fähigkeit zur Lösung von akuten problemen nicht gerade zuträglich ist, versteht sich von selbst

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Kirk70 23.08.2011, 13:38
594. Delay

Zitat von liberalissimo
Margaret Thatcher war bis 1990 Premierministerin - da gab es meines Wissens keine derartigen Krawalle in England. Später gab es viel Blair und Brown - mit denen ist das Problem nicht nur zeitlich deutlich näher verbunden.
Zitat von Steve Holmes
Margaret Thatcher hat in ihrer Regierungszeit von 1979 bis 1990 für eine Modernisierung der englischen Gesellschaft und Wirtschaft gesorgt. Das Land das bis dahin als kranker Mann Europas galt blühte auf. Leider ist ihre Zeit nun auch schon seit 21 Jahren vorbei. Ihr die Schuld an den Aufständen heute zu geben ist lächerlich.
Ob alle in England Ausgegrenzte waren, bezweifle ich. Viele denke ich schon.
Ich will auf was anderes raus. Reagen hat viele Bankenregulierungen, die nach 1929 eingeführt wurden, wieder abgeschafft. Aber erst seit grob 2000 bis 2005 gibt es die Finanzprobleme durch einen zu wenig regulierten Markt.
Sie unterstellen, dass schlechte Entscheidungen SOFORT so wirken.

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Kirk70 23.08.2011, 13:38
595. Blödsinn des Tages

Zitat von Luscinia007
Kapitalistische Finanzwirtschaft ist die logische Konsequenz von Kapitalismus. Was ist gegen Puts und Calls einzuwenden? Sie sind marktwirtschaftlich sinnvoll. Die einen wollen marktwirtschaftliche Risiken vermeiden, die andern übernehmen die Risiken, um damit vielleicht Gewinn zu können. Das System ist heute nur so - auch wissenschaftlich - ausgereift, dass die Bürger die Dummen sind und die Zocker immer gewinnen.
Unabhängig von Ihrer Haltung. Haben Sie schon mal gehört, dass man REGELN ersinnen kann. Logische Folge...was ein Quatsch.

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scoopx 23.08.2011, 13:42
596. Propagandatrick

Zitat von tw1974
(4) Die "Finanzmärkte" sind ja jetzt schon relativ stark regulierte Märkte. Wie wollen Sie die "Finanzmärkte" denn abschaffen? Wollen Sie mir verbieten, einem Dritten Geld zu leihen? Wollen Sie jedem Bürger verbieten, Anteile an Unternehmen zu kaufen und zu verkaufen? Entspricht das Ihrer Vorstellung einer freiheitlichen Ordnung? Sehen Sie darin nicht ein Verstoß gegen wesentliche Grundfreiheiten?
Mit solchem pauschalen Unsinn pflegen die Neoliberalen seit jeher die Argumente ihrer Gegner zu kontern, in Artikeln, Büchern, Internetforen und Talkshows.

Dabei geht es bei der Kritik an den Finanzmärkten nicht um gewissermaßen deren Basisfunktionen, sondern um diese "modernen" Praktiken und deren Legalisierung, als da sind:

Derivatisierung, die Zulassung der Hedgefonds, die gesetzliche Ermöglichung der Verbriefung von Krediten in einem endlosen Schneeballsystem, die rechtliche Anerkennung von sogenannten außerbilanziellen Zweckgesellschaften etc. (Werner Rügemer passim), die Ausplünderung von Unternehmen durch Private Equity, desgleichen der von Kommunen und anderen staatlichen Körperschaften durch "Privat Public Partnership", die gescheiterte Philosophie des "shareholder value" und vieles mehr.

Es hilft nichts, die ganze Welt muß sich gegen das angelsächsische Finanzsystem verbünden und es niederwerfen, bevor es die ganze Weltwirtschaft zerstört.

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BlueWednesday 23.08.2011, 13:43
597. .

Zitat von mats123
Sie irren da. Kaufen Sie sich einfach ein normales wirtschaftswissenschaftliches Lehrbuch zur Marktwirtschaft, wie es in jeder Uni-Buchhandlung im Regal steht. Sie werden dort nichts von dem als Element der Marktwirtschaft beschrieben finden, was Sie hier als systemisch ansehen. Dann könnte man ja genauso sagen,.....
Hat mir gut gefallen Ihr Posting. Es nimmt vielleicht auch mal denen den Wind aus den Segeln, die jegliche berechtigte Kritik an den vielen von Ihnen beschriebenen schädlichen Dingen, die aktuell das System Marktwirtschaft gefährden, als "links" oder gar "sozialistisch" abzuwürgen und dieser Kritik reflexhaft und dumm als angeblich einzige Alternative die DDR oder Kuba entgegenzusetzen. Wer das tut hat nichts verstanden. Wer überall Kommunismus und Unfreiheit wittert, wo Veränderung angemahnt wird, läuft Gefahr, bei der Selbstabschaffung der Marktwirtschaft zu helfen.

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Steve Holmes 23.08.2011, 13:43
598. .

Zitat von mats123
Sie irren da. Kaufen Sie sich einfach ein normales wirtschaftswissenschaftliches Lehrbuch zur Marktwirtschaft, wie es in jeder Uni-Buchhandlung im Regal steht. Sie werden dort nichts von dem als Element der Marktwirtschaft beschrieben finden, was Sie hier als systemisch ansehen. Dann könnte man ja genauso sagen, Erschießungen an der Staatsgrenze seien systemisch für jedes sozialistische System. Sind sie aber nicht. Es sind immer Auswüchse, die bestimmte kriminelle Elemente und dumme Politiker zu verantworten haben. Eine Marktwirtschaft braucht weder zockende Banken noch geldgierige Daytrader noch übermäßige Managergehälter usw. Eine Marktwirtschaft braucht auch keine Atomkraftwerke oder Rüstungskonzerne. Eine Marktwirtschaft braucht nicht einmal Aktiengesellschaften oder Großbanken, es geht auch mit Windrädern, kleinen Genossenschaftsbanken und sauberen Autos. Das ist alles dem Wandel der Zeit unterlegen, die Marktwirtschaft bleibt aber bestehen. Eine Marktwirtschaft ist gekennzeichnet durch im freien Wettbewerb von freien Privatleuten effizient hergestellte Produkte mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis und permanentem Fortschritt und Strukturwandel, wodurch der Wohlstand aller letztlich immer weiter steigt (Bsp.: vom VW Käfer zum Golf V; vom Schwarz-Weiß-Röhrenfernseher zum LCD-Flatscreen; vom Vermittlungstelefon zum iphone5; volm Holzofen zum Offshore-Windrad und Solarpaneel). In der Sozialen Marktwirtschaft wird gefordert und gefördert, Schwachen wird geholfen, die Starken haben mehr zu tragen (höhere Steuern etc.). Leistungsgerechtigkeit ist mit Chancengerechtigkeit zu kombinieren (kostenlose Schulbildung usw.). Die Banken haben die Kreditversorgung der Wirtschaft, d.h. die sichere und risikominimale Transmission der Ersparnisse in den Wirtschaftskreislauf, sicherzustellen, sie sollen aber nicht an den Finanzmärkten mit aberwitzigen Finanzprodukten herumzocken und Immobilienblasen bilden. Der Staat hat hier regulierend einzugreifen und einen klaren Ordnungsrahmen zu setzen. Es wäre ja aberwitzig, in der Marktwirtschaft systemisch Dinge zuzulassen, die das System selbst gefährden würden. Ihre Behauptung der Systemimmanenz dieser Fehlentwicklungen ist also unlogisch. Klar ist, dass es immer wieder schädliche Entwicklungen geben kann (neoliberale Auswüchse), aber auf die muss man dann eben politisch reagieren mittels Anpassung des rechtlichen Ordnungsrahmens.
Die Marktwirtschaft ist geprägt durch Versuch und Irrtum. Verschiedene Marktteilnehmer konkurrieren mit unterschiedlichen Lösungsansätzen. Wer oder was sich durchsetzt kann man erst im Nachhinein beurteilen. An den Börsen können sie auf die eine oder andere Entwicklung setzen und dabei sehr reich werden oder Pleite gehen. Auch Blasenbildungen und Kursstürze gehören dazu.

Das alles trägt zum Erfolg bei denn am Ende wird sich das Bessere gegen das Gute durchsetzen. Es ist jedoch keine Lineare Entwicklung. Die Zickzackkurven der Börsen spiegeln das schön wieder.

Ganz ohne staatlichen Ordnungsrahmen kann und soll das nicht stattfinden. Man muss jedoch jeden staatlichen Einfluss auf das notwendige Minimum reduzieren, da er auch den Wettbewerb verzerrt und zu einem Volkswirtschaftlichen Schaden führt. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Fehlallokation von Milliarden von Euros durch die Förderung der Solarenergie.

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irreal 23.08.2011, 14:06
599. Falsches Menschenbild im eigenen

ICH, weil Menschen die sich selbst nicht wahr kennen können, besonders angewiesen sind auf Menschen die mit allem Möglichen ihre Unkenntnis in geglaubte Kenntnis verbringen und warum funktioniert das so gut?
Weil der Mensch eben eine Reflexionsfähigkeit bekam und somit das Ungewisse weiß und dieses Wissen ihn beschränkt, somit ist er immer auf der Suche um diese Löcher zu stopfen.

Fleischhauer tut das selbst und scheint vielleicht bei manchen mit seiner Löcherstopferei (die sicher nicht sein eigener Stopfen ist) endlich ne Ruhe eines eigenen Selbstbetruges zu ermöglichen, indem man eben die unbekannten Fragen beantwortet wissend zu glaubt.
Und betrügt nicht jeder Mensch sich oftmals selbst oder muss er das nicht auch tun um mit seinem Verstand und somit dem Zwang ständig auf der Suche nach der Wahrheit zu sein sich selbst gerecht zu werden, was ja ein Überlebensgesetz ist auch für den Menschen noch sehr stark?!

Und wie fühlt denn der Mensch in Wahrheit?

Wieviele gibt es denn wahrhaft die machtgierig andere dafür als Gegner aufhängen täten und was hat womöglich die Angst von Menschen damit zu tun, dass sie gegen ihre Gefühle Dinge zulassen in Verbindung der Hoffnung nicht selbst am Strang zu enden?

Es geht nicht um Linke oder Rechte oder Merkel oder CDU GRÜNE FDP, hab ich wen vergessen? Ach ja die SPD oder Religionen. Oder Kapitalismus oder Kommunismus.

Wie in Deutschland waren noch nicht mal in der Lage mit großzügiger Freiheit eines demokratischen Gefühles eine Wiedervereinigung zu schaffen, weil eben wir Menschen sind und immer noch mehr die Verantwortung anderen überlassen, die wir dann verantwortlich machen können, wenn was falsch läuft. Das Prinzip von Schuld ist das größte Problem was Menschen ganz eigen indivieduell haben.

Wenn einer daherkommt und sagt einem Menschen dass er selber entscheidet was er tut, dann weiß dieser Mensch auch dass er verantwortlich dafür ist.

Das ist dann die Eigenverantwortung und die geht aber nur in größter Freiheit und dann schafft sie auch ein menschliches Miteinander.

Was heute global als Eigenverantwortung proklamiert wird, ist eine Unverantwortung weil sie dient einer Gier von wenigen und somit ist es eine Sucht von Wenigen und Sucht ist krank und Menschen fühlen dass immer, weil Gier schafft fühlbar eine ungerechte Verteilung und somit eine Spirale einer unmenschlichen Anstrengung und wenn erst mal dem Verstand klar ist, dass es kein menschwürdiges Leben für ihn gibt, genau dann beginnt der Mensch sich zu wehren.

So einfach ist das im Grunde.

Und einer hier, nämlich "Ursprung" Beitrag 514 hat es im, ich zitiere:

"Der Mensch aber ist dieser Teilhaber, sogar dessen evolutionaeres Produkt.
Und genau hier liegt der Irrtumspunkt scholastiger "Konservativer" wie Jan Fleischhauer.
Sie konzentrieren sich auf die von ihnen so erlebte "Gier" und "Habsucht", wollen sie gesellschaftlich instrumentalisieren.
Und nicht auf die viel realere und dominierendere "Wohlwollensvermutung". Sie wollen jene Menschen, die diesem Imperativ der Evolution folgen, mit der Bezeichnung "links" ghettoisieren.
Damit wird nur eines erreicht: Spaltung! In Denke und Gesellschaft.
In angeblich "Gute" und "Boese", in Engel und Teufel."


genau auf den Punkt gebracht.

MFG

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