Forum: Politik
Linkstrend: Warum Frank Schirrmacher irrt

Die linke Gesellschaftskritik hat das bürgerliche Lager erreicht. Nach dem britischen Kolumnisten Charles Moore fragt sich jetzt auch Frank Schirrmacher von der "FAZ", ob die Linke nicht recht behalten habe. Doch womit eigentlich?

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habgenugvondenlügen 23.08.2011, 23:31
740. Kapitalmarkt als Naturgesetz

Zitat von EraserFS
Nein, es hat eher etwas mit Naturgesetzmäßigkeit gemein.
Und damit meint Eraser FS in Antwort an Forist Rosbaud
"Marktgesetze".
Da will ein Glaubenritter von Kapital und Markt tatsächlich hier im Forum verkaufen, Marktkapitalismus sei wie das Gravitations- ein Naturgesetz und damit will er ja verklickern, dass Kapitalismus auf unseren Erdball schon immer bestand und von Ewigkeit Bestand hat.

EraserFS, Kapitalismus und Kapital charakterisiert ein grundlegendes Verhältnis der Produktion, des Austausches und Aneignunsgweise aufgrund der Stellung der an der Produktion und Reproduktion Beteiligten in einer Gesellschaft.
Diese ist in der Geschichte der Menschheit historisch entstanden, weil vorher gab es keine Kapitalismus im Zusammenleben der Menschen, beginnend in England des 18. Jahrhunderts unter ganz bestimmten Grundverhältnissen.
(man bezeichnet diese auch als Produktionsweise)

Da bräuchte man nur im "Das Kapital", Band 1, Abschnitt VII
mit der Überschrift "Die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals" nachschauen.
(sicher von mir zu viel von Ihnen verlangt, denn Sie haben ja schon den nachlsebaren Beleg hier im Forum geliefert, dass Sie Null-Ahnung von diesem Fachbuch in 3 Bänden haben)

Da hat nämliche ein deutscher Journalist und Philosoph in empirischer Kleinarbeit nachgewiesen wie und dass das Kapital und seine "Marktgesetze" ein Ergebnis, ein Produkt
einer geschichtlichen Entwicklungsstufe menschlichen Zusammenlebens ist.
Und wie bisher jedes Entwicklungsstufe der Menschheit kommt
sie als höhere Form zur vorhergehenden und geht wieder unter, sobald sie in Fäulnis und Schmarotzertum übergeht.

Das Gegenteil von Naturgesetzen, die der Natur und Menschheit immer ausgesetzt waren und sind.
Und solchen ökonomischen Glaubenrittern, die Marktgesetze als Naturgesetze predigen, fällt nicht mal ihre Peinlichkeit der zur Natur erhobenen Marktgesetze auf, dass nämlich Naturgesetze vor allem eines kennzeichnet:
Sie existierten und existieren auch ohne einen Menschen und ohne menschlichen Handelns auf unseren Erdball.

Macht nichts für Marktgläubige, ich erkläre trotzdem den Marktkapitalismus für ein Naturgesetz, weil dann ist der auch allmächtig und unabänderlich.
Kann es eine höhere Stufe an missionarischen Religionseifer geben als Marktgesetze zu Naturgesetzen zu erklären?

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Steve Holmes 23.08.2011, 23:34
741. .

Zitat von Kirk70
Aber nur wenn alle die gleichen Startbedingungen, Möglichkeiten (wie in welchem Land man lebt, Schulen, Uni, Unternehmen etc), und Schicksale, wie einen Unfall oder eine relevante Krankheit hätte. Dann würde ich Ihnen zustimmen.
Die gleichen Startbedingungen gibt es nicht und wird es niemals geben. Manche sind einfacher schöner, intelligenter oder talentierter als andere. Dazu kommt dann noch das persönliche Glück oder Pech. Einer gewinnt im Lotto und der andere stürzt im Aufzug ab.

Jeder der in Deutschland geboren wurde hat schon einen ungerechtfertigten Startvorteil gegenüber einem Großteil der Menschheit. Aber statt sich darüber zu freuen und das Beste daraus zu machen beschweren sich manche lieber darüber, dass es Andere noch besser haben.

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Sozialist 23.08.2011, 23:38
742. Freie Marktwirtschaft

Zitat von EraserFS
Das Tolle an einer reinen Marktwirtschaft ist ja, dass sie furchtbar einfach umzusetzen ist. Dazu ist es aus staatlicher Perspektive nur erforderlich vernünftig zu haushalten und die Wirtschaftssubjekte in Frieden ihren eigenen Weg gehen zu lassen.
Die Weltwirtschaftskrise 1929, die Asienkrise 1997, die Dotcom-Blase 2000 und die Subprime-Krise 2008, die zur Weltbankenkrise wurde, sind Produkte der reinen und freien Marktwirtschaft.

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RealityCheck 23.08.2011, 23:39
743. "Einfach gut!"

Zitat von EraserFS
Das Tolle an einer reinen Marktwirtschaft ist ja, dass sie furchtbar einfach umzusetzen ist. Dazu ist es aus staatlicher Perspektive nur erforderlich vernünftig zu haushalten und die Wirtschaftssubjekte.....
Ganz recht! Und man bekommt noch ein mehrfach höheres pro-Kopf Brutto-Inlands-Produkt dazu, als es man es sich mit irgendeiner künstlich zurechtgestutzten, "gerecht" gestalteten, aber demotivierten "Marktwirtschaft" jemals erträumen kann.

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Sozialist 23.08.2011, 23:45
744. Reichtum

In der BRD besitzt das reichste 1% der Bevölkerung 25% des privaten Gesamtvermögens. Damit besitzt das reichste Prozent durchschnittlich ein Viertel allen privaten Landbesitzes, ein Viertel allen privaten Kapitalsbesitzes, ein Viertel aller Mietswohnungen, ein Viertel aller Maschinen, Fabriken und Arbeitsstätten und ein Viertel aller privaten Büros und sonstigen privaten Häuser.
Selbstverständlich hat damit das reichste Prozent eine unverschämte und undemokratische, gesellschaftliche Macht konzentriert.

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Steve Holmes 23.08.2011, 23:51
745. .

Und wie sieht das Land heute aus?
Mindestens genauso Krank.
Nur ist heute ganz Europa krank, dank der Entwicklung die Thatcher eingeleitet hat. Hätten sich die Olivenstaaten an Thatchers Politik orientiert hätten wir heute in der EU nicht solche Probleme. Großbritannien beteiligt sich sogar am Euro-Rettungsschirm obwohl sie den Euro gar nicht angenommen haben.

Zitat von nairobi
Und die USA hatten ja Reagen/Bush ...
Reagen gilt einem Großteil der Amerikaner als der beste Präsident. Und welchen Bush meinen sie? Der Vater war ja gar nicht so schlecht.

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Steve Holmes 23.08.2011, 23:59
746. .

Zitat von Kirk70
Ich hatte es nicht nach geschaut. Ich glaube es Ihnen. ABER, was ändert das denn an falschen Weichenstellungen? Da ist es mir völlig egal, wer die gemacht hat.
Wenn sie falsche Weichenstellung unterstellen ist es aber schon wichtig zu wissen wer angeblich was und warum da falsch gestellt hat. Sie haben die Deregulierung des Banksektors Reagan unterstellt. Der hatte eine ganz andere Politik als Clinton. Das Trennbankensystems wurde 1999 unter Clinton aufgehoben. Wessen Politik kritisieren sie jetzt?

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Steve Holmes 24.08.2011, 00:04
747. .

Zitat von Sozialist
Die soziale Ungleichheit ist in GB heute superkrass. Die alltägliche Ideologie ist individualistisch, konsumistisch und finanzkapitalistisch.
Und der Wohlstand ist in Großbritannien heute wesentlich höher als vor Thatcher als die Gewerkschaften jede Modernisierung blockierten.

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Steve Holmes 24.08.2011, 00:11
748. .

Zitat von Kirk70
Wirtschaftspolitisch setzte die Reagan-Regierung auf eine Wiederbelebung des Individualismus und Gewinnstrebens sowie eine Abkehr vom New Deal und von der Utopie der Great Society. Die neoliberale Politik Reagans zielte auf Deregulierung, die Privatisierung öffentlicher Aufgaben, die Rückbildung der Staatsbürokratie und den Abbau zentralstaatlicher Regelungskompetenzen. Die Steuern wurden gesenkt, die Sozialausgaben zeitgleich drastisch gekürzt.
Das war sein Wahlprogramm und dafür wurde er gewählt. Den meisten Amerikanern gilt er als der beste Präsident den sie je hatten.

Die Amerikaner lieben die Freiheit und wollen dass der Staat sich so wenig wie möglich in ihr Leben einmischt.
Obama hat sich mit seiner Gesundheitsreform viele Sympathien verscherzt. Seine Wiederwahl ist alles als sicher. Es kommt jetzt einzig darauf an wen die Republikaner als Kandidaten aufstellen.

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Steve Holmes 24.08.2011, 00:19
749. .

Zitat von Sozialist
Kapitalismus und Marktwirtschaft haben nichts mit der Schwerkraft gemeinsam. Die Schwerkraft gab es schon vor dem Menschen, den Kapitalismus gibt es erst seit etwa 200 Jahren.
Ich empfehle ihnen einmal sich mit der Geschichte der Deutschen Hanse oder der Fugger zu beschäftigen. Aber Beispiele für Reichtum durch Handel finden sich schon viel früher. Die Marktwirtschaft geht tausende von Jahren zurück. Ihre Basis sind Privateigentum und Handel.

Da wo dieser freie Handel unterdrückt wurde bildeten sich immer Schwarzmärkte wie in den sozialistischen Staaten des untergegangen Ostblocks. Und jetzt dürfen sie raten warum der untergegangen ist.

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