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Linkstrend: Warum Frank Schirrmacher irrt

Die linke Gesellschaftskritik hat das bürgerliche Lager erreicht. Nach dem britischen Kolumnisten Charles Moore fragt sich jetzt auch Frank Schirrmacher von der "FAZ", ob die Linke nicht recht behalten habe. Doch womit eigentlich?

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Sozialist 23.08.2011, 22:03
720. Thatcherismus

Zitat von Steve Holmes
Wie sah das Land denn vor Margaret Thatcher aus? Es war der kranke Mann Europas. Die Gewerkschaften haben die Wirtschaft fast zum erliegen gebracht. Auf den Elektrolokomotiven musste ein Heizer mitfahren und die Zeitungen mussten mit Bleisatz hergestellt werden während die Konkurrenz auf dem Kontinent schon lange den Fotosatz nutzte. Margaret Thatcher hat diese Erstarrung gelöst und GB fing an zu boomen. Die Arbeitslosigkeit war meist niedriger als auf dem Kontinent und viele außereuropäische Unternehmen haben Niederlassungen errichtet.
Die soziale Ungleichheit ist in GB heute superkrass. Die alltägliche Ideologie ist individualistisch, konsumistisch und finanzkapitalistisch.
England ist heute bereits zutiefst gespalten und voller innerer Widersprüche.

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EraserFS 23.08.2011, 22:03
721. ...

Zitat von Rosbaud
Für Sie scheinen die „Marktgesetze“ einen übergeordneten, göttlichen Charakter zu haben, in die sich der Mensch nur demütig fügen kann. Er ist also nicht mehr Herr seines Lebens, sondern anonyme „Marktkräfte“ bestimmen sein Schicksal.
Nein, es hat eher etwas mit Naturgesetzmäßigkeit gemein.

Es ist bspw. ihr gutes Recht die Schwerkraft nicht zu akzeptieren und sich ihr zu widersetzen und von einem Haus zu springen, um zu fliegen.
Sie sollten sich dann aber nicht über die Schwerkraft wegen ihrem gebrochenen Bein beschweren.

Ebenso können sie auch einen Betrieb gründen, 10 Mitarbeiter einstellen und jedem einen Nettolohn von 10000 € bezahlen, damit diese alle ihre Bedürfnisse befriedigen können.
Sie sollten sich dann aber nicht darüber beschweren, wenn sie nach einem Monat pleite und ihre Mitarbeiter arbeitslos sind, weil niemand ihre logischerweise völlig überteuerten Produkte kaufen will.

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Steve Holmes 23.08.2011, 22:04
722. .

Zitat von Kirk70
Sie haben selber mal geschrieben, sie wären Pornodarsteller. Vor wenigen Monaten, ich glaube auch hier bei SPON. Dabei sollten Sie bleiben.
Keine Sorge dabei bleibe ich gerne. Als Selbständiger und Anleger bin ich jedoch genau so mit Wirtschaftsthemen befasst.

Zitat von Kirk70
Wettbewerbsverzerrungen zu UNGUNSTEN von Auswüchsen? Was ist das für eine Bewertung.
Ich weiß es nicht. Diese Aussage stammt nicht von mir.

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Kirk70 23.08.2011, 22:10
723. Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht

Zitat von Steve Holmes
Ich muss sie enttäuschen. Der Glass-Steagall Act wurde 1999 unter Bill Clinton aufgehoben.
Das hier hat er bewirkt:

Wirtschaftspolitisch setzte die Reagan-Regierung auf eine Wiederbelebung des Individualismus und Gewinnstrebens sowie eine Abkehr vom New Deal und von der Utopie der Great Society. Die neoliberale Politik Reagans zielte auf Deregulierung, die Privatisierung öffentlicher Aufgaben, die Rückbildung der Staatsbürokratie und den Abbau zentralstaatlicher Regelungskompetenzen. Die Steuern wurden gesenkt, die Sozialausgaben zeitgleich drastisch gekürzt.

Quelle:
http://www.bpb.de/themen/AGXNEC,0,0,...ten_Glanz.html

Es ging ja ursprünglich ging es ja eben um die Zeitverzögerung, die manche Regeln bewirken. Man kann in der Politik nicht immer sagen, dass schlechte Entscheidungen sich sofort schlecht auswirken. Siehe Irland. Erst ging´s heftig bergauf und dann..tja

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Kirk70 23.08.2011, 22:12
724. Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht

Zitat von Steve Holmes
Ich muss sie enttäuschen. Der Glass-Steagall Act wurde 1999 unter Bill Clinton aufgehoben.
Das hier hat er bewirkt:

Wirtschaftspolitisch setzte die Reagan-Regierung auf eine Wiederbelebung des Individualismus und Gewinnstrebens sowie eine Abkehr vom New Deal und von der Utopie der Great Society. Die neoliberale Politik Reagans zielte auf Deregulierung, die Privatisierung öffentlicher Aufgaben, die Rückbildung der Staatsbürokratie und den Abbau zentralstaatlicher Regelungskompetenzen. Die Steuern wurden gesenkt, die Sozialausgaben zeitgleich drastisch gekürzt.

Quelle:
http://www.bpb.de/themen/AGXNEC,0,0,...ten_Glanz.html

Es ging ja ursprünglich ging es ja eben um die Zeitverzögerung, die manche Regeln bewirken. Man kann in der Politik nicht immer sagen, dass schlechte Entscheidungen sich sofort schlecht auswirken. Siehe Irland. Erst ging´s heftig bergauf und dann..tja

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Kirk70 23.08.2011, 22:13
725. Finde ich auch

Zitat von Sozialist
Die soziale Ungleichheit ist in GB heute superkrass. Die alltägliche Ideologie ist individualistisch, konsumistisch und finanzkapitalistisch. England ist heute bereits zutiefst gespalten und voller innerer Widersprüche.
Bei Ihrem Nickname und Ihre nicht näher definierte Konsumkritik, drehe ich jetzt mal die Sanduhr um und warte auf den ersten Sozialismus Untersteller wieder.
Oder sind Sie einer? Habe noch nicht viel von Ihnen gelesen

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Sozialist 23.08.2011, 22:19
726. Natur - Kunst

Zitat von EraserFS
Nein, es hat eher etwas mit Naturgesetzmäßigkeit gemein. Es ist bspw. ihr gutes Recht die Schwerkraft nicht zu akzeptieren und sich ihr zu widersetzen und von einem Haus zu springen, um zu fliegen. Sie sollten sich dann aber nicht über die Schwerkraft wegen ihrem gebrochenen Bein beschweren. Ebenso können sie auch einen Betrieb gründen, 10 Mitarbeiter einstellen und jedem einen Nettolohn von 10000 € bezahlen, damit diese alle ihre Bedürfnisse befriedigen können. Sie sollten sich dann aber nicht darüber beschweren, wenn sie nach einem Monat pleite und ihre Mitarbeiter arbeitslos sind, weil niemand ihre logischerweise völlig überteuerten Produkte kaufen will.
Kapitalismus und Marktwirtschaft haben nichts mit der Schwerkraft gemeinsam. Die Schwerkraft gab es schon vor dem Menschen, den Kapitalismus gibt es erst seit etwa 200 Jahren. Und während sich Marktwirtschaft und Kapitalismus abschaffen lassen, gilt dies nicht für die Schwerkraft.

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Kirk70 23.08.2011, 22:19
727. Und wo habe ich Sie dann falsch verstanden?

Zitat von Steve Holmes
Das alles trägt zum Erfolg bei denn am Ende wird sich das Bessere gegen das Gute durchsetzen. Es ist jedoch keine Lineare Entwicklung. Die Zickzackkurven der Börsen spiegeln das schön wieder. Ganz ohne staatlichen Ordnungsrahmen kann und soll das nicht stattfinden. Man muss jedoch jeden staatlichen Einfluss auf das notwendige Minimum reduzieren, da er auch den Wettbewerb verzerrt und zu einem Volkswirtschaftlichen Schaden führt. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Fehlallokation von Milliarden von Euros durch die Förderung der Solarenergie.
Wie habe ich in Anbetracht anderer Posts von Ihnen - wie z.B. eben zu GB - das oben genannte zu verstehen. Auf ein Minimum reduzieren?


P.S. Die Erfolge und Misserfolge einer Wirtschaftsordnung mit den Schwankungen an der Börse zu vergleichen taugt allenfalls als Metapher, aber nicht als Begründung.

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EraserFS 23.08.2011, 22:22
728. ...

Zitat von atzlan
"...die Verschmelzung des imperialistischen Staates mit der Wirtschaft – die in dieser Phase nur noch aus dünn maskierten Monopolen bestehe – zu einem einzigen Herrschaftsinstrument unter Führung einer Finanzoligarchie, die in der Endphase des Kapitalismus erfolge..." Ich glaube, ich habe zu weit zurückgeblättert :-)
Gibt es eigentlich auch einen kapitalistischen Staatsmonopolismus?

Zitat von atzlan
Alle volkswirtschaftlichen Kennzahlen zeigen auf eine Verschiebung weg von der sozialen Marktwirtschaft hin zu einem immer wirtschaftsliberalerem, regellosem System. Diese Verschiebung ist das Problem und nicht die soziale Marktwirtschaft.
Naja, viele behaupten auch, dass der deregulierte Finanzmarkt für allerhand wirtschaftliche und politische Verwerfungen verantwortlich sei, tatsächlich ist aber der Finanzsektor, der mit Abstand am meisten durchregulierteste Wirtschaftssektor und der, der eine außerordentlich symbiotische Beziehung zum Staat unterhält.

Demnach machen aber die Regularien und Regulatoren irgendwas gehörig falsch.

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Sozialist 23.08.2011, 22:26
729. Humanismus = Antifaschismus

Zitat von EraserFS
Hat die Welt jemals eine vernünftige Definition vom "Allgemeinen Wohl" gehört oder interpretiert da immernoch jeder rein was er gerade will? Kennen sie eigentlich den? "Wenn sich jeder egoistisch verhält, dann ist für jeden gesorgt."
Wieso sterben dann jeden Tag 30.000 meist minderjährige Menschen an Mangelernährung?

WAs ich weiß ist das es Säuglinge, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Kranke, Alte und Behinderte gibt. Es wäre geradezu faschistisch, wenn sich immer die körperlich stärksten durchsetzten.

Außerdem stürbe die Menschheit aus.

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